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Über dieses Buch

In diesem Buch wird bürgerschaftliches Mitarbeiterengagement in Deutschland ganzheitlich dargestellt. Der Leser gewinnt Einblicke in die Rahmenbedingungen, Formate sowie die operative Umsetzung von deutschen Corporate-Volunteering-Projekten. Die vielfältigen Aspekte dieser CSR-Maßnahme werden aufgezeigt, um abschließend einen Ausblick auf aktuelle Trends in diesem Bereich zu geben. Das Buch ist von Corporate-Volunteering-Experten aus Praxis, Wissenschaft und Politik gestaltet; theoretische Ausführungen werden durch zahlreiche Praxisbeispiele illustriert. Dieser Band eignet sich als praktisches Arbeitsbuch im Hochschul- und Weiterbildungsbereich. Entscheidern in Unternehmen, v.a. im Personal- und Nachhaltigkeitsbereich, bietet es eine Handlungsanleitung für die Implementierung von Corporate Volunteering im eigenen Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Jedes Jahr helfen immer mehr Arbeitnehmer freiwillig mit ihrer Arbeitskraft, ihrem Können und ihrem Wissen sozial Benachteiligten, indem sie Hilfsprojekte in unterschiedlichster Weise unterstützen – und sie tun dies im Rahmen ihrer Beschäftigung und mit dem Einverständnis ihres Arbeitgebers. Dieses bürgerschaftliche Engagement von Mitarbeitern während der Arbeitszeit, das so genannte Corporate Volunteering, zielt darauf ab, die Ressourcen eines Unternehmens durch das soziale Engagement der Beschäftigten für gesellschaftliche Belange einzusetzen. Während Unternehmen in den USA historisch und kulturell bedingt den ehrenamtlichen Einsatz ihrer Beschäftigten institutionell seit den frühen 90er-Jahren in großem Umfang fördern und unterstützen, ist das Thema bei deutschen Arbeitgebern seit der Jahrtausendwende verstärkt präsent: Als Teil der Corporate-Citizenship-Anstrengungen möchten Unternehmen gezielt helfen, sich gewinnbringend für die Gesellschaft einsetzen und als verantwortungsvoller Akteur wahrgenommen werden.

Suska Dreesbach-Bundy, Barbara Scheck

Strategische Relevanz von Corporate Volunteering

Frontmatter

Strategische Relevanz von Corporate Volunteering

In diesem Beitrag zur strategischen Relevanz von Corporate Volunteering (CV) wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Triade Unternehmen, Mitarbeitende und gemeinnützige Organisation betrachtet. Aspekte wie (Inter-)aktion, Nutzen und Herausforderungen von CV-Aktivitäten und die Einbettung der Thematik in den Kontext von Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility und unternehmerische Nachhaltigkeit werden dabei diskutiert und reflektiert. Ausgehend von einer unternehmensbezogenen Sicht auf das entsprechende gesellschaftliche Engagement und das mögliche aktive Mitgestalten durch die Mitarbeitenden, werden zudem die Perspektiven der individuellen Mitarbeitenden sowie der gemeinnützigen Organisationen als ebenfalls zentrale Akteure im CV-Zusammenspiel aufgegriffen. Durch entsprechende Praxis- und Literaturbezüge wird der Tatsache Rechnung getragen, dass CV in der Unternehmenspraxis Anklang findet und sich auch die Wissenschaft diesem sich entwickelnden Themenfeld widmet.

Dorli Harms

CV for HR: Potentiale von Corporate Volunteering für das Humanressourcenmanagement

Corporate Volunteering ist eine Form des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen, das – wie das Humanressourcenmanagement auch – den Menschen beziehungsweise den Mitarbeiter im Fokus hat. Dennoch nutzen Personalverantwortliche das Instrument bislang nur selten. Dieser Artikel zeigt anhand verschiedener Studien den Mehrwert von Corporate Volunteering für das Personalmanagement und beschreibt exemplarisch adäquate Volunteeringformate entlang der Funktionen des Personalmanagements. Potenziale werden aufgedeckt und Erfolgsvoraussetzungen beschrieben. Damit soll gezeigt werden, dass Personalverantwortliche um die Effekte des Instruments Corporate Volunteering wissen sollten und es als eine sinnvolle und strategisch einsetzbare Ergänzung der Personalmanagementtoolbox nutzen können.

Mirjam Rossa, Jonathan Przybylski

Corporate Volunteering in Deutschland

Frontmatter

Corporate Volunteering in Deutschland

Seit gut 20 Jahren ist der Autor Beobachter und Mitgestalter der Entwicklung des Corporate Volunteering in Deutschland. Mit diesem Erfahrungshintergrund leistet der folgende Beitrag einen Rückblick auf die Anfänge des Corporate Volunteering in Deutschland, die weiteren Entwicklungen bis heute sowie auf die internationalen Impulse, die hierzu beigetragen haben. Weiter beleuchtet der Autor die aktuelle Situation und die Ausdifferenzierung des Verständnis von Corporate Volunteering und seiner praktischen Ausgestaltung.

Dieter Schöffmann

Formate, Akteure, Praxis: Zum Stand von Corporate Volunteering

Der Beitrag gibt einen Überblick über die aktuelle Entwicklung von Corporate Volunteering, wie sie sich vor dem Hintergrund der 15-jährigen Erfahrung des Autorenteams mit der Begleitung vieler großer und mittelständischer Unternehmen bei der Entwicklung und Durchführung lokaler Corporate-Volunteering-Projekte wie bundesweiter Programme darstellt. Zu Beginn wird das gängige Verständnis von Corporate Volunteering in Deutschland vorgestellt und das Instrument in den CSR- und Corporate-Citizenship-Baukasten eingeordnet. Etablierte Projektformate, mit Corporate Volunteering angestrebte Ziele und Benefits, Kooperationspartner von Unternehmen und Akteure im Feld sowie einige für die Umsetzung relevante Themen sind die weiteren Schwerpunkte dieses Beitrags.

Reinhard Lang, Ellen Sturm

Corporate Volunteering: an International Comparison

Corporate volunteering has become increasingly widespread across the globe. While in some regions it has long been ‘business as usual’, other areas are just being introduced to it, often through international corporations that bring their own Corporate Social Responsibility (CSR) programmes with them. Comparative statistics to quantify corporate volunteering around the globe are hard to come by; however, a lot can be learned from comparing strategies, trends and challenges from completely different regions. This chapter reviews available literature to give some insights into the conditions and frameworks of corporate volunteering and uses the United Kingdom, leading corporate volunteering in Europe, as a case study to go into more depth. It finds that companies globally engage much more directly with civil society and the public sector in addressing inequalities and also find more of an infrastructure to partner internationally to increase their impact. Similarly, civil society organisations have become much stronger and more emancipated partners. Consequentially, barriers to addressing inequalities are either better understood or broken down innovatively paving the way to win-win scenarios for business and civil society.

Angela Schlenkhoff-Hus

Corporate Volunteering Trends

Frontmatter

Kompetenzbasiertes Engagement im Rahmen von Corporate-Citizenship-Programmen am Beispiel von startsocial

Neben Staat und Zivilgesellschaft spielen Unternehmen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen eine wichtige Rolle. Im Rahmen von Corporate-Citizenship-Programmen bündeln sie ihre gesellschaftsbezogenen Aktivitäten zum Wohl des Gemeinwesens. Corporate Volunteering, also der gemeinwohlorientierte Einsatz von Mitarbeitern, gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Die Programme sind hinsichtlich des zeitlichen Umfangs, der eingebrachten Unternehmensressourcen und der Art des Engagements äußerst vielfältig. Insbesondere kompetenzbasiertes Engagement bietet hier ein echtes Win-win-win-Potenzial für das Gemeinwesen, die Beschäftigten und das Unternehmen. Am Beispiel der gemeinnützigen Mittlerorganisation startsocial, die soziale Initiativen und Mitarbeiter von Unternehmen zusammenbringt, werden Chancen und Herausforderungen dieser Engagementform aufgezeigt und Empfehlungen für die Praxis formuliert.

Sunniva Engelbrecht, Caroline Oxley, Lena Röcker

Senior Corporate Volunteering: Demografische Entwicklung, neue Altersbilder und Konsequenzen für ein kluges Übergangsmanagement

Viele haben verstanden, in welcher Dramatik sich in den nächsten Jahren der demografische Wandel abspielen wird. Er wird gerne mit „Wir werden älter, bunter und weniger“ beschrieben. Angesichts des Zeitenwechsels, der ohne historisches Vorbild ist, erscheint diese Formulierung eher als eine verniedlichende Verharmlosung.

Christoph Zeckra

Aus der Praxis: Aufbau von Webinaren für NGOs mit Online-Volunteers am Beispiel von openTransfer.de

Die Berliner Stiftung Bürgermut fördert den Austausch und die Entwicklung von Wissenstransfersystemen zur Verbreitung sozialer Innovationen. Hierfür hat sie 2013 das Programm openTransfer gegründet. Der strategische Einsatz von digitalen Medien und die Einbindung von Online-Volunteering spielen dabei eine zentrale Rolle. Der Artikel gibt einen Einblick in die Praxis der Stiftungsarbeit und zeigt auf, wie der Aufbau von Webinaren für NGOs mit Online-Volunteers funktionieren kann.

Katarina Peranić

Digital Corporate Volunteering

Das Internet und die Sozialen Medien bringen neue Formen freiwilligen und bürgerschaftlichen Engagements wie das Online- und Micro-Volunteering oder das Crowdsourcing hervor. Digitales bürgerschaftliches Engagement, das flexibel, orts- und gegebenenfalls zeitungebunden geleistet wird, ist aus dem deutschen Engagementbereich längst nicht mehr wegzudenken und kann auch für das Corporate Volunteering ein sinnvoller Weg sein. Mit Online-Mentoring-Programmen und flexiblen ″Times of Service″ werden in diesem Beitrag zwei Vorschläge skizziert, mit denen Digital Corporate Volunteering als individuelles freiwilliges Engagement in Unternehmen realisiert werden könnte.

Hannes Jähnert

Corporate Impact Investing und Corporate Volunteering

Wie Unternehmen finanziellen, sozialen/ökologischen und strategischen Mehrwert generieren

Time, Talent, Treasure, Trust and Ties - so pointiert wird die Vielzahl an Ressourcen zusammengefasst, die Unternehmen im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements einsetzen können. Dabei zeigt sich, dass einige Unternehmen mit innovativen Ansätzen wie Corporate Impact Investing in Verbindung mit Corporate Volunteering neue Wege gehen, um sozialen/ökologischen, finanziellen und auch strategischen Mehrwert zu schaffen. Wie sich die konkrete Umsetzung solcher Ansätze gestaltet und welche Motivation sich dahinter verbirgt wird im Folgenden anhand der Beispiele des Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Schneider Electric und der Bank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) näher erläutert. Der Artikel schließt mit einem Fazit und Ausblick für Unternehmen in Deutschland ab.

Fabian Suwanprateep, Michael Alberg-Seberich

Engagementlernen: Gesellschaftliches Engagement und Personalentwicklung verbinden

Der Autor dieses Beitrags beschreibt zunächst die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen Corporate Volunteering und dem Organisations- und Personalentwicklungskonzept Engagementlernen. Vor dem Hintergrund seiner 15-jährigen Erfahrung mit der Konzeption und Durchführung von Corporate-Volunteering-Projekten einerseits und von Engagementlernenprojekten für große und mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen andererseits gibt er dann anhand einer klaren Systematik einen Überblick über die Potenziale und Möglichkeiten von Engagementlernen und verschiedene, konkrete Anwendungsfälle im Alltag der Organisations- und Personalentwicklung. Dazu beschreibt er beispielhaft verschiedene konkrete Engagementlernprojekte. Zum Abschluss des Beitrags formuliert er zwölf Erfolgsfaktoren, die sich in die vier übergreifenden Kategorien Einbindung, Konzept, Kooperation und Lernbegleitung einordnen lassen.

Stephan Koch

Akteure im Corporate Volunteering – Unternehmen

Frontmatter

Mit dem Studienkompass an die Hochschule

Das gemeinnützige Förderprogramm Studienkompass steht für eine erfolgreiche Gemeinschaftsinitiative verschiedener Partner aus dem Stiftungsbereich und der Wirtschaft. Zusammen setzen sich mehr als 20 Förderer für verbesserte Bildungschancen ein und unterstützen Jugendliche aus nichtakademischen Elternhäusern bei der Studien- und Berufswahl. 2007 von der Accenture-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) gegründet, ist der Studienkompass durch die Beteiligung zahlreicher weiterer Partner in den letzten zehn Jahren zum größten privaten Schülerförderprogramm Deutschlands herangewachsen. Das Kooperationsmodell bietet durch seinen Umfang zahlreiche Chancen, stellt die Verantwortlichen aber auch vor Herausforderungen, die im Artikel näher beleuchtet werden.Der Studienkompass ist auch ein Beispiel für die Verbindung von Corporate-Volunteering-Programmen verschiedener Unternehmen mit den Aktivitäten von Stiftungen. Mehr als 500 Volunteers engagierten sich für die Jugendlichen in den letzten Jahren. Ein Großteil von ihnen sind Mitarbeiter und Stipendiaten der Initiativpartner.

Ulrich Hinz, Meike Ullrich

Die Bildungsinitiative business@school als Beispiel für Corporate Volunteering

business@school, die Bildungsinitiative der internationalen Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG), vermittelt seit 1998 jährlich rund 1500 Schülern über ein Schuljahr hinweg in drei Phasen Wirtschaft praxisnah: zunächst durch die Analyse eines Groß- und anschließend eines Kleinunternehmens, dann durch die Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee inklusive Businessplan. Unterstützt werden die Schülerteams durch ihre Lehrer sowie durch rund 500 Betreuer von über 20 Partnerunternehmen und von BCG. Wie sehen die Ziele genau aus? Was umfassen die Aufgaben von Lehrern und Betreuern? Welche Herausforderungen sind zu meistern und was ist der Gewinn für alle Projektbeteiligten? Was bedeutet es, Vordenker einer Kooperation zu sein? Wie finde ich die richtige Initiative für mein Unternehmen? – Eine Handlungsempfehlung.

Babette Claas, Bettina Bork

Akteure im Corporate Volunteering – Kooperationspartner

Frontmatter

Internationale Freiwilligeneinsätze: Wirkungen und Win-Win von Gruppenmaßnahmen am Beispiel des Corporate Volunteering mit Habitat for Humanity

Dieser Beitrag stellt das Corporate-Volunteering-Angebot von Habitat for Humanity vor, einer internationalen, christlichen Hilfsorganisation mit Projekten und Büros in mehr als 70 Ländern. Das Herzstück ist das internationale Freiwilligenprogramm, bei dem interessierte Unternehmen ihre Mitarbeiter für ein gemeinnütziges Projekt ins Ausland entsenden können, um dort Häuser für hilfsbedürftige Menschen zu bauen. Das Freiwilligenprogramm wird mit Blick auf seine Ausgestaltung, seine Wirkungen und einen Win-Win analysiert. Dafür werden zum einen Ergebnisse aus den Evaluationen von Habitat for Humanity vorgestellt, zum anderen werden Bezugspunkte zwischen den empirisch belegten Wirkungen des Corporate Volunteering aus der Dissertation der Autorin (2016) und dem Corporate-Volunteering-Angebot von Habitat for Humanity hergestellt. Abschließend wird hinterfragt, inwieweit das Freiwilligenprogramm eine Win-Win-Situation ermöglicht, dies allerdings nicht nur auf Organisationsebene, sondern auch auf Systemebene. Die Analyse liefert spannende Ergebnisse.

Sandra Schöneborn

Corporate Volunteering bei Teach First Deutschland – Programmunterstützung und Möglichkeiten für einen Triple Win

„[G]ood for community, good for those who volunteer, good for the company“Die Potenziale von Corporate Volunteering (CV) werden auch in der Wissenschaft im oben beschriebenen Dreiklang formuliert. Hier offenbart sich – wie in der Forschung zu CV – ein Schwerpunkt auf die Unternehmensperspektive. Unter Einbezug der Sicht einer Non-Profit-Organisation, die CV-Möglichkeiten anbietet, sind Nutzenpotenziale für Unternehmen (Business Case), der Non-Profit selbst (Non-Profit Business Case) und der eigens verfolgte Zweck (Social Case) als Triple Win eine geeignetere Darstellung. Ein solcher Triple Win ist natürlich kein Automatismus. Stattdessen muss vor Aufnahme einer intersektoralen Kooperation zwischen Unternehmen und Non-Profit eine gemeinsame Agenda gefunden werden, die alle drei Cases gleichermaßen ermöglicht. Die folgende Fallstudie soll am Beispiel der Bildungsbewegung Teach First Deutschland (TFD) strategische und operative Überlegungen zu und Anwendungsbeispiele von CV mit Praxispartnern beleuchten und Erfahrungswerte sowie weitere Gestaltungselemente aufzeigen. Um ein Verständnis des Programms von TFD zu ermöglichen, folgt zunächst eine kurze Beschreibung der Zielsetzungen und Aktivitätsfelder von TFD. Ferner wird die Grundlogik von CV bei TFD anhand von aktuellen CV-Formaten beschrieben. Gleichzeitig werden dabei auch die notwendigen internen personellen, prozessualen und kommunikativen Voraussetzungen für gelungenes CV bei TFD und dessen Entwicklungspotenziale dargelegt.

Wiebke Rasmussen

Gestaltung von CV-Programmen und Auswahl geeigneter sozialer Organisationen

Ein Corporate-Volunteering-Programm (CV-Programm) eröffnet für Unternehmen, Arbeitnehmer sowie soziale Organisationen viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Unternehmen haben umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten bei der (Weiter-)Entwicklung von CV-Programmen, von der Art der Projekte, der Einbindung verschiedener Angestelltengruppen über die inhaltliche Ausrichtung bis hin zur Verankerung im Unternehmen. Neben den Rahmenbedingungen innerhalb des Unternehmens ist auch die Auswahl passender sozialer Organisationen wichtig für den Erfolg und die gesellschaftliche Wirkung. Damit der Einsatz für alle Beteiligten zu einem Erfolg wird, braucht es eine gute Verankerung im Unternehmen, die Ausrichtung auf die Ziele des Unternehmens, aber auch der sozialen Organisationen. In diesem Kapitel werden wichtige Gestaltungselemente für CV-Programme beschrieben, Möglichkeiten zur Auswahl geeigneter sozialer Organisationen dargestellt und hilfreiche Hinweise zur Organisation eines CV-Programms gegeben.

Claudia Schluckebier

Akteure im Corporate Volunteering – Mittler/Intermediäre und Netzwerke

Frontmatter

Corporate Volunteering aus Intermediärsicht

Corporate Volunteering kann einen entscheidenden Beitrag leisten, bei den gemeinnützigen Organisationen, zur Gesellschaft, aber auch für das Unternehmen. Neben dem Bereich Corporate Social Responsibility sind besonders die positiven Auswirkungen auf die Personalentwicklung, das Teambuilding und die Außendarstellung in den Mittelpunkt zu stellen. Intermediäre wie Freiwilligenagenturen, Stiftungen oder Social Enterprises helfen dabei, passende Engagementmöglichkeiten in Abhängigkeit von den Rahmenbedingungen des Unternehmens zu finden und den Einsatz professionell zu organisieren, damit er für alle Beteiligten zu einem Erfolg wird.

Jürgen Grenz, Lorenz Lauer

UPJ-Netzwerk für Corporate Citizenship und CSR

Das bundesweite UPJ-Netzwerk ist seit 20 Jahren mit Informationen, Vernetzung, Beratung und konkreten Projekten für CSR und Corporate Citizenship aktiv und seit gut 15 Jahren Ansprechpartner für Corporate Volunteering in Deutschland. Zahlreiche unterschiedliche Projekte – mit fünf bis 500 Freiwilligen für mittelständische und große Unternehmen wie beispielsweise ERGO, Generali, KPMG, Rolls Royce, SAP oder Telefónica, von Teameinsätzen über mehrwöchige Know-how-Transfers bis hin zu längerfristigen Patenschaften – und die Kooperation mit Unternehmen und regionalen Mittlern im UPJ-Netzwerk sind die Grundlage für eine langjährige praxisorientierte Zusammenarbeit mit Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und öffentlichen Verwaltungen in Bund, Ländern und Kommunen.

Ellen Sturm

Unternehmen für München: Das Unternehmensnetzwerk in der Landeshauptstadt München

Das Netzwerk „Unternehmen für München“ wurde 2009 von der in München ansässigen Unternehmensberatung Roland Berger ins Leben gerufen. Mittlerweile gehören 30 renommierte Münchner Unternehmen zu diesem Verbund. Ein solcher Unternehmenszusammenschluss ist bisher in Deutschland einzigartig und bringt den Unternehmen genauso wie den gemeinnützigen Organisationen als Kooperationspartner viele Vorteile. Dazu zählen ein höherer Professionalisierungsgrad, stärkere Synergien durch Kompetenzbündelung und optimierte Außenwirkung des Themas gesellschaftliches Engagement.

Kristina Dengler, Verena Reichl

Das Team Türen Öffnen in Nürnberg

Zusammenarbeit fördern – Gemeinwohl stärken

Bürgerschaftliches Engagement findet nicht abgekoppelt von Politik und Wirtschaft statt. Es kristallisiert sich dort, wo sich kulturelle und gesellschaftliche Räume auftun, oder dort, wo soziale Gruppen das Wohl des Gemeinwesens in Gefahr sehen. Bürgerschaftliches Engagement dient zudem der sozialstaatlichen Daseinsvorsorge. Hier sind Unternehmen als aktive Bürger gefragt. Dieser Erkenntnis folgend gründete Dr. Thomas Röbke 2002 das Team Türen Öffnen im Zentrum Aktiver Bürger (ZAB). Türen Öffnen versteht sich seither als Mittler für soziale Kooperationen und als Ansprechpartner für Unternehmen, die sich mit der Ressource Personal über das Markthandeln hinaus für gesellschaftliche Belange engagieren wollten. Wie gemeinnützige Mittler für Corporate Citizenship und Corporate Volunteering arbeiten und wie sie wirken stellt Birgit Kretz am Nürnberger Beispiel Türen Öffnen dar.

Birgit Kretz

Corporate Citizenship multiplizieren

Das Corporate-Volunteering-Netzwerk Unternehmen Ehrensache

Unternehmen Ehrensache – das Corporate Volunteering Netzwerk Nürnberg bringt Unternehmen und Gemeinnützige in einen Austausch über gesellschaftliches Engagement. Wie das Netzwerk entstand und vor welchen Herausforderungen es steht, berichtet Birgit Kretz.

Birgit Kretz

Operative Umsetzung von Corporate Volunteering in Unternehmen

Frontmatter

Von der Pilotierung zur erfolgreichen Umsetzung von Corporate Volunteering

Als verantwortungsbewusstes Unternehmen leistet ERGO konkrete Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. Dieser Anspruch sollte auch bei Einführung eines Corporate-Volunteering-Programms berücksichtigt werden. Daher entschied der Vorstand, zunächst mit einem Pilotprojekt zu starten. Die aus diesem Piloten gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse sollten anschließend ausgewertet werden und in ein Umsetzungskonzept für einen späteren Roll-Out einfließen. Die Anforderungen an das Konzept wurden klar definiert: ein Corporate-Volunteering-Angebot soll Mitarbeitern den Einstieg in ein ehrenamtliches Engagement ermöglichen, die Teilnahme basiert auf Freiwilligkeit und das Angebot soll ein Beteiligungsmodell sein, in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich zu gleichen Teilen einbringen. Letztlich sollte eine Win-Win-Situation entstehen, in der Mitarbeiter und Unternehmen sowie Hilfsbedürftige gleichermaßen profitieren. Das Thema Bedarfsgerechtigkeit war daher eine weitere zentrale Anforderung an das Corporate-Volunteering-Angebot.

Heike Poganaz, Magdalena Marx

Festlegung von Ressourcen und Verantwortlichkeiten: Mitarbeiterengagement bei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP

Anhand des Praxisbeispiels für Freshfields Bruckhaus Deringer LLP erläutern Karina Fletcher und Nicole Lieb, wie klar festgelegte Verantwortlichkeiten und Ressourcen zu erfolgreichem Mitarbeiterengagement beitragen. Sie beleuchten dabei verschiedene Faktoren wie Organisationsstrukturen, notwendige personelle und finanzielle Ressourcen sowie administrative Aspekte. Darüber hinaus beschreiben sie das Spannungsfeld zwischen globalen und lokalen Verantwortlichkeiten und geben einen Ausblick für das Mitarbeiterengagement der Zukunft.

Karina Fletcher, Nicole Lieb

Praxisbeispiel KPMG. Etablierung von Corporate-Volunteering-Programmen in Unternehmen

Vorbereitung und Betreuung von Corporate Volunteers

In vielen großen und mittelständischen Unternehmen ist Corporate Volunteering (CV) mittlerweile ein fester Teil der CSR-Aktivitäten. Dabei verfolgen die Unternehmen ganz unterschiedliche Zielsetzungen und haben entsprechende Programmformate entwickelt. Diese Programme müssen nicht nur im Unternehmen geplant und kommuniziert werden. Genauso gilt es, die teilnehmenden Mitarbeiter auf ihren freiwilligen Einsatz vorzubereiten und während ihres Engagements zu betreuen. In diesem Beitrag werden zwei langjährige CV-Programme von KPMG vorgestellt, deren Konzepte exemplarisch für CV-Programme stehen, die in anderen Unternehmen ähnlich durchgeführt werden. Der Artikel widmet sich einerseits allgemeinen Erfolgsfaktoren für die Einführung von CV-Programmen in Unternehmen und andererseits spezifischen Anforderungen an die Etablierung der genannten KPMG-Programme, die aus der langjährigen Erfahrung von KPMG im Bereich CV resultieren. Zudem wird dargelegt, wie Volunteers bei KPMG auf ihr Engagement vorbereitet und im weiteren Verlauf betreut werden.

Claudia Frenzel

Connected to Care – Ein Praxisbeispiel für globales Mitarbeiterengagement bei BASF

BASF steht seit mehr als 150 Jahren für Ideen und Innovationen. Auch heute unterstreichen wir mit unserem Unternehmenszweck „We create chemistry for a sustainable future“ den Anspruch, mit unseren Produkten und Lösungen zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. Kreative Ideen sind auch beim gesellschaftlichen Engagement (Corporate Citizenship) von Unternehmen gefragt und notwendig. Als Teil der Gesellschaft ist BASF mit vielfältigen sozialen Herausforderungen konfrontiert, zu deren Bewältigung Corporate-Citizenship-Projekte einen Beitrag leisten können. Ein wichtiges Instrument, um innovative Ansätze im Bereich des gesellschaftlichen Engagements zu realisieren, ist deshalb Corporate Volunteering (Mitarbeiterengagement): Das freiwillige Engagement von Mitarbeitern ermöglicht nicht nur die Realisierung sozialer Projekte, sondern kann auch intern zur Mitarbeiterentwicklung und zur Stärkung des Teamzusammenhalts genutzt werden. Im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums der BASF wurde Connected to Care – ein globaler Wettbewerb zum Mitarbeiterengagement – initiiert, um im Sinne von Co-Creation gemeinsam mit einer gemeinnützigen Einrichtung ein soziales Projekt zu erarbeiten. Die Auswahl der Gewinnerprojekte erfolgte durch eine weltweite Onlineabstimmung, an der sich weltweit 35.000 Mitarbeiter von BASF beteiligen konnten und aus den eingereichten 500 Projekten die 150 besten auswählten.

Shantala Bauer, Thomas Schiller

Corporate Volunteering: von Philanthropie zum Wachstumsmotor

Corporate Responsibility und auch Corporate Volunteering stehen häufig unter dem Verdacht, nur stattzufinden, um der Reputation eines Unternehmens zu dienen. Aber Corporate Volunteering ist keine Marketingtaktik, sondern zentrales Instrument für die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung als Unternehmen und Unternehmensentwicklung. Nur mit ‚Social Days’ wird aber das Potenzial, das in Corporate Volunteering steckt, nicht gehoben. Es gilt, Corporate Volunteering strategisch im Unternehmen anzugehen – das heißt, es mit Geschäftsstrategie und Kernkompetenzen des Unternehmens dauernd in Verbindung zu halten. Darin liegt ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit: Wäre die „Einzahlung“ auf den Unternehmenswert jenseits eines reinen Reputationsgewinns nicht gegeben, dann würde das Programm in kritischen Zeiten sofort zur Disposition stehen. Der Artikel zeigt am Beispiel eines global agierenden Unternehmens (IBM), wie unterschiedliche Corporate Volunteering Formate zu einem Portfolio an Programmen zusammengeführt wurden, die fortlaufend an Geschäftsstrategie und –entwicklung angepasst und weiterentwickelt werden. Und so Teil und Ausdruck von Unternehmenskultur mit ‚triple benefit’ – für Gesellschaft, für das Unternehmen und für die/den einzelne/n Mitarbeiter/in – sind.

Peter Kusterer

Kompetenzorientiertes Corporate Volunteering als effektive Personalentwicklungsmaßnahme am Beispiel Social OPEX

Im Folgenden wird das Social-OPEX-Programm der Allianz vorgestellt, das Corporate Volunteering (CV) erfolgreich als systemimmanentes Kriterium wirksamer Personalentwicklung im sozialen Kontext einsetzt. Beginnend mit der Schilderung des Gründungsprozesses, der den Programmschwerpunkt von Social OPEX maßgeblich beeinflusst hat, wird die Einbindung des Programms in die Personalstrategie aufgezeigt. Nachfolgend wird das erfolgskritische Zielbild der sogenannten „Win-win-win-Situation“ erläutert und mit praxisorientierten Handlungsempfehlungen abgeschlossen.

Michael Regnet

Wirkungsanalyse und Reporting

Frontmatter

Corporate Volunteering mit Wirkung

Wie CV-Aktivitäten wirkungsorientiert geplant, analysiert und verbessert werden können

Gesellschaftliches Engagement hat in den letzten Jahren für Unternehmen einen immer bedeutenderen Stellenwert eingenommen. Längst sind traditionelle Spenden nicht mehr genug, um als „guter“ Corporate Citizen zu gelten. Handlungsdruck entsteht neben dem demografischen Wandel und Fachkräftemangel auch durch den Wertewandel, der nicht zuletzt durch die Generation Y immer mehr Bedeutung gewinnen wird. Für Unternehmen wird es relevanter, ihren Mitarbeitenden sinnstiftende Arbeit und die Möglichkeit zu bieten, ihr Leben und ihre Arbeit im Einklang zu führen, wenn sie ihre Mitarbeitenden längerfristig binden wollen. Eine Ergänzung zu den klassischen Formen des Engagements bietet daher Corporate Volunteering (CV).Ein wirkungsorientiert geplantes, umgesetztes und analysiertes CV schafft Mehrwert für alle Beteiligten und stärkt die Wirkung bei den gesellschaftlichen Zielgruppen. Es ermöglicht, dass die unterschiedlichen Ziele und Bedarfe der Beteiligten berücksichtigt werden. Eine wirkungsorientierte CV-Kooperation verankert somit von Beginn an die Zufriedenheit der Beteiligten, einen hohen Qualitätsstandard und die Sichtbarkeit der gemeinsamen Erfolge. Eine solch wirkungsorientierte Haltung bedeutet im Kern also drei Dinge: 1.ein Projekt gemeinsam darauf auszulegen, Wirkungen zu erzielen, es2.entsprechend zu planen und umzusetzen und3.trotz aller unvorhergesehenen Dinge, die im Laufe einer Aktivität auftreten können, kontinuierlich das, was man für die Gesellschaft und die eigene Organisation erreichen will, im Blick zu behalten.

Annelie Beller, Cornelius Schaub

Evaluation einer CV-Initiative: Das Beispiel My Finance Coach

Die mangelnde finanzielle Allgemeinbildung („financial literacy“) großer Teile der Bevölkerung wurde in zahlreichen Studien belegt. In diesem Beitrag beschäftigen stellen wir zunächst die neuere Literatur zur Wirkungskette Finanzwissen – Entscheidungen – Ergebnisse sowie Initiativen, die eine Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung insbesondere von Jugendlichen zum Ziel haben, vor. Im Rahmen ihrer CSR-Aktivitäten engagieren sich bereits viele Unternehmen in diesem Bereich. Der Beitrag unterstreicht die Bedeutung der Evaluation der gemeinnützigen Aktivitäten, die Unternehmen im Rahmen ihrer Corporate-Volunteering-Strategie durchführen. Am Beispiel unserer Begleituntersuchungen der Aktivitäten der My-Finance-Coach-Stiftung zeigen wir auf, wie eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Trägern von CSR-Aktivitäten bei der Evaluation von Trainingsprogrammen erfolgreich umgesetzt werden kann.

Melanie Lührmann, Joachim Winter

Corporate Volunteering aus der Mitarbeiterperspektive – Ein Evaluationskonzept mit Fokus auf den betrieblichen Mehrwert

Corporate Volunteering beschreibt das freiwillige, durch den Arbeitgeber unterstützte gesellschaftliche Engagement von Mitarbeitern für gemeinnützige Zwecke. Die Konzeptdefinition bezieht sich somit auf insgesamt drei partizipierende Parteien, die Gesellschaft, Mitarbeiter und Unternehmen, für die im Idealfall ein Teilnahmenutzen entsteht. Der vorliegende Artikel fokussiert die Messung des Unternehmensnutzens und stellt Ergebnisauszüge einer Forschungsstudie zu diesem Themenbereich vor.

Suska Dreesbach-Bundy
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