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20.11.2020 | Corona-Krise | Gastbeitrag | Onlineartikel

Rückkehr zum Arbeitsplatz bereitet Deutschen Sorge

Autor:
Christiane Schulz
4 Min. Lesedauer

Im Lockdown Light arbeiten viele Beschäftigte im Homeoffice. Bei der Wiederaufnahme von Alltagsaktivitäten und die Rückkehr zum Arbeitsplatz ist die Bevölkerung skeptisch – auch wenn Politik und Wirtschaft auf die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs im Kampf gegen das Virus hoffen.

Die Diskussion um die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie ebbt nicht ab. Es herrscht Unsicherheit, teils sogar Uneinigkeit darüber, wie eine Rückkehr zur neuen Normalität aussehen soll und welche Rolle ein Impfstoff spielen wird. So geben nur gut zwei Drittel der befragten Deutschen (62 Prozent) des Edelman Trust Barometer 2020 Special Report "Workplace Trust and the Coronavirus" an, dass sie einen staatlich zugelassenen, kostenlosen Impfstoff verwenden würden, sobald dieser verfügbar ist.

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Bei Rückkehr zum Arbeitsplatz sind Deutsche gespalten

Ein noch weniger klares Bild zeigt sich, wenn es um die Rückkehr an den Arbeitsplatz geht: Nur gut die Hälfte der hierzulande Befragten (54 Prozent) sagen, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz während der Pandemie sicher fühlen. Darüber hinaus gibt es bei den befragten Arbeitnehmern keinen klaren Konsens darüber, wer bei Entscheidungen über die Rückkehr zum Arbeitsplatz die Führung übernehmen sollte: Gesundheitsbehörden (26 Prozent), nationale Regierung (22 Prozent) und die Beschäftigten selbst (21 Prozent) sind relativ gleich auf. Etwas schlechter schneiden CEOs und leitenden Manager ab. Ihnen trauen hierzulande nur 18 Prozent. Die Staats- und Kommunalregierungen landen sogar nur bei zwölf Prozent. 

Ähnlich uneindeutig fallen die Antworten auf die Frage nach den erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen aus, die es braucht, damit sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz geschützt fühlen. So sprechen sich die Hälfte der in Deutschland Befragten für eine obligatorische Verwendung von Atemschutzmasken (50 Prozent) und etwas mehr (51 Prozent) für ein striktes Social Distancing aus. Weiter genannt werden eine reduzierte Auslastung der Büroräume (41 Prozent), eine Beschränkung bei nicht notwendigen Reisen (37 Prozent) und eine reduzierte Auslastung von Fahrstühlen (34 Prozent). 

Alltag weiter auf dem Prüfstand

Aktuell ist das öffentliche Leben durch den Lockdown Light heruntergefahren. Doch bereits vor den im November von der Bundesregierung verordneten Maßnahmen zeichnete sich ab, dass die Deutschen verunsichert sind, ob Alltagsaktivitäten wieder aufgenommen werden sollten. So geben nur 28 Prozent der Befragten an, dass sie in die Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln vertrauen. 

Remote Work ist längst kein Zukunftstrend mehr

Auf Remote Work hat die Pandemie wie ein Turbo gewirkt: Bei Arbeitgebern, bei denen es lange unmöglich schien, dass Arbeitnehmer regelmäßig im Homeoffice arbeiten, gehört dies mittlerweile zum neuen Alltag. Bei der Befragung von Arbeitnehmern hierzulande geben 76 Prozent an, dass sie auch weiterhin die Möglichkeit haben werden, von zu Hause zu arbeiten. Drei Viertel vertrauen darauf, dass Remote Work ihrer Karriere nicht schaden wird. 

Ein Schlüssel zum Erfolg auf dem Weg bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz ist die Kommunikation. 69 Prozent der deutschen Beschäftigten zeigen sich zufrieden mit der Kommunikation ihres Arbeitgebers und finden, dass dieser umfassend informiert hat, wie die Rückkehr an den Arbeitsplatz aussehen wird. Geht es um Effektivität der Kommunikation, liegen multinationale Unternehmen mit 71 Prozent vor inländischen Organisationen mit 65 Prozent.

Kommunikation Schlüsselfaktor bei Rückkehr zum Arbeitsplatz

Die allseits große Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie stellen Politik, Wirtschaft, aber auch Unternehmenslenker vor große Herausforderungen – vor allem auch in kommunikativen Fragen. Was es braucht, sindOrientierung und Vertrauen. Einen Einblick, worauf Arbeitgeber achten sollten, geben die folgenden Punkte:

  • Kooperation: Unternehmen müssen mit lokalen Regierungen und Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten, um Herausforderungen beispielsweise in Bezug auf sichere Pendelmöglichkeiten oder flexible Arbeitszeiten zu beseitigen.
  • Informationslücken füllen: Unternehmen müssen konsequent kommunizieren, indem sie qualitativ hochwertige und zuverlässige Informationen aus Expertenquellen transparent verbreiten.
  • Sensibilisieren: Jeder Einzelne muss wissen, welche Bedeutung seine individuelle Verantwortung für das Gemeinwohl hat. Unternehmen müssen den Weisungen und Empfehlungen des Gesundheitswesens folgen und den Mitarbeitenden diese verständlich machen.
  • Transparenz kommunizieren: Beispielsweise, wenn ein Mitarbeiter erkrankt. Um ihrer Verantwortung nachzukommen, sollten Unternehmen auf Testmöglichkeiten und vertrauenswürdige Daten zurückgreifen.
  • Klare Ansprechpartner: Unternehmen sollten Verantwortliche für die gesundheitlichen Aspekte bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz bestimmen. Diese bilden eine wichtige Schnittstelle zwischen Mitarbeitenden und Businessverantwortlichen, wenn es um die Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen geht.
  • Anreize schaffen: Sobald sich die Lage von Unternehmen nachhaltig entspannt, sollten sich Kurzarbeit und gekürzte Gehälter schnellstmöglich normalisieren. Anreize wie etwa Boni-Zahlungen oder Beförderungen für Mitarbeiter mit besonderen Leistungen sollten wieder möglich werden.

Diese Punkte zeigen, dass es bei der gemeinsamen Rückkehr zum Arbeitsplatz vor allem eines braucht: Vertrauen. Dies zu erreichen, ist für Unternehmen wichtiger denn je. Es ist ein Prozess, der nachhaltig über Kommunikation und Transparenz begangen werden muss, damit er auch perspektivisch Früchte trägt.

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