Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieses essential stellt ausgewählte psychologische Modelle zu Compliance und Non-Compliance vor, arbeitet Empfehlungen für die Compliance-Kommunikation heraus und gibt Beispiele psychologisch versierter Kommunikationsmaßnahmen in Unternehmen. Hintergrund dafür ist die Erfahrung, dass Menschen bestimmte Regeln ignorieren, obwohl sie sie kennen und verstehen. Regelkonformität ist psychologisch betrachtet nicht einfach durchzusetzen und psychologische Grundlagen über Normkonformität können Compliance-Manager und -Kommunikatoren in ihrer Arbeit unterstützen. Auf die Frage „Keine Regel ohne Ausnahme?“ finden Compliance-Manager hier Antworten aus Sicht der Wirtschaftspsychologie.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Compliance als Issue für die Unternehmenskommunikation

Der Begriff „Compliance“ bedeutet in deutscher Sprache Regeltreue oder Regelkonformität. In den letzten Jahren hat sich in der deutschen Wirtschaft dafür der englischsprachige Begriff durchgesetzt. Compliance ist – auf eine kurze Formel gebracht – „die organisierte Rechtschaffenheit eines Unternehmens im geschäftlichen Verkehr“, sie gilt als die „kleine Schwester“ der Corporate Governance, und dient dem Ziel der „guten Unternehmensführung“.
Susanne Femers-Koch

Kapitel 2. Herausforderungen von Compliance-Kommunikation

Bereits die theoretische Betrachtung der Frage, wie Compliance-Kommunikation in die Kommunikation der Unternehmung einzuordnen ist, zeigt, dass sie einer ganzen Reihe unterschiedlicher Ansprüche gerecht werden muss. Compliance-Kommunikation ist ihrem Wesen nach Bestandteil der klassischen internen Kommunikation, deren Ziel es u. a. ist, Mitarbeitern alle für eine optimale Aufgabenbewältigung relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen und die Umsetzung der Geschäftsziele auf allen Ebenen zu verbessern. Normen, ihre Einführung und ihre Wandlung und die damit einher gehenden Veränderungsprozesse machen Compliance-Kommunikation auch zu einem Teil der Change Communication einer Organisation, deren wesentliches Anliegen darin liegt, Unsicherheiten, Ängste und Widerstände gegen Veränderung bei Mitarbeitern zu bearbeiten.
Susanne Femers-Koch

Kapitel 3. Erfolgsfaktoren aus der Perspektive der Kommunikationswirtschaft

Unternehmenskultur bildet einen handlungsbestimmenden Werte-Rahmen für Organisationen. Schulz und Muth (2014, S. 271) erläutern den Zusammenhang von Unternehmens- und Compliance-Kultur wie folgt: „Die Compliance-Kultur beschreibt die Bedeutung, welche die Unternehmensangehörigen der Beachtung von Normen und Regelungen beimessen. Sie bezeichnet ihre Bereitschaft zu regelkonformem Verhalten bzw. das Ausmaß der Toleranz gegenüber Regelverstößen. Die Compliance-Kultur steht in einem engen Zusammenhang mit den Werten, denen sich die Organisationsangehörigen verpflichtet fühlen und damit mit der jeweiligen Unternehmenskultur“.
Susanne Femers-Koch

Kapitel 4. Potenziale aus wirtschaftspsychologischer Sicht

Vor dem Hintergrund von Compliance und Non-Compliance in Unternehmen und der Diskussion der verschiedenen Herausforderungen der Kommunikation zum Thema Compliance ergeben sich eine Reihe von allgemeinen Fragen zum Erleben und Verhalten von Menschen im Kontext von Regeltreue. Diesen soll im Folgenden im Rückgriff auf ausgewählte psychologische Konzepte nachgegangen werden. Dabei können psychologische Modelle nur in Grundzügen skizziert werden, um compliantes und non-compliantes Verhalten nachvollziehbar zu machen und Einsichten für die Compliance-Kommunikation zu gewinnen.
Susanne Femers-Koch

Kapitel 5. Compliance, Elaborationswahrscheinlichkeit von Informationen und Einstellungsbildung

