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18.05.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Controlling muss agiler werden

Autor:
Sylvia Meier

Kein Thema beschäftigt die Wirtschaft derzeit so sehr, wie die Digitalisierung. Eine der größten Herausforderungen besteht jedoch vor allem darin, mit alten Denkmustern zu brechen.

Derzeit beschäftigen sich zahlreiche Studien mit dem Thema Digitalisierung. Interessant: Die Ergebnisse könnten nicht unterschiedlicher sein. Mal wird von Chancen durch die Digitalisierung gesprochen, mal von drohenden Jobverlusten. Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) kommt zum Resultat, dass bis zum Jahr 2035 allein in Deutschland 1,5 Millionen Jobs durch die Digitalisierung verloren gehen könnten, jedoch nahezu gleich viele neue Jobs geschaffen werden. Es verwundert also kaum, dass viele Menschen sich um die Zukunft ihres Arbeitsplatzes sorgen. Auch für Controller verändern sich die Rahmenbedingungen drastisch. Wie können CFOs ihre Teams auf die Zukunft vorbereiten? 

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Nicole Dufft, Ulf Remmel und Torsten Breden betonen in ihrem Beitrag "Neues Denken für Controller" (Seite 35): "Unser Welt- und Organisationsverständnis ist nach wie vor von Linearität, Objektivität, Vorhersehbarkeit, Berechenbarkeit und Kausalität geprägt." Die Autoren erklären, dass wir Menschen auf Veränderungen mit bewährten Denkmodellen reagieren: "Das gilt ganz besonders für Controller, deren Aufgabe es ist, die Welt im wörtlichen Sinne berechenbar zu machen und Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge in Datenmodellen abzubilden." Doch die Welt verändert sich und alte Denkansätze kommen nun an ihre Grenzen.

VUCA – Die neue Welt

In diesem Zusammenhang fällt in der digitalen Welt immer häufiger der Ausdruck "VUCA". Dieser steht für volatility, uncertainty, complexity und ambiguity, zu deutsch:

  • Volatilität,
  • Unsicherheit,
  • Komplexität und
  • Ambiguität.

Diese Umschreibung verdeutlicht, dass Veränderungsdynamik und Unsicherheiten zunehmen, Systeme komplexer werden. Das erschwert die Auswahl, welche Informationen für eine Entscheidung relevant und richtig sind. Deshalb sollen zunehmend agile Ansätze zum Einsatz kommen. Die Autoren warnen jedoch (Seite 36): 

Klassische Controlling-Ansätze sind nur schwer mit agilen Ansätzen in Einklang zu bringen." 

Sie empfehlen deshalb, die Modelle der Vergangenheit grundlegend mithilfe folgender drei Schritte zu hinterfragen :

  1. Selbsterkenntnis: Das eigene Modell muss erkannt und offengelegt werden.
  2. Empathie: Die mentalen Modelle anderer erkennen und verstehen.
  3. Systematisches Verständnis: "Wir müssen also ein systemisches Verständnis entwickeln, um die Beziehungszusammenhänge im „großen Ganzen“ zu erkennen."

Was bedeutet Agilität für das Unternehmen?  

Auch Petra Scharner-Wolff und Eva Witte sprechen sich in ihrem Beitrag "Agiles Controlling – Veränderung als Chance" dafür aus, Haltung, Strukturen, Arbeitsweisen und Systeme im Controllingbereich zu überdenken. Die Autorinnen berichten von den ersten wichtigen Erfahrungen des Bereichs Controlling-Beteiligungen (CB) der Otto Group. Auf dem Weg zu mehr Agilität muss ein Unternehmen sich jedoch einen einheitlichen Agilitätsbegriff definieren. Wie versteht die Otto Group darunter? "Agilität bedeutet demnach, dass sich die CB ständig an sich verändernde Bedingungen anpasst, immer dazulernt, sich als Ganzes weiterentwickelt und den Konzern bei seiner digitalen Transformation unterstützt," erklären die Autorinnen. Die Autorinnen blicken in die Zukunft (Seite 25): "Agilität und Controlling dürfen kein Gegensatz, sondern müssen Anspruch und Ansporn für Controlling-Bereiche sein, mit gutem Vorbild ihre Unternehmen erfolgreich in die digitale Zukunft zu begleiten." Sie kommen ebenfalls zu dem Schluss, dass eine zentrale Voraussetzung für Agilität im Controlling die Haltung des Controlling-Teams sei. CFOs brauchen für die digitale Transformation im Hinblick auf die eigene Controllingabteilung daher vor allem Fingerspitzengefühl.

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