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07.02.2020 | Coaching | Interview | Onlineartikel

"Coaching eignet sich für jeden, der etwas ändern möchte"

Autor:
Andrea Amerland
3:30 Min. Lesedauer
Interviewt wurde:
Patrick Brigger

ist Mitgründer und Vorsitzender von getAbstract.

Mit Coaching können Unternehmen die Jobzufriedenheit und die Leistung ihrer Mitarbeiter steigern. Dennoch investieren nur wenige Firmen darin. Warum sich das ändern sollte, erklärt Patrick Brigger im Interview.

springerprofessional.de: Der Einsatz von Coaching als Personalentwicklungsmethode ist in Unternehmen alles andere als selbstverständlich. Warum sollte sich das ändern?

Patrick Brigger: Die Befähigung von Mitarbeitern durch Coaching trägt dazu bei, dass diese lernen, auf höchstem Leistungsniveau zu arbeiten, ihre Kompetenzen zu erweitern und ihre Produktivität zu steigern. Idealerweise wird so ihr Selbstbewusstsein erhöht und sie lernen und entwickeln unternehmerisches Denken. Darüber hinaus verbessert Coaching das Arbeitsumfeld und die Leistung des Unternehmens, indem es die Arbeitsmoral der Mitarbeiter erhöht. Es entsteht eine Kultur, die das Engagement und die Zusammenarbeit erhöht und letztendlich die Rentabilität verbessert. Durch unsere auf Wachstum getrimmte und immer mehr global agierende Wirtschaft wird auch Führungskräften mehr abverlangt. Sie müssen verschiedene Teams leiten, neue Technologien beherrschen und maßgeblich Verantwortung für die Erzielung von Gewinnen und den Unternehmenserfolg tragen. Coaching ermöglicht es ihnen, ihre Führungs- und zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu verbessern und so die eben genannten Anforderungen zu erfüllen. 

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Welche Beweise gibt es für die Wirksamkeit von Coaching?

Die Wirksamkeit von Coaching ist schwer messbar – gerade, weil kein Coachingprozess dem anderen gleicht. Allerdings fordern viele Unternehmen ein Bildungscontrolling, das auch Coaching umfasst, weshalb in den letzten Jahren Instrumente wie beispielsweise das profilingvalues-Verfahren  oder das Balanced Coaching entwickelt wurden. Am einfachsten sind jedoch Mitarbeiterbefragungen vor und nach einem Coaching-Prozess, um festzustellen, ob sich Verhaltensweisen sowie die Einstellung der Befragten zu gewissen Themen durch einen Coaching-Prozess verändert hat. 

Wann und wie sollten Personalabteilungen dieses Instrument einsetzen?

Coaching eignet sich für jeden, der etwas ändern möchte. Unternehmen können es in unterschiedlichen Bereichen einsetzen. Oft lohnt sich Coaching bei Nachwuchskräften, die einen Aufstieg anstreben. Als Coaches eignen sich gut mittlere Manager. Sie haben im Gegensatz zum höheren Management häufiger Kontakt mit allen Mitarbeitern und haben daher die richtige Position, um die Leistung der Mitarbeiter zu beeinflussen und zu verbessern. Dabei agiert ein Coach als Lehrer: Es ist wichtig, die Beziehung zu fördern, anstatt Autorität auszuüben. Erst dann werden Mitarbeiter offene Diskussionen mit ihnen führen und es hilft, schneller Probleme zu beseitigen. In jedem Fall benötigen Mitarbeiter personalisierte Ansätze und Coaching-Praktiken, die die Entwicklung ihrer Rollen und Verantwortlichkeiten widerspiegeln. Positives, stetiges Feedback trägt dazu bei, die Leistung der Mitarbeiter zu steigern. Es ist wichtig, Mitarbeiter zu ermutigen, ihre Gedanken und Meinungen zu äußern. So werden sie sich stärker in arbeitsbezogene Aktivitäten einbringen. Wenn sie dieses Gefühl nicht haben, verlassen sie sich bei der Lösung von Problemen auf ihren Vorgesetzten und zeigen weniger Eigeninitiative. 

Wie können Unternehmen ermitteln, welches Coaching-Modell und welche Coaching-Formate die passenden sind?

Beim Coaching müssen sich Unternehmen beziehungsweise Verantwortliche zunächst vier strategische Fragen stellen: Wen trainiere ich? Was sind die Lernziele? Welche Werkzeuge werde ich für die Schulung verwenden? Und wie kann ich den Fortschritt messen? Je nachdem, wie sie diese Fragen beantworten, bieten sich andere Coacing-Formate an. 

Warum sollten sich auch Führungskräfte unbedingt coachen lassen?

Um die eigene Belegschaft zu coachen und anzuleiten, ist Führungskompetenz notwendig. Diese ist nicht einfach angeboren, sondern muss erlernt und entwickelt werden. Darüber hinaus haben Führungskräfte eine Vorbildfunktion, der sie gerecht werden müssen, denn sie setzen mit ihrem Verhalten Signale – Fairness, Pünktlichkeit und Loyalität sollten vorgelebt werden. In einem Führungskräfte-Coaching lernen Verantwortliche, wie sie richtig kommunizieren, delegieren und so die Kultur eines Unternehmens positiv beeinflussen. Zusätzlich lernen sie, wie sie mit Konfliktsituationen umgehen und entwickeln den für sie passenden Führungsstil, mit dem sie ihre Belegschaft anleiten. Auch für alte Hasen kann ein Coaching durchaus sinnvoll sein, da es auch darum geht, das eigene Verhalten zu reflektieren. 

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