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Der Compliance-Druck wächst

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Die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen an Unternehmen gehen mit einer großen Integritätslast bei Mitarbeitenden einher. Das belegen zwei Studien. Das Compliance Management sollte daher auch den Stress für die Belegschaft berücksichtigen.

Gelingt es Unternehmen in weltweiten Ausnahmesituationen besser, Regeln und Vereinbarungen zu umgehen?


Cyber-Risiken (47 Prozent), Datenschutz (36 Prozent) und KI-Betrug (32 Prozent) zählen zu den größten Compliance-Herausforderungen, die deutsche Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten bewältigen müssen. Das geht aus einer Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet hervor, für die rund 1.350 Compliance-Verantwortliche in neun europäischen Ländern befragt wurden. Die Umfrageteilnehmer aus Großbritannien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Österreich, Deutschland, der Schweiz und Polen haben dabei allerdings mit stagnierenden Budgets (62 Prozent) und steigender Arbeitsbelastung zu kämpfen. 

So monieren Compliance-Teams in Deutschland, dass der Zeitaufwand im vergangenen Jahr um rund ein Viertel (25,3 Prozent) zugenommen habe. Besonders stark ist der Mehraufwand nach Angaben der Befragten bei Umwelt-, Sozial- und Governance-Vorschriften (ESG) geben fast 62 Prozent an. Aber auch das Lieferantenmanagement (55,9 Prozent) sowie die Datenverwaltung und die Umsetzung von Finanzvorschriften (54 Prozent) sind demnach ressourcenintensiver geworden.

Automatisierung und KI zur Compliance-Unterstützung

Neue Technologien sollen daher die Effizienzprobleme lösen. So automatisieren hierzulande bereits etwa 57 Prozent der Unternehmen die Due-Diligence-Prüfung bei neuen Kunden und Geschäftspartnern mithilfe von Software (im europäischen Durchschnitt: rund 63 Prozent). Circa 68 Prozent setzen zudem auf Frühwarnsysteme, um Compliance-Probleme rechtzeitig zu erkennen (im europäischen Durchschnitt: 66 Prozent).

In Deutschland investieren Unternehmen vor allem in Automatisierung und Künstliche Intelligenz (63 Prozent), um ihre Compliance-Prozesse zu verbessern. Auch wenn es noch Bedenken hinsichtlich ethischer oder regulatorischen Fragen rund um KI gibt, sind mehr als zwei Drittel der Befragten (rund 70 Prozent) sicher, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz das Compliance Management künftig optimieren wird.

Kostendruck stresst Compliance Manager

Dennoch ist der Kosten- und Anforderungsdruck erheblich (67 Prozent). Dieser kann nach Ansicht der befragten Experten Unternehmen sogar dazu zwingen, Ressourcen von anderen Disziplinen abzuziehen (65 Prozent). 66 Prozent der deutschen Entscheider geben dementsprechend an, dass die Compliance-Anforderungen im Team im vergangenen Jahr deutlich gestiegen seien. Das habe zur Folge, dass Risiken nicht mehr gezielt gesteuert werden können, sondern nur noch reaktives Krisenmanagement möglich ist (60 Prozent).

Doch nicht nur die Compliance-Abteilungen bekommen die wachsenden Regulierungsanforderungen zu spüren. Auch andere Beschäftigte berichten, dass die Integritätsstandards an jeden Mitarbeiter steigen, ergibt der EY Global Integrity Report 2024, für den rund 5.500 Angestellte sowie Vorstands- und Geschäftsleitungsmitglieder in 53 Ländern befragt wurden.

Wirtschaftliche Krise erschwert Integritätsmanagement

Demnach glaubt beinahe jeder Zweite (49 Prozent), dass sich die Standards auf diesem Gebiet im eigenen Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren verbessert haben. Neun von zehn Angestellten (90 Prozent) sind zudem sicher, dass ihre Kollegen sich an Gesetze, Verhaltenskodizes und Branchenregeln halten. 

Allerdings geben vier von zehn Befragten (38 Prozent) zu, dass sie zu unethischem Verhalten bereit wären, wenn sie von einem Vorgesetzten dazu aufgefordert würden. Jeder zweite Umfrageteilnehmer (50 Prozent) stellt außerdem fest, dass es für ihre Betriebe schwierig ist, Integritätsstandards angesichts der wirtschaftlichen Marktbedingungen einzuhalten. Dementsprechend berichtet fast jeder Dritte (30 Prozent), dass das derzeit ökonomisch problematische Umfeld der größte Katalysator für Integritätsverstöße bei Beschäftigten ist.

Was Compliance-Verstöße auslösen kann

Neben Cyber-Bedrohungen (26 Prozent) sehen die Befragten auch Gesundheitskrisen (22 Prozent), finanzielle Ziele (22 Prozent), Lieferkettenunterbrechungen (21 Prozent) sowie geopolitische Risiken (15 Prozent) als externe Auslöser für Compliance-Verstöße.

Intern sind es vor allem die eigenen Mitarbeiter (47 Prozent), die in den Augen der Befragten gegen Gesetze und Normen verstoßen. Aber auch eine hohe Fluktuation der Angestellten (26 Prozent), fehlende Ressourcen (25 Prozent) und Druck seitens des eigenen Managements (24 Prozent) sehen Umfrageteilnehmer als Compliance-Gefahr.

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