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Über dieses Buch

Dieses Buch verschafft Orientierung und liefert konkrete Werkzeuge, Ansätze und Handlungsempfehlungen für positive Veränderungen im System Mode. Es richtet sich an alle Fach- und Führungskräfte der Modeindustrie, die sich intensiver mit den komplexen Fragen rund um die Themen Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit auseinandersetzen wollen. Das Werk ist der perfekte Impulsgeber zur Entwicklung bzw. Perfektion der eigenen Corporate Social Responsibility (CSR) - Strategie. Gespickt mit den langjährigen Erfahrungen und Erkenntnissen namhafter Brancheninsider. Ein Kompendium voller spannender Informationen, aktueller Trends und inspirierender Ausblicke auf die Märkte und Innovationen von Morgen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die textile Lieferkette als Herausforderung für Unternehmen und Politik

Die Themen Textil und Bekleidung interessieren alle Bevölkerungsschichten, da jeder persönlich mit diesen Bereichen täglich Berührung hat. Dementsprechend groß ist das öffentliche Interesse und jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht. Die Presse nimmt deshalb auch jede noch so kleine Meldung über Störungen in der weltweiten Lieferkette auf und berichtet je nach Vorfall ausführlich über Tage und Wochen hinweg. Bekleidung ist stark von Modeeinflüssen und Marken geprägt. Für diese Bereiche ist ein „sauberes Image“ überlebenswichtig, da sie sonst vom Endverbraucher abgestraft und gemieden werden. Die Textil‑ und Bekleidungsindustrie ist sich dieser Tatsachen schon lange bewusst und hat sich mehr oder weniger, je nach Unternehmensanforderungen, mit dem Thema CSR beschäftigt. Der Handel hat zusätzlich sehr unterschiedliche Anforderungen an die Bekleidungsunternehmen gestellt. Aber er tritt teilweise auch als Produzent direkt in den Produktionsländern auf. Die Textil‑ und Bekleidungsindustrie ist in Deutschland und Europa eine der wichtigsten Konsumgüterbranchen. Die starke Globalisierung der Lieferketten ist ein prägendes Element der Branche.
Siegbert Fiebrig

CSR als strategisches Managementinstrument in der Textilindustrie

Kaum eine Branche stand in den letzten Jahren so sehr im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit wie die Textilbranche. Zeitungsberichte, Zeitschriften- und Fernsehbeiträge über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in den Zuliefererbetrieben sind nahezu wöchentlich zu lesen und zu sehen. Dadurch ist ein erheblicher Druck auf Textilunternehmen entstanden, die um die Wahrung oder gar Wiederherstellung ihrer Reputation ringen. Zu diesem Zweck werden häufig ad hoc Maßnahmen ergriffen, die jedoch einen strategischen Charakter vermissen lassen. Dadurch geraten Unternehmen nicht nur in den Verdacht, rein image-orientiert zu handeln, sie berauben sich auch selbst des strategischen Mehrwerts, den Corporate Social Responsibility (CSR) generieren kann. Aufgrund dieses defizitären Ansatzes beabsichtigt dieser Beitrag aufzuzeigen, wie Unternehmen eine passgenaue CSR Strategie entwickeln und welche Wettbewerbsvorteile sie damit verfolgen können. Einleitend wird erläutert, welche Entwicklungen es notwendig machen, CSR als Managementansatz zu begreifen. Daran anschließend werden kurz die Entwicklung und die zentralen Inhalte dieser Auffassung beschrieben, um so eine konzeptionelle Grundlage für die anknüpfende Erörterung der strategischen Umsetzung und der damit verbundenen Vorteile zu schaffen.
Matthias S. Fifka

Vom Konsumenten zum Fashion User – CSR und der sozial-ökologische Wandel

Das Thema Nachhaltigkeit hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre fest im gesellschaftlichen Diskurs etabliert und damit verbunden auch ein steigender Anspruch an Unternehmen, ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht zu werden. In entsprechenden CSR‐ bzw. CR‐Berichten kann sich die Öffentlichkeit neuerdings über konkrete Unternehmensaktivitäten informieren und diese Informationen ganz bewusst in ihre Kaufentscheidungen miteinfließen lassen. Auch in der Modebranche wird bereits seit fast zehn Jahren über Green Fashion und Nachhaltigkeit diskutiert und regelmäßig berichtet. Hier stellt sich die Frage, ob es sich beim Thema Nachhaltigkeit lediglich um eine kurzlebige Modeerscheinung handelt oder ob wir nicht vielleicht Zeugen eines gesellschaftlichen Wertewandels sind, dessen Anfänge viel weiter zurückreichen.
Dominique Ellen van de Pol

