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Über dieses Buch

Die Conjointanalyse ist ein wichtiges Marketing-Instrument, mit dem man die Kundenorientierung verbessern, die Marktabdeckung, Umsätze und Gewinne bei den eigenen Produkten steigern sowie neue Sachgüter und Dienstleistungen erfolgreich in Märkten platzieren kann. Dieses Buch präsentiert umfassend Methoden, Anwendungen und Praxisbeispiele zu diesem modernen Denkansatz.

Renommierte Experten aus Wissenschaft und Praxis vermitteln, wie die Conjointanalyse erfolgreich in Unternehmen genutzt werden kann. Diskutiert wird, wie man Marktforschung betreiben und damit Kundenwünsche erheben sowie unter Verwendung von Simulationsrechnungen Produkte marktorientiert verbessern oder neu einführen kann. Betriebswirtschaftliche Anwendungen zur Marktsegmentierung, Produktplanung, -gestaltung und -einführung ebenso wie branchenbezogene Anwendungsberichte verdeutlichen den Stellenwert dieses Marketing-Instrumentes.

In der 2. Auflage wurden alle Beiträge aktualisiert und es wurden neue Beiträge ergänzt, etwa zur Adaptiven Choice-Based Conjointanalyse, zur Latenten Klassenbildung mit und ohne hierarchisch bayesianische Schätzung sowie zu Anwendungen im Sportmanagement oder zur Mensch-Roboter-Kollaboration in der Industrie. In den Beiträgen zur Versuchsplanung, zu den Erhebungs- und Auswertungsverfahren sowie zur Simulation und Optimierung wird nun zusätzlich in die versierte Nutzung von Standardsoftware eingeführt und es werden Beispielquellcodes und -datensätze bereitgestellt.

Der Inhalt

• Einführung

• Grundlagen und Modellbildung

• Messung der Präferenzen

• Simulation und Optimierung

• Betriebswirtschaftliche Anwendungen

• Branchenspezifische Anwendungen

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Frontmatter

Kapitel 1. Conjointanalyse: Erfassung von Kundenpräferenzen im Überblick

Zusammenfassung
In diesem einführenden Kapitel werden überblicksartig zunächst die Grundlagen der Conjointanalyse mit ihrer Entwicklung und Einordnung in die multivariaten Verfahren diskutiert sowie die wichtigsten Varianten – die bewertungsbasierte und die auswahlbasierte Conjointanalyse – und deren Verbreitung in Forschung und Praxis erläutert. Es folgen ein Anwendungsbeispiel und eine Übersicht über Stärken und Schwächen der Conjointanalyse sowie ein Softwareüberblick zur Gestaltung und Durchführung von Conjointanalysen bis hin zu ersten konkreten R-Codes. Die vorgestellten Inhalte werden in den nachfolgenden Kapiteln dieses Buches vertieft und erweitert.
Daniel Baier, Michael Brusch

Kapitel 2. Conjointanalyse: Verbreitung und Validität kommerzieller Anwendungen im Zeitverlauf

Zusammenfassung
Im vorliegenden Kapitel wird untersucht, wie sich die Verbreitung und Validität von Conjointstudien bei kommerziellen Anwendungen im Zeitraum von 1995 bis 2020 entwickelt hat. Basis der Untersuchung bilden die Beschreibungen und die anonymisierten Daten von 3.883 Conjointstudien zweier marktführender Anbieter, zu denen jeweils verschiedene Validitätsmaße berechnet werden konnten. Vorgestellt werden die Conjointstudien im Überblick sowie die Entwicklung hinsichtlich der untersuchten Produktkategorien, der Komplexität, der Erhebungsform und der eingesetzten Varianten, gerade auch im Vergleich zu anderen aktuellen Untersuchungen in den USA und Europa. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Validität von Conjointstudien auch bei erheblicher Zunahme der Komplexität (z.B. hinsichtlich der Anzahl an Merkmalen und Ausprägungen) und der Neuartigkeit der Produkte nicht zu-, aber auch nicht abgenommen hat. Die Streuung der Validitätsmaße ist ebenfalls konstant geblieben.
Daniel Baier, Peter Kurz

Grundlagen und Modellbildung

Frontmatter

Kapitel 3. Identifikation präferenzbildender Merkmale und Ausprägungen bei Conjointanalysen

Zusammenfassung
Bei einer Conjointanalyse ist die geeignete Auswahl von Merkmalen und Ausprägungen von großer inhaltlicher Bedeutung. So hängt etwa die mögliche Ergebnisverwertung, also die Umsetzbarkeit der Studienergebnisse in konkrete Maßnahmen (z.B. Produktverbesserungen), unmittelbar von ihr ab. Aber auch aus methodischer Sicht ist diese Auswahl zentral. Alle nachfolgenden Ablaufschritte, wie die Wahl des Erhebungsdesigns, des Präferenzmodells und die Form der Datenerhebung, sind stark von ihr abhängig. Das vorliegende Kapitel trägt dieser inhaltlichen und methodischen Bedeutung Rechnung, indem es die zentralen Entscheidungstatbestände herausarbeitet und geeignete Methoden zur Identifikation diskutiert.
Rolf Weiber, Lorenz Gabriel

Kapitel 4. Präferenzmodelle bei der Conjointanalyse

Zusammenfassung
Allen conjointanalytischen Verfahren liegt eine gemeinsame Annahme über die Beurteilung und Auswahl von Produkten zu Grunde: Die einzelnen Produktmerkmale werden von den Befragten mit Nutzenerwartungen verbunden, und die Gesamtheit dieser Nutzenerwartungen aus allen Merkmalen führt zu einem Gesamturteil, das sich in der Präferenz (Stärke der Bevorzugung gegenüber Alternativen) und schließlich einer Wahlentscheidung (z.B. Kauf) widerspiegelt. In diesem Kapitel wird die Annahme eines Präferenzmodells auf zwei Stufen näher spezifiziert und diskutiert: einmal auf der Stufe der merkmalsspezifischen Nutzenfunktionen (z.B. als Vektor-, Idealpunkt- oder Nutzenbeitragsmodell) und einmal auf der Stufe der integrierenden Verknüpfungsfunktionen (z.B. additiv oder multiplikativ, mit oder ohne Modellierung von Wechselwirkungen).
Axel Bichler, Volker Trommsdorff

Kapitel 5. Konstruktion von Erhebungsdesigns bei der Conjointanalyse

Zusammenfassung
Wesentliches methodisches Element der Conjointanalyse ist die Konstruktion von Erhebungsdesigns auf Basis festgelegter Merkmale und Ausprägungen. Dabei kommen statt vollständiger Versuchspläne, die die Grundgesamtheit aller möglichen Ausprägungskombinationen enthalten, vor allem reduzierte Versuchspläne mit wenigen ausgewählten Kombinationen zum Einsatz. In diesem Kapitel werden geeignete Verfahren zu deren Konstruktion diskutiert. Zunächst werden Kriterien zur Gütebeurteilung vorgestellt (z.B. Balanciertheit, Orthogonalität, D-Effizienz, Randomisierung), bevor Verfahren zur Konstruktion orthogonaler Versuchspläne (z.B. das Verfahren nach Plackett und Burman) und Verfahren zur Konstruktion optimaler Versuchspläne (z.B. das Verfahren nach Fedorov) vorgestellt werden. Das Kapitel enthält auch detaillierte Hinweise, wie man auf Basis dieser Verfahren mit Software-Programmen wie R, Sawtooth Software oder SPSS reduzierte Versuchspläne für die verschiedenen Varianten einer Conjointanalyse (z.B. traditionelle, hybride oder auswahlbasierte Conjointanalyse) konstruieren kann.
Daniel Baier, Michael Brusch

Kapitel 6. Präsentation der Stimuli bei der Conjointanalyse

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden grundlegende Alternativen für die Präsentation der Stimuli bei einer Conjointanalyse vorgestellt und allgemein diskutiert. Anschließend werden die drei wichtigsten Möglichkeiten – die verbale, die multimediale und die reale Stimulipräsentation – beispielhaft angewandt und auf ihre Vorteilhaftigkeit im konkreten Fall hin untersucht. Das Kapitel schießt mit einer generellen Diskussion der Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten.
Michael Brusch

Messung der Präferenzen

Frontmatter

Kapitel 7. Bewertungsbasierte Conjointanalyse

Zusammenfassung
Methoden der bewertungsbasierten Conjointanalyse erfreuen sich seit vielen Jahren einer großen Beliebtheit im Marketing, aber auch in vielen anderen Einsatzbereichen. Neben der traditionellen Conjointanalyse mit Rangreihung von Stimuli oder Bewertung einzelner Stimuli auf metrischen Skalen hat dabei insbesondere auch die mit Softwarepaketen leicht umzusetzende adaptive Conjointanalyse eine weite Verbreitung gefunden. Der zentrale Vorteil dieses Ansatzes ist es, dass sich die Befragten im Wesentlichen mit ein oder zwei Profilen gleichzeitig beschäftigen und so keine Überforderung droht. In diesem Kapitel wird die Vorgehensweise ausführlich erläutert und einsetzbare Software (R, Sawtooth Software, SPSS) diskutiert. In eigenen Abschnitten wird zudem auf die wichtigsten Varianten der bewertungsbasierten Conjointanalyse – die hybride und die adaptive Conjointanalyse – näher eingegangen. Das Kapitel schließt mit einer Diskussion der Vor- und Nachteile des Ansatzes und einem Ausblick.
Daniel Baier

Kapitel 8. Choice-Based Conjointanalyse

Zusammenfassung
Die auswahlbasierte oder auch Choice-Based Conjointanalyse (CBC) ist die derzeit wohl beliebteste Variante der Conjointanalyse. Gründe dafür bestehen einerseits in der leichten Verfügbarkeit benutzerfreundlicher Software (z.B. R, Sawtooth Software), andererseits weist das Verfahren aufgrund seiner Sonderstellung auch aus methodischer sowie praktischer Sicht Stärken auf. So werden bei einer CBC im Gegensatz zur bewertungsbasierten Conjointanalyse keine Präferenzurteile, sondern diskrete Entscheidungen der Auskunftspersonen erhoben und ausgewertet. Bei der CBC handelt es sich also genau genommen um eine Discrete Choice Analyse (DCA), die auf ein conjointanalytisches Erhebungsdesign angewandt wird. Beide Bezeichnungen werden nach wie vor verwendet, die Methodik wird in diesem Kapitel grundlegend und anhand eines Anwendungsbeispiels diskutiert.
Ingo Balderjahn, Doreen Hedergott, Dennis Appenfeller, Mathias Peyer

Kapitel 9. Adaptive Choice-Based Conjointanalyse

Zusammenfassung
Aufgrund erkannter Limitationen und Probleme der Choice-Based Conjointanalyse (CBC) sowie mit dem Anspruch, diesen zu begegnen, wurde als Variante der CBC die so genannte Adaptive Choice-Based Conjointanalyse (ACBC) entwickelt und 2007 zusammen mit einem neuen Modul von Sawtooth Software auch in die kommerzielle Anwendung eingeführt. Ähnlich wie bei der Adaptiven Conjointanalyse (ACA) wird bei der ACBC ein kompositioneller Erhebungsteil mit einem dekompositionellen Erhebungs- und Auswertungsteil kombiniert. In diesem Kapitel werden die einzelnen Ablaufschritte einer ACBC vorgestellt und deren Vor- und Nachteile gegenüber einer CBC diskutiert. Es folgen typische Anwendungsfelder sowie eine Anwendung der ACBC am Beispiel der Gestaltung und Preisfindung einer neuartigen Sportjacke aus nachhaltigen Materialien.
Benedikt M. Brand, Daniel Baier

Kapitel 10. Latente Klassenmodelle bei der wahlbasierten Conjointanalyse

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird das Latent Class Multinomiale Logit-Modell (LCMNL) als derzeit populärstes latentes Klassenmodell zur Bestimmung segmentspezifischer Präferenzen bei der wahlbasierten bzw. Choice-Based Conjointanalyse (CBC) vorgestellt. Der Fokus auf wahlbasierte Daten ist der Tatsache geschuldet, dass derzeit etwa 80% der Kunden von Sawtooth Software den CBC-Ansatz zur Ermittlung von Konsumentenpräferenzen nutzen. Zunächst werden methodische Grundlagen und Möglichkeiten zur Schätzung von LCMNL-Modellen vorgestellt und das zentrale Thema der Modellselektion diskutiert. Es folgt eine empirische Anwendung des LCMNL-Ansatzes auf Daten einer wahlbasierten Conjointanalyse, bei der die Modellschätzung und die Modellselektion vorgestellt werden. Das Kapitel schließt mit einem Ausblick auf Modellerweiterungen bzw. fortgeschrittene Segmentierungsansätze und einer kurzen Zusammenfassung.
Winfried J. Steiner, Friederike Paetz, Peter Kurz, Maren Hein

Kapitel 11. Hierarchisch bayesianische Methoden bei der Conjointanalyse

Zusammenfassung
Im Laufe der letzten beiden Dekaden wurden in der Marketingforschung zunehmend hierarchisch bayesianische Ansätze zur Modellierung von Konsumentenheterogenität eingesetzt. Allenby et al. (1995), Allenby und Ginter (1995) sowie Lenk et al. (1996) wendeten diese Verfahren erstmals an, um individuelle Nutzenbeiträge basierend auf Daten aus Conjointanalysen zu schätzen. In diesem Kapitel werden Grundlagen und die Vorgehensweise einführend diskutiert. So wird zunächst der Grundgedanke der bayesianischen Statistik und das häufig verwendete, so genannte „Normalmodell“ zur Schätzung individueller Koeffizienten sowie Modellerweiterungen behandelt. Ausführungen zur Modellselektion und eine empirische Anwendung schließen das Kapitel mit einer kurzen Zusammenfassung ab.
Bernhard Baumgartner, Winfried J. Steiner

Simulation und Optimierung

Frontmatter

Kapitel 12. Simulation und Optimierung auf Basis der Conjointanalyse

Zusammenfassung
Als besondere Stärke der Conjointanalyse gilt, dass sie es einem Anbieter von Produkten relativ leicht ermöglicht, die Wunschvorstellungen der Nachfrager, die Produktvorzüge eigener und konkurrierender Produkte sowie die eigene Kostensituation in einem Prognosemodell zu integrieren. Es überrascht daher nicht, dass es bereits unmittelbar nach Entwicklung dieser Methodik erste Formulierungen von Simulations- und Optimierungsmodellen gab. Während allerdings am Anfang angesichts der NP-Vollständigkeit der zugrundeliegenden Optimierungsmodelle und der geringen Leistung der damaligen Rechner nur sehr einfache Probleme (mit wenigen Produkten, Nachfragern, Merkmalen und Ausprägungen) behandelt werden konnten, steht heute dank der rasanten Leistungssprünge selbst bei Notebooks der Lösung komplexerer Probleme nichts mehr im Wege. Die Vorgehensweise bei einer derartigen Simulation und Optimierung wird in diesem Kapitel diskutiert, es erfolgt eine Übersicht über bekannte Lösungsansätze und es wird darauf eingegangen, wie man mit R und Sawtooth Software Simulations- und Optimierungrechnungen durchführt.
Wolfgang Gaul, Daniel Baier

Kapitel 13. Spieltheoretische Ansätze in der Conjointanalyse

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden spezielle spieltheoretisch erweiterte Conjoint-Modelle vorgestellt. So werden zunächst das Nash- und das Stackelberg-Nash-Gleichgewichtskonzept in seinen wichtigsten Grundzügen erläutert. Anschließend wird ein Entscheidungsansatz für Einproduktentscheidungen, mit dem sich sehr unterschiedliche Marktmodellformulierungen abbilden lassen, vorgestellt. Es folgt ein Überblick über Befunde aus spieltheoretisch erweiterten Conjoint-Modellen und zeigt an einem konkreten Anwendungsbeispiel auf, wie wichtig die Berücksichtigung von Konkurrenzreaktionen im Zusammenhang mit der Neuproduktgestaltung sein kann. Weiterhin wird die hohe Praxisrelevanz spieltheoretisch erweiterter Conjoint-Modelle am Beispiel des Patentrechtsstreits zwischen Samsung und Apple verdeutlicht.
Winfried J. Steiner, Bernhard Baumgartner, Peter Kurz

Betriebswirtschaftliche Anwendungen

Frontmatter

Kapitel 14. Marktsegmentierung auf Basis individueller Nutzenmessungen – Methodik und Beispiele

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Anwendung der Conjointanalyse im Kontext der Marktsegmentierung. Der Fokus liegt dabei auf der Identifikation von Marktsegmenten. Ausgehend von der Darstellung relevanter Kriterien werden methodische Aspekte aufgegriffen und die Benefitsegmentierung als eine spezielle Form der Marktsegmentierung vorgestellt. Drei Anwendungsbeispiele widmen sich dann der Umsetzung dieses Segmentierungsprinzips. Es geht um die segmentspezifische Ausgestaltung des Angebotsspektrums wissenschaftlicher Bibliotheken, um segmentspezifisch optimale Eintrittspreise für Sportveranstaltungen und um die segmentspezifische Bevorzugung touristischer Destinationen.
Reinhold Decker, Claudia Bornemeyer

Kapitel 15. Ticketpreise im Sport – Können Conjointanalysen helfen Fanproteste zu vermeiden?

Zusammenfassung
Am Beispiel der Gestaltung von Ticketpreisen im Sport wird in diesem Kapitel gezeigt, dass eine Conjointanalyse sowohl in der Forschung als auch in der Praxis wertvolle Erkenntnisse liefern kann. Zum Einsatz kommt eine Befragung von Besuchern einer Sportveranstaltung, mit der man vor allem klären wollte, welche Segmente sich hinsichtlich der Ticketpräferenzen bilden lassen und wie sich diese Segmente hinsichtlich ihrer Präferenzen und Preisbereitschaften unterscheiden. Abgeleitet werden Handlungsempfehlungen für den Veranstalter, die zu einer verbesserten Ticketpreis-Kalkulation führen und Fanproteste vermeiden helfen können.
Herbert Woratschek

Kapitel 16. Produktdesign auf Basis von Conjointdaten

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird am Beispiel von Pkws gezeigt, wie mit Hilfe einer auswahlbasierten Conjointanalyse die Wirkung des Produktdesigns auf verschiedene Wahrnehmungsdimensionen untersucht werden kann. Nach einer kurzen Einführung zum erfolgt ein Überblick zum Begriff Produkdesign und zu bisherigen Untersuchungen der Wirkung des Produktdesigns auf Präferenzen und Wahrnehmungsdimensionen, gerade auch in Abhängigkeit von ausgewählten Moderatoren und Mediatoren. Dann wird am Beispiel der 3er Limousine von BMW und des Modells A6 von Audi gezeigt, wie man diese Wirkung mittels auswahlbasierter Conjointanalyse quantifizieren kann. Eine kurze Zusammenfassung beendet das Kapitel.
Bruno Neibecker, Thomas Kohler, Daniel Baier

Kapitel 17. Produktplanung durch Integration von QFD und Conjointanalyse

Zusammenfassung
Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Conjointanalyse ist neben der marktnahen Produkt- und Preisoptimierung insbesondere auch die Konzeptgestaltung in frühen Phasen der Produktentwicklung. Die Conjointanalyse bietet hier die Möglichkeit, lange vor der Markteinführung „den Wunsch des Kunden“ hinsichtlich einer Produktinnovation oder einer Produktmodifikation zu erfassen, über Nutzenbeiträge einzelner Merkmale und Ausprägungen zu quantifizieren sowie über Simulationsrechnungen in erfolgversprechende Konzepte zu überführen. Die in diesem Kapitel diskutierte und beispielhaft angewandte Integration von Quality Function Deployment (QFD) und Conjointanalyse stellt eine wichtige Möglichkeit dar, diese Überführung zu realisieren. Sie wirkt den Informations- und Wissensunterschieden in der funktions- und unternehmensübergreifenden Produktentwicklung entgegen. Am Beispiel von Fußballschuhen für den Freizeitsport wird das vorgeschlagene Vorgehen in einer Anwendung demonstriert.
Daniel Baier, Michael Brusch

Branchenspezifische Anwendungen

Frontmatter

Kapitel 18. Produktentwicklung am Beispiel von Flurförderzeugen

Zusammenfassung
Im Rahmen der Produktentwicklung kommt der Phase der Produktplanung und -konzeption auch bei einem Hersteller von Flurförderzeugen (auch: Gabelstaplern) wie Jungheinrich eine Schlüsselrolle zu. Bereits mit der Definition der Merkmale werden die in der Beschaffung, der Produktion und im Vertrieb entstehenden Kosten weitgehend festgelegt. Korrekturen am Produkt oder am Herstellungsprozess lassen sich mit Voranschreiten des Entwicklungsprozesses nur noch unter sehr hohem Aufwand durchführen. Aus diesem Grund ist es notwendig, zukünftige Produkte möglichst frühzeitig und kundenorientiert zu definieren. Im vorliegenden Kapitel wird anhand einer realen Anwendung diskutiert, wie diese Produktplanung und -konzeption mit Hilfe einer Conjointanalyse effizient auf den Kundenwunsch ausgerichtet werden kann.
Stephan Baass, Michael Freiherr von Forstner

Kapitel 19. Marktforschung für das „Intelligente Haus“

Zusammenfassung
Der Begriff „Intelligentes Haus“ (oder auch Smart Home, Intelligent Living, vernetztes Wohnen, Connected Living) steht für eine innovative Form des komfortablen und wirtschaftlichen Wohnens und hat vor allem als Heimautomatisierung im privaten Lebensbereich Geltung erlangt. Das „Intelligente Haus“ wird oft als Zusammenwirken verschiedener Fachdisziplinen dargestellt. Es reagiert selbständig auf sich ändernde Umwelteinflüsse und passt sich ressourcenschonend den Bedürfnissen der Bewohner an. Allerdings erfordert die Realisierung eines „Intelligentes Haus“ ein effektives Zusammenwirken verschiedener Parteien mit unterschiedlichen Wunschvorstellungen, man denke etwa an den „Bauherren“ (privater Nachfrager), den „Hausanbieter“ (Bauträger, Fertighaushersteller) und den „Systemintegrator“ (Installateur/Planer). In diesem Kapitel wird gezeigt, wie die Wunschvorstellungen der verschiedenen Parteien mittels traditioneller Conjointanalyse erfasst und erfolgversprechend kombiniert werden können.
Stephan Szuppa

Kapitel 20. Repositionierung eines antibakteriellen Arzneimittels

Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag wird erläutert, wie mit Hilfe der Conjointanalyse in einem pharmazeutischen Zielmarkt die Repositionierung eines antibakteriellen Arzneimittels vorbereitet wurde. Zum Einsatz kommt die individuelle Hybrid-Conjointanalyse (IHCA), eine Verfahrensvariante, die es – wie die adaptive Conjointanalyse oder die adaptive Choice-Based Conjointanalyse – ermöglicht, kompositionelle und dekompositionelle Befragungsdaten gemeinsam auszuwerten. Gezeigt wird zudem, wie man auf Basis von Simulationsrechnungen die Kommunikationsstrategie für das eigene Produkt erfolgreich verändern kann: Durch den Außendienst werden nur noch diejenigen Wirkungskomponenten angesprochen/beworben, die das Wahlverhalten eines Arztes bei der Verordnung besonders stark beeinflussen.
Steffen Männche, Frank Wartenberg, Daniel Baier

Kapitel 21. Konzipierung und Umsetzung einer zielgruppen- und marktorientierten Citylogistik

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird die Konzipierung und Umsetzung einer erfolgreichen Citylogistik am Beispiel von Regenburg reflektiert. Zunächst wird beschrieben, wie die Wunschvorstellungen aller Akteure erhoben wurden. So kamen etwa umfangreiche Befragungen der Betriebe in der Innenstadt, der Transportdienstleister, weiterer Stakeholder, der Bewohner von Innenstadt und Umfeld sowie von Touristen auf Basis der Conjointanalyse zum Einsatz. Außerdem wird beschrieben, wie auf Basis dieser erhobenen Wunschvorstellungen sowie der Daten zu den ebenfalls erhobenen Verkehrsströmen eine Umsetzung erfolgte. Eine Diskussion von Weiterentwicklungen im Laufe der Zeit runden den Beitrag ab.
Petra Oexler

Kapitel 22. Akzeptanzfaktoren für Mensch-Roboter-Kollaboration in der Industrie: Eine Conjoint-Studie

Zusammenfassung
Im vorliegenden Kapitel wird am Beispiel der Mensch-Roboter-Kollaboration gezeigt, dass conjoint-basierte Ansätze in der Akzeptanzforschung die traditionellen Akzeptanzmodelle entscheidend erweitern können. Sie erlauben es, Kipppunkte zwischen verschiedenen akzeptanzrelevanten Faktoren darzustellen und die Trade-offs zwischen Akzeptanz und Ablehnung in einem Faktorenraum zu modellieren. Konkret wird der Einfluss der akzeptanzrelevanten Faktoren aus Sicht der Mitarbeiter erhoben. Diese wurden im Vorfeld als die Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren, die Verletzungsrisiken und die grundsätzlichen Vorteile und motivationale Anreize, die sich aus der Zusammenarbeit mit einem Roboter ergeben, identifiziert. Es zeigen sich erhebliche Unterschiede in den Einflüssen aus Sicht der jüngeren und älteren Mitarbeiter.
Simon Himmel, Martina Ziefle

Backmatter

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