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16.07.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Mehr Transparenz ins Kostenmanagement bringen

Autor:
Sylvia Meier
3 Min. Lesedauer

Innerhalb eines Unternehmens kommt es täglich zu vielen Transaktionen. CFOs fehlt auch heute noch häufig der komplette Überblick zu allen Ausgaben. Doch wie lässt sich das Kostenmanagement nachhaltig optimieren? 

Für die Studie "The Strategic CFO in a Rapidly Changing World" von The Economist Intelligence Unit (EIU) wurden im Auftrag des Plattformanbieters Coupa Software jüngst rund 500 CFO und Senior Finance Executives befragt. Das Ergebnis zeigt, dass gerade im Kostenmanagement vieler Unternehmen Optimierungsbedarf besteht. Über 60 Prozent der Teilnehmer gaben an, keinen vollständigen Überblick über die Transaktionen innerhalb des eigenen Unternehmens zu haben.

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Kostenmanagement mit Prozesskostenrechnung und Target Costing

Prozesskostenrechnung und Target Costing werden im deutschen Sprachraum bereits länger diskutiert. Im Rahmen eines strategischen Kostenmanagements werden diese Instrumente auch in Unternehmen unterschiedlicher Branchen eingesetzt. 


Auch Springer-Autor Thomas Günther verdeutlicht in seinem Buchkapitel "Strategisches Kostenmanagement – Stand der Umsetzung und neue Methoden" (Seite 544), dass Unternehmen erheblich unter Druck stehen, ihre Kosten sowohl bezüglich ihrer Höhe und Struktur als auch ihres Verlaufs gestalten zu können. Doch mit welchen Mitteln können Unternehmen ihr Kostenmanagement verbessern?

Bessere Technologien und Prozesse 

60 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass Prozess- und Technologieverbesserungen entscheidend sind, um das Kostenmanagement zu verbessern. Und 76 Prozent gehen davon aus, dass mit Prozess- und Technologieverbesserungen auch andere Abteilungen besser mit dem Bereich Corporate Finance Strategy zusammenarbeiten würden. Diese gute Zusammenarbeit ist für fast 60 Prozent der Befragten, die ihr eigenes Risiko-, Kosten- und Kapitalmanagement als positiv beurteilen, entscheidend. Die Experten von Coupa bringen das Ergebnis auf den Punkt: "Der Schlüssel ist, Mauern einzureißen und abteilungsübergreifen zu arbeiten. Fast 60 Prozent, in deren Unternehmen das Riskio-, Kosten- und Kapitalmanagement fuktioniert, beschreiben ihre Organisation als kooperativ." 

Jedoch befindet sich jedes Unternehmen in einer anderen Ausgangslage. Je nachdem, welche Methoden im Kostenmanagement eingesetzt werden, ist zu prüfen, welche Verbesserungen greifen können. Mache Unternehmen erwägen vielleicht, sich von bisherigen Methoden zu lösen und neue Instrumente einzuführen. 

Weiterentwicklung durch neue Methoden

Zu den bekannten Methoden im strategischen Kostenmanagement zählen das Target Costing, die Prozesskostenrechnung oder auch Activity Based Costing (ABC). Doch Thomas Günther weist auch auf weitere Instrumente hin, die für den Einsatz im Kostenmanagement lohnenswert sein könnten: 

  • Cost Stickiness-Analysen / Externe Kostenremanenz-Analyse 
  • Kostensimulationen
  • Dynamisierung der Kostenrechnung

Gerade die Dynamisierung der Kostenrechnung kann ein Echtzeit-Monitoring der Produktionskosten, der Periodenkosten, der Produktionsperformance oder ähnlicher ökonomischer Größen ermöglichen. Bisher erstellen viele Firmen ihre Kosten- und Leistungsrechnung nur einmal im Jahr. Doch mit der Digitalisierung ist dies künftig auch unterjährig möglich. Günther erklärt: "Im Idealfall kann die Kosten- und Leistungsrechnung zu einer sogenannten Dynamischen oder Realtime-Kostenrechnung weiterentwickelt werden."

Verbesserungen fangen in der Unternehmensführung an 

In vielen Unternehmen ist Kostenmanagement eine ungeliebte Pflichtübung. Doch Günther verdeutlicht (Seite 556): "Ein systematisches Kostenmanagement erfordert die nachdrückliche Unterstützung des Top Managements, eine Veränderung der Unternehmenskultur hin zu einer interdisziplinären, innovativen Zusammenarbeit im Team sowie den Einsatz eines ganzen Sets an harten und weichen Enablern." 

Sowohl die Studienergebnisse von Coupa als auch Günther zeigen, dass Unternehmen gefordert sind, Optimierungen vorzunehmen. Dass die CFO keinen kompletten Durchblick bei den Transaktionen im Unternehmen haben, kann kein zufriedenstellender Zustand sein. Klar ist auch, dass die notwendigen Verbesserungen in diesem wichtigen Bereich mit einem großen Arbeitseinsatz verbunden sind. Doch macht Autor Günther Mut: "Gerade in Deutschland gibt es jedoch eine ganze Reihe von großen Unternehmen, aber auch sogenannte Hidden Champions, die diesen langen Weg gegangen sind, damit zu Weltmarktführern wurden und auch finanziell sehr erfolgreich operieren."

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