CSR-Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Bloggern erfolgreich kommunizieren

Blogger schreiben über alle möglichen Themen, die von größerer oder geringerer gesellschaftlicher Relevanz sein können. Dabei legen sie häufig einen sehr persönlichen Stil an den Tag. Wer Blogs aufgrund dessen allerdings als irrelevante Online‐Tagebücher abtut, der unterschätzt ihren Machtfaktor sowie ihren Einfluss auf Leser und die öffentliche Meinung. Blogs gewannen in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung. In der deutschen Medienlandschaft spiegelt sich dies beispielsweise durch die fortwährende Berichterstattung über ihre Professionalisierung und Monetarisierung wieder. Sie stoßen inzwischen auf große Akzeptanz. Dies zeigt sich auch in der Tatsache, dass sich Bloggen gerade als Berufsbild etabliert. Denn nicht nur für Leser, sondern auch für Werbetreibende wird die Berichterstattung via Blog immer interessanter. Es gibt eine Vielzahl von Punkten, die für die Zusammenarbeit mit Bloggern sprechen. Der nachfolgende Text behandelt nicht nur die Vorteile der Kooperation mit Bloggern, sondern umfasst auch eine Anleitung für erfolgreiche Blogger Relations. Angefangen bei der Auswahl passender Blogger, über die angemessene Ansprache bis hin zu einem langfristigen Beziehungsaufbau.
Jessica Kunstmann

Nachhaltigkeit und Mode. Wie relevant ist das Thema für die Medien?

Mode betrifft, beschäftigt und begeistert Menschen. Die Globalisierung macht Bekleidung zu einem Produkt, dessen Produktion häufig über mehrere Schritte und Kontinente verläuft. Dadurch entfernt sich das Bewusstsein und Wissen rund um die Produktionsbedingungen auch schrittweise vom Konsumenten. Wie wichtig ist das Thema Verantwortung und Nachhaltigkeit deshalb in der journalistischen Berichterstattung über Mode? Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach und ermittelt einen Überblick über die Darstellung der Modemarken Boss, C&A, Hessnatur, Vaude und Zalando in den deutschen Leitmedien. Dabei fällt auf, dass die Unternehmen die Themen Verantwortung und Nachhaltigkeit bereits in ihre externe Kommunikation integriert haben, dabei aber unterschiedliche Ziele verfolgen und in den Leitmedien dafür überaus differenziert bewertet werden.
Jonas Schützeneder, Isabel Bracker

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex

Einstieg in die strategische Berichterstattung für die Bekleidungs- und Textilbranche
Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) wird seit Anfang 2012 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung als freiwilliger Standard zur Offenlegung unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen etabliert. Er wurde aus einem Stakeholderdialog unter breiter Beteiligung von Unternehmen und Investoren entwickelt. Bis dato (Stand August 2017) wenden 223 Unternehmen diesen Transparenzstandard praktisch an. Darunter sind große und mittelständische Unternehmen gleichermaßen. Aus der Textil‑ und Bekleidungsindustrie nutzen ihn derzeit zwei Unternehmen.
Der DNK besticht durch einen pragmatischen Ansatz, der den Einstieg in die strategische Berichterstattung durch klare Orientierung und Fokussierung auf das Wesentliche erleichtert. In zwanzig Kriterien und einer Auswahl von Leistungsindikatoren beschreiben Unternehmen kurz und knapp, wie sie mit den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung umgehen, welche Chancen und Risiken für das unternehmerische Handeln sich daraus ergeben und wie sie die Verankerung im Kerngeschäft vorantreiben wollen.
Die Erfahrungen zeigen, dass der Umfang von Broschüre (80 Seiten DIN A5) und KMU‐Leitfaden (70 Seiten DIN A4) offenbar die Schwelle so niedrig halten, dass ein signifikanter Anteil von mittelständischen Unternehmen den Einstieg wagt und schafft. Unternehmen mögen selbst entscheiden, ob diese Kommunikationsform über das Nachhaltigkeitsmanagement in Hinblick auf Märkte, Kunden oder Geschäftspartner ein probates Mittel der Wahl sein kann. Der Artikel leistet einen Überblick über Hintergründe, Ziele und Struktur des Instrumentes.
Yvonne Zwick

