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29.03.2017 | Crowdfunding | Im Fokus | Onlineartikel

Die Crowd setzt auf Immobilien

Autor:
Eva-Susanne Krah

Negativzinsen für private Kundeneinlagen lassen Sparer nach Alternativen bei der Geldanlage suchen. Eine Möglichkeit ist Crowdinvesting in Immobilien als Finanzierungs- und Beteiligungsmodell.

Virtuelles Investieren über Crowdinvesting-Plattformen wird auch in Deutschland immer beliebter. Manche Anleger finden auf den Investitionsmarktplätzen Möglichkeiten, die aktuelle Niedrigzinsflaute auszuhebeln. Laut dem Internet-Portal Fuer-Gruender.de hat sich das Anlagevolumen in der Assetklasse seit dem Jahr 2014 auf mehr als 59 Millionen Euro verdoppelt. Und seit kürzlich der Online-Broker Flatex angekündigt hat, künftig Minuszinsen für die Guthaben seiner Kunden zu erheben, dürften Sparer bundesweit noch stärker Ausschau nach Geldanlagemöglichkeiten halten, die auch mit niedrigen Einstiegsbeträgen umsetzbar sind.  

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Zwei von drei Euros fließen beim Immobilieninvesting in eine Crowd, in der das Kapital mehrerer Anleger in Immobilienprojekte gebündelt wird. Laut einer Studie des Demoskopie-Instituts Allensbach im Auftrag der Online-Investment-Plattform iFunded, für die Verbraucher ab 16 Jahren befragt wurden, flossen allein im Jahr 2016 mehr als 41 Millionen Euro in Nachrangdarlehen für Immobilienprojekte. Zu drei Vierteln wurde beim digitalen Immobilien-Crowdinvesting Wohnraum finanziert. 

Nur wenige Anleger wissen Bescheid

In der deutschen Bevölkerung kennen sich allerdings der Studie zufolge erst 

  • 17 Prozent mit Crowdinvesting für Immobilien aus, 
  • 13 Prozent können sich vorstellen, in diese Anlageklasse selbst per Crowdinvesting einzusteigen; 
  • 52 Prozent möchten jedoch nicht mehr als 500 Euro darüber anlegen.

14 Prozent der Sparer, die in den vergangenen Jahren ihr Geld vor allem auf Fest- oder Tagesgeldkonten geparkt haben, könnten sich in der jetzigen Niedrigzinsphase "gut" oder "vielleicht" vorstellen, Kapital in Immobilienprojekte über Crowdinvesting umzuschichten. Die Allensbach-Umfrage zeigt jedoch auch: Je größer die Investitionsbeträge, desto niedriger wird die Quote der Anleger. So würden beispielsweise nur noch drei Prozent einen Betrag von bis zu 10.000 Euro über die Crowd in Betongold stecken.

Ein Beispiel für Crowdinvesting bei Immobilien ist die Online-Plattform Bergfürst. Die 2011 gegründete Gesellschaft konzentriert sich auf die Finanzierung von Immobilien und agiert als Intermediär und Dienstleister für Unternehmen mit Kapitalbedarf und Investoren. "Private Anleger können sich schon mit kleinen Beträgen an Immobilienfinanzierungen beteiligen und erhalten für das zur Verfügung gestellte Kapital vergleichsweise hohe Zinsen", beschreibt Georg Sandler, Geschäftsführer von Bergfürst, im Springer-Buch "Fintechs" das Geschäftsmodell. Anleger können aus Sicht von Sandler mit Crowdinvesting eine Lücke in ihrer Vermögensanlage schließen, weil es "schlanke Kosten und bequeme Investitionsprozesse" biete. Potenzial sieht er auch für klassische Finanzvertriebe, denn mit zunehmender Verbreitung des Crowdinvestings seien diese trotz schlankerer Gebührenstrukturen bereit, über die Integration von entsprechenden Angebote in ihre Produktpalette nachzudenken. Kooperationen mit Crowdinvesting-Fintechs könnten sich ähnlich wie in anderen Fintech-Segmenten, etwa im Zahlungsverkehr, auch im Immobilienbereich etablieren.

Assetklasse hat noch Luft nach oben

Thomas Peresen, Projektleiter der Allensbach-Studie, sieht im Immobilien-Crowdinvesting "noch viel Luft nach oben". Deutsche Crowdinvesting-Anbieter wie zum Beispiel Exporo, Zinsland, das Berliner Start-up Zinsbaustein, iFunded oder Bergfürst sammelten laut dem Portal Crowdfunding.de in 48 Projekten 2016 insgesamt 40,3 Millionen Euro ein. Doch viele Anleger stehen der Anlageklasse noch kritisch gegenüber. Dieses Misstrauen müsse als erster Schritt beseitigt werden, meint Petersen. 

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