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Über dieses Buch

Dieses Buch beschreibt die Entwicklungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) im Themenfeld Corporate Social Responsibility (CSR) aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln. Dabei werden die Erfahrungen und das Fachwissen von zahlreichen nordrhein-westfälischen CSR-Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik strukturiert aufgearbeitet. Leser erhalten so einen umfassenden Überblick zum Themenfeld CSR und praxisorientiertes Insiderwissen aus der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Das Buch liefert einen wertvollen Beitrag für die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung des CSR-Standortes NRW und bietet darüber hinaus fundiertes Know-how und innovative Anregungen auch für CSR-Protagonisten in anderen deutschen Bundesländern.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

CSR in Nordrhein-Westfalen: Einführung in die Thematik und Beschreibung des Buchaufbaus

In diesem Artikel führen die Herausgeber des Buches CSR in Nordrhein-Westfalen (NRW), Patrick Bungard und René Schmidpeter, den Leser in die Buchthematik ein. Dabei gehen sie auf die Herausforderungen und Chancen von NRW in Zeiten des strukturellen Wandels ein, präsentieren eine Kurzeinführung zum Thema CSR und beschreiben die nordrhein-westfälische CSR-Landschaft mit ihren vielseitigen Themen und Akteuren. Außerdem beinhaltet der Artikel Hintergrundinformationen zu dem Sammelband und stellt einen Überblick der Buchinhalte dar.

Patrick Bungard, René Schmidpeter

Impulse aus der Wissenschaft

Frontmatter

Innovation durch CSR in NRW?!

In diesem Beitrag geht es wesentlich um den Zusammenhang von Verantwortung und Innovationen. Genauer ist der Gegenstand der Betrachtung die Verknüpfung von gesellschaftlicher Verantwortung (CSR) insbesondere von privatwirtschaftlichen Unternehmen und Innovationen in dem Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW). Nach einer Skizze der Ausgangssituation und Problemstellung wird zunächst der Blick darauf gerichtet, was angesichts der Vielfalt möglicher Vorstellungen über Innovationen darunter verstanden werden kann, und eine Systematik zu deren Erfassung vorgestellt. Diese Systematik dient sodann als Basis zur Vorstellung verschiedener Möglichkeiten, durch Verantwortlichkeit geprägte Innovationen in den Unternehmen anzuregen. Abschließend wird das Potenzial des innovationsbezogenen Einsatzes von CSR im Land NRW thematisiert. Ein Fokus der Erörterung bildet dabei die Förderung verantwortlicher Innovationen am Beispiel der CSR-Kompetenzzentren in NRW.

Thomas Krickhahn

Integres Wirtschaften lernen

Die IW Akademie

Psychologie, Ökonomik und Ethik – in der IW Akademie bringen Professoren verschiedener Fachrichtungen ihre langjährige Forschungs- und Lehrerfahrung ein. Aus der gemeinsamen Arbeit entstehen innovative und interdisziplinäre Forschungsprojekte und Seminarangebote, die sich u. a. mit CSR, Compliance, Culture und Codes of Conduct befassen. Zudem wird gemeinsam mit der TH Köln ein berufsbegleitender Master angeboten. Alle Angebote sind geprägt von einem gemeinsamen Verständnis der beteiligten Partner für verantwortliches Wirtschaften. Psychologie, Ökonomie und Ethik werden dabei als gleichwertige Säulen zur Erforschung und Umsetzung integren Wirtschaftens verstanden.

Dominik H. Enste, Julia Wildner

Corporate Responsibility (CR) in Nordrhein-Westfalen – Eine Bestandsaufnahme des CR-Managements nordrhein-westfälischer Unternehmen

Dieses Kapitel gibt einen Überblick zum Status quo von Corporate-Responsibility-(CR-)Management in nordrhein-westfälischen Unternehmen. Hierfür werden Daten aus dem Corporate-Responsibility-Index (CRI) 2015 der Bertelsmann Stiftung analysiert zu relevanten Managementdimensionen, wie z. B. CR-Strategie, -Organisation, -Maßnahmen, -Messung und -Kommunikation. Zwei Drittel der befragten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen (NRW) messen dem Thema CR eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für den Geschäftserfolg bei. Die teilnehmenden Unternehmen aus NRW sind in der CR-Organisation insgesamt weit fortgeschritten. CR ist bei ihnen häufig dezentral organisiert, was von einer tiefen Verankerung von CR in der Organisation zeugt. In den Bereichen der CR-Strategie, -Maßnahmen, -Messung und -Kommunikation gibt es allerdings Nachholbedarf, wenn man die Leistungen der Teilnehmer aus NRW mit denen der CR-Champions vergleicht, d. h. den CRI-Teilnehmern, die bereits über ein weit fortgeschrittenes CR-Management verfügen und Vorreiter im Bereich CR sind. Nur 45 % der Unternehmen aus NRW haben z. B. CR in die Gesamtstrategie des Unternehmens integriert im Vergleich zu 85 % bei den CR-Champions. Mehr als ein Drittel der nordrhein-westfälischen Teilnehmer haben noch gar keine CR-Strategie.

