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Über dieses Buch

Dieses Werk trägt durch veränderte Perspektiven, neuartige Methoden und einen bewusst interdisziplinären Ansatz aktiv zur Erneuerung der traditionellen Wirtschafts- und Kapitalmarkttheorie bei. "Kapitalmärkte sind komplexe, adaptive und dynamische Systeme, die in hohem Maße von menschlichen Wahrnehmungen und Verhaltensweisen abhängen", so Heinz-Werner Rapp. Neue Erkenntnisse, etwa zu den Hintergründen von Blasen und Crashs, lassen sich folglich nur durch Einbeziehung neuester Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Neuro- und Kognitionswissenschaften gewinnen. Die "Cognitive Finance"-Methodik ist ein vom FERI Institut unter der Leitung von Dr. Heinz-Werner Rapp entwickelter Analyse-Ansatz, der zentrale Erkenntnisse der Kognitionstheorie, der modernen Neurowissenschaften sowie der Komplexitätsforschung integriert. Auf Basis dieser grundlegend neuen Methodik werden dann relevante Entwicklungen in zentralen Themenfeldern (Finanzsystem, Wirtschaft, Umwelt, Politik, Gesellschaft und Technik) analysiert und zu einem dynamischen Szenariobild verdichtet.Damit erhalten Investoren und Portfoliomanager wertvolle Entscheidungsgrundlagen und strategische Leitlinien.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Abstract

Der derzeitige Stand von Wissenschaft, Forschung und Erkenntnis im Bereich realer Kapitalmärkte ist wenig ermutigend. Trotz akuter Erklärungsdefizite und massiver Kritik bildet das „alte“ Paradigma der „Modernen Kapitalmarkttheorie“ noch immer den Status quo der relevanten Fachdiskussion. Die vorliegende Arbeit fordert dieses Paradigma heraus, indem dessen grundlegende Schwächen und Fehlspezifikationen aufgezeigt werden. Diese liegen primär in einer gravierenden Vernachlässigung des „Faktors Mensch“. Neueste Forschungen aus dem Bereich der modernen Neurowissenschaften und der Kognitionstheorie zeigen, dass genau dort - in der Untersuchung menschlicher Verhaltensweisen - ein wichtiger Schlüssel zur Erklärung und zum Verständnis komplexer Phänomene an realen Kapitalmärkten liegt. Das Buch folgt dieser Logik und öffnet, Schicht um Schicht, die „Black Box“ menschlicher Handlungsweisen. Aus den faszinierenden Erkenntnissen moderner Kognitionsforschung resultieren wegweisende Ansätze für eine neue, realitätsnahe Kapitalmarkttheorie. Die Grundelemente eines solchen Konzepts für die Zukunft der Kapitalmarktforschung werden - unter dem Begriff „Cognitive Finance“ - im Schlusskapitel entwickelt und vorgestellt.

Heinz-Werner Rapp, Alfons Cortés

Kapitel 2. Kapitalmarkttheorie und Markteffizienz-Hypothese – Überfälliger Paradigmenwechsel

Das Grundkonzept der modernen Kapitalmarkttheorie entstand in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die frühen Vertreter der modernen Kapitalmarktforschung untersuchten erstmals eingehend die Preisbildung, die Preisentwicklung und das intertemporale Preisverhalten an realen Kapitalmärkten. Aus diesen Ursprüngen entwickelte sich in den Folgejahren die sogenannte „Markteffizienz-Hypothese“, die zum Mittelpunkt des derzeitigen Paradigmas der Modernen Kapitalmarkttheorie wurde. Schon in den 1980er Jahren setzte eine zunehmend kritische Diskussion zur Gültigkeit dieses Paradigmas ein, die bis heute anhält. In zahlreichen Arbeiten wurden schwerwiegende „Anomalien“ nachgewiesen, die eine generelle Gültigkeit des Paradigmas in Frage stellten. Mangels überzeugender Erklärungsalternativen führten diese Ergebnisse jedoch nicht zu einer grundlegenden Überprüfung oder gar Neudefinition der theoretischen Modelle.

Heinz-Werner Rapp, Alfons Cortés

Kapitel 3. Ein realistischeres Bild der Kapitalmärkte

Frühe Arbeiten zur Funktionsweise von Kapitalmärkten sind durch eine stark mechanistische Marktsicht geprägt. Märkte galten als „Black Box“ und wurden als „effizient“ und inhärent funktional interpretiert. Weder die Organisationsform noch die Institutionen oder die Struktur des Marktes waren dabei von Relevanz. Auch eine Analyse der Marktteilnehmer, etwa nach deren individueller Informationsausstattung, kognitiven Fähigkeiten oder subjektiven Perzeptionen fand nicht statt. Diese eingeschränkte Sicht erweist sich aus heutiger Sicht als ungenügend und fehlerhaft. Für ein realistischeres Bild der Kapitalmärkte müssen insbesondere die Verhaltensweisen der Marktteilnehmer sowie deren Interaktionen näher untersucht werden. Neuere Ansätze der sogenannten Markt-Mikrostruktur-Theorie, der Informations-Ökonomie, der Institutionen-Ökonomie sowie der Systemtheorie und der Komplexitätsforschung bieten hierzu interessante und vielversprechende Möglichkeiten.

