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02.09.2019 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Controlling sollte Planung in der Cloud vernetzen

Autor:
Sylvia Meier

In vielen Unternehmen sind Planungsprozesse noch nicht agil und effektiv genug. Dabei können moderne Planungstools die Geschäftsplanung in Echtzeit ermöglichen und Wettbewerbsvorteile schaffen.

Eine gute Planung gehört zum Business, denn schließlich stehen Ressourcen nicht in unbegrenztem Umfang zur Verfügung. Wenn es jedoch um die Unternehmensplanung geht, verfallen viele Firmen noch gefühlt in die Steinzeit zurück. Noch immer werden manuell Daten in eine Excel-Tabelle eingegeben. Im schlimmsten Fall ist diese dann nicht einmal für alle betroffenen Entscheider zugänglich. Oder es kursieren mehrere Versionen und Entscheider müssen darauf achten, ob ihnen überhaupt die aktuellsten Daten vorliegen. Neue Entwicklungen werden dann oftmals nicht zeitnah berücksichtigt. Häufig müssen mehrere Entscheider telefonisch, per Mail oder innerhalb eines Meetings informiert werden. 

Simon Tucker bemerkt in seinem Beitrag "Erfolgreich durch vernetzte Planung" in der Controlling & Management Review (Ausgabe 4|2019):

Jeder Manager weiß, dass in Zeiten sich schnell wandelnder Geschäftsumfelder nur erfolgreich ist, wer flexibel auf neue Trends reagiert. Nicht umsonst hat sich das Kürzel VUKA (für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) etabliert, um das Spannungsfeld der globalisierten Märkte zu beschreiben. Wer Entwicklungen voraussieht, langfristig plant und die Nutzung seiner Unternehmensressourcen entsprechend frühzeitig anpasst, kann sich in einem herausfordernden Umfeld somit erhebliche Wettbewerbsvorsprünge im Markt schaffen."

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Obwohl immer häufiger der Einsatz von Robotics im Controlling diskutiert wird, auch Buchhaltungsprozesse nach und nach automatisiert werden und der Trend "Finance in die Cloud" lautet, ist es kaum nachvollziehbar, dass bei einer so wichtigen Aufgabe, wie der Planung moderne digitale Lösungen nicht genutzt.

Planungsprozesse nicht auf dem aktuellen Stand

In dem Beitrag von Tucker zur vernetzten Planung werden die Ergebnisse der Studie "State of Connected Planning" vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Dimensional Research vorgestellt:

  • 81 Prozent nutzen immer noch die herkömmlichen Spreadsheets für die interne Planung im Unternehmen.
  • 73 Prozent der deutschen Unternehmen halten bei ihrer strategischen Business-Planung an herkömmlichen Tabellenkalkulationsprogramme fest, die ursprünglich in den 1980er Jahren programmiert wurden.
  • 72 Prozent setzen auf On-Premise Software und 33 Prozent sogar auf traditionelle Software-Lösungen, die schon vor Jahren ausschließlich für ihren Bereich entwickelt wurden.

Vor allem mittelständische Firmen vertrauen den altbekannten Planungsprozessen, wie auch Sven Schillhahn, Andreas Faatz und Hans-Ulrich Holst in dem Beitrag "Mittelstand verharrt in alten Planungsmustern" (Controlling & Management Review, Ausgabe 4|2019) feststellen. 

Wie wird das Controlling zeitgemäßer? 

In den Firmen ist das Bewusstsein für den Optimierungsbedarf durchaus vorhanden. So verweist Tucker auf das Studienergebnis: "Fast die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, dass sie Wochen oder länger brauchen, um Marktveränderungen in ihre Business-Pläne einzubeziehen. Mehr als 50 Prozent sagen, dass drei oder mehr Herausforderungen sie davon abhalten, effektivere Geschäftspläne zu entwickeln." In Zeiten, in denen Agilität zum Trendbegriff wurde, ist das jedoch nur noch bedingt von Erfolg gekrönt. Die Lösung kann laut Tucker in der vernetzten Planung liegen: 

Effizienzsteigerungen, schnelles Wachstum, die Fähigkeit, in kurzer Zeit auf Marktveränderungen zu reagieren - die Einführung einer vernetzten Planungslösung in der Cloud bedeutet für Unternehmen konkrete Vorteile."

Gerade durch eine verbesserte interne Kommunikation können Unternehmen in der Planung viel Zeit sparen. Für eine verbesserte Planung gibt es laut Studienergebnis vier Komponenten, die essentiell für eine erfolgreiche Planung sind:

  • Die richtigen Prozesse (62 Prozent)
  • Die richtigen Mitarbeiter (59 Prozent)
  • Die richtigen Daten (54 Prozent)
  • Die richtige Technologie (54 Prozent)

Cloud bietet automatisierte Analysen 

Bei der Auswahl der Technologie muss beachtet werden, dass an einer Planung häufig viele Personen unterschiedlicher Abteilungen mitwirken. Tucker weist darauf hin, dass Firmen heute eine Planungssoftware benötigen, die es erlaubt, Prozesse, Mitarbeiter und Daten aufeinander abzustimmen. Die oftmals bisher eingesetzten Tools werden dem jedoch nicht gerecht. 

Dabei sind die Erwartungen an die zukünftige Unternehmensplanung sind groß: 94 Prozent der Studienteilnehmer sprechen sich für Machine Learning aus. Die herkömmlichen Tabellenkalkulationen können jedoch keine automatisierte Analysen liefern, wie sie heute gewünscht werden. Cloudbasierte Lösungen bieten hier bereits mehr. Doch damit eine moderne Planung möglich wird, müssen die Unternehmen sich von den bisher bewährten Planungsprozessen lösen und neue etablieren.

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