Anne Fries, Birgit Riess, Lena Lassak

CSR in der Kapitalmarktkommunikation: Für und Wider einer verpflichtenden Berichterstattung

Die Bedeutung von Corporate Social Responsibility (CSR) ist heute nicht nur in Großunternehmen kaum noch wegzudiskutieren. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind von Natur aus zwar in der Region NRW als sozialer Akteur verankert und nehmen dort oftmals bereits eine aktive Rolle ein, dennoch verspüren auch sie zunehmend den Druck ganz unterschiedlicher Anspruchsgruppen nach verantwortlichem Verhalten bezogen auf ökologische und soziale Nachhaltigkeitsziele. Dieser Druck hat auch dazu geführt, dass sich die Finanzberichterstattung verändert. Viele Großunternehmen berichten bisher entweder im Rahmen eines eigenständigen Nachhaltigkeitsberichts oder eines integrierten Reportings freiwillig über ihre CSR-Performance im Sinne einer Erfüllung von CSR-Zielen. Durch die Umsetzung der neuen CSR-Richtlinie der Europäischen Union wird dies auch Teil der verpflichtenden Berichterstattung von kapitalmarktorientierten Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Mit der Einführung der CSR-Pflichtberichterstattung wird die Erstellung von Unternehmensberichten deutlich komplexer, denn im Controlling müssen Berichtslinien entwickelt werden, mit denen die zielgruppengerechte Erfassung, Steuerung und Kommunikation der CSRPerformance überhaupt erst möglich wird. Dies betrifft nicht nur Unternehmen, die in der Finanzberichterstattung unmittelbar CSR-Informationen geben müssen, sondern gerade auch alle anderen Unternehmen, die über Beteiligungsverhältnisse, Lieferbeziehungen oder Kooperationen verbunden sind und die deshalb Informationen über CSR-relevante Sachverhalte auch aus ihren Geschäftsfeldern weitergeben müssen. Vor diesem Hintergrund müssen sich deshalb gerade die KMU der Region NRW ebenfalls mit den aus der CSR-Berichterstattung resultierenden Anforderungen ausführlich auseinandersetzen.

Barbara E. Weißenberger, Madeleine Feder

CSR-Dynamik steigern durch Branchenorientierung

Um Wirksamkeit jenseits der Nischen zu entfalten, muss sich das CSR-Konzept im unternehmerischen Alltag beweisen, d. h. konkret aufzeigen, welche Herausforderungen von heute und morgen durch die Zuhilfenahme der „Nachhaltigkeitsbrille“ besser, d. h. einfacher, frühzeitiger, intelligenter oder konsequenter gelöst werden können.Also gilt es, das eigene Kerngeschäft kritisch in den Blick zu nehmen, seinen internen und externen Anspruchsgruppen aufmerksam zuzuhören und gemeinsam zu reflektieren, welchen gesellschaftlichen Nutzen die eigenen Produkte und Dienstleistungen stiften. Die Frage nach nachhaltig erfolgreichen Geschäftsmodellen setzt zunächst eine vertiefte Kenntnis der Märkte, Strategien und Herausforderungen in den jeweiligen Branchen voraus und ist zudem je nach Größe, Historie und Kultur eines Unternehmens spezifisch zu beantworten. So sieht sich der familiär geführte landwirtschaftliche Betrieb naturgemäß anderen Herausforderungen gegenüber als der mittelständische Automobilzulieferer oder der global agierende Pharmakonzern.Doch wie kann es gelingen, dass Nachhaltigkeitsthemen spezifisch in die betriebliche Realität integriert werden und die Dynamik von CSR in NRW messbar gesteigert wird?Um dieser Frage nachzugehen, beginnt der vorliegende Beitrag mit einem kurzen Überblick über bestehende CSR-Rahmenwerke und diskutiert die Vor- und Nachteile einer Zertifizierung im Allgemeinen. Konkret wird dann auf den freiwilligen Standard des ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung eingegangen. Den ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften nutzen heute bereits zahlreiche Unternehmen insbesondere der Ernährungswirtschaft in NRW. Auf Basis der Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden im Fazit schließlich Perspektiven entwickelt. So wird insbesondere in einer Verständigung der Akteure auf wenige Top-CSR-Themen pro Branche eine große Chance gesehen, die CSR-Anstrengungen in NRW zu dynamisieren.

Christian Geßner, Axel Kölle

CSR in Lehre und Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften – das Beispiel des Kompetenzzentrums EthNa

Die Hochschule Niederrhein (HN) ist mit gut 14.500 Studierenden (WS2015/2016) an den Standorten Krefeld und Mönchengladbach die zweitgrößte öffentliche Fachhochschule in NRW und zählt zu den vier größten in Deutschland. In zehn Fachbereichen wird von den gut 250 Professoren ein breites Spektrum der für die Region und darüber hinaus wichtigen Studieninhalte vermittelt. Ingenieurwissenschaften, Gesundheitswissenschaften und Design sind am Standort Krefeld beheimatet, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Oecotrophologie sowie Textil- und Bekleidungstechnik in Mönchengladbach. In den neun Forschungsinstituten und 13 Kompetenzzentren wird angewandte Forschung im Sinne praxisrelevanter Problemlösungen für Unternehmen und andere Institutionen im näheren und weiteren Umfeld der Hochschule vorangetrieben. Dabei können Kompetenzzentren an der Hochschule Niederrhein als eine Vorstufe zu Forschungsinstituten angesehen werden. Sie verfügen ebenfalls wie die Institute über organisatorische wie finanzielle Unterstützung durch die Hochschulleitung, wobei ein Automatismus der Entwicklung hin zu einem Forschungsinstitut nicht existiert. Eines der Kompetenzzentren ist seit 2012 das EthNa Kompetenzzentrum CSR.

