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Über dieses Buch

Das Buch bietet eine systematische und interdisziplinäre Darstellung zur Compliance-Kontrolle in Unternehmen, Verwaltungen und weiteren Einrichtungen. Die Autoren befassen sich mit der Diskussion entsprechender Regelwerke bzw. Konzepte sowie den organisatorischen Folgen. Hierzu entwickeln sie sozial-, rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Bezüge einer Analyse und Gestaltung organisatorischer Regelsetzung und -begründung. Besonderes Augenmerk gilt dem Spannungsverhältnis formaler und informaler Ordnung sowie dem Ansatz der „brauchbaren Illegalität“. Das Werk richtet sich an mit Compliance-Aspekten beschäftigte Wissenschaftler sowie Experten und Entscheider in Organisationen aller Art.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Die Organisation der Compliance-Kontrolle in interdisziplinärer Lesart

Schon bevor dieses Buch zur Hand genommen wurde, werden viele Leser mit der Information vertraut sein, dass es bereits mehrere Darstellungen zum Gegenstand der Compliance-Kontrolle, also etwa „organisatorischer Regelleitung“, gibt. Nicht von ungefähr spricht man seit einigen Jahren von einem „Boom-Thema in den Managementdiskursen“. Ob Unternehmen, Verwaltungen oder soziale Einrichtungen: Überall rücken Fragen der Compliance in den Mittelpunkt organisatorischer Praxis.
Marcel Schütz, Richard Beckmann, Heinke Röbken

Kapitel 2. Compliance aus juristischer Makroperspektive

In diesem ersten Kapitel wird auf Compliance aus einer Makroperspektive geblickt: Was macht Compliance aus? Die übliche Definition von Compliance scheint eindeutig zu sein. Wohlgemerkt: „scheint“. Die Praxis zeigt, dass sich Unternehmen um Rechtskonformität mühen. Die Umsetzung von Compliance ist mit vielen Hürden verbunden, mithin eine komplexe Organisationsaufgabe. Woran liegt das? Welche Faktoren beeinflussen Compliance? Bereits die Ausführungen des ersten Kapitels werden zeigen, dass Compliance verschiedentlichen Einflüssen ausgesetzt ist. Und die Umsetzung von Compliance beeinflusst wiederum einen Reigen an Interessengruppen. Schnell zeigt sich, dass das scheinbar Einfache und Eindeutige sich bei genauerem Blick als schwierig und komplex darstellt: Wirklich eindeutig am Thema Compliance ist die ihm anhaftende Uneindeutigkeit selbst.
Marcel Schütz, Richard Beckmann, Heinke Röbken

Kapitel 3. Organisation und Management: funktionale Grundlagen einer an Regelsetzung interessierten Analyse

Organisation und Management sind in Darstellungen zu betrieblichen Verfahren und Instrumenten zwei stets nebeneinander gebrauchte Bezeichnungen. Gleichwohl sind hierunter nur auf den ersten Blick synonyme Termini zu verstehen. Für eine an Fragen der Regelbildung und Regelabweichung interessierte Analyse kann auf nähere Ausdifferenzierungen hingewiesen werden, die wir in diesem Kapitel diskutieren. Wir betrachten dazu einige elementare Einordnungen zum Begriff der Organisation, woraufhin sich praktische bzw. operativ bedeutsame Facetten aus dem Bereich der Managementlehre anschließen. Zuvor jedoch sichten wir noch zwei bereits hochbetagte managementwissenschaftliche „Klassiker“, die unter dem Label bürokratisch-rationale Unternehmens- bzw. Organisationsführung die Vorstellungen von Norm und Ordnung in betrieblichen Systemen in den vergangenen einhundert Jahren maßgeblich beeinflussen konnten und – trotz ihrer vielfältig zu erklärenden Revision und teilweisen Überholung – weiterhin die gelebte Organisationswirklichkeit immer noch planerisch (mit-)prägen: das Bürokratiemodell von Max Weber und die wissenschaftliche Betriebsführung nach Frederick W. Taylor. Es ist die abgeschwächte, aber immer noch vorhandene Präsenz der beiden Denkmodelle mit ihren charakteristischen Hintergrundselbstverständlichkeiten, die uns veranlasst, sie in eine Compliance-orientierte Darstellung aufzunehmen und auf ihren Nachhall mit einem kritischen Blick hinzuweisen.
Marcel Schütz, Richard Beckmann, Heinke Röbken

