Neue Skills für das Controlling von morgen
- 26.02.2026
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Das Controlling spielt eine zentrale Rolle in der Unternehmenssteuerung. Doch mit dem digitalen Wandel verändern sich die Anforderungen an die Fachkräfte und ihre Kompetenzen maßgeblich.
Wollen Controller die gestiegenen Anforderungen an ihre Position erfüllen, müssen sie neue Kompetenzen draufsatteln, zeigt eine aktuelle Studie.
Anastasia Usenko / Getty Images / iStock
Controller galten lange als Experten, die endlose Excel-Tabellen mit Zahlen füllen. Doch dieses Rollenbild hat mit dem Arbeitsalltag im Controlling oft nichts mehr zu tun. Diese müssen das Management häufig auf Augenhöhe und als Business Partner unterstützen. Vor allem brauchen sie Skills, um komplexe Analysen verständlich aufzubereiten. Data Storytelling und Visualisierung helfen dabei, Entscheidungsgrundlagen klar zu kommunizieren und Akzeptanz im Management zu schaffen.
Mit der Transformation entwickeln sich Controller zunehmend zu strategischen Sparringspartnern. Neben der Analyse vergangenheitsbezogener Kennzahlen gewinnen bei ihrer Arbeit vorausschauende Instrumente wie Forecasting, Szenarioanalysen und simulationsgestützte Entscheidungsmodelle an Bedeutung. Hinzu kommen soziale Kompetenzen, um mit den von ihnen analysierten Fakten andere Menschen zu überzeugen.
Technologische und analytische Skills gefragt
Die Gehaltsstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt, dass der Finanzbereich qualifizierten Fachkräften attraktive Entwicklungsmöglichkeiten bietet. "Besonders im Bereich Bilanzbuchhaltung und Controlling liegt das Gehalt im Finanz- und Rechnungswesen deutlich über dem Durchschnitt. Wer zu den Topverdienenden in der Finanzbranche zählen will, punktet mit Erfahrung, Weitblick und digitalem Know-how", heißt es auf der Seite des Personaldienstleisters.
Besonders gute Gehaltsaussichten haben Finanzfachkräfte mit Fähigkeiten in den Bereichen
- Datenanalytik,
- Finanzanalyse,
- Business Intelligence Tools und
- ERP- / CMS-Systeme.
Mit Technik-Know-how punkten
Technologische Kenntnisse sind damit ein entscheidender Erfolgsfaktor im Controlling. Wer moderne Tools, KI-gestützte Analysen oder Automatisierungslösungen sicher beherrscht, verschafft sich einen klaren Vorteil am Arbeitsmarkt.
Entsprechend wächst die Bereitschaft der Unternehmen, in qualifizierte Fachkräfte zu investieren: Laut Studie sind 68 Prozent der deutschen CFOs bereit, für spezialisierte Fähigkeiten höhere Gehälter zu bezahlen. Wer sein Kompetenzprofil also gezielt erweitert, verbessert nicht nur seine Karriereperspektiven, sondern stärkt auch den strategischen Wert der Funktion in der Organisation.
Controlling-Mindset verinnerlichen
Dabei finden sich Controller mittlerweile in verschiedenen Rollen wieder - beispielsweise als Service Expert, Functional Lead, Change Agent, Scorekeeper, Guardian, Data Engineer, Data Scientist oder Decision Scientist. Dabei vereinen die Experten Kompetenzen aus Finanzen, Management, Technologie und Analyse, Geschäftsverständnis, Kommunikation Kommunikation und persönliche Fähigkeiten. Hierzu gehört fundiertes Wissen in den Bereichen Rechnungswesen, Kennzahlen, Projekt- und Change Management sowie IT und Daten, heißt es im Buchkapitel "Transformation braucht Controlling".
In großen Unternehmen ist in den Controlling-Abteilungen eine rege Fluktuation üblich. Das liegt nicht an einem schlechten Betriebsklima. Zukünftige Manager sollen im Controlling den Umgang mit Zahlen, Daten und Fakten kennenlernen und die Controller selbst starten aus der Abteilung ihre Managementlaufbahnen. Zum einen ergibt sich daraus für die Führung einer Controlling-Abteilung ein enormer Anspruch, die Qualität in der Ausführung der Controllingaufgaben zu halten, und zum anderen entsteht aus der Fluktuation ein Netzwerk an Kollegen, die das Controlling-Mindset verinnerlicht haben. Das erleichtert die Zusammenarbeit bei unternehmensübergreifenden Aufgaben, wie zum Beispiel der Planung, und führt zusätzlich zu einem generellen Controlling-Mindset in der gesamten Unternehmung", schreibt Springer-Autor Ulrich Pieschel.
KI wird immer wichtiger
Schließlich ist auch Künstliche Intelligenz (KI) nicht aus der Datenanalyse wegzudenken. Neben automatisierten Reportings, die von Routineaufgaben befreien, unterstützen KI-gestützte Prognosemodelle bei der Planung von Umsatz- oder Kostenentwicklungen.
"Besonders relevant sind hierbei die Prozesse rund um die Themen des Forecastings, der Marktanalyse, der Kommentierung oder der Berichtserstellung. Diese zeichnen sich nicht nur durch einen hohen manuellen Aufwand aus, sondern eröffnen durch den gezielten Einsatz von KI und datengetriebenen Ansätzen auch erhebliches Verbesserungspotenzial", schreiben Dominik Klehr, Alexander Nerlich und Maximilian Radlmair zum Thema.
Controlling braucht sichere und verlässliche Daten
Mit einer wachsenden Menge steigt allerdings die Verantwortung für die Sicherheit und die Qualität den zugrundeliegenden Daten. Controller müssen verstehen, wie Daten entstehen, verarbeitet und interpretiert werden. Das erfordert eine solide Datenbasis.
Dabei wird der Fokus auf finanzielle Daten allein weder den technischen Möglichkeiten noch den komplexen Steuerungsanforderungen in einer durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und ein hohes Maß an Ambiguität geprägten Umwelt gerecht. Entsprechend bedarf es einer umfassenden Datenbasis, die finanzielle und nichtfinanzielle, externe und interne, strukturierte und unstrukturierte Daten beinhaltet und über standardisierte Schnittstellen mit den relevanten Datenquellen verbunden ist", bringen es Utz Schäffer in der Zeitschrift "Controlling & Management Review" auf den Punkt.
Daten und Analysen in geeigneter Form zu generieren und zugänglich zu machen, einen funktionsfähigen Handlungsrahmen sicherzustellen und Aufgabenfelder intelligent zu automatisieren, reiche allerdings nicht aus. Damit das Informationsangebot sinnvoll genutzt wird, bedürfe es vor allem technisch, organisatorisch und kulturell hinreichend befähigter Entscheider im Management und Controlling.