Heinz-Werner Rapp, Alfons Cortés

Kapitel 4. Verhaltenswissenschaftliche Ansätze und „Behavioral Finance“

Die wissenschaftliche Diskussion der letzten 25 Jahre hat sich verstärkt verhaltenswissenschaftlich fundierten Erklärungsmodellen zugewandt. Ausschlaggebend dafür waren grundlegende Ergebnisse psychologischer Experimente und Studien. Vielfach wurden dort bei den Probanden deutliche Verstöße gegen das Postulat rationalen Verhaltens festgestellt. Nachfolgende Arbeiten der empirischen Kapitalmarktforschung konzentrierten sich auf dieses Phänomen und konnten auch den Teilnehmern an realen Kapitalmärkten beschränkt rationales Verhalten nachweisen. In Summe führten diese Forschungen zur Entwicklung der sogenannten Verhaltensökonomik („Behavioral Finance“).

Heinz-Werner Rapp, Alfons Cortés

Kapitel 5. Neue Perspektiven aus Neurowissenschaft und Kognitionsforschung

Weder das „alte“ Paradigma der Markteffizienz noch die neueren Ansätze der „Behavioral Finance“ konnten bisher ein umfassendes und kohärentes Bild einer realitätsnahen Kapitalmarkttheorie vermitteln. Meist fehlt dabei ein grundlegendes Verständnis menschlichen Verhaltens, das oftmals als „Black Box“ gilt und in vielen theoretischen Modellen keine Rolle spielt. Wegweisende Impulse zur Durchdringung und Aufdeckung dieser menschlichen „Black Box“ kommen derzeit aus dem Bereich der modernen Neurowissenschaft sowie der interdisziplinären Kognitionsforschung. Beide Ansätze erforschen die Aufnahme, Perzeption und Verarbeitung von Informationen, die nachgelagerte Entscheidungsfindung sowie andere typische Grundelemente menschlicher Verhaltensweisen. Speziell die modernen Neurowissenschaften liefern überraschende Erkenntnisse, wie das menschliche Gehirn oftmals „irrationale“ Verhaltensweisen induziert. Die Komplexität menschlicher Emotionen, Heuristiken und unterbewusster Impulse bildet dann den faszinierenden Hintergrund, um „irrationale“ Kapitalmarkt-Anomalien und andere schwer erklärbare Phänomene besser zu verstehen.

Heinz-Werner Rapp, Alfons Cortés

Kapitel 6. Der nächste Schritt – „Cognitive Finance“ als neues Konzept

Der aktuelle Stand der Kapitalmarktforschung bleibt solange unvollständig, wie zentrale Fragen zum Verhalten menschlicher Individuen ausgeblendet oder negiert werden. Echte Fortschritte in der Kapitalmarktforschung erfordern deshalb eine bewusste Einbeziehung der „menschlichen Analyseebene“. Neueste Forschungsergebnisse aus Bereichen wie Psychologie, Neurowissenschaften, Kognitionsforschung und Komplexitätstheorie bieten dazu wertvolle Einsichten. Werden diese und andere relevante Erkenntnisbereiche interdisziplinär vernetzt, so entsteht - vielleicht erstmals - die Basis für eine grundlegend neue Sicht realer Kapitalmärkte. Diese neue Perspektive kann komplexe Phänomene wie Blasen, Crashes sowie andere „irrationale“ Bewegungen realer Kapitalmärkte kohärent und widerspruchsfrei erklären und geht damit weit über das bisherige Bild der „Behavioral Finance“ hinaus. Die zentralen Elemente dieses innovativen Erklärungsansatzes werden ausführlich dargestellt und unter dem neuen Begriff „Cognitive Finance“ zusammengeführt.

Heinz-Werner Rapp, Alfons Cortés

Kapitel 7. Fazit und Ausblick

Die vorliegende Untersuchung hatte das Ziel, tradierte Grundlagen, Modelle und Paradigmen der derzeitigen Wirtschaftswissenschaften – darunter insbesondere die sogenannte „Moderne Kapitalmarkttheorie“ – kritisch zu hinterfragen, offensichtliche Irrtümer und Erklärungsdefizite zu beleuchten und gleichzeitig neue Wege hin zu einer ganzheitlichen Sicht ökonomischer Systeme aufzuzeigen.

Heinz-Werner Rapp, Alfons Cortés
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