Kapitel 4. Informale Ordnung: Organisationsdefinition abseits des Protokolls

In den vorangehenden Teilen der Diskussion haben wir auf verschiedene formale, regelbildende Akzente im Zusammenhang mit dem Aufbau und der Gestaltung von Organisation und Management hingewiesen. Es gehört aber, wie auch bereits dargestellt wurde, zu den Erwartbarkeiten nahezu aller Aufgaben- und Berufsfelder, dass nicht einzig die formale Regelsetzung samt und sonders alle Besonderheiten des Arbeitsalltags und seiner unterschiedlichen Problemstellungen vollständig abdecken kann. Was ohne eindeutige, das heißt offiziell entschiedene Ordnung bleibt, geschieht aber nicht deshalb schon ohne Struktur. Wir stellen im Weiteren drei der besonders einschlägigen Ansätze vor, die zur Beschreibung informaler Organisation instruktive Einsichten bieten. Als Teil informaler Ordnung ist üblicherweise auch die Organisationskultur zu bestimmen, die wir jedoch bereits im vorangehenden Kapitel diskutiert haben. Die Diskussion im Weiteren läuft auf die Beobachtung hinaus, dass innerhalb informaler Struktur nicht trotz, sondern gerade wegen der ausgeprägten Formalisierungsgrade informale Aktivitäten facettenreich gedeihen. Präsentiert werden der mikropolitische und Netzwerkansatz sowie die Agenturtheorie.
Marcel Schütz, Richard Beckmann, Heinke Röbken

Kapitel 5. Organisation und Umwelt: Bildung formaler Normen, Verbreitung und Stabilisierung

Die Beobachtung, dass Organisationen in hohem Maße durch ihre Umwelt und deren Erwartungen beeinflusst werden, ist schon in den alltäglichen Debatten der Massenmedien allzu bekannt. Darüber hinaus kann eine institutionale Analyse von Organisationen detailliert beleuchten, mit welchen spezifischen Techniken es diesen gelingt, sich gegenüber relevanten Anforderungs- bzw. Anspruchsgruppen strukturell anzupassen und dabei bestehende Kriterien, Verfahren und Instrumente einer „guten“ oder „richtigen“ Organisation aufgrund äußerer Erwartungen systematisch zu ändern. Drei etablierte Grundformen des Wandels stehen den Organisationen dabei zur Verfügung oder wirken auf sie ein: Angleichung durch Beobachtung, regulatorischer Zwang und normativer Druck.
Marcel Schütz, Richard Beckmann, Heinke Röbken

Kapitel 6. Brauchbare Illegalität: soziologische und juristische Bestimmung und Weiterführung

Die vorstehenden Ausführungen haben gezeigt, wie sehr neben formalem auch informales Handeln in allen Organisationen integrativ zum Tragen kommt. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, anhand einiger Beispiele eine Rückanknüpfung zwischen Formalität und Informalität mit Compliance-relevanten Rechtsfragen vorzunehmen. Zunächst wird dazu in den Begriff der „brauchbaren Illegalität“ soziologisch eingeführt.
Marcel Schütz, Richard Beckmann, Heinke Röbken

Kapitel 7. Schlussbetrachtungen

Im letzten Kapitel wollen wir den Streifzug durch juristische, soziologische und ökonomische Betrachtungen abschließen und uns dazu noch einmal vertiefend dem Beispiel der schon andiskutierten (Kap. 6) Norm im Aktienrecht widmen. Mit dieser ist zu zeigen, dass steuernd intendierte Interventionen qua Regulierung sowohl eine Minderung, als auch eine Steigerung der Unsicherheit in (Arbeits-)Organisationen und im Recht insgesamt mitproduzieren können. Wir sehen in den diesbezüglichen Bestimmungen das Ergebnis einer aufschlussreichen Rechtsbildung, die zwischen personalen bzw. individuellen Facetten der Zurechnung einerseits und jenen des organisatorischen Systems andererseits oszilliert. Praktische Folgerungen als Nutzen, wie auch als Erschwernis, sind weit über die Grenzen des hier beispielhaft zu diskutierenden aktienrechtlichen Gebiets zu erwarten. Ferner gehen wir auch auf einige Missverständnisse um den in unserem Band eingehend besprochenen Begriff der „brauchbaren Illegalität“ ein und enden sodann mit einem eigenen Ansatz für eine zweiseitige (Weiter-)Entwicklung der Compliance-Kontrolle.
Marcel Schütz, Richard Beckmann, Heinke Röbken

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