Monika Eigenstetter, Rudolf Voller, Martin Wenke

Social Entrepreneurship in NRW – Herausforderungen im deutschen Kontext

Start-ups sind dafür bekannt, Probleme des Kunden durch neue Geschäftsmodelle zu lösen. Dasselbe gilt auch für Social-Start-ups, mit dem feinen Unterschied, dass neben Kreativität und Innovationsgeist die nachhaltige Lösung gesellschaftlicher oder ökologischer Probleme im Mittelpunkt steht. Sparzwänge und Budgetkürzungen der öffentlichen Hand im Sozialsektor, zunehmende soziale Ungleichheiten und der unaufhaltsame demografische Wandel regen Gründer dazu an, die eigene Verantwortung wahrzunehmen. Ob in der Bekleidungsindustrie, im Lebensmittelsektor oder im Non-Profit-Bereich, überall gibt es Individuen, die nicht nur den reinen Profit suchen, sondern einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Aufgrund der Besonderheit des deutschen Sozialstaates bleiben immer noch die Antworten aus, welche Rechtsform am sinnvollsten ist, was Gemeinnützigkeit bedeutet und welche Förder- bzw. Finanzierungsmöglichkeiten es gibt. Auf diese Fragen soll der Artikel eine Antwort geben und darüber hinaus Licht auf unterschiedliche bestehende Geschäftsmodelle werfen.

Anika Lotter

Impulse aus der Unternehmenspraxis

Frontmatter

Bedeutung von Nachhaltigkeit im globalen diversifizierten Industriekonzern thyssenkrupp – Ein Praxisbericht

Dieser Beitrag basiert auf Praxiserfahrungen im Bereich der Einführung und Umsetzung von „Nachhaltigkeit“ in Unternehmen und internationalen Organisationen. Es soll veranschaulicht werden, wie ein aktives Umsetzen und Einbringen von Ideen, Konzepten und Systemen im Unternehmen möglich ist, welche Herausforderungen sich dabei stellen und welche Herangehensweisen aus Sicht der Autoren besonders vielversprechend sind. Der Beitrag soll Anregung für die tägliche betriebliche Praxis geben und ein vertieftes Verständnis für diese Thematik im Unternehmensumfeld schaffen. Es handelt sich nicht um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema „Nachhaltigkeit“, daher haben wir bewusst auf Literaturhinweise, wissenschaftliche Referenzen und illustrierende Zitate verzichtet. Nach einer kurzen Vorstellung von thyssenkrupp wird auf die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Faktoren eines aktiven Nachhaltigkeitsmanagements für den Unternehmenserfolg eingegangen. Beispiele sollen die Bedeutung von Nachhaltigkeit illustrieren. Abschließend werden einige Herausforderungen kurz skizziert und die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst.

Thomas Fußhöller, Hans-Jörn Weddige

Nicht von der Stange – das strategische Nachhaltigkeitsmanagement der Vaillant Group

Seit 2011 steuert der Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnikspezialist Vaillant Group seine globalen Nachhaltigkeitsaktivitäten zentral mit dem strategischen Managementprogramm S.E.E.D.S. Der Beitrag in dem vorliegenden Sammelband beleuchtet die Entwicklung dieses Programms – von grundsätzlichen Zielsetzungen über Fragen nach der Messbarkeit der Nachhaltigkeitsperformance bis hin zur Implementierung von Maßnahmen und der Erfolgskontrolle. Konkrete Beispiele illustrieren die Umsetzung von S.E.E.D.S. in der Unternehmenspraxis. Ein Ausblick in die Zukunft weist auf die Chancen der digitalen Transformation für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung hin.

Jens Wichtermann

CSR in NRW – CSR in der Textilwirtschaft

Der Autor skizziert die Entwicklung in der Textilindustrie ab den 1970er-Jahren und erklärt die sozialen und ökologischen Auswirkungen. Es wird beschrieben, wie die aktuelle Situation ist und wie die Situation verbessert werden kann. Dazu werden Lösungen vorgestellt und ein Ausblick, wie sich die Industrie verbessern könnte.

Ralf Hellmann, Gerhard Becker

Verantwortlich handeln – Corporate Responsibility Management bei ALDI

ALDI verfolgt seit mehr als 50 Jahren ein ganz einfaches Prinzip: qualitativ hochwertige Produkte zum besten Preis anzubieten. Das erfolgreiche Discountkonzept basiert auf effizienten Arbeitsabläufen und einem übersichtlichen Sortiment. Dabei sind die Unternehmensgruppen ALDI Nord und ALDI SÜD der Überzeugung, dass dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg nur dann erzielt werden kann, wenn sie Verantwortung für Mensch und Umwelt übernehmen und sich gesellschaftlichen Herausforderungen stellen. Der folgende Beitrag widmet sich hierbei den Fragen: Wie tragen die Unternehmensgruppen zu einem verantwortlichen Handel bei? Wie wird Unternehmensverantwortung in der Praxis umgesetzt? Wie kann eine Balance zwischen Preissensibilität, Qualität und Nachhaltigkeit im Discountbereich hergestellt werden? Globale Auswirkungen und Einflussmöglichkeiten entlang der Wertschöpfung gilt es dazu, ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig zu gestalten. Beide Unternehmensgruppen befassen sich deshalb mit der nachhaltigeren Gestaltung ihrer Lieferketten und arbeiten dabei eng mit Geschäftspartnern und externen Experten zusammen. Denn: Nachhaltige Produkte sollen zu einer Selbstverständlichkeit für Handel und Verbraucher werden.

