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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Kapitel. Einleitung

Zusammenfassung
In der Wirtschaftstheorie wird allgemein davon ausgegangen, daß der weltweite Tausch von Gütern und Dienstleistungen durch unbehinderten Freihandel auf monetärer Basis am effizientesten durchzuführen und einer staatlichen Kommandowirtschaft in jedem Fall vorzuziehen sei. Durch optimale Ressourcenallokation sowie Korrektur von Angebot und Nachfrage über die durch Marktkräfte erzwungenen Preise werde auch international die Wohlfahrt aller Volkswirtschaften maximiert. Vor diesem Hintergrund erscheint der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit, der internationale Kompensationshandel, durch seine oft bilaterale Struktur wie der natürliche Feind einer nach Multilateralismus strebenden Weltgemeinschaft.
Heiko Fischer

2. Kapitel. Definition und Bedeutung des Countertrade

Zusammenfassung
Bisher wurden in der Literatur eine Vielzahl von Definitions- und Klassifizierungsansätzen gewählt, um Geschäften mit reziproker, nicht-monetärer Komponente Rechnung zu tragen. Schuster stellte in diesem Zusammenhang die zentralsten Unterscheidungsmerkmale des Countertrade zusammen, wobei er allerdings die äußerst wichtige Differenzierung zwischen nationalem und internationalem Countertrade nicht berücksichtigte. Zu dem bei diesem Autor verfolgten Ansatz gehören folgende Aspekte, die jedoch weder einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben noch alle bei jedem Kompensationsgeschäft eine Rolle spielen müssen:1
  • die verfolgten Countertrade-Ziele (Absatz, Beschaffung oder Mischform)
  • die Anzahl der beteiligten Parteien
  • die Geschlossenheit des Realgüterkreislaufs (Eigen- und Fremdkompensation)
  • das wertmäßige Verhältnis von Leistung und Gegenleistung (Voll- und Teilkompensation)
  • die zeitliche Abfolge der Teilgeschäfte
  • der Konkretisierungsgrad der Gegenware
  • die materielle Verbundenheit von Lieferung und Gegenlieferung
  • die Technik des Leistungsausgleichs
  • die vertragliche Konstruktion
Heiko Fischer

3. Kapitel. Gesamtwirtschaftliche Einflußfaktoren

Zusammenfassung
Bei der Analyse der Countertrade-Problematik wird oft der gegengerichtete Ansatz von gesamt- und einzelwirtschaftlicher Betrachtungsweise deutlich. Wärend der gesamtwirtschaftliche Ansatz die Vor- und Nachteile von CT für die Weltwirtschaft bzw. einzelne Volkswirtschaften sowie dessen Beitrag zur Entwicklung eines funktionierenden internationalen Handelssytems gegeneinander abwägt, um schließlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit von CT als alternative Handelsform zu beantworten, befaßt sich die einzelwirtschaftliche Analyse mit den Gesichtspunkten, unter denen CT fir ein einzelnes Unternehmen nutzenoptimal erscheinen mag. Am deutlichsten wird dieser Gegensatz an den Transaktionen, die fir das CT-betreibende Unternehmen ein Verlustgeschäft bedeuten, aber durch Überlegungen über die langfristige Erreichung von strategischen Unternehmenszielen zustande gekommen sind. Auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene werden solche Geschäfte gerne als Beweis fir die Ineffizienz nicht-monetärer Handelspraktiken gewertet, wohingegen das einzelne Unternehmen erst im Zeitablauf durch die Marktpenetration, das geschaffene Vertrauen oder die neu gewonnenen Handelspartner in die Gewinnzone zurückfinden mag.
Heiko Fischer

