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28.08.2013 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Unternehmensentscheidungen: 13 strategische Denkfehler

Autor:
Sylvia Meier

Eine häufige Ursache für strategische Denkfehler liegt im verhaltensorientieren Handeln. Das Controlling kann jedoch dabei helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Das Management eines Unternehmens steht unter Druck: Werden falsche Entscheidungen getroffen, kann das zur Folge haben, dass Projekte erfolglos verlaufen oder im schlimmsten Fall ein Unternehmen insgesamt in Schieflage gerät. Die Forschung hat erkannt, dass viele Fehlentscheidungen auf menschliche Verhaltensmuster zurückzuführen sind.

In dem Beitrag "Controlling hilft, strategische Denkfehler zu vermeiden" der Zeitschrift Controlling & Management Review stellen die Autoren Dr. oec. HSG Marco Gehrig und Mario Breu 13 bekannte Denkfehler der strategischen Unternehmensführung vor:

  1. Overconfidence: Künftigen Projekten werden zu hohe Erfolgschancen zugeschrieben.
  2. Social Proof: Bei der mehrmaligen Wiederholung falscher Annahmen, unbegründeter Überzeugungen, verzerrter Meinungen oder inkorrekter Feststellungen tritt der Effekt auf, dass man sie für korrekt hält.
  3. Confirmation Bias: Wenn Manager Informationen suchen, die ihre eigene Überzeugung unterstützen, jedoch Informationen, die ihre Meinung widerlegen würden ignorieren, spricht man von Confirmation Bias.
  4. Kontroillusion: Entscheider haben die Illusion, sie könnten alles kontrollieren und beeinflussen.
  5. Groupthink: Konsens um jeden Preis kann zu Fehlentscheidungen führen.
  6. Neglect of Probability: Dieses Phänomen tritt laut den Autoren auf, wenn Manager sich mehr auf das Ausmaß eines Projekterfolgs fokussieren und der entsprechenden Wahrscheinlichkeit eines Erfolgseintritts zu geringe Beachtung schenken.
  7. Verlustaversion: An verlustreichen Projekten oder Entscheidungen wird zu lange festgehalten.
  8. Falsche Kausalität: Manchmal werden in Korrelationen irrtümlicherweise kausale Zusammenhänge erkannt.
  9. Halo-Effekt: Die Autoren beschreiben, dass Entscheider manchmal aufgrund von einfach wahrnehmbaren Informationen und Fakten auf schwieriger zu eruierende Elemente schließen.
  10. Prognoseillusion: Können Manager die Zukunft vorhersagen? Bei manchen Entscheidungen ist die Prognosekompetenz des Managers durchaus infrage zu stellen. Dieser Fehler entsteht laut Gehrig und Breu oftmals im Zusammenhang mit der Kontroillusion.
  11. Framing: Wie werden Informationen präsentiert? Die Entscheidungsfindung kann durch die Präsentationsart beeinflusst werden.
  12. Availability Bias oder Association Bias: Mit zunehmender Lebenserfahrung neigen manche Manager dazu, sich nur noch auf eigene Erfahrungen zu konzentrieren. Andere Fakten werden dann häufig ignoriert.
  13. Budget Gaming: Für unvorhergesehene Ereignisse planen Manager beim Budget oft Spielräume ein. Doch ist das tatsächlich ein Mehrwert, wenn Investitionen dadurch verschwendet werden?

Wie kann das Controlling die Unternehmensführung unterstützen, diese strategischen Denkfehler zu vermeiden? Die Autoren stellen hierzu einen iterativen Regelkreis vor und empfehlen, die Denkfehler zu identifzieren, prüfen, analysieren und schließlich die Entscheidung zu moderieren.

Fazit: Das Controlling kann seinen Teil dazu beitragen, dass die Unternehmensführung keine Fehlentscheidungen aufgrund von verhaltensorientiertem Handeln trifft.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.03.2013 | Schwerpunkt | Ausgabe 3/2013

Controlling hilft, strategische Denkfehler zu vermeiden

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