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07.04.2021 | Compliance | Infografik | Onlineartikel

Dax-Konzerne setzen auf Gendersprache

Autor:
Andrea Amerland
1:30 Min. Lesedauer

Für die einen ist es Gendergaga, für die anderen ein Mittel zu mehr Geschlechtergerechtigkeit: Gendersprache. Wie eine Umfrage zeigt, wollen Dax-Konzerne diese mehrheitlich nutzen.

Mitarbeiter*innen, Mitarbeiter_innen oder Mitarbeiter:innen: Zehn Dax-Unternehmen verwenden solche geschlechtergerechten Schreibweisen bereits. Sechs weitere haben es zumindest geplant. Zwei lehnen Genderformen in der Unternehmenssprache hingegen ab, weil sie diese für falsch oder nicht notwendig halten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der "FAZ" und der Hochschule Darmstadt unter Dax und M-Dax-Unternehmen. Dafür füllten insgesamt 18 der 30 Dax-Unternehmen einen anonymen Fragebogen aus. 

Von den 13 antwortenden M-Dax-Unternehmen haben vier bereits eine geschlechtergerechte Sprache eingeführt. Vier weitere beabsichtigen es, fünf geben an, sich damit noch nicht beschäftigt zu haben. 

Diskriminierungsfrei kommunizieren mit Gendersprache

Die Befragung zeigt auch, warum die Firmen sich dafür entschieden haben. So nennen alle Dax-Konzerne, die gendern, einen diskriminierungsfreiem Umgang miteinander als Grund. Die weiteren Optionen, die noch zur Auswahl standen, wurden von keinem dieser Unternehmen gewählt, nämlich die Erwartung von Kunden und Geschäftspartner erfüllen oder einem aktuellen Zeitphänomen folgen zu wollen, das vor allem von Medien und Öffentlichkeit beobachtet werde.

Fünf der Dax-Unternehmen, die bereits eine geschlechtergerechte Sprachverwendung praktizieren, setzen, wenn möglich, genderneutrale Formulierungen ein. Weitere fünf nutzen das Gendersternchen oder den Doppelpunkt. Das generische Femininum kommt bislang bei keinem dieser Unternehmen zum Einsatz und ist auch künftig dort nicht geplant. 

Einsatz von Genderformen in Unternehmen

Besonders in der Internen Kommunikation mit den Beschäftigten, aber auch in der Medienarbeit, kommt eine gendergerechte Sprache laut Umfrage zum Einsatz. Insgesamt neun Dax-Mitglieder setzen sie in diesen Bereichen bereits ein. Alle sechs Konzerne, die künftig gendern wollen, planen es ebenfalls für diese Disziplinen. In der Kundenkommunikation oder in der Ansprache von Investoren gendern fünf beziehungsweise sechs Dax-Konzerne, die den Fragebogen beantwortet haben.

Auf die Frage, wer das Thema federführend im Unternehmen vorantreibt, nennen fünf Corporate Communications und drei Gender & Diversity.

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