CSR – Kommunikation und Instrumente

Unternehmerische Verantwortung überzeugend vermitteln
Immer mehr Verbraucher wollen wissen, woher ihre Kleidung kommt und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wird. Unterstützt durch die kritische Berichterstattung der Medien hat diese Entwicklung bei vielen Unternehmen zu einem Umdenken geführt – in Richtung fairer und sicherer Arbeitsbedingungen sowie einer umweltverträglichen Produktion. Doch es reicht nicht, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – worauf es vor allem ankommt, ist die Kommunikation der Maßnahmen.
Ein gutes CSR‐Konzept kann seine Wirkung nur entfalten, wenn eine durchdachte Kommunikation stattfindet. So kann CSR unter anderem zu einem besseren Image des Unternehmens, zur Positionierung im Wettbewerb, zur Erschließung neuer Kundengruppen und zur langfristigen Kundenbindung beitragen. Diese Vorteile kommen jedoch nur dann zum Tragen, wenn das Engagement auch einer breiten Öffentlichkeit kommuniziert wird. Dazu „(…) ist eine zielgerichtete, glaubwürdige und transparente Nachhaltigkeitskommunikation notwendig, welche den Verbraucher tatsächlich erreicht.“ (Bundesverband 2012)
Peter Heinrich

Nachhaltige Geschäftsmodelle in der Modebranche

Immer öfter geraten Textilunternehmen aufgrund menschenunwürdiger Produktionsbedingungen in die Schlagzeilen. Darüber hinaus gilt die Modeindustrie aufgrund umweltbelastender Anbau- sowie Herstellungsmethoden von Rohstoffen und langen Transportwegen als eine der umweltschädlichsten Industrien weltweit. Aus diesem Grund scheint die Zeit für ein Umdenken in der Modebranche hin zu grüner Mode gekommen. Nicht zuletzt die von der UN vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals SDGs, unterstreichen diese Notwendigkeit. Dies erfordert die Implementierung von nachhaltigen Geschäftsmodellen. Die Kerngedanken von nachhaltiger Mode sind zum einen die Verlängerung der Nutzungsphasen von Kleidung, was sich in der Slow Fashion wiederspiegelt, und zum anderen das Prinzip der Circular Economy. Anhand der sogenannten Closed-Loop Supply Chains wird der Wertschöpfungskreislauf geschlossen, um den Ressourcenverbrauch und anfallenden Abfall zu reduzieren. Obwohl sich einflussreiche Unternehmen für nachhaltige Mode einsetzen und Möglichkeiten aufzeigen, nachhaltige Geschäftsmodelle umzusetzen, wird deren Erfolg letztendlich von den Kunden determiniert.
Anna Haddick

Green Fashion Tours – Stadttouren zu nachhaltiger Mode

Berlin steht wie keine andere Stadt für Nachhaltigkeit und Innovation sowie kleine Gewerbe. In Sachen nachhaltiger Mode wird die deutsche Hauptstadt als eine der Welthauptstädte gehandelt. Keine andere Stadt bietet die einzigartige Mischung aus kleinen Designern und besonderen Einzelhandelskonzepten. Diese Vielfalt zu vermitteln, war 2015 mit ein Grund, Green Fashion Tours ins Leben zu rufen: geführte Stadttouren durch Berlin zum Thema nachhaltige Mode.
Die Green Fashion Tours Map, eine bei Einzelhandel, Veranstaltern und Hotels ausliegende Karte, zeigt über 30 Läden und Ateliers mit nachhaltiger Mode. Darauf basierend werden Stadttouren sowie Workshops und Vorträge zum Thema nachhaltige Mode und zu Unterthemen wie vegane Mode, Upcycling, Nachhaltigkeitsstandards etc. durchgeführt. Green Entrepreneurship und grüne Innovation in der Hauptstadt sowie innovative und nachhaltige Einzelhandelskonzepte sind dabei immer ein wichtiges begleitendes Thema.
Heute unter Schirmherrschaft des Future Fashion Forward e. V. startete das Projekt als Kooperation zwischen zwei Pionieren im Bereich faire Mode‐Campaigning/‑Information: dem Concept Store The Upcycling Fashion Store sowie der Online‐Plattform Get Changed!.
Erstes Anliegen von Green Fashion Tours ist es, eine Brücke zwischen Kaufenden und Anbietenden fairer Mode zu schlagen. Einkaufs‐Möglichkeiten und Einkleide‐Möglichkeiten sollen aufgezeigt und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum gestärkt werden.
Anna Perrottet, Arianna Nicoletti

