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13.07.2016 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Controlling wird kaum in Nachhaltigkeitsstrategien eingebunden

Autor:
Sylvia Meier

In der Unternehmensstrategie sind Nachhaltigkeitsthemen mittlerweile in vielen Firmen fest verankert. Doch das Controlling wird bisher selten miteinbezogen.

Die Green-Controlling-Studie 2016 des Internationalen Controller Vereins (ICV) zeigt, dass das Controlling bisher nicht oder nur sehr wenig in die Umsetzung sozialer und ökologischer Unternehmensziele eingebunden wird. Viele Potenziale werden noch nicht ausgeschöpft. So könnte man gerade mithilfe des Controllings eine bessere finanzielle Bewertung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen erzielen. Auch die Bereitstellung geeigneter Systeme und Prozesse durch das Controlling wäre möglich.

Controller werden nicht als Ansprechpartner wahrgenommen 

Doch auch im Controlling, so stellt die Studie fest, sind die Ressourcen begrenzt. Erschwerend kommt hinzu, dass in manchen Unternehmen Manager bewusst das Controlling außen vor lassen, da sie den Controller nicht als Ansprechpartner für das Thema wahrnehmen. "Nach wie vor sind unterschiedliche Aussagen zu hören, ob und wie "Nachhaltigkeit" vom Controlling gesteuert werden soll bzw. kann", bemerkt auch Springer-Autor Bernhard Colsmann in seinem Buchkapitel "Nachhaltigkeitscontrolling" (Seite 40).

Controlling sind mehr als reine Aufpasser

Deshalb verzichten viele Firmen darauf, die Finanzabteilung mehr in das Thema Nachhaltigkeit miteinzubeziehen. Die meisten befragten Unternehmen sehen jedoch für die Zukunft das Thema Green Controlling als geteilte Verantwortung zwischen Unternehmenscontrolling und Nachhaltigkeitsmanagement. Und für Colsmann ist klar, warum Controller eben doch wichtige Ansprechpartner sein sollten (Seite 41): "Im Controlling liegt die System‐ und Methodenkompetenz. Es hat die Prozessownerschaft für die Regelsteuerung. Das Controlling sollte im Unternehmen einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit ausstrahlen." Colsmann weist darauf hin, dass Controller in Unternehmen, die das Controlling als "Aufpasser" oder "Kontrolleur" sehen, unabhängig von Nachhaltigkeitsthemen ein grundsätzliches Problem bei der effizienten Unternehmenssteuerung haben. 

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Aktiv mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen 

Die eine Seite ist also das Bild des Controllers im Unternehmen. Auf der anderen Seite muss auch der Controller selbst Bereitschaft zur Weiterentwicklung zeigen. So zieht auch Colsmann sein Fazit (Seite 141): "In dem Maße, wie die Bedeutung ökologischer und gesellschaftlicher Ziele im Unternehmen zunimmt, sind Controller gefordert, ihre Standardinstrumente auf die neuen Anforderungen anzupassen. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass sich das Controlling aktiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt, um die ökologische und gesellschaftliche Dimension systematisch in ihrer Controller‐Arbeit zu berücksichtigen." In seinem Buch stellt der Autor bereits fest, dass Controller hier eine weitere Aufgabe in der Zukunft wahrnehmen werden müssen, und teilt die Studienergebnisse: Die Wahrnehmung im Unternehmen und beim Controller selbst muss sich ändern, damit Nachhaltigkeitsthemen entsprechend gesteuert werden können.

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