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19.05.2020 | Corona-Krise | Infografik | Onlineartikel

2020 wird das Jahr der Pleiten

Autor:
Andrea Amerland
2 Min. Lesedauer

Die Corona-Pandemie grassiert weltweit und hinterlässt wirtschaftlich deutliche Spuren. Nach einer Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes wird infolgedessen 2020 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in ungekanntem Ausmaß steigen.

Betriebe mussten schließen, Lieferketten brachen ein, Produktionsausfälle waren an der Tagesordnung: Der Lockdown hat die globale Wirtschaft in eine Krise gestürzt. Als Folge der Covid-19-Pandemie droht nun für 2020 eine weltweite Welle an Insolvenzen. Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet global mit einem Plus bei den Pleiten in Höhe von 20 Prozent. Die Zahl der vom Konkurs betroffenen Unternehmen erreiche damit ein außerordentliches Ausmaß. 

Denn im Jahr 2019 lag der Zuwachs bei den Insolvenzen noch lediglich bei acht Prozent. Für 2020 war vor der Corona-Krise ein Anstieg um rund sechs Prozent prognostiziert worden. Neben den USA (25 Prozent) ist insbesondere Europa stark von der Pleitewelle betroffen (19 Prozent). Für Deutschland rechnen die Volkswirte der Allianz-Tochter mit mindestens zehn Prozent mehr Konkursen als im Vorjahr. Euler Hermes warnt vor dem Hintergrund dieser desaströsen Zahlen vor einer tiefen Rezession.

Weltwirtschaft droht größte Rezession seit Zweitem Weltkrieg

Dafür spricht auch die Entwicklung beim Welthandel. Hier drohen den Wirtschaftsexperten zufolge Einbußen von rund 3,5 Billionen US-Dollar. Das entspricht einem Minus beim Volumen der gehandelten Waren und Dienstleistungen um 15 Prozent. Beim Warenwert sind die Verluste mit einem Einbruch um 20 Prozent sogar noch schlimmer.

Für das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) sagt Euler Hermes infolge der Corona-Pandemie ein Minus um 3,3 Prozent voraus. Es handele sich dabei um die größte Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch für Deutschland zeichnen die Volkswirte ein düsteres Bild: Demnach solle das BIP um 8,9 Prozent schrumpfen und auch die deutsche Wirtschaft in eine Krise stürzen.

"2020 bricht die Weltwirtschaft nach unseren aktuellen Prognosen voraussichtlich doppelt so stark ein wie in der Finanzkrise. Die Verluste sind so hoch wie die Wirtschaftskraft (BIP) von Deutschland und Japan zusammen. Das hinterlässt Spuren wie bei einem Meteoriteneinschlag, die nicht von heute auf morgen wieder verschwinden", ordnet Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Allianz und Euler Hermes, die Prognosen ein. 

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