Julia Adou, Christina Emmermann

Globale Megatrends und lokale unternehmerische Verantwortung: Integration von Geflüchteten

Dass Unternehmen wichtige Akteure der Globalisierung sind und bestimmte Entwicklungsziele der internationalen Gemeinschaft nur durch ihre Partizipation erreicht werden können, ist mittlerweile unstrittig. Zwei globale Initiativen, UN Global Compact und Sustainable Development Goals, sind prägend für prinzipiengeleitetes und verantwortungsbewusstes Wirtschaften, das langfristig gesellschaftliche Probleme adressiert. Die in diesem Zusammenhang an Unternehmen herangetragenen Anforderungen sind durch eine hohe thematische und räumliche Vielfalt geprägt und erfordern einen Spagat zwischen regionalem Engagement und globalem Bezug. Am Beispiel des Programms des TÜV Rheinland zur Integration von Geflüchteten illustriert dieser Artikel, wie durch unternehmerische Verantwortung im regionalen Kontext globale gesellschaftsrelevante Herausforderungen bewältigt werden. Aus den dabei gesammelten spezifischen Erfahrungen werden unternehmensseitige Erwartungen für eine gleichberechtigte und effektive Zusammenarbeit aller relevanten Partner abgeleitet.

Hannes Hofmann, Susanne Dunschen

In Zukunft bitte nachhaltig

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache, ein einfaches „Weiter so“ ist vor dem Hintergrund der globalen und zu einem erheblichen Teil von Menschen verursachten Herausforderungen wie Klimawandel und Verlust an Biodiversität keine Alternative. Ein Umdenken für eine nachhaltigere Entwicklung muss bei Politik und Wirtschaft, aber ebenso auf individueller Ebene einsetzen.Für ein Unternehmen der Baumarktbranche gibt es im Spannungsfeld der verschiedenen Anspruchsgruppen viele Ansatzpunkte, um selbst einen Beitrag für eine nachhaltigere Entwicklung zu leisten. Eine Sortimentsgestaltung mit dem Ziel, möglichst viele nachhaltigere Alternativen bieten zu können, sowie eine systematische Sensibilisierung der Kunden für Fragestellungen der Nachhaltigkeit sind zwei konkrete Hebel, an denen Handelsunternehmen ansetzen können.Zeichen für ein gestiegenes Bewusstsein in Bezug auf die weltweiten Herausforderungen sind auf politischer wie gesellschaftlicher Ebene zu erkennen, die ersten Schritte in Richtung einer nachhaltigeren Entwicklung müssen aber in Zukunft weiter verstetigt werden.

Kai Battenberg

Aufbau und Implementierung eines CSR-Programms im globalen B2B-Chemiehandel – Case Study Brenntag

Brenntag, der Weltmarktführer im B2B-Chemiehandel, hat sich das Ziel gesetzt, auch beim Thema CSR führend in seiner Branche zu sein. Der Artikel analysiert die Hintergründe dieser Entscheidung, verdeutlicht die organisatorische Art der Umsetzung und stellt die verschiedenen Entwicklungsphasen des CSR-Programms bei Brenntag heraus. Hierbei wird insbesondere auf die aktuelle Ausgestaltung mit CSR-Zielen, Initiativen und Reporting eingegangen. Zuletzt werden die wesentlichen Hindernisse bei der Implementierung und Weiterentwicklung von CSR bei Brenntag dargestellt.

Dirk Eckert

CSR-Berichterstattung, der Nachweis guter Unternehmensführung

Die Antwort auf die Frage: „Warum über die eigene unternehmerische Verantwortung berichten?“, ergibt sich zunächst durch einen Blick auf die für das Unternehmen relevanten Anspruchsgruppen und deren Interessen an dem Unternehmen sowie seinen Aktivitäten. Diese Anspruchsgruppen bestimmen zum Teil auch die zu berichtenden Aspekte. Hinzu kommen für einige Unternehmen noch gesetzlich vorgeschriebene Berichtspflichten, wie zum Beispiel zuletzt durch das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) und die damit verbundenen Energieaudits oder die im kommenden Jahr in Kraft tretende EU-Direktive zur Berichtspflicht von nichtfinanziellen Informationen durch Unternehmen von besonderem öffentlichen Interesse. So unterschiedlich wie die Inhalte können auch die Formate sein. Die Vorteile der Berichterstattung liegen vor allem in dem Nutzenpotenzial, das sich aus der Erfüllung der Stakeholder-Anforderungen ergibt. Zudem erlaubt die erforderliche Datengrundlage, dass Unternehmen zukünftig nach nichtfinanziellen Aspekten steuern können und zum Beispiel zukunftssicher mit Trends wie steigenden Energiepreisen oder der Decarbonisation von Dienstleistungs- und Produktionsprozessen im Rahmen der Energiewende umgehen können.

