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03.02.2017 | Corporate Social Responsibility | Im Fokus | Onlineartikel

Wie die Industrie 4.0 Energie managed

Autor:
Frank Urbansky
2:30 Min. Lesedauer

Die Digitalisierung wird die Energieversorgung der Industrie verändern. Dabei ergänzen sich Ressourcenersparnis, Nachhaltigkeit und höhere Gewinne. Einkauf und Verbrauch sind Säulen dieser Strategie.

Die Industrie spielt eine Schlüsselrolle beim Energieverbrauch der Zukunft und damit für die Energiewende. "Der Industriesektor hat einen maßgebenden Einfluss auf die Energiebilanz und die Entwicklung der Energieeffizienz in Deutschland. … Für eine erfolgreiche Energiepolitik müssen mit Bezug zur Industrie vor allem auch Prozessinnovationen gefördert werden. …. Nur durch die forcierte Erforschung und Entwicklung neuer effizienter Technologien und Systemlösungen ist das Erreichen der Energieziele bis 2030 und darüber hinaus möglich", beschreiben die Springer Vieweg-Autoren Fabian Zimmermann, Ekrem Köse, Markus Reichart, Sebastian Weckmann, Alexander Sauer in ihrem Buchkapitel Industrie auf Seite 161f ein wichtiges Handlungsfeld. 

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Industrie

Der Industriesektor hat einen maßgebenden Einfluss auf die Energiebilanz und die Entwicklung der Energieeffizienz in Deutschland. Insbesondere in der energieintensiven Industrie wurden in der Vergangenheit bereits deutliche Steigerungen in der in der Energieeffizienz erzielt.


Beispiele, wie Firmen ihre Versorgung mit Energie und deren innerbetriebliche Verwendung selbst gestalten, gibt es schon heute. Grundlage ist auch hier, wie bei so vielen Gebieten der Energiewende, die Digitalisierung. Dabei kristallisiert sich heraus, dass die Potenziale für Einsparungen und höhere Effizienz vor allem sowohl im Einkauf als auch im Verbrauch liegen.

Chancen im Energieeinkauf

Im Einkauf bieten sich insbesondere durch die Digitalisierung viele Chancen für die Industrie 4.0. Neue Stromanbieter mit flexiblen Tarifen treten mit neuen Geschäftsmodellen am Markt auf, die auch maßgeschneiderte Produkte für Industrieunternehmen herstellen. Für die Spitzenabdeckung bietet sich auch ein weiteres Modell an: das eines eigenen Energieeinkaufs. Hier können geschulte Mitarbeiter den Bedarf und die Kosten in Industrieunternehmen durch ihre Kenntnis der Börsen, der Anbieter und des Regelenergiemarktes stark optimieren. Energie muss also wie ein Rohstoff behandelt werden. Die Leipziger Energiebörse EEX etwa bietet dafür Kurse an.

Alle Verbraucher transparent machen

Der zweite große Bereich ist der Energieverbrauch. Grundlage für dessen Optimierung ist eine umfassende Datenerfassung aller Energieverbraucher im Unternehmen. Auch das wird durch die Digitalisierung erleichtert. Die Daten aller Energieverbraucher müssen zudem transparent dargestellt werden. Danach erfolgt eine Bewertung, um Potenziale und Schwachstellen zu erkennen. Als letztes werden Maßnahmen zum optimalen Verbrauch geplant und umgesetzt. Als Beispiel mag der Zusammenhang zwischen Kälte und Wärme in einem Unternehmen dienen. Besteht in der Produktion ein Bedarf an Kühlung, kann die mittels Absorptionskältemaschinen durch woanders im Prozess anfallende Wärme abgedeckt werden.

Möglich ist dies aber nur durch das beschriebene, smarte Energiemanagement mittels exakter Daten. Denn es gilt: "You can’t manage what you don’t measure!" Auf die Verbrauchsdaten, die sonst der Versorger liefert, sollte man sich nicht verlassen.

"Innovation und Entwicklung tragen maßgeblich zur Umsetzung einer industriellen Energiestrategie bei. Energieoptimierte Produkte ... bilden einen Beitrag zur Kostenreduzierung und fördern die ökologische Nachhaltigkeit. Sie unterstützen nicht nur die Optimierung der unternehmenseigenen Energiebilanz, sondern ermöglichen die Erreichung gesamtheitlicher energiestrategischer Ziele", fassen die Springer Gabler-Autoren Jörg Blechschmidt, Gregor Schiffer in ihrem Buchkapitel Bedeutung einer Energiestrategie für Innovation und Entwicklung auf Seite 239 die Vorteile diese Strategie zusammen. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wirtschaft 4.0

Quelle:
Deutschland 4.0

2017 | Supplement | Buchkapitel

Leitprojekt „Strom als Rohstoff“

Effiziente Elektrochemie für nachhaltige Chemieprodukte
Quelle:
Ressourceneffizienz

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