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09.12.2021 | Compliance | Infografik | Online-Artikel

Unternehmen verbessern Compliance-Management-Systeme

verfasst von: Andrea Amerland

1:30 Min. Lesedauer
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Auch wenn der Gesetzgeber das Verbandssanktionengesetz nicht weiter verfolgt, wirkt die Initiative wie ein Impuls für Organisationen. Diese haben infolgedessen ihre Compliance-Management-Systeme überprüft und verbessert, zeigt eine Studie und ermittelt weitere Trends.

Allein ein inzwischen auf Eis gelegtes Gesetzesvorhaben kann in Unternehmen einiges anstoßen. Das zeigt die Studie "The Future of Compliance 2021", für die die Wirtschaftsprüfung Deloitte, die Quadriga Hochschule Berlin und das Compliance Manager Magazin rund 360 Compliance-Verantwortliche befragt haben. 

Demnach führten die Pläne zur Einführung des Verbandssanktionengesetz (VerSanG) dazu, dass Unternehmen ihre Compliance-Management-Systeme überprüfen und optimieren. Mehrheitlich wurde dieser Prozess von Compliance-Abteilungen selbst initiiert. Aber auch aktualisierte Risikoanalysen, die Geschäftsleitung oder die Überprüfung durch Dritte waren Treiber für die Qualitätsoffensive. 

Hinweisgeberschutz- und Lieferkettengesetz bestimmen Compliance

Das zweite Gesetz, dass Compliance-Verantwortliche aktuell bewegt, ist das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG), das voraussichtlich bis zum Jahresende eingeführt wird, um die EU-Whistleblower-Richtlinie in nationales Recht umzuwandeln. Daher geben 92 Prozent der befragten Organisationen an, künftig über ein Hinweisgeber-System zu verfügen. Rund 96 Prozent richten zudem eine anonyme Whistleblower-Möglichkeit ein. Denn ohne solche geschützten Meldemöglichkeiten gehen in Organisationen 30 Prozent an wertvollen Hinweisen verloren.

Auch das Lieferkettengesetz (LkSG) wirft seine ersten Schatten voraus. Obwohl es erst im Januar 2023 für Unternehmen mit mindestens 3.000 Beschäftigten gilt, erwarten bereits jetzt 52 Prozent der Umfrageteilnehmer Auswirkungen auf ihre Tätigkeit und Aufgaben. Ziel des LkSG ist es, den Schutz der Menschenrechte in globalen Lieferketten zu verbessern.

Nachhaltigkeit und Ressourcen als zusätzliche Herausforderungen

Als vierten wesentlichen Trend nennen die Compliance-Verantwortlichen das Thema Nachhaltigkeit. 42 Prozent von ihnen beschäftigen sich intensiv mit Corporate Social Responsibility, also gesellschaftlicher Verantwortung auf dem Gebiet von Umwelt- und Ressourcen, weil diese Themen abteilungsübergreifende Vernetzung erfordern. 

In den nächsten zwei Jahren rechnen Compliance Officer damit, dass ihr Arbeitsfokus auf Digitalisierungsthemen sowie den Risiken in Lieferketten liegen wird. Vor diesem Hintergrund sehen die Befragten die Förderung der Compliance-Kultur sowie -Kommunikation, aber auch fehlende Ressourcen als größte Herausforderungen.

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