Joachim Ganse

Energiewende 4.0 – Made in NRW

Der Energiestandort Nordrhein-Westfalen scheint sich mit der Energiewende schwer zu tun. Seine noch vor wenigen Jahren „blühenden“ und mächtigen Energieversorger an Rhein und Ruhr, seine einstmals hochmodernen Kraftwerkparks und seine Tagebaugebiete muten wie die Ruinen eines alten, überkommenen Energiezeitalters an und scheinen so gar nicht in das Konzept der neuen, nachhaltigen Energiewelt zu passen. Aber stimmt das? Kann NRW keine Energiewende? Doch!, lautet die Antwort dieses Beitrags. NRW und seine Unternehmen waren und sind bis heute Motoren der Energiewende, die für das Gelingen des generationenübergreifenden Projekts „Energiewende“ unentbehrlich sind.Die Energiewende in Deutschland gilt vielen heute als der Inbegriff von nachhaltigem Handeln. Die Abkehr von der Kernenergie und das Ziel, möglichst rasch eine vollständig regenerative Energieerzeugung aufzubauen, stehen für mehr Sicherheit, mehr Umwelt- und Klimaschutz und damit in den Augen vieler für mehr Nachhaltigkeit. Energiewende und Nachhaltigkeit – so scheint es – passen uneingeschränkt zusammen und können gleichsam synonym füreinander eingesetzt werden.Dagegen scheint sich dem Energiestandort Nordrhein-Westfalen die Energiewende schwerzufallen. Seine noch vor wenigen Jahren „blühenden“ und mächtigen Energiekonzerne an Rhein und Ruhr, seine einstmals hochmodernen Kraftwerkparks und seine Tagebaugebiete muten nach Meinung vieler wie die Ruinen eines alten, überkommenen Energiezeitalters an und scheinen so gar nicht in das Konzept der neu entdeckten Nachhaltigkeit zu passen.Stimmt diese Diagnose? Kann NRW keine Energiewende? Kann NRW keine Nachhaltigkeit? Diese Fragen legen bereits nahe: Doch, NRW und seine Unternehmen können sehr wohl Energiewende. Mehr noch: Sie waren und sie sind auch heute – einschließlich der „klassischen“ Energiekonzerne – Motoren der Energiewende, die wir für das generationenübergreifende Projekt „Energiewende“ dringend brauchen. Eine Garantie für dieses Gelingen gibt es allerdings nicht. Denn der vermeintliche „Abgesang“ auf den Energiestandort NRW kann nachgerade als Indikator dafür genommen werden, woran das Projekt Energiewende heute krankt: nämlich am wirklich nachhaltigen Ansatz. Wer meint, die Energiewende sei per se „grün und nachhaltig“, greift deutlich zu kurz. Was wir stattdessen brauchen, ist eine vollumfängliche Standortbestimmung, wie die Energiewende in ihrem weiteren Verlauf wirklich nachhaltig gestaltet werden kann.

Mirko-Alexander Kahre

Kommunikation von CSR-Unternehmen erreichen und begeistern

Wer kleine und mittelständische Unternehmen kommunikativ von den Vorteilen von CSR und Nachhaltigkeit überzeugen möchte, wird dies mit Fachinformationen und rationaler Vorteilsargumentation kaum ausreichend erreichen. Die Autoren stellen in ihrem Artikel auf Basis ihrer langjährigen Beratungserfahrung und der Erkenntnisse aus dem ESF-geförderten Projekt CSR Initiative Rheinland der IHK Bonn/Rhein-Sieg alternative Ansätze und Kommunikationsstrategien vor, die die Möglichkeiten der emotionalen Kommunikation im Netz durch Storytelling und Contentmarketing für die Verbreitung des CSR-Ansatzes nutzbar machen. Interessierte erhalten zudem wertvolle Tipps und Anregungen zur praktischen Umsetzung der vorgestellten Strategien, die auch für kleinere Initiativen und Netzwerke realisierbar sind.

Marcus Eichhorn, Riccardo Wagner

„Nice to have“ oder „must“? CSR bei Start-ups

Zwar sind Social Entrepreneurs, bei denen CSR quasi Bestandteil der eigenen Genetik ist, seit etwa zehn Jahren Gegenstand von Forschung und öffentlicher Förderung. Ob CSR aber für innovative Technologie-Start-ups außerhalb dieses engen Feldes Relevanz besitzt, etwa beim Businessplan, im Rahmen des Aufbaus des operativen Geschäfts oder für die Gewinnung von Investoren, Kunden, Lieferanten und Stakeholdern, darüber gibt es bisher kaum Erkenntnisse. Berichte über „hire and fire“, Ausbeutung und Selbstausbeutung des Managements und des Personals in der deutschen Start-up-Szene sprechen eher für weitverbreitete Ignoranz gegenüber CSR.Die Autoren sind Vorstand des Business Angels Netzwerk Deutschland e. V. (BAND), der an zwei Projekten beteiligt ist, „GreenUpInvest“ und „CSR Hub NRW“, die aus unterschiedlichen Perspektiven der Rolle von CSR bei Start-ups nachgehen. Der Beitrag bietet erste Erkenntnisse und Überlegungen zu diesem neuen CSR-Praxisfeld.

Ute Günther, Roland Kirchhof

Impulse von Verbänden

Frontmatter

Gesellschaftliche Verantwortung und unternehmerischer Erfolg sind keine Gegensätze – Impulse der IHK Köln zum nachhaltigen Wirtschaften

Die Industrie- und Handelskammern haben bereits seit mehreren Jahren das Thema CSR auf der Agenda. Beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Dachorganisation der deutschen IHKs, existiert seit mehreren Jahren ein eigener Arbeitskreis, in dem die IHKs aktiv ihre Erfahrungen mit dem Thema teilen. Dies leiten die IHKs aus § 1 Abs. 1 IHK-Gesetz ab, in dem ihnen der Gesetzgeber aufgegeben hat, „für Wahrung von Anstand und Sitte des ehrbaren Kaufmanns zu wirken“ (BGBl. I 2015 S. 147). Unter den Werten, die der „ehrbare Kaufmann“ vertritt, befindet sich die Verantwortung. Dies für die Menschen (Mitarbeiter und Verbraucher) und für den Umgang mit Rohstoffen zu übernehmen, hat viele deutsche Unternehmen herausgefordert. Dabei verlässt die Unternehmen neben der Orientierung an ethischen Werten nicht der Sinn für die kaufmännische Realität. Die IHK Köln hat sich ebenfalls dieser Aufgabe gewidmet. Für die Selbstverwaltungsorganisation des Gesamtinteresses der gewerblichen Wirtschaft in der Region war und ist wichtig, dass das Bewusstsein für eine sozial, ökologisch und ökonomisch verantwortungsvolle Unternehmensführung eine Chance für die Unternehmen darstellt, um ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit zu stärken. Der Beitrag verdeutlicht die Tätigkeit der IHK Köln bie der Vermittlung des Themas bei ihren Mitgliedsunternehmen.

Ulrich S. Soénius

Gesellschaftliche Verantwortung in kleinen und mittelständischen Unternehmen – ein Erfahrungsbericht

Viele kleine und mittelständische Unternehmen leben gesellschaftliche Verantwortung am Standort, gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Doch nur die wenigsten beziehen ihre Aktivitäten aktiv in ihre Unternehmensstrategie ein und können mit dem Begriff CSR etwas anfangen. In diesem Sinne unterstützt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg ihre Unternehmen durch Informationen und Veranstaltungsformate wie das CSR-Frühstück. So konnte ein CSR-Netzwerk von engagierten Unternehmen, NGOs und Multiplikatoren in der Region etabliert werden. Die Aktivitäten werden seit dem 1.1.2016 vom CSR-Kompetenzzentrum Rheinland fortgeführt und gebündelt.

Michael Pieck

CSR – Pflicht oder Kür? Eine Einschätzung der IHK zu Essen

Mit dem Leitbild des ehrbaren Kaufmanns hat Corporate Social Responsibility (CSR) eine lange Tradition im Geschäftsleben. Die IHK zu Essen setzt sich dafür ein, CSR bei Unternehmen und Institutionen in der Region als Orientierung für das wirtschaftliche Handeln zu etablieren. Insbesondere vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen und Regionen geht CSR mit Aspekten, wie positiver Imagefaktor, Standortsicherung und Attraktivitätssteigerung, einher. Am Beispiel des stationären Einzelhandels wird deutlich, dass in der öffentlichen Wahrnehmung meist die wirtschaftliche Komponente im Vordergrund steht. Jedoch sind auch hier Aktivitäten und Potenziale von CSR allgegenwärtige Praxis.

Guido Zakrzewski, Sandra Schmitz

Handwerk mit Verantwortung

Was mag in einer hoch technisierten Welt, dem globalen Dorf, paradoxer klingen, als dass das Handwerk ein Gutteil der Lösung zukünftiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und sozialer Probleme sein kann? Auf einem Weg, den sich der Großteil der lebenden Menschen nicht bewusst ausgesucht hat, auf dem der Fortschritt mit rasender Geschwindigkeit über die Erdoberfläche hinwegfegt, können die „langsamen“ Fähigkeiten und Fertigkeiten des handwerklichen Könnens dazu beitragen, wieder verantwortungsvoll auf unser Tun und Handeln zu blicken, die erworbenen Produkte als „menschengemacht“ und die Ressourcen als begrenzt wertzuschätzen. Handwerk mit Verantwortung ist ein zukunftsorientiertes Arbeitsprinzip, das ein neues Denken unternehmerischen Handelns fordert, denn „eine erfolgreiche freie Gesellschaft wird immer in hohem Maße eine traditionsgebundene Gesellschaft sein“.

Timothy C. Vincent

Private Banken bekennen sich zur Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist nicht erst seit der Finanzkrise, aber seitdem deutlich intensiver ein Thema für die Finanzbranche. Die Implementierung von CSR in Geschäftsprozesse und -modelle ist inzwischen weit fortgeschritten: Nachhaltigkeitskriterien bestimmen die Unternehmenskultur, Kundenbeziehungen und die Risikobetrachtung von Finanzierungen in privaten Banken. Nicht zuletzt die erhöhten Regulierungsvorgaben und Compliance-Anforderungen sowie ein steigendes Bewusstsein für Good Governance haben diese Entwicklung befördert. Die private Kreditwirtschaft beeinflusst mit ihren Entscheidungen die Entwicklung in anderen Wirtschaftssektoren erheblich und bekennt sich zu ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung als Teil der Realwirtschaft und der Gesellschaft.

