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25.06.2013 | Corporate Finance | Im Fokus | Online-Artikel

Steuerparadoxon in der Investitionsrechnung

verfasst von: Sylvia Meier

1:30 Min. Lesedauer
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Es gibt viele Gründe, die einen Unternehmer dazu bringen können, zu investieren. Eine hohe Steuerbelastung ist ein seltener Anreiz – dank dem sogenannten Steuerparadoxon jedoch in manchen Fällen rentabel.

Der Begriff „Steuerparadoxon“ wird vor allem in der Investitionsrechnung verwendet. Demnach kann es sich positiv auf den Kapitalwert eines Investitionsobjekts auswirken, je höher der Ertragsteuersatz ist.

Hohe Steuerbelastung = Positive Wirkung?

Im ersten Moment mag das unlogisch klingen - schließlich wirkt sich ein steigender Steuersatz auf die Gewinnbesteuerung aus. Der Grund hierfür kann in Abschreibungen liegen. Springer-Autor Ulrich Schreiber beschreibt in seinem Buch "Besteuerung der Unternehmen", dass die Steuerersparnis aufgrund der Abschreibung einen umso höheren Wert hat, je höher der Steuersatz ausfällt. Daher zeigen - laut Schreiber - hohe Kapitalwerte nach Steuern bei hohen Steuersätzen an, dass der relative Vorteil der Investition gegenüber der als Alternative abgebildeten Finanzanlage sich mit wachsendem Steuersatz erhöht.

In seinem Buch beschreibt Schreiber, wie sich die Vorteilhaftigkeit einer Investition mittels des Kapitalwertes dieser Investition feststellen lässt. Dazu zeigt er anhand der entsprechenden Formeln und Rechenbeispielen, wie der Kapitalwert vor und nach Steuern zu berechnen ist. Eine wichtige Rechengröße ist dabei die Höhe des Steuersatzes. Und Schreiber kritisiert auch deutlich: "Schon hier wird klar, welche Bedeutung die Steuersätze für die Vorteilhaftigkeit von Investitionen haben. Wenn der Gesetzgeber, mit welchen Gründen auch immer, für einzelne Einkunftsarten vom Regeltarif der Einkommensteuer abweichende Steuersätze anordnet, löst dies steuerliche Verzerrungen aus. Die niedrigere Besteuerung von Zinsen gegenüber Gewinnen diskriminiert für sich genommen Investitionen, deren Überschüsse als Gewinn zu versteuern sind."

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