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15.06.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Die elf wichtigsten Kennzahlen für Unternehmen

Autor:
Sylvia Meier

Kennzahlen spielen im Controlling eines Unternehmens eine große Rolle. Es gibt eine Vielzahl von ihnen. Welche Kennzahlen sind am aussagekräftigsten und wichtigsten?

Das Management eines Unternehmens ist darauf angewiesen, Kenntnisse zu den eigenen Unternehmenszahlen zu erlangen. Für jedes Unternehmen ist deshalb der Einsatz von Kennzahlen wichtig. Springer-Autorin Gunhild Posselt verdeutlicht in ihrem Buchkapitel "Funktion von Kennzahlen in einer Organisation" (Seite 15): "Kennzahlen und betriebswirtschaftliche Auswertungen sind für die Steuerung eines Unternehmens existenziell notwendig. Kein Unternehmen, und sei es noch so klein, kann darauf verzichten." 

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Gründe für die hohe Kennzahlenorientierung

Kennzahlen sind Fluch und Segen zugleich. Sie bilden ein Unternehmen detailliert ab und lassen vermuten, dass man durch sie das Unternehmen steuern sowie die Entscheidungsqualität verbessern könnte. 


Kennzahlen können vielfältige Informationen über ein Unternehmen liefern. So kann sich das Management hierüber beispielsweise ein Bild über die Liquidität des Unternehmens machen. Doch in der Praxis passiert es viel zu häufig, dass ein Unternehmen selbst mangels Analysen von einer Zahlungsunfähigkeit überrascht wird. Die Springer-Autoren Vinzenth Wieser-Linhart und Bernd Heesen erklären in ihrem Buchkapitel "Insolvenzrecht kompakt" (Seite 2): "Letztendlich bricht eine Insolvenz nicht einfach über ein Unternehmen herein. Meist baut sich die Krise im Vorfeld der Insolvenz systematisch auf und ist deutlich früher in den "Zahlen" zu erkennen. Allerdings achtet das Management häufig nicht auf derartige Aspekte (obwohl es deren gesetzliche Pflicht ist), oder es mangelt ihm einfach an Kompetenz." 

Kennzahlen und Analysen gehören zum Unternehmensalltag und sind mehr als eine reine Pflichtübung. Sie können entscheidend zum Geschäftserfolg beitragen und zwar nicht nur im Konzerncontrolling. Auch kleine und mittelständische Unternehmen müssen Kennzahlen berechnen und werden daran auch gemessen, beispielsweise bei der Bank, wenn es um einen neuen Kredit geht. Allerdings: Die Datenmengen nehmen in jedem Unternehmen immer mehr zu und mit ihnen die Möglichkeiten zu Analysen. 

Nicht im Zahlenmeer versinken 

Ein Unternehmen kann eine ganze Flut von Kennzahlen definieren. Welche Kennzahl wirklich wichtig ist, muss jede Firma individuell festlegen. In dem Buchkapitel "Die elf wichtigsten Kennzahlen" stellt Springer-Autorin Professor Claudia Ossola-Haring die Kennzahlen für Unternehmen vor, die aus ihrer Sicht besonders erfolgreich im Einsatz sind. Sie betont jedoch, dass dies ausschließlich auf ihrer Meinung beruht. Pauschal lässt sich das nicht auf jedes Unternehmen übertragen. 

Die elf wichtigsten Kennzahlen laut Springer-Autorin Professor Claudia Ossola-Haring:Formel/Ermittlung
Gewinnverwendung, Investition, Wachstum: Die Verwendung der erwirtschafteten Gewinne sollten regelmäßig geprüft werden(Entnahmen prüfen)
Produktive Gewinnverwendung I (in Prozent)Gewinnanteil verwendet für Investitionen in Anlagevermögen ×100: Gesamtgewinn
Produktive Gewinnverwendung II (in Prozent)Gewinnanteil verwendet für Investitionen in Umlaufvermögen ×100: Gesamtgewinn
Unproduktive Gewinnverwendung (in Prozent)Gewinnanteil verwendet für unproduktive Zwecke ×100: Gesamtgewinn
Performance (für ein Jahr)(Wert der Beteiligung am Ende der Periode – Wert der Beteiligung am Anfang der Periode+Ausschüttungen) ×100: Wert der Beteiligung am Anfang der Periode
Market Value added (MAV)Marktwert des Unternehmens – Unternehmensvermögen (= Aktivseite der Bilanz abzüglich der Schulden)
Economic Value added (EVA)(Geschäftsergebnis – Kapitalkosten): Investiertes Gesamtkapital
EBIT/EBITDAJahresüberschuss bereinigt um einen außerordentlichen Ertrag oder Aufwand und vor dem Zinsaufwand/-ergebnis, vor Steueraufwand zuzüglich der Abschreibungen auf Sachanlagen und Amortisation auf immaterielle Anlagen
Forschung und Entwicklung(Beginn Produktion/Markteintritt – Beginn Produktentwicklung): Gesamtzeiteinheit (Jahr, Quartal, Monat…)
Personal: Altersstruktur qualifizierter MitarbeiterAlter der qualifizierten Mitarbeiter: Anzahl der qualifizierten Mitarbeiter
Personal: Fluktuation qualifizierter Mitarbeiter (in Prozent)Anzahl der qualifizierten Mitarbeiter, die in dem Berichtszeitraum gekündigt haben×100: Gesamtzahl der qualifizierten Mitarbeiter

Kennzahlen nicht zum Selbstzweck einsetzen 

Die Autorin beschreibt die Kennzahlen nicht nur im Einzelnen sondern erläutert auch, warum die jeweilige Kennzahl sich verschlechtern kann. Sie gibt Hinweise, mit welchen Mitteln man die einzelne Kennzahl verbessern kann. Ob diese elf Kennzahlen auch die wichtigsten Kennzahlen Ihres Unternehmens sind, sei dahingestellt. Wenn Sie zu einem anderen Schluss kommen, ist auch das eine wertvolle Erkenntnis. Unternehmen sollten Kennzahlen nicht willkürlich einsetzen sondern kritisch hinterfragen: Welche Kennzahlen braucht das Unternehmen und welche nicht? 

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