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10.07.2017 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Mit welchen Werkzeugen das Controlling effektiver wird

Autor:
Sylvia Meier

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In vielen Finanzabteilungen kommen Tabellenkalkulationen noch häufig zum Einsatz. Doch mit modernen Werkzeugen könnte das Controlling doppelt so effektiv sein, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die Studie "Controlling im Mittelstand" der Softwarefirma Swot Controlling, die in Zusammenarbeit mit den Professoren Holger Wassermann und Roland Walter vom Kompetenzcentrum für Entrepreneurship & Mittelstand der FOM Hochschule für Oekonomie & Management erstellt wurde, legt die gestiegenen Erwartungen an Finanzabteilungen und gleichzeitig die nicht genutzten Potenziale durch mögliche Veränderungen offen. Für die Studie wurden 134 Controllingverantwortliche befragt.

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Einerseits rechnen 77 Prozent der befragten Studienteilnehmer damit, dass das Controlling sich in Zeiten von Brexit, Terror und der schwer kalkulierbaren US-Politik mit mehr Szenarien als zuvor befassen muss. Zudem finden 80 Prozent, dass die Automatisierung von Reporting- und Forecastprozessen immer wichtiger wird. Andererseits greifen bisher gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) kaum auf Business-Intelligence-Lösungen zurück. Nur in etwa jedem zweiten der befragten Unternehmen ab 250 Beschäftigten kommen Business- Intelligence-Werkzeuge zum Einsatz. Nur bei 40 Prozent ist eine einheitliche Datenquelle, ein Finance Data Warehouse, vorhanden. Immerhin rund ein Drittel der Studienteilnehmer mit über 1.000 Beschäftigten erstellen ihre Finanzplanung noch ausschließlich mit Tabellenkalkulationen wie Excel. Immerhin 42 Prozent kombinieren Excel mit einer spezielleren Software.

Mit Finance Data Warehouse doppelt so schnell 

Die Anwendungsgebiete von Business Intelligence sind sehr vielfältig. So zählt Springer-Autor Dietmar Schön in seinem Buch "Planung und Reporting" (Seite 295) beispielsweise neben dem Reporting unter anderem 

  • Kennzahlensysteme, 
  • Balanced-Scorecard-Systeme, 
  • Planungs- und Budgetierungssysteme, 
  • Supply Chain Management und 
  • Risikomanagement 

auf. 

Macht es denn tatsächlich einen so viel aus, wenn ein Finance Data Warehouse zum Einsatz kommt? Laut dem Studienergebnis ist der Unterschied enorm. Bei den Firmen, die das Werkzeug nutzen, dauert die Anpassung des Controlling-Modells bei einer angenommen starken Veränderung von Produktionsbedingungen schätzungsweise zehn Arbeitstage. Bei den Unternehmen, die bisher auf ein Finance Data Warehouse verzichten, dauert es mit 22 Arbeitstagen mehr als doppelt so lange. Dies stimmt doch nachdenklich, gerade wenn man bedenkt, dass aktuelle Studien immer wieder darauf aufmerksam machen, dass das Controlling schneller werden muss. Zudem scheint die Bereitschaft, Prozesse zu verändern und moderne Softwarelösungen einzusetzen, durchaus vorhanden zu sein. Bereits 55 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten setzen ein Business Intelligence-Tool ein. Bei kleinen Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern sind es hingegen nur sieben Prozent. 

Business Intelligence = Technologiefalle? 

Die Frage, welche Werkzeuge zu einem effektiveren Controlling führen, wird durchaus unterschiedlich von Experten beantwortet. Kritischer betrachtet beispielsweise Roman Griesfelder in seinem Beitrag "Die Zukunft des Reportings sind Sätze, nicht Datensätze" in der Zeitschrift Controlling & Management Review das Thema Business Intelligence. Er warnt Unternehmen vor der so genannten Technologiefalle und vertritt die Auffassung, dass Business Intelligence-Lösungen im Bereich des Reportings vor allem ein lohnendes Geschäft für Berater und Software-Hersteller seien. Auch er sieht jedoch das Reporting "in einer Art Midlife-Krise". Die Zukunft liegt für Griesfelder jedoch nicht in der Automatisierung: "Reporting automatisieren ist nicht innovativ. Innovativ ist, im Reporting das Effizienzdenken neu zu definieren: Nicht die Automatisierung führt zu Effizienzgewinnen, sondern die empfänger- und stufengerechte Form der Kommunikation."

Das zeigt, wie kontrovers die Zukunft des Reportings noch diskutiert wird. Aktuelle Studien belegen jedoch vor allem, dass das Berichtswesen in seiner jetzigen Form oft nicht mehr ausreicht, und zwar unabhängig von der Unternehmensgröße. Es soll vielmehr effektiver werden und empfängerorientiert sein. Und gerade in Konzernen sind die integrierte Berichterstattung und die Standardisierung von Controlling-Prozessen eine Herausforderung. Geschäftsberichte werden von den Lesern oft nicht verstanden oder falsch interpretiert. Und die Analyse von zunehmenden Datenmassen ist für alle Unternehmen nicht einfach. CFOs sollten deshalb kritisch abwägen, welche Tools für ihr Reporting sinnvoll sind und auch den Mut haben, sich beispielsweise von Tabellenkalkulationen zu lösen, die komplexere Sachverhalte nicht abdecken können.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

IT-Unterstützung

Quelle:
Planung und Reporting

01.04.2017 | Information & Technologie | Ausgabe 3/2017

Die Zukunft des Reportings sind Sätze, nicht Datensätze

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