Steffen Pörner

Mit CSR kleine und mittelständische Unternehmen begeistern

„CSR? Was soll das denn sein?“ Das ist eine typische Reaktion von mittelständischen Betrieben, wenn sie erstmalig auf das Thema verantwortungsvolle Unternehmensführung angesprochen werden. Dabei sind es oft vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die freiwillig mehr tun für ihre Mitarbeiter, die Umwelt oder die Gesellschaft, als es die gesetzlichen Bestimmungen verlangen. Kurzum: CSR ist in der DNA des Mittelstands verankert, gerade auch in der von einem starken Mittelstand geprägten Region Ostwestfalen-Lippe (OWL). Allerdings fehlt es oft an einer klaren Konzeption und einem strategischen Ansatz, um das Thema Nachhaltigkeit in den Betrieben zu positionieren. Aufbauend auf jahrelangen Erfahrungen in mittelstandsorientierten CSR-Projekten beschreiben die Autoren, wie es gelingen kann, Fach- und Führungskräfte in KMU für das Thema zu sensibilisieren, die Chancen von CSR in den Unternehmen zielorientiert zu kommunizieren, und legen dar, welche nachhaltigen Erfolgsfaktoren die Akteure vor Ort begeistern können.

Thorsten Brinkmann, Simon Gröger, Wolfgang Keck

CSR: Mehrwert und Kompetenz im Rhein-Kreis Neuss

Schon seit einigen Jahren engagiert sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Kreis Neuss intensiv beim Thema Corporate Social Responsibility, kurz CSR, und gehört hier zu den Vorreitern in ganz Nordrhein-Westfalen. Von Juli 2012 bis Juni 2014 führte sie, gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) der EU und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ein Projekt durch, bei dem speziell KMU in der Region Unterstützung bei der Entwicklung und Implementierung einer individuellen CSR-Strategie bekamen. Der große Erfolg, den unter anderem die Best-Practice-Unternehmen in diesem Buchkapitel dokumentieren, sowie die erworbene Kompetenz auf diesem Gebiet veranlasste die Wirtschaftsförderungsgesellschaft unter Leitung des Geschäftsführers Robert Abts schließlich, die Idee von CSR-Kompetenzzentren in NRW maßgeblich bei den politischen Entscheidungsträgern voranzutreiben. Mit Erfolg: Seit Februar 2016 bis einschließlich Januar 2019 ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Kreis Neuss eines von fünf geförderten CSR-Kompetenzzentren in NRW. Wissenschaftlich begleitet durch die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und unterstützt durch viele Netzwerkpartner auch der angrenzenden Regionen, trägt man das Thema CSR kontinuierlich an den Mittelstand heran.

Robert Abts, Sylvia Becker, Thomas Corrinth

Impulse aus der Zivilgesellschaft und Politik

Frontmatter

CSR-Politik in Nordrhein-Westfalen

In diesem Beitrag werden die Ziele und Instrumente der nordrhein-westfälischen CSR-Politik dargestellt. Dazu werden zunächst das politische Verständnis von CSR und die CSR-Strategie des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen skizziert. In einem weiteren Schritt werden die wichtigsten Maßnahmen und Initiativen vorgestellt, mit denen die Unternehmen bei ihrer Verantwortungsübernahme unterstützt werden. Der Beitrag endet mit einem kurzen Ausblick auf die Weiterentwicklung der CSR-Strategie NRW.

Günther Horzetzky

Nordrhein-Westfalen als Keimzelle nachhaltigen Wirtschaftens? Ein Rückblick auf den Deutschen Nachhaltigkeitspreis von 2008 bis 2015

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird seit dem Jahr 2008 jährlich in verschiedenen Kategorien, wie z. B. Produkte, Kommunen, Forschungseinrichtungen, verliehen. Dabei werden auch die nachhaltigsten Unternehmen Deutschlands in unterschiedlichen Klassen ausgezeichnet. Viele Bewerbungen sowie eine große Anzahl der nominierten und siegreichen Unternehmen stammen aus Nordrhein-Westfalen.Im Fokus des folgenden Artikels stehen die Bewerber und vor allem auch die für ihr Nachhaltigkeitsengagement nominierten und prämierten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen:•Wie hat sich ihr Anteil an den Bewerbungen entwickelt?•Welche Unternehmen bewerben sich? Welche gehen als Sieger hervor?•Wodurch zeichnen sich die Preisträger der unterschiedlichen Jahre aus?•Wie hat sich die Qualität der Nachhaltigkeitsbemühungen der Unternehmen über die Jahre geändert?

