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20.03.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

CFOs – die neuen Tausendsassas im Unternehmen

Autor:
Eva-Susanne Krah
4 Min. Lesedauer

Sie müssen Kosten senken, Prozesse verbessern, Wachstumschancen erkennen und Zukunftszenarien für das Unternehmen finanziell planen – Chief Financial Officer sind die strategischen Alleskönner im Unternehmen. Wie sich ihre Aufgaben wandeln.

Im Jahr 2018 müssen sich Chief Financial Officer (CFO) in vielen Unternehmen einem wachsenden Finanz- und Optimierungsdruck stellen. Die klassischen Aufgaben der CFOs, wie etwa 

  • Budgetmanagement, 
  • Kosten-Nutzen-Analysen, 
  • Finanzmittelsicherung sowie -planung, 
  • Risikomanagement, aber auch
  • strategische und taktische Aufgaben im Bereich Produktion, Produktivität, Qualität oder Kundenservice 

werden zunehmend durch neue Kompetenzbereiche durchsetzt, mit denen sich CFOs beschäftigen und die Skills erfordern, die sie sich verstärkt aneignen müssen.

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Wie die Studie "Finance Excellence 2020" der Beratungsgesellschaft Horvárth & Partners zeigt, sind die Finanzchefs in den Unternehmen vor allem bei den wachsenden Vorgaben zu Rechnungslegungsvorschriften und der Zunahme von Compliance-Risiken gefordert: Immerhin für 60 Prozent der über 120 Finanzchefs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die für die Studie befragt wurden, sind das derzeit die Top-Themen. Aber auch die gestiegenen Anforderungen an Informations- und Kommunikationstechnologien oder regulatorische Änderungen stehen auf der CFO-Agenda. 

Rollen- und Kompetenzwandel

Darüber hinaus sehen 90 Prozent der Befragten Finanzentscheider, dass sich Rollen und Kompetenzen der Finanzfunktion in Unternehmen radikal verändern werden. Knapp drei Viertel der Studienteilnehmer glauben, dass vor allem die unternehmens- und wertschöpfungsübergreifende Datenverfügbarkeit und -verknüpfung ein wesentlicher Treiber für das CFO-Management der Zukunft sind. Gleichzeitig sollen die Finanzsteuerer jedoch auch Wachstumschancen rechtzeitig identifizieren und eine verlässliche Szenario-Planung abgeben. Die Digitalisierung ist dabei ein wesentliches Thema, messbare Erfolge sind hier in vielen Unternehmen jedoch noch schwer greifbar, was Prognosen schwierig macht. Eine Umfrage des Beratungshauses zu Digitalisierungserfolgen zeigt: Erst 52 Prozent der Firmen im deutschsprachigen Raum können erste Umsatzsteigerungen auf die Digitalisierung zurückführen, unabhängig von der Höhe. Jedoch konnten nahezu alle Unternehmen durch digitale Maßnahmen ihre Produktivität steigern beziehungsweise die Kosten senken. Vor allem im Bereich IT, Logistik/Supply Chain, Produktion sowie dem Vertrieb konnten die Unternehmen Effizienzvorteile erzielen.

Die fortschreitende Digitalisierung stellt zahlreiche Anforderungen an die Organisation des Finanzbereichs. Vom effektiven Einsatz großer Datenmengen über die Prozessautomatisierung mit Robotics bis hin zu neu geforderten Arbeitsweisen und Fähigkeiten der Mitarbeiter", 

bestätigt Achim Wenning, Konferenzleiter und Experte im Bereich CFO-Strategie & Organisation bei Horváth & Partners, den Wandel für die Aufgaben der CFOs. 

Kostenbremse hat Priorität

Interessant ist, dass statt wachstumsorientierter Maßnahmen viele Finanzchefs in den Unternehmen vor allem verstärkt auf die Kosten in der Wertschöpfungskette schauen und hier effizienter werden wollen: "Der Blick auf die Kosten hat einen neuen Stellenwert erreicht. Für Firmen geht es nicht mehr nur darum, neue Wachstumsfelder für sich zu erschließen, sondern auch die Kostenseite zu optimieren, um ein mögliches Krisenszenario zu überstehen", sagt Conrad Günther, Vorstandsmitglied des Internationalen Controller Verein ICV. Wichtige Hebel in der Unternehmenssteuerung sind für CFOs häufig auch

  • der Check von Lieferantenbeziehungen,
  • die Bündelung von Einkaufsvolumina,
  • die Bereinigung des Produkt- und Serviceportfolios oder
  • die Optimierung von Produktions- und Innovationsprozessen.

Diese Steuerungsfunktion kann auch ganze Geschäftsprozesse betreffen, wie die Autoren Matthias J. Rapp und Axel Wullenkord in ihrem Buch "Unternehmenssteuerung durch den Finanzvorstand" aufzeigen. Um beispielsweise den Stellhebel Kostenoptimierung nachhaltig zu verankern, greifen CFOs dabei öfter auch auf Outsourcing-Modelle zurück. Die Auslagerung können Teilbereiche oder komplette Geschäftsvorgänge eines Unternehmens betreffen. Rapp/Wullenkord zeigen, wie entsprechende Organisationskonzepte dazu im Finanzbereich eingeführt werden müssen und wann es Sinn macht, geeignete Teile entweder an ein internes Shared Service Center oder an einen externen Dienstleister (Outsourcing) auszulagern. Welche Organisationsoptionen der Kosteneffizienz zuträglich sind, variiert jedoch von Unternehmen zu Unternehmen. Dabei hat jedes Modell Vor- und Nachteile, so die Autoren. Eine Botschaft dazu lautet, dass hinter den Modellen der Gedanke der Wertschöpfungspartnerschaft stehen muss und Kostensenkungen nur ein Baustein darin sein können.

Co-Pilot in der Unternehmenssteuerung

Der Springer-Autor Karlheinz Hornung betrachtet im Kapitel "CFO – vom Zahlenverwalter zum Co-Piloten" im Buch "Controlling und Leadership" die veränderte Rolle des Zahlensteuerers genauer. Er beobachtet: "Die Rolle des Finanzvorstands hat sich in den vergangenen Jahren so rasant gewandelt wie kaum eine andere Managementfunktion." Finanzvorstände würden immer mehr zu Unternehmern im Unternehmen. Im Team mit dem CEO müsse der CFO darüber hinaus "proaktive Kraft des Unternehmens" sein und auch eine Art Co-Pilotenfunktion übernehmen, beschreibt Hornung die neue Ausrichtung. Zudem werden die Finanzspezialisten aus Sicht von Hornung auch immer stärker das Gesicht und Ansprechpartner zum Kapitalmarkt. Denn CFOs müssen den Anteilseignern und Geldgebern des Unternehmens Zahlen zur Unternehmensentwicklung genauso wie den strategischen Fahrplan erläutern. Dementsprechend anspruchsvoll ist das Tätigkeitsprofil geworden, das neue Bewerber erfüllen müssen. Zudem agieren CFOs heute als interdisziplinärer Dienstleister. Sie müssen die operativen Bereiche des Finanzvorstands bei ihren Aufgaben vielfach unterstützen, weiß Hornung (S.126), und ist überzeugt: "Der Kontrolleur alter Schule ist passé."

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