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07.05.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Controlling braucht eine Vision

Autor:
Sylvia Meier

Welche Erwartungen werden an das Controlling gestellt? Durch den Wandel, der sich derzeit in diesem Bereich vollzieht, stellt sich die Frage, ob nicht auch die Vision des Controllings selbst erneut überdacht werden muss.

Die Aufgaben und Ziele des Controllings haben sich bereits stark verändert. Immer öfter sind Controller nicht nur als Datenlieferanten, sondern vor allem auch als strategische Partner gefragt. Der "Erbsenzähler" von einst hat heute wesentlich mehr Verantwortung und hat sich zum Business Partner gewandelt. Viele Stellschrauben verändern sich im Moment. Während es früher beispielsweise selbstverständlich war, dass Controller ihre erstellten Berichte an die jeweiligen Empfänger selbst verteilt haben, wird dies heute häufig bereits automatisiert vorgenommen.

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Warum eine Vision? 

Bei allen Veränderungen, Optimierungen und vielleicht auch dem Abschaffen von Prozessen sollte das Management jedoch nicht verpassen, weiterhin eine klare Vision ihres Controllings zu formulieren. Die Vision kann dann auch Ausgangsposition für ein Controllingsystem sein, wie Springer-Autor Olaf Mäder in seinem Buchkapitel "Der objektivierungsorientierte Controllingansatz" erklärt (Seite 134): "Die Formulierung dieser wird als zentraler Bestandteil der Ausformung eines Controllingsystems angesehen, da durch die Vision abstrakt sachliche und emotionale Orientierung gegeben wird. Sie hat nicht die Detaillierung wie Ziele oder Aufgaben, sondern bildet die gedankliche Grundlage für die Ausformung des Controllings auf der einen Seite sowie das spätere Handeln auf der anderen Seite." In seinem Buchkapitel "Controlling: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft" (Seite 119) gibt er zudem mit Verweis auf die Theorien von Horváth einen Ausblick, wie das Controlling sich weiterentwickeln könnte:

  • Demnach wird sich die Controlling-Philosophie zu einer Innovationsorientierung hin entwickeln.
  • Auch die Aufgaben werden sich laut Mäder ausweiten und stärker zur Koordination und Informationsverarbeitung zuwenden.
  • Controller werden künftig mehr in Entscheidungsprozesse eingebunden.
  • Dezentralisierung und Spezialisierung werden verstärkt.
  • Noch mehr Einfluss wird laut Mäder das Thema Informationstechnologie bekommen.

Kulturwandel ist Voraussetzung für digitalen Wandel 

Gerade der letzte Punkt zeigt, welch wichtige Rolle das Thema Digitalisierung für die Zukunft des Controllings spielt. Denn wenn neue technologische Lösungen zum Einsatz kommen, verändern sich auch die Aufgaben und Herausforderungen des einzelnen Mitarbeiters. Er muss in den Veränderungsprozess eingebunden werden. Zudem ist es für die Mitarbeiter wichtig, dass die Geschäftsführung selbst ein klares Bild davon hat, wie das Controlling künftig aussehen soll. 

Noch ist der digitale Wandel mit Herausforderungen und viel Handlungsbedarf verbunden. In dem Beitrag "Die Treiber der Digitalisierung im Controlling" in der Zeitschrift Controlling & Management stellen die Professoren Imke Keimer und Ulrich Egle die Ergebnisse einer Studie zur Digitalisierung im Controlling vor. Dabei verdeutlichen sie auch, wie wichtig es ist, dass die Mitarbeiter selbst den Willen mitbringen, sich den Veränderungen zu stellen (Seite 67): "Die Ergebnisse der Schweizer Studie "Digitaler Wandel im Controlling" zeigen, dass die Digitalisierung im Controlling noch ausbaufähig ist. Um den digitalen Wandel in den Controlling-Abteilungen zu fördern, sollten Unternehmen zwei wichtige Treiber berücksichtigen: eine gute Datenbasis und ein digitales Mindset der Belegschaft." Das Fazit der Autoren: Die Digitalisierung im Controlling funktioniert nicht ohne Kulturwandel.

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