Stefan Schulze-Hausmann, Otto Schulz, Gabriela Baum-D’Ambra, Saskia God

Wider Greenwashing: Wie integre CSR-Akteure sich absichern können

CSR ist nicht nur eine chancenreiche, sondern auch eine mit Risiken behaftete Managementstrategie. So kann beispielsweise Opportunismus den Erfolg einer von Unternehmen betriebenen CSR-bezogenen Politik ernsthaft gefährden. Die bekannteste Form hierbei stellt Greenwashing (dt.: Grünfärberei) dar – was in zweierlei Weise für Unternehmen zur Gefahr werden kann: CSR-Unternehmen können durch das Greenwashing anderer Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen oder gar fälschlicherweise selbst des Greenwashings bezichtigt werden. Hintergrund ist in beiden Fällen Informationsasymmetrie. Gelingt es nicht, Greenwashing zu unterbinden, drohen Wettbewerbsverzerrungen. Leidtragende sind die redlichen CSR-Akteure und deren Kunden. Anhand zweier Vergleichsunternehmen aus Nordrhein-Westfalen, die sich in ihrer Größe deutlich unterscheiden, zeigt der Beitrag, welche Instrumente sich eignen, um die Risiken, die mit Greenwashing verbunden sind, zu minimieren. Als zielführend erweisen sich eine testierte Berichterstattung, der sozialkapitalgetragene Kundendialog, Signaling und eine Compliance-Kooperation – Maßnahmen also, die prinzipiell von Unternehmen jedweder Größe praktiziert werden können.

Frank Maaß, Annette Icks

Arbeitsrechte global – der Beitrag SÜDWINDs zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten von Unternehmen

Das Institut SÜDWIND/Bonn beschäftigt sich seit seiner Gründung mit der Durchsetzung von Arbeitsrechten in der globalen Wertschöpfungskette von Textilien. In diesem Kontext spielt freiwillige soziale Unternehmensverantwortung (CSR) eine wichtige Rolle. SÜDWIND nimmt eine kritische Perspektive zur freiwilligen CSR-Politik von Unternehmen ein und versucht durch mehrere alternative Strategien, zur Durchsetzung der Rechte von Textilarbeitenden beizutragen. Hierzu gehören die Stärkung von Beschäftigten, der Dialog mit Unternehmen und Standardinitiativen sowie das Engagement in der Multiakteursinitiative des Textilbündnisses.

Sabine Ferenschild

CSR in Mode: Ein kritischer Blick auf die Bekleidungsindustrie und FEMNETs Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen

Die Autorin, geschäftsführender Vorstand von FEMNET, weist auf die oft irreführende Verwendung des Begriffs CSR hin, mit dem Sponsoring oder auch nur die pure Einhaltung von Gesetzen verstanden wird. Sie weist auf die Gefahr der Schönfärberei durch CSR hin und den Versuch der Wirtschaft, mithilfe von freiwilligen CSR-Maßnahmen gesetzlichen Verpflichtungen vorzubeugen. Sie erläutert die Arbeit von FEMNET, deren Arbeit im Bildungssektor einen Schwerpunkt in NRW hat. Die Frauenrechtsorganisation kooperiert seit rund fünf Jahren mit (Fach-)Hochschulen für Mode, um die zukünftigen Einkäufer für nachhaltige Themen zu sensibilisieren. In dem Projekt sind zahlreiche Module entstanden und Multiplikatoren ausgebildet worden. FEMNET erstellte zudem zwei Einkaufsführer für faire Kleidung für die Städte Bonn und Köln (Letzteres in Kooperation mit einer Modeuniversität) und klärt über faire und ökologische Siegel auf. Die Frauenorganisation berät die Stadt Bonn beim Einkauf von fairer Dienstkleidung und wendet sich gegen die Errichtung eines Primark in der Fair-Trade-Stadt Bonn. FEMNET richtet sich aber auch im Rahmen der Clean Clothes Campaign mit Kampagnen an Bekleidungsunternehmen und arbeitet beim Bündnis für nachhaltige Textilien mit. Durch politische Kampagnen, Bildungsarbeit vor Ort, Beratung und Information der Öffentlichkeit konnte FEMNET zahlreiche Anstöße zu einer kritischen Reflexion von CSR geben.

Gisela Burckhardt

Köln als Pionier innovativen Unternehmensengagements für Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz: Erfolgreiche Kooperationen mit kommunalen, institutionellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren

Die Rhein-Metropole Köln zeichnet sich aufgrund ihres ausgeprägten stadtgemeinschaftlichen Engagements durch eine Vielzahl innovativer CSR-Strukturen und -Netzwerke ganz unterschiedlicher Entstehungsmuster und Zielrichtungen aus. Insbesondere die erfolgreiche Zusammenarbeit der drei Akteursebenen Unternehmerschaft, Rat/Stadtverwaltung und institutionelle/zivilgesellschaftliche Gruppierungen ermöglichte die Entwicklung völlig neuer Projekte und Maßnahmenrealisierungen für Nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Umweltgerechtigkeit. Am Beispiel der Kooperationsprojekte des Kölner Trägervereins Netzwerk e. V. (Institut Natur & Kultur sowie Sozialraumkoordination Köln-Bilderstöckchen) mit dem kommunalen Unternehmen RheinEnergie AG, der Kölner REWE Group, dem Kölner Netzwerk Bürgerengagement sowie dem Kompetenzteam KlimaBildung Köln wird die Vielfalt des Unternehmensengagements im Sinne des CSR verdeutlicht. Zentrale Impulsgeber der innovativen CSR-Aktivitäten der beteiligten Unternehmen waren dabei unternehmenseigene (Förder-)Programme, direkte Kooperationsanfragen externer Partner oder auch Anregungen zum veedelsorientierten Handeln aus Netzwerken bürgerschaftlichen Engagements.

Brigitte Jantz
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