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29.11.2016 | Controlling | Interview | Onlineartikel

"CFOs müssen eine flexiblere Unternehmensplanung bereitstellen"

Autor:
Sylvia Meier
Interviewt wurde:
Oliver Schlemper

ist Vice President Finance Europe North bei Oracle.

Aktuelle Ereignisse, wie das Brexit-Votum oder die US-Wahl, führen zu Unsicherheiten in der Unternehmenswelt. Oliver Schlemper erklärt im Interview, welche Rolle CFOs nun einnehmen müssen.

Springer Professional: Herr Schlemper, sowohl das Brexit-Votum als auch das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl hat hierzulande viele überrascht. Wie nehmen Sie die Reaktionen aus der Unternehmenswelt wahr?

Oliver Schlemper: Beide Ereignisse sind erstaunlicherweise in dieser Art und Weise von kaum jemandem prognostiziert worden, was die Unternehmen im Nachhinein zusätzlich verunsichert. Auf der einen Seite kann nun die gestiegene Unsicherheit dazu führen, dass Unternehmen weniger investieren und der Konsum gebremst wird. Auf der anderen Seite könnten eventuelle Steuersenkungen durch eine neue US-Regierung die Wirtschaft aber durchaus auch ankurbeln. Wenn jedoch der Ausgang von Ereignissen derartiger Tragweite in Zukunft immer weniger vorhersehbar ist, bedeutet das für Unternehmen, dass sie zukünftig viel flexibler agieren und mit mehreren Planungsszenarien parallel arbeiten müssen.

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Können Unternehmen sich bereits auf wirtschaftspolitische Folgen vorbereiten? Oder ist im Moment zu vieles unklar?

Die zentrale Anforderung liegt aus meiner Sicht darin, dass Unternehmen in der Lage sein müssen, schnell und agil zu handeln, um auf veränderte Rahmenbedingungen adäquat zu reagieren. Aus der Finanzsicht bedeutet dies, dass die Verantwortlichen eine zunehmend flexiblere und Szenario-basierte Planung bereitstellen und möglichst alle relevanten Daten aktuell halten und schnell griffbereit haben müssen.

Welche Rolle kommt speziell den CFOs in dieser Situation zu?

Wenn Entwicklungen immer schwerer prognostizierbar werden, aber gleichzeitig massiven Einfluss auf Unternehmen haben, wächst dem CFO eine zentrale Rolle zu: Er ist dann letztlich dafür verantwortlich, eine Unternehmensplanung aufzustellen, die das nötige Maß an Flexibilität aufweist, und dafür zu sorgen, dass alle relevanten Daten möglichst in Echtzeit verfügbar sind. Diese Daten müssen dann zudem aus verschiedenen Quellen zusammengeführt, analysiert und präsentiert werden, damit sie letztlich in die Planung und die Strategie des Unternehmens einfließen. Dafür wiederum ist der CFO auf moderne Tools angewiesen, die das ermöglichen – möglicherweise wird er also zusätzlich noch zum Treiber technologischer Innovation.

Investieren oder abwarten? Manch eine Firma zögert momentan vielleicht gerade, wenn es um neue Geschäftsfelder in den USA geht. Wie können CFOs dem Management bei dieser Entscheidung weiterhelfen?

Dazu möchte ich gern ein Ergebnis der Studie "Stepping into the unknown" zitieren, die Oracle Mitte dieses Jahres zusammen mit einem Marktforschungsinstitut durchgeführt hat, und für die rund 800 CFOs befragt wurden: fast die Hälfte der Unternehmen planen auch weiterhin in Wachstum zu investieren. Die Aufgabe des Finanzchefs wird zukünftig einfach sehr viel mehr darin liegen, eine datenbasierte Planung aufzustellen, der Geschäftsleitung auf dieser Grundlage Handlungsoptionen zu unterbreiten und sie entsprechend zu beraten. Dafür muss der CFO in der Lage sein, mehr Datenquellen gezielt zu nutzen und mit verschiedenen Szenarien gleichzeitig zu planen.

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