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21.02.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

In der Supply Chain mangelt es an Kostentransparenz

Autor:
Sylvia Meier

Das Management der Lieferkette stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen. Die tatsächlichen Kosten verlieren sie oftmals aus dem Blick. 

Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Emporias führt zu überraschenden Ergebnissen. Mehr als jedes dritte große Industrieunternehmen erfasst demnach die Kosten seiner Lieferkette nicht vollständig. Und nur 36 Prozent der Befragten bewerten die Kostentransparenz ihrer Supply Chain durchschnittlich als sehr gut. 97 Prozent sehen Optimierungspotenziale in ihrer Lieferkette. Diese Analyse stimmt doch nachdenklich, bedenkt man, wie erfolgsentscheidend reibungslos funktionierende Lieferprozesse für ein Unternehmen sind. Doch wenn die Kosten nicht mehr vollständig gemessen werden – wie sollen Optimierungspotenziale identifiziert und umgesetzt werden?

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Vor allem in Schnittstellenbereichen laufen laut der Studie Informations- und Kommunikationsprozesse häufig nicht rund. Interne und externe Schnittstellen müssen besser aufeinander abgestimmt werden. Woran scheitert dies oft? Das Dilemma der Firmen bei der Kostenmessung beschreiben Robert Dust und Anja Wilde in ihrem Beitrag "Was kostet die Steuerung Ihrer Lieferanten?" Noch immer scheinen viele Unternehmen auf traditionelle Kostenstrukturen zu setzen, die allerdings wichtige Bereiche, gerade aufgrund der heute vielfach internationalen Ausrichtung, nicht mehr abdecken können. Die Autoren sprechen sich deshalb dafür aus, Mut zur Veränderung zu zeigen. Unternehmen können nicht mehr an den alten Konzepten festhalten. 

Supply Chain hat Folgen für eine Unternehmensbewertung 

In dem Buchkapitel "Finanzen in Einkauf und Supply Chain" betonen auch die Springer-Autoren Alwin Locker und Pan Theo Grosse-Ruyken die gestiegenen Anforderungen, und beleuchten die Auswirkungen für eine Unternehmensbewertung (Seite 7): "Die Herausforderungen und Potenziale zur Beeinflussung des Unternehmenswertes durch Einkaufs- und Supply Chain Management steigen seit Jahren kontinuierlich. Die Funktionen spielen bei der Gestaltung der Wettbewerbsfähigkeit und der Erhöhung des Unternehmenswertes eine zentrale Rolle." Eine Auffassung, die sich auch in dem Buchkapitel "Erhöhung des Cashflows" von Wolfgang Freibichler und Anselm Stiehl widerspiegelt. Gerade die Frage, wie viele Bestände notwendig für ein Unternehmen notwendig sind, scheint beispielsweise nicht immer einfach zu beantworten zu sein. Die Autoren zeigen, wie ein Unternehmen den optimalen Bestandsparameter festlegen kann und welche Auswirkungen hohe Bestände auf den Kapitalbedarf haben. Diese Posten nicht im Blick zu haben, kann sich mehr als nur negativ auswirken, vor allem, wenn eine Unternehmensbewertung ansteht.

Kostengestaltung nutzen 

Das Kostenmanagement der Supply Chain ist also von großer Bedeutung. Viele verbinden mit Kostenmanagement insbesondere Kostensenkungsmaßnahmen. Doch Locker/Grosse-Ruyken erläutern, mit welchen Maßnahmen ein Unternehmen im Supply Chain von der Kostenbremse zum Gewinnbringer gelangt. Hierfür empfehlen sie:

Fünf Empfehlungen für die Praxis *
  1. Erhöhe den Anteil der beeinflussbaren Einkaufs- und Supply-Chain-Kosten und reduziere das Maverick Buying durch klare Top-Management-Vorgaben, definierte Beschaffungsprozesse und ein E-Procurement-System.
  2. Ermittle die Kostenziele, die das Top-Management bei Einsparungen und Kostenmanagement erwartet, mit differenzierten Zielen bezüglich Einsparungen und Kostenvermeidungen in den Kostenarten Material-, Supply-Chain-Kosten sowie den Kostenstellen.
  3. Nutze die modernen Methoden der Kostengestaltung im Zielkosten-, Gesamtkosten- und Prozesskosten-Management.
  4. Plane ausreichend Ressourcen an hochqualifiziertem Personal mit Fach- und Methodenkompetenz für die aktive Kostengestaltung ein und erhöhe das gegenseitige Verständnis und Vertrauen der Supply-Chain-Partner mit Open-Book Kalkulationen.
  5. Messe und kommuniziere Erfolge von Kosteneinsparung beziehungsweise -vermeidung nach Bestätigung durch Finanz- und Controlling-Abteilungen.

* Quelle: Aus: Locker/Grosse-Ruyken (Seite 109)

Moderne Konzepte und Instrumente 

Klar ist jedoch, dass Unternehmen ihre Aufwände nur gestalten können, wenn sie diese auch kennen. Die Messung der Kosten ist unerlässlich. Hierfür stehen unterschiedliche Instrumente zur Verfügung. Laut den Locker/Grosse-Ruyken sind moderne Konzepte des Kostenmanagements, wie etwa ein klar strukturiertes Zielkosten-, Gesamtkosten- und Prozesskosten-Management, notwendig, um den Herausforderungen bei der Supply Chain gerecht zu werden. Eine interessante Herausforderung ist es gerade für Controller der Supply Chain, diese Modernisierungen zu begleiten. Als Ziel des Kostenmanagements benennen die Autoren die Reduktion des Kostenniveaus, um Einsparungen auch tatsächlich realisieren zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen jedoch die Verantwortlichen zunächst bereit sein, sich von ihren alten, langjährigen Konzepten zu lösen.

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