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21.11.2017 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Fehlerkultur im Controlling

Autor:
Sylvia Meier

Im Controllingalltag sind Fehler unvermeidbar. Kritisch wird es, wenn Fehler verschleiert werden.

Im Rechnungswesen und Controlling eines Unternehmens laufen viele Datenmengen zusammen. Die Finanzfachkräfte sind dann gefragt, aus den vorhandenen Daten einerseits die Buchhaltung und Jahresabschlusserstellung des Unternehmens zu erstellen. Andererseits nutzen Controller die vorhandenen Daten unter anderem für das Reporting, die Planung und die Budgetierung.

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Das Ziel ist natürlich, gewissenhaft zu arbeiten. Andreas Haaker bringt es jedoch in seinem Beitrag "Poppers Fehlerkultur für Controller" auf den Punkt (Seite 34) :

Fehler sind unvermeidbar."

Typische Fehler im Controlling

Ein typischer Fehler von jungen Unternehmen ist es beispielsweise, dass das Controlling erst einmal gar nicht durchgeführt wird. Schnell explodieren dann unbemerkt die Kosten und die Liquidität leidet bereits existenzbedrohend. Springer-Autor Jürgen Staab betont in seinem Buchkapitel "Leitfaden der wichtigsten Insolvenzursachen und ihre Vermeidung" (Seite 9), dass im Verzicht auf jegliche Unternehmensplanung eine häufige Voraussetzung für spätere Unternehmenskrisen liegt. Problematisch kann es außerdem werden, wenn das Controlling der Geschäftsleitung nicht die Informationen zur Verfügung stellt, die gerade benötigt werden. Das Reporting ist momentan in vielen Unternehmen eine Baustelle. Auch im Umgang mit Kennzahlen können Fehler entstehen. Reicht es wirklich aus, wenn der Steuerberater einmal im Jahr das Zahlenwerk prüft und berechnet? Und welche Kennzahlen benötigt ein Unternehmen tatsächlich? Gerade hier kann es häufig zu irrtümlichen Einschätzungen kommen.

Aus Fehlern lernen 

Solche Pannen sind jedoch auch eine Chance zum Lernen und Optimieren. Gerade im Controlling sollte deshalb eine Fehlerkultur gelebt werden. Haaker greift in seinem Beitrag die Philosophie von Karl R. Popper "Alles Leben ist Problemlösen" und überträgt diese auf das Controlling. Er erklärt: "Eine kritisch-rationale Fehlerkultur führt nicht nur zu einer Verbesserung des Controllings, sondern sie ist sogar essenziell für die Erfüllung von dessen Kernaufgabe, der Sicherung der kritischen Rationalität der Unternehmensführung. Eine ausgeprägte kritisch-rationale Fehlerkultur bildet daher eine Art Leitkultur für das Controlling."

Chance zur Optimierung nutzen

Haaker warnt davor, dass der Denkfehler, Fehler seien nur "schlecht", nicht durch das Missverständnis, sie seien per se "gut", abgelöst werden darf. Doch gerade das Vertuschen sollte im Controlling nicht versucht werden. Der Fehler selbst kann jedoch zumindest insofern nützlich sein, da er der Auslöser für wertschaffende Verbesserungen in der Unternehmensorganisation sein kann.

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