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Über dieses Buch

Der Vergleich nationaler Spezifika des Controlling rückt zunehmend in den Fokus wissenschaftlichen Interesses, um den länderübergreifenden Transfer von Controllingpraktiken zur Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen. Im Rahmen einer systematischen Gegenüberstellung des Controlling in Deutschland und Spanien wird in dieser Untersuchung nicht nur – wie in bestehenden Studien – der Blick auf die Unternehmenspraxis gerichtet, sondern auch eine quantitative Analyse von Zeitschriftenartikeln deutscher und spanischer Controllingforscher als zentrales Output wissenschaftlicher Arbeit vorgenommen. Somit wird eine integrierte Sichtweise auf Forschung und Praxis des Controlling in zwei der bedeutendsten und traditionell eng verflochtenen Volkswirtschaften Europas angestrengt.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Das Controlling wird mittlerweile im breiten Konsens als zentrales Element betriebswirtschaftlicher Praxis und Forschung betrachtet (vgl. Weber/Schäffer 2011, S. 16). Dabei bewegt sich die Ausgestaltung des Controlling im Gegensatz zum externen Rechnungswesen weitestgehend frei von einer Normierung durch nationale oder internationale Institutionen (vgl. Bhimani/Gosselin 2009, S. 29; Wagenhofer 2006, S. 15). Folglich kann und sollte in der Unternehmenspraxis eine Anpassung der Controllingausgestaltung an die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens, an die Bedürfnisse der Adressaten der Controllingarbeit sowie an relevante Kontextfaktoren vorgenommen werden (vgl. Fisher 1998, S. 48; Haldma/Lääts 2002, S. 379; Luft/ Shields 2003, S. 177 ff.). Hieraus resultieren Unterschiede im Controlling nicht nur über Branchengrenzen (vgl. z. B. Saéz et al. 1996, S. 195; Shields 1997, S. 6; Shields 1998, S. 512) oder Unternehmensgrößen (vgl. z. B. Pistoni/Zoni 2000, S. 289; Lamminmaki/ Drury 2001, S. 329; Dávila 2005, S. 226; Dávila/Foster 2007, S. 921; León/Gil/Aldecoa 2008, S. 446; Weber 2008, S. 311), sondern insbesondere auch über Landesgrenzen hinweg (vgl. z. B. Bailes/Assada 1991, S. 131; Ahrens 1997a, S. 582; Wijewardena/De Zoysa 1999, S. 49; Pistoni/Zoni 2000, S. 286; Blake/Soldevila/Wraith 2003, S. 181; Shields 1998, S. 504).
Christoph Endenich

2. International Vergleichendes Controlling

Zusammenfassung
Seit den späten 1980er Jahren kann eine kontinuierliche Publikation von ländervergleichenden Studien im Bereich des Controlling in renommierten internationalen Fachzeitschriften beobachtet werden. Dabei ist jedoch bis heute keine einheitliche Begriffsbildung zu erkennen. Der Ausdruck des Comparative Management Accounting findet in internationalen Publikationen bis heute vergleichsweise selten – beispielsweise bei Pistoni/Zoni (2000), Bhimani (2007) und Endenich/Brandau/Hoffjan (2011) – Verwendung. Diese fehlende terminologische Etablierung zeigt sich stellvertretend auch darin, dass Haka/Heitger (2004) das Forschungsfeld als „comparative international management accounting“ (Haka/Heitger 2004, S. 22, Kursivdruck nicht im Original) bezeichnen, während Blake/Soldevila/Wraith (2003) den Begriff des „comparative national management accounting“ (Blake/Soldevila/Wraith 2003, S. 181, Kursivdruck nicht im Original) verwenden. Im deutschsprachigen Raum wird die Verwendung der Bezeichnung Comparative Management Accounting insbesondere durch einen gleichnamigen Beitrag von Brandau/Hoffjan (2010) propagiert.
Christoph Endenich

3. Theoretische Fundierung und Herleitung der Leitfragen

Zusammenfassung
Als theoretisches Rahmenwerk der vorliegenden Arbeit fungiert der soziologische Ansatz der Akteur-Netzwerk Theorie (ANT, vgl. insbesondere Latour 1987). Dieser Ansatz wird nicht nur in der Soziologie, sondern auch in Feldern wie der Anthropologie, Psychologie, Politik, Volkswirtschaftslehre sowie den Rechtswissenschaften verwendet (vgl. Lee/Hassard 1999, S. 392; Kneer 2009, S. 32). Seit den frühen 1990er Jahren findet die ANT auch im Bereich des Accounting eine steigende Beachtung (vgl. Justesen/ Mouritsen 2011, S. 161, 165): Diesen Untersuchungen liegt die Beobachtung zugrunde, dass der Wandel im Accounting nicht – wie lange propagiert – von einem stabilen Set externer Variablen determiniert wird, sondern vielmehr das Resultat eines häufig unvorhersehbaren und von verschiedenen Akteuren beeinflussten Prozesses darstellt (vgl. Alcouffe/Berland/Levant 2008, S. 4; Justesen/Mouritsen 2011, S. 184). Folglich stimmen die Erlärungsmuster der ANT mit dem prozessualen und ergebnisoffenen Charakter der vorliegenden Untersuchung überein.
Christoph Endenich

