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05.10.2017 | Controlling | Interview | Onlineartikel

“Nur ein kleiner Teil der Finanzfachkräfte hat ausgeprägte IT-Kenntnisse“

Autor:
Sylvia Meier
Interviewt wurde:
Christian Umbs

ist Managing Director beim Personaldienstleister Robert Half.

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Personalplanung im Controllingbereich? Christian Umbs bezieht im Interview mit Springer Professional Stellung. 

Springer Professional: Herr Umbs, für eine aktuelle Umfrage von Robert Half wurden 200 CFOs zu Stellenplänen im Finanzbereich befragt. Welche Rolle spielt die Automatisierung in Bezug auf die Personalplanung von CFOs? Und was haben die Befragten für die Zukunft geplant? 

Christian Umbs: Oft lese ich, durch die Automatisierung würden Stellen verschwinden – ein Trend, den ich so nicht bestätigen kann. Das zeigt sich auch in unserer Arbeitsmarktstudie: Rund zwei Drittel (69 Prozent) der von uns befragten CFOs erwarten überhaupt keinen Stellenabbau in ihren Finanzabteilungen infolge der Digitalisierung. Vielmehr verlagern sich die Aufgaben im Finanzbereich. Es werden neue Stellen und Bereiche geschaffen, um die Möglichkeiten der Automatisierung auszuschöpfen. Ein Grund dafür ist, dass sich die Technologie in der Finanzabteilung aktuell schnell weiterentwickelt. Deshalb wird es notwendig, dass sich Fachkräfte im Finanz- und Rechnungswesen in immer kürzeren Zyklen neue Kompetenzen aneignen. Software-Kenntnisse, wie SAP oder Datev, verdeutlichen diese Entwicklung gut. Vor einigen Jahren waren diese Kompetenzen noch selten – heute sind sie eher eine Grundvoraussetzung für die Einstellung. 

Eine wichtige Kompetenz ist heutzutage auch die Analyse und Interpretation von Daten. Wer Erfahrung in den Bereichen Predictive Analytics und Big-Data-Analysen nachweisen kann, bringt Wissen mit, das für die kommenden Jahre große Bedeutung hat. Idealerweise haben Mitarbeiter sowohl "klassische" Finance-Skills als auch Know-how, das originär der IT zugeordnet wird. Bislang ist das aber eine seltene Kombination.

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IT-Kenntnisse scheinen auch für Finanzfachkräfte immer wichtiger zu werden. Doch nur selten wurden diese im Rahmen des Studiums oder der Berufsausbildung vermittelt. Sind diese Kompetenzen bei Finanzfachkräften überhaupt schon so ausgeprägt vorhanden? Wie ist Ihre Einschätzung?

Heute hat nur ein relativ kleiner Teil der Finanzfachkräfte ausgeprägte IT-Kenntnisse. Aber woher sollten diese Kompetenzen auch plötzlich kommen? Die Berufsbilder in der Finanzabteilung ändern sich gegenwärtig sehr schnell. Hier können Ausbildungsinstitutionen nicht ohne Verzögerung mithalten. Eine pragmatische Lösung für die Finanzbranche sehe ich darin, dass Funktionen mit Finanz- und mit Digitalkompetenz möglichst eng und oft zusammenarbeiten. Gemeinsame Projekte und dauerhafte Prozesse helfen dabei, Wissen zu vermitteln und die Denkweise der jeweils anderen Seite kennenzulernen. Zweifelsohne ist es in vielen Unternehmen aber notwendig, Mitarbeiter mit entsprechenden IT-Kompetenzen einzustellen und Finanzfachkräften entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen zu ermöglichen. Damit beide Funktionen zusammenwachsen können, sollten sowohl Finance- als auch IT-Profis ein Verständnis für die Aufgaben der jeweils anderen Abteilung entwickeln.

Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter bei der Entwicklung dieser Kompetenzen unterstützen? Und was können Finanzfachkräfte selbst tun, um die eigenen Karriereaussichten zu verbessern und den Anschluss nicht zu verlieren?

Aus einem Finanz-Experten kann sicherlich nicht schnell ein IT-Spezialist gemacht werden. Die Herausforderungen der Digitalisierung sind nur zu meistern, indem Mitarbeiter mit verschiedenen Kompetenzen gemeinsam an einem Strang ziehen. Um mit der Geschwindigkeit der Digitalisierung mithalten zu können, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern einen offenen Umgang mit ihren Fehlern zugestehen. 
Ganz konkret gilt aber natürlich auch: Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter weiterbilden. Und umgekehrt müssen Finanzfachkräfte neugierig sein, Offenheit für Veränderungen entwickeln und für sich ausloten, wo ihr Platz in einer digitalisierten Finanzabteilung sein könnte.

Welche Kompetenzen sind bei Finanzfachkräften – neben IT-Kenntnissen – aufgrund der Automatisierung gefragt?

Die aktuell stattfindenden Transformationen zahlreicher Branchen erfordert in erster Linie die Fähigkeit, strategische Entscheidungen zu unterstützen. Zudem ist es von großem Wert, wenn Finanzfachkräfte Kenntnisse im Projektmanagement mitbringen. Diese helfen enorm dabei, Probleme zu identifizieren und zu lösen – ganz gleich, ob es sich um Projekte mit hohem oder niedrigem Anteil an digitalem Know-how handelt. 
CFOs wünschen sich für das Finanz- und Rechnungswesen Mitarbeiter mit ausgeprägtem unternehmerischem Denken, strategischer Vision und Problemlösungskompetenz. Solche Soft Skills sind unabdingbar, um Veränderungsprozesse erfolgreich voranzutreiben und die Beratungskompetenz der Finanzabteilung gegenüber anderen Abteilungen im Unternehmen zu stärken.

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