Im Hinblick auf die Informationsverarbeitung und Einstellungsbildung stellen sich aus der Perspektive der Compliance-Kommunikation folgende Fragen:
  • Wie verarbeiten Menschen Informationen? Welche Art von Information kann beim Aufbau von Regeltreue besonders geeignet sein?
  • Wie kann man Einstellungsänderungen zu Compliance herbeiführen bzw. wie kann eine hohe Konsistenz zwischen Einstellung und Verhalten erreicht werden?
  • Welche Rolle spielen Sanktionen und Anreize für compliantes Verhalten?
Susanne Femers-Koch

Kapitel 6. Compliance und kognitive Dissonanz

Die Theorie kognitiver Dissonanz ist eine Konsistenztheorie sozialpsychologischen Ursprungs, die erklären will, wie Menschen mit inneren und äußeren Widersprüchen umgehen und grundsätzlich davon ausgeht, dass Menschen einen Zustand der Widerspruchsfreiheit anstreben. Im Zusammenhang mit Compliance kann man fragen:
  • Welche Gründe gibt es für regelwidriges Verhalten trotz Kenntnis von verpflichtenden Compliance-Regeln?
  • Wie rechtfertigen Mitarbeiter Regelverstöße vor sich und anderen, sodass die Aussage „Keine Regel ohne Ausnahme“ für sie selbst, ihr Denken und ihr Verhalten entlastend wirkt?
Susanne Femers-Koch

Kapitel 7. Compliance und soziale Vergleiche

Nicht nur die Bayer AG oder die Deutsche Bahn AG, auch andere Kommunikatoren setzen auf den Einsatz von Mitarbeitern in Compliance-Kampagnen, mit denen sich Identifikationsmöglichkeiten eröffnen, die über soziale Vergleiche realisiert werden sollen. Auch Personen außerhalb des Unternehmens oder fiktive Personen übernehmen in der Compliance-Kommunikation Meinungsbildner-Funktionen.
Susanne Femers-Koch

Kapitel 8. Compliance und Konformität

Menschen sind soziale Wesen. Ihr Verhalten findet in sozialen Kontexten statt. Diese sozialen Kontexte bestimmen mit darüber, welches Verhalten eine Person zeigt oder welcher Meinung sie sich anschließt bzw. welcher Meinung oder Einstellung sie sich tatsächlich verpflichtet fühlt – egal was sie öffentlich bekundet oder stillschweigend „abnickt“.
Susanne Femers-Koch

Kapitel 9. Compliance und Reaktanz

Auf die Relevanz von Kommunikation für eine lebendige Compliance-Kultur im Unternehmen wird aus der Perspektive der Kommunikationswirtschaft immer wieder verwiesen. Kommunikation wird damit zum Erfolgsfaktor für Compliance. Nachdem nun weiter oben gezeigt worden ist, wie man Kommunikation für Compliance sinnvoll gestalten kann, soll abschließend erörtert werden, auf welche Weise man zu viel an Intensität und Kommunikationsdruck schaffen kann.
Susanne Femers-Koch

Kapitel 10. Compliance-Kommunikation und Psychologie: Ein Fazit

Compliance ist als eine Herausforderung für Unternehmen zu verstehen, die nicht nur den Bedarf ausgefeilter Compliance-Management-Systeme aufzeigt, die auf juristische und betriebswirtschaftliche Expertise verweisen, sondern auch für Unternehmenskommunikatoren anspruchsvolle Gestaltungsaufgaben mit sich bringt. Im vorliegenden Beitrag wurden Erfolgsfaktoren von Compliance-Kommunikation aus der Praxisperspektive herausgearbeitet und interdisziplinäre Schnittstellen-Defizite betrachtet. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse entwickelte sich die Frage, ob psychologische und verhaltenswissenschaftliche Perspektiven zur strategischen Verbesserung von Compliance-Kommunikation beitragen können.
Susanne Femers-Koch

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Voraussetzungen für die wirtschaftliche additive Fertigung

Viele Unternehmen stellen die technische Umsetzbarkeit oder die Wirtschaftlichkeit additiv gefertigter Produkte in Frage und zögern bei der Anwendung. Mit einer neuen Denkweise führt die additive Fertigung jedoch zu höherer Wirtschaftlichkeit und Vorteilen im Wettbewerb, wie Kegelmann Technik in diesem Beitrag beschreibt.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise