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06.12.2017 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Auch Fixkosten kann man flexibel steuern

Autor:
Sylvia Meier

Für ein gesundes Unternehmen ist es essentiell, die Kosten im Griff zu haben. Immer häufiger versuchen Firmen, Fixkosten in variable Kosten umzuwandeln.

Wie wichtig gutes Kostenmanagement und -controlling ist, zeigt aktuell erneut das Projekt Stuttgart 21. Der Tiefbahnhof soll eine Milliarde Euro teurer werden, als bisher erwartet. Zudem soll sich die Fertigstellung verzögern. Der Fall erinnert stark an den geplanten neuen Flughafen in Berlin. Auch hier wurden die Planung und das Kostenmanagement scharf kritisiert und die Negativmeldungen nehmen kein Ende. Wurden die Kosten bei Stuttgart 21 von vornherein aus politischen Gründen heruntergerechnet und die Zahlen damit beschönigt? In den Medien wird derzeit spekuliert und kritisiert. Klar ist: Ausufernde Kosten kann sich kein Unternehmen leisten.

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Kommt es in dennoch in einem Betrieb zu unerwarteten Kostenexplosionen, kann dies schnell zum geschäftlichen Aus führen. Deshalb ist es auch entscheidend, dass das Management jederzeit gut informiert ist. Voraussetzung ist, dass das Controlling entsprechende Daten zur Verfügung stellt. Springer-Autor Clemens Kaesler unterteilt das Kostenmanagement und -controlling in fünf Phasen:

  1. Kostenzielsetzung
  2. Kostenplanung
  3. Kostenverursachung
  4. Kostenkontrolle
  5. Kostensteuerung

Mit diesen fünf Phasen kann eine Firma bereits solide wirtschaften. Doch wo lauern die größten Kostenpunkte? In vielen Unternehmen sind das die Fixkosten. Gerade, wenn ein Unternehmen mit schwankender Nachfrage zu kämpfen hat, können sie einen großen Risikofaktor darstellen. Wer nun glaubt, dass hier nicht viel zu machen und zu steuern sei, irrt. Längst haben einige Firmen Modelle für sich entwickelt, die ihnen bei diesen Kosten mehr Flexibilität ermöglichen. So werden beispielsweise viele Anlagegüter geliehen und nicht mehr gekauft. 

Mehr Flexibilität

Ein weiterer Steuerungsfaktor ist das Personal. Hier bauen immer mehr Firmen auf "alternative Arbeitsverhältnisse", wie Martin Holzacker in seinem Beitrag "Wie werden fixe Kosten variabel?" in der Zeitschrift Controlling & Management Review beschreibt. Holzacker verweist auf eine Studie amerikanischer Arbeitsmarktökonomen (Katz/Krueger 2016), nach der 1995 der Anteil alternativer Beschäftigungsverhältnisse bei 9,3 Prozent lag, 2016 waren es bereits 17,2 Prozent. In Deutschland scheint diese Entwicklung ähnlich zu sein, denn laut dem Statistischen Bundesamt betrug der Anteil im Jahr 2017 17,3 Prozent. Was macht diese Beschäftigungsverhältnisse für Unternehmen so beliebt?

Mehr Flexibilität 

Befristete Mitarbeiter sind laut Holzacker in der Regel kostengünstiger, da sie in der Hoffnung auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis Einkommenseinbußen in Kauf nehmen. Zudem haben Unternehmen mehr Spielraum beim Abbau von Human Ressourcen, wenn sich die Geschäfte nicht so entwickeln, wie erwartet. Eine Studie von Martin Holzhacker, Ranjani Krishnan und Matthias D. Mahlendorf hat die Frage untersucht: 

"Können Unternehmen das mit Fixkosten einhergehende Risiko gestalten und steuern?" 

Holzacker kommt zu dem Ergebnis (Seite 69), dass Flexibilisierungsmaßnahmen tatsächlich die Kostenstruktur eines Unternehmens beeinflussen können: "Da die Kostenstruktur maßgeblich das unternehmerische Risiko beeinflusst, liegt es nahe, dass Unternehmen Flexibilisierungsmaßnahmen auch als Instrument des Risikomanagements nutzen."

Welche Rolle spielen soziale Aspekte? 

So attraktiv es für Unternehmen sein mag, die Fixkosten flexibel zu halten: Es darf hier durchaus die Frage gestellt werden, welche sozialen und gesellschaftlichen Konsequenzen dieses Vorgehen hat. Holzmann regt deshalb an, nicht nur Vertragsgestaltungen mit Mitarbeitern und Zulieferern als Mittel des Risikomanagements einzusetzen: "Beispielsweise können langfristige Verträge, bei denen mit Kunden feste Nachfragemengen ausgehandelt werden, ebenfalls die Risikoexposition eines Unternehmens günstig beeinflussen."

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.10.2017 | Unternehmenssteuerung | Ausgabe 7/2017

Wie werden fixe Kosten variabel?

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