Skip to main content
main-content

26.04.2018 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

In wenigen Schritten ein Controllingsystem aufbauen

Autor:
Sylvia Meier

Die Entscheidung für die Implementierung eines Controllingsystems stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Fehler sind schnell gemacht. Wie geht man am besten vor? 

Wer ein Unternehmen gründet, denkt an viele verschiedene Faktoren. Selten wird jedoch das Controlling in den Fokus gesetzt. Man startet mit einer Geschäftsidee und versucht, den wichtigsten kaufmännischen Verpflichtungen nachzukommen. Es ist jedoch auch bekannt, dass viele Betriebe eben gerade aufgrund mangelnden Controllings in den ersten Jahren bereits scheitern. Das Problem liegt hier laut Marco Vietor und Ben Wagemann bei den Unternehmensgründern. In dem Beitrag "Von der Vernachlässigung des Controllings in Start-ups" verdeutlichen die Autoren, dass die Gründer bei mangelndem Erfolg die Schuld vor allem bei anderen sehen (Seite 8): "In vielen Fällen ist es aber das Fehlen einer zahlenbasierten Unternehmenssteuerung, das zu einer Schieflage führt. Ein zentrales Controllingsystem, pragmatisch umgesetzt, kann die Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant steigern."

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Konzeption

Nachdem in Kapitel 3 die Voraussetzungen für die Einführung eines Controllingsystems erörtert wurden, beschreibt Kapitel 4 die Konzeption eines unternehmensindividuellen Controllingsystems. Eine sorgfältige

Es ist für Unternehmen existenziell wichtig, das eigene Zahlenwerk im Griff zu haben. Und spätestens wenn das Unternehmen, die Komplexität der Unternehmensstruktur und der Bedarf an Informationen wachsen, entsteht der Wunsch nach mehr Controlling. Bei der Einführung von Controlling machen viele Firmen jedoch Fehler. Springer-Autor Jürgen Diehm beschreibt in seinem Buchkapitel "Controlling – das Cockpit für den Gründer" typische Fehler auf, die beim Aufbau von Controlling gemacht werden. Darunter finden sich vor allem folgende Szenarien (Seite 30): 

  • Die Planung wird nicht gelebt. Der Businessplan wird zwar für externe Zwecke erstellt, aber nicht in die Praxis umgesetzt.
  • Der Unternehmer ist im Stress und nimmt das Controlling als lästige Verpflichtung wahr, die erst einmal warten muss.
  • In wirtschaftlich guten Zeiten wird das Controlling vernachlässigt.
  • Der Unternehmensgründer will alles alleine im Griff haben, überschätzt sich jedoch und stößt an Grenzen.
  • Das Thema wird auf andere abgewälzt. Der Steuerberater oder ein Mitarbeiter wird sich schon darum kümmern.

Natürlich kann es sinnvoll sein, wenn ein bestimmter Mitarbeiter für das Controlling zuständig ist. Und es ist auch empfehlenswert, dem Steuerberater die Zahlen vorzulegen. Das heißt aber nicht, dass das Management das Thema aus dem Auge verlieren darf. Diehm bringt es auf den Punkt: "Controlling ist Chefsache." 

Controlling muss unternehmensspezifisch sein 

Doch wie funktioniert die Einführung wirklich? Wie kann ein Unternehmen ein Controllingsystem einführen? Eine Standardlösung gibt es nicht. Jedes Unternehmen bringt seine eigenen Besonderheiten mit. Entsprechend muss das Controllingsystem den spezifischen Anforderungen gerecht werden. Springer-Autor Ralf Schmid-Gundram zeigt in seinem Buchkapitel "Umsetzungsbeispiel: Aufbau eines Controllingsystems in zehn Schritten" (Seite 208) detailliert anhand eines Beispielunternehmens, wie die Implementierung gelingen kann:


In zehn Schritten zum Erfolg 

Der Autor empfiehlt, zunächst einen Verantwortlichen zu bestimmen, der für die Einführung des Controllingsystems zuständig ist. Mit anderen Worten: Man braucht zunächst einen Controller. Dieser prüft, welche Datenquellen inklusive Software überhaupt bereits vorhanden sind. Der nächste Schritt wird dann komplexer: Es muss entschieden werden, welche Ziele das Controlling erfüllen sollte und wie umfangreich es sein soll. Hier spielen die unternehmensspezifischen Anforderungen eine große Rolle.

Entsprechend werden dann die Informationsinhalte festgelegt und erstellt. "In einem nächsten Schritt werden die einzelnen Datenquellen im Beispielunternehmen für die festgelegten Informationsinhalte überprüft und gegebenenfalls überarbeitet", empfiehlt Schmid-Grundram (Seite 213). Darauf folgt die Konzeption und Implementierung der Reporting Packages. Der Autor zeigt anhand von Beispielgrafiken, wie die Pakete aussehen könnten, damit der Controllingverantwortliche diese an die unterschiedlichen Fachabteilungen Zur Verwendung weitergeben kann. Ein Berichtswesen muss entworfen werden, sowohl inhaltlich als auch gestalterisch. Auch hier stellt der Autor Grafiken zu einem Beispielunternehmen zur Verfügung. Schmid-Grundram empfiehlt desweiteren die Erstellung einer zentralen Datenbasis, die mit dem Berichtswesen verknüpft werden sollte.

Das Controlling regelmäßig auf den Prüfstand stellen 

Mit diesen Schritten hat ein Unternehmen dann die Grundlage für sein Controllingsystem gelegt. Das System ist jedoch nicht in Stein gemeißelt: Es lebt und sollte regelmäßig geprüft, bewertet und optimiert werden. Die Digitalisierung ist ein aktuelles Beispiel dafür, wie Unternehmen gezwungen sind, bisherige Controllingsysteme kontinuierlich zu verfeinern.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.08.2017 | Schwerpunkt | Ausgabe 6/2017

Von der Vernachlässigung des Controllings in Start-ups

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Control und Controlling-System

Quelle:
Finanzmanagement

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Betriebliches Rechnungswesen

Quelle:
Internes Rechnungswesen

Das könnte Sie auch interessieren

01.11.2017 | Controlling | Best Practice | Onlineartikel

Wie Sie ein Controllingsystem einführen

27.07.2016 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Das Reporting auf den Prüfstand stellen

07.06.2016 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Management Reporting in drei Phasen entwickeln

Premium Partner

micromStellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelmAvaloq Evolution AG

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Blockchain-Effekte im Banking und im Wealth Management

Es steht fest, dass Blockchain-Technologie die Welt verändern wird. Weit weniger klar ist, wie genau dies passiert. Ein englischsprachiges Whitepaper des Fintech-Unternehmens Avaloq untersucht, welche Einsatzszenarien es im Banking und in der Vermögensverwaltung geben könnte – „Blockchain: Plausibility within Banking and Wealth Management“. Einige dieser plausiblen Einsatzszenarien haben sogar das Potenzial für eine massive Disruption. Ein bereits existierendes Beispiel liefert der Initial Coin Offering-Markt: ICO statt IPO.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise