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13.05.2020 | Corona-Krise | Infografik | Onlineartikel

Wie die Pandemie-Beschränkungen Unternehmen bedrohen

Autor:
Andrea Amerland
2 Min. Lesedauer

Der Lockdown hat viele Firmen in Kurzarbeit und Insolvenz getrieben. Laut einer Umfrage, können einige Betriebe nur für drei Monate Pandemie-Beschränkungen überleben. Eine neue Infektionswelle sollte unbedingt vermieden werden.

Wochenlang waren viele Geschäfte in Deutschland geschlossen. Insbesondere Einzelhandel, Gastronomie und der Tourismus mussten wegen des Corona-Virus existenzbedrohende Umsatzeinbußen hinnehmen. Zwar hat der Bund für manche Branchen ein Paket an Soforthilfen und Krediten geschnürt, doch oftmals reichen diese Finanzspritzen nicht aus, wegbrechende Erlöse komplett zu kompensieren. 

Die Corona-Lockerungen, die jetzt in den 16 Bundesländern nach und nach umgesetzt werden, wurden daher nicht nur von den Bürgern, sondern auch von der Wirtschaft sehnlichst herbeigewünscht und begrüßt. Wenn dadurch die Infektionszahlen allerdings wieder steigen, wie manche Virologen befürchten, droht der nächste Lockdown. Doch wie würde die Wirtschaft weitere Beschränkungen überstehen? 

Corona-Epidemie für Betriebe existenzbedrohend

Für viele Unternehmen in Deutschland hat der komplette Shutdown in der Corona-Krise bereits stark an der finanziellen Substanz genagt. Wie eine Erhebung des Münchner Ifo-Instituts im April ermittelt hat, könnten rund 47 Prozent der befragten Unternehmen länger als sechs Monate überleben, wenn pandemiebedingte Einschränkungen längere Zeit bestehen blieben. Rund 30 Prozent der Firmen glaubt hingegen, höchstens drei Monate überstehen zu können. Etwa 24 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehen davon aus, immerhin vier bis sechs Monate bei großen Pandemie-Beschränkungen durchhalten zu können.

Der Handel ist allerdings wesentlich stärker bedroht als andere Branchen. Hier fürchten laut Ifo-Umfrage rund 45 Prozent, maximal die nächsten drei Monate überleben zu können. 18,3 Prozent gehen davon aus, dass sie nach vier bis sechs Monaten ihr Geschäft aufgeben müssten. Das hieße, beinahe zwei Drittel aller deutschen Einzelhandelsunternehmen würden im nächsten halben Jahr Pleite gehen. Die Umfrage belege, wie wichtig es ist, eine zweite Infektionswelle zu verhindern, um eine enorme Insolvenzwelle zu verhindern.

Geschäftsklima noch nie so schlecht wie jetzt

Wie arg es um die deutsche Wirtschaft bestellt ist, zeigt auch der Ifo-Geschäftsklimaindex für April 2020, der sich mit einem Indexwert von 74,3 Punkten auf einem historischen Tiefstand befindet. Es handelt sich dabei um den niedrigsten jemals gemessenen Wert. Zudem gab es nach Angaben des Wirtschaftsinstituts noch nie zuvor einen größeren Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Als Ursache benennen die Forscher klar die Corona-Krise.

Das ifo-Geschäftsklima fußt auf rund 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels.

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Quelle:
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