4. „Controlling“ versus „Contabilidad de Gestión“

Zusammenfassung
Dass sich auch die historische Entwicklung des Controlling und die im Rahmen der internen Unternehmensrechnung verwendeten Begrifflichkeiten über Ländergrenzen hinweg zum Teil deutlich unterscheiden, wird in einer Vielzahl von Publikationen dokumentiert (z. B. Horváth 2002; Roso/Vormweg/Wall 2003; Carmona 2007; Zühlke 2007; Hoffjan 2009). In den folgenden Kapiteln erfolgt daher ein kurzer Abriss zu entsprechenden Beobachtungen im deutschen sowie spanischen Kontext. Diese Ausführungen helfen bei der Einordnung und Interpretation der im Rahmen von Publikationsanalyse und Feldstudie identifizierten Erkenntnisse und Zusammenhänge.
Christoph Endenich

5. Publikationsanalyse

Zusammenfassung
Da die Publikation in wissenschaftlichen Zeitschriften in der Betriebswirtschaftslehre wie in anderen Disziplinen mittlerweile die elementare Kommunikationsform wissenschaftlicher Arbeit darstellt (vgl. Bjørnenak/Mitchell 2002, S. 485; Jokić/Ball 2006, S. 60; Havemann 2009, S. 3; Cooper 2010, S. 61), wird im Folgenden eine Taxonomie der Publikationsaktivität deutscher und spanischer Controllingforscher in führenden nationalen sowie internationalen Fachzeitschriften erstellt. Diese Analyse liefert nicht nur Einblicke in die thematischen und methodischen Spezifika der Forschungsaktivität deutscher respektive spanischer Controllingwissenschaftler, sondern gewährt darüber hinaus Einblicke in die Prozesse und Strukturen der entsprechenden wissenschaftlichen Gemeinschaften und somit in die Soziologie der Wissenschaft (vgl. Lukka/Kasanen 1996, S. 755; Lukka/Granlund 2002, S. 165).
Christoph Endenich

6. Feldstudie

Zusammenfassung
Der folgende zweite empirische Teil dieser Arbeit basiert auf der inhaltsanalytischen Auswertung von semistrukturierten Experteninterviews, welche im Rahmen einer länder- und branchenübergreifenden qualitativen Feldstudie in Deutschland und Spanien geführt wurden. In den nachstehenden Kapiteln werden zunächst die methodologischen Grundlagen des Forschungsansatzes erläutert, im weiteren Verlauf folgen Ausführungen zu den Themenkomplexen Datenerhebung und Datenauswertung. Schließlich werden die Erkenntnisse der durchgeführten Feldstudie dokumentiert sowie ein Zwischenfazit gezogen.
Christoph Endenich

7. Diskussion

Zusammenfassung
In den vorausgegangenen Kapiteln wurden die zentralen Erkenntnisse der angefertigten Publikationsanalyse sowie der durchgeführten Feldstudie vorgestellt. Diese Ergebnisse werden im folgenden Kapitel zunächst vor dem Hintergrund der aus den AN-theoretischen Vorüberlegungen resultierenden Zusammenhänge diskutiert. Um der praktischen Relevanz des International Vergleichenden Controlling und der vorliegenden Untersuchung Rechnung zu tragen, werden in Kapitel 7.2 die resultierenden Implikationen für die untermehmerische wie wissenschaftliche Praxis des Controlling erörtert. Des Weiteren werden die Limitationen der Arbeit, der Beitrag der Untersuchung zum Forschungsfeld des International Vergleichenden Controlling sowie weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt. Ein Fazit rundet die Arbeit ab.
Christoph Endenich

8. Fazit

Zusammenfassung
Die vorliegende Untersuchung zum International Vergleichenden Controlling liefert eine integrierte und vergleichende Perspektive der deutschen und spanischen Controllingwissenschaft und -praxis aus der Perspektive der Akteur-Netzwerk Theorie. Sie trägt der Überlegung Rechnung, dass international agierende Konzerne zur Sicherstellung der Effizienz ihres Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrumentariums in ausländischen Tochtergesellschaften über intensive Kenntnisse der landesspezifischen Controllingausgestaltung verfügen müssen. Zusätzlich wird sie der Erkenntnis gerecht, dass der länderübergreifende Transfer bewährter Controllingtechniken im Rahmen des zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruckes zur Sicherstellung einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit beitragen kann (vgl. Chow/Shields/Chan 1991, S. 209; Harrison 1992, S. 1; Chow/Kato/Shields 1994, S. 382; Chow/Kato/Merchant 1996, S. 175).
Christoph Endenich

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