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27.07.2018 | Controlling | Infografik | Onlineartikel

Digitale Transformation verdrängt klassische Steuerungsthemen

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Gewinnbringende Geldanlagen für ihr Unternehmen zu finden oder die Kontrolle der IT-Systeme gehört immer weniger zum Alltag eines CFO. Heute hat laut einer Befragung für drei Viertel der Finanzchefs die Digitalisierung oberste Priorität.

Aufgrund der anhaltenden Zinsschwäche haben viele Chief Financial Officers (CFO) zum Beispiel in strategisch relevante Unternehmen wie Start-ups investiert, konstatiert Kai Grönke, Partner im Bereich Controlling & Finance bei Horváth & Partners. Das Beratungshaus hatte für seine Studie "Chancen der Digitalisierung erkennen und die digitale Transformation der Finanzfunktion meistern" insgesamt 200 Finanzchefs und andere Führungskräfte aus dem Bereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Eine Reihe der Teilnehmer sehen auf der anderen Seite der "Niedrigzinsmedaille" auch Vorteile, wie etwa Exportstärke oder günstige Finanzierungen.

Ganz oben auf den Agenden der CFOs steht derzeit mit großem Abstand die digitale Transformation. Für 77 Prozent der Finanzchefs ist der durch den digitalen Wandel hervorgerufene Umbruch im Unternehmen die größte "Baustelle". Auf Rang zwei folgt mit 64 Prozent die Umorganisation des Finanzbereichs zur Anpassung an überwiegend digitalgetriebene neue Geschäftsmodelle. Im Vorjahr hatte der digitale Wandel erst bei jedem zweiten Unternehmen solch spürbare Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, dass eine Neujustierung des Finanzbereichs notwendig wurde.

Die Aufgaben werden immer komplexer

"Der technologische Wandel und die Möglichkeiten der Digitalisierung haben die Unternehmen in ihren Geschäftsmodellen und organisatorischen Grundfesten jetzt voll erfasst", sagt Horváth & Partners-Experte Achim Wenning. Für die Finanzchefs und ihre Abteilungen bedeute das ebenfalls eine digitale Transformation. "Sie müssen sich mit digitalen Geschäftsmodellen auskennen, Investitionen in digitale Systeme bewerten, mit digitalen Lösungen steuern und selbst agiler werden." Das mache ihre Aufgaben sehr komplex. In der Mehrheit der Unternehmen sei die CFO-Organisation historisch gewachsen und im Zuge der Digitalisierung noch nicht ausreichend neu aufgestellt.

Business Intelligence und Big-Data-Analysen sind heute häufig Grundlage der Arbeit eines CFO. Auf ihnen basierende Steuerungsanwendungen bilden das Kontrollsystem. Doch steht und fällt mit der Qualität der darin verarbeiteten Daten die Übersicht, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht und wo geeignete Stellschrauben zur Effizienzsteigerung sind. So plagen sich 53 Prozent der Entscheider in den Finanzabteilungen heute mit mangelhaften oder unvollständigen Daten. Der Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent angestiegen. "Die Dunkelziffer der Finanzchefs, die Entscheidungen auf einer unzureichenden Datengrundlage fällen, ist hoch", betont Kai Grönke. Hinzu kommt, dass fast jeder Zweite mit den notwendigen Steuerungsgrößen nicht mehr zurecht kommt und dadurch verkennt, wenn Kennzahlen nicht mehr effektiv sind – zum Nachteil des Unternehmens.

Klassische Finanzkompetenzen nicht aus den Augen verlieren

"Neben der überfälligen digitalen Transformation in ihrem Bereich sollten die Finanzchefs auch die Unternehmensstrategie und ihre klassischen Finanzthemen nicht aus den Augen verlieren. Es wird zunehmend erforderlich, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu Steuerungszwecken auszunutzen", rät Achim Wenning. Für die nächsten Jahre werden die meisten Unternehmen ihre CFO-Organisation dazu auch mit neuen Kompetenzen und Fähigkeiten verstärken müssen.

 

 

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Die digitale Transformation

Quelle:
Cybersecurity Best Practices

2018 | Buch

Business Intelligence and Big Data

7th European Summer School, eBISS 2017, Bruxelles, Belgium, July 2–7, 2017, Tutorial Lectures

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