4. Kapitel. Chancen und Risiken privater Firmen

Zusammenfassung
Private Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten schon häufig und aus den verschiedensten Gründen mit Gegengeschäften konfrontiert gesehen. Besonders Kriege und weltweite Wirtschaftskrisen erzeugten ein Klima, das zum Ausweichen auf nicht-monetäre Handelspraktiken zwang, um den Geschäftsbetrieb überhaupt aufrechthalten zu können. Dies war während der Weltwirtschaftskrise auch innerhalb der entwickelten Volkswirtschaften in besonderem Maße zu beobachten1 und trifft sodann in abgeschwächter Weise fir alle weiteren Krisen geringeren Ausmaßes zu. Im internationalen Kontext sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt die oben aufgezeigten wirtschaftlichen Schieflagen und Fehlentwicklungen ein zentrales, CT-auslösendes Problem.
Heiko Fischer

5. Kapitel. Countertrade als Instrument im Ostgeschäft

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel wird untersuchen, welche Rolle das Kompensationsgeschäft in den ersten Jahren des Transformationsprozesses im Außenhandel mit der ehemaligen Sowjetunion spielt und inwieweit sich diese Tendenzen auf die zukünftige Außenhandelstätigkeit auswirken werden. Vor der Wende in Osteuropa gingen wesentliche Impulse für diese Handelsform bekanntlich von den RGW-Staaten aus, die aus ideologischen Gründen, aber auch veranlaßt durch die ökonomischen Probleme des Systems, Bilateralismus bevorzugten. Nach dem Beginn des Transformationsprozesses und dem Zerfall der Sowjetunion, der durch die entstehenden unabhängigen Nationalstaaten neue Währungs- und Wirtschaftsräume schuf und auch die Zerteilung der einstmals voneinander abhängigen Industrien bedingte, ging mit der Schrumpfung des Outputs dieser Volkswirtschaften auch der Niedergang des Außenhandels einher.
Heiko Fischer

6. Kapitel. Die Haltung der deutschen Exportwirtschaft zur CT-Problematik im Ostgeschäft

Zusammenfassung
Das Ergebnis der im letzten Kapitel angestrengten Überlegungen bezüglich der fortdauernden Bedeutung von Countertrade für den Osthandel westlicher und insbesondere deutscher Finnen war die Aussage, daß wesentliche Eckpunkte der alten CT-Motivation der Staatshandelsländer auch heute noch eine Rolle im Kompensationsumfeld im Handel dieser Staaten spielen. Zusätzlich tragen vor allem die dramatischen Transformationsschwierigkeiten zu einer CT-begünstigenden Situation bei. Jedoch machen die Ausführungen zur Verläßlichkeit des statistischen Materials und die in der Literatur dokumentierten Reformschritte, bei denen oft nicht klar zu erkennen ist, ob sie eingeleitet, vollendet oder etwa nur vollmundig angekündigt worden sind, eine aktuelle Analyse der Haltung westlicher Entscheidungsträger zum Kompensationsgeschäft mit den Nachfolgestaaten der Sowjetunion als Gegengewicht zu diesen theoretisch abgeleiteten Ergebnissen notwendig. Erst durch den Vergleich der aus der Literatur gewonnenen Darstellung mit den Aussagen von im Tagesgeschäft mit Fragen des Außenhandels betrauten Managern kann auf die tatsächliche Relevanz geschlossen werden.
Heiko Fischer

7. Kapitel. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Die Geldwirtschaft wird allgemein als aus den Realtauschbeziehungen früherer Tage hervorgegangene Verbesserung des Handelssystems gesehen. Demgegenüber haben die einleitenden Kapitel gezeigt, daß Countertrade — die Gesamtheit der weiterentwickelten Tauschhandelsformen — unter bestimmten Umständen neben dieser als optimal betrachteten monetären Handelsabwicklung eine Daseinsberechtigung hat und an Bedeutung in gewissen Zeiten sogar gewinnt. Neben Verschleierungstatbeständen, Rezessionen, Kriegen sowie Nachkriegszeiten waren immer auch Phasen der Geschichte, die durch andere turbulente Umwälzungen die Sicherheit und die Funktionalität des Geldwirtschaftssystems herabsetzten, für eine stärkere Anwendung von Kompensationsgeschäften verantwortlich.
Heiko Fischer

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