CSR in der Kleidungsindustrie – aus Verbrauchersicht

Jeder Mensch braucht Kleidung. Diese Tatsache macht die Textil‑ und Bekleidungsindustrie (TBI) nach der Telekommunikations‑, der Chemie‑ und der Automobilindustrie zur viertgrößten Industrie der Welt (vgl. Gries et al. 2014).
Kleidung hat mehrere Funktionen. Sie schützt nicht nur vor Wind und Wetter, gemäß des alten Sprichwortes „Kleider machen Leute“ ist sie Ausdruck von Individualismus und sozialer Stellung. Obwohl Kleidung zentraler Bestandteil des Lebens ist, schadet ihre Produktion Mensch und Umwelt enorm (vgl. Burckhardt 2013; Engelhardt 2012).
Zahlreiche Medienberichte der vergangenen Jahre über Skandale in der konventionellen Textilproduktion bringen die Missstände der globalisierten TBI ins Verbraucherbewusstsein. Im September 2012 brannte eine Kleiderfabrik in Pakistan, 300 Menschen starben. Im November 2012 brannte eine Kleiderfabrik in Bangladesch, 112 Menschen starben. Im April 2013 stürzte die Kleiderfabrik Rana Plaza ein. 1127 Menschen starben, 1650 Menschen wurden schwer verletzt. Tausende Menschen, Männer und Frauen, Väter und Mütter, sogar Kinder verloren Arme, Beine oder ihr Leben. Solch alarmierende Nachrichten erhöhen die Verbraucherwahrnehmung, allerdings flacht die Aufmerksamkeit in der Regel schnell wieder ab.
Nicole Franken

Textilbündnis und Siegelklarheit.de

Wie Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam die Textil-Lieferkette nachhaltiger gestalten und was Verbraucherinnen und Verbraucher konkret tun können!
Die globale Textilindustrie hat in den letzten Jahrzehnten zu einem gewaltigen Industrialisierungsschub in zahlreichen – vor allem asiatischen – Ländern beigetragen. Insbesondere Frauen haben Arbeitsplätze erhalten und damit die Aussicht auf ein eigenes Einkommen. Doch der Textilboom der asiatischen Länder bietet nicht nur Entwicklungschancen; er hat auch Schattenseiten. Nicht zuletzt Katastrophen wie in den Textilfabriken von Bangladesch und Pakistan zeigen, dass in den Produktionsstätten in Bezug auf Sozial‑ und Umweltstandards oftmals nicht einmal Mindestanforderungen erfüllt werden. Neben fehlender Gebäudesicherheit und unzureichendem Brandschutz werden nicht selten Löhne gezahlt, die nicht zum Leben reichen. Arbeitszeiten und ‑bedingungen sind leider in zahlreichen Fabriken unzumutbar, Gesundheits‑ und Umweltschutz werden vielfach ignoriert.
Anosha Wahidi

Modekonzerne auf dem Catwalk der Greenpeace-Detox-Kampagne

Seit 2011 kämpft Greenpeace für die Entgiftung der Textilindustrie. 80 weltweit tätige Unternehmen und Händler – vom Sportartikler Adidas bis zum Discounter Aldi, vom Outdoor‐Hersteller Vaude bis zur Luxusmarke Burberry – haben sich seitdem der Initiative angeschlossen, Kleidung und Schuhe ohne den Einsatz giftiger Chemikalien herzustellen oder herstellen zu lassen. Greenpeace überprüft im sogenannten Detox‐Catwalk regelmäßig, ob den Worten auch Taten folgen. Die Umweltschutzorganisation veröffentlicht dafür Ranglisten von Unternehmen aus der Textilindustrie, die zeigen, wer wirkliche Fortschritte macht und wer nicht. Parallel arbeitet Greenpeace daran, Konsumalternativen wie das Tauschen, Teilen oder Reparieren sichtbar und populär zu machen. Unter dem Motto „Buy nothing, make something“ hat Greenpeace im Dezember 2017 erstmals ein weltweites Maker‐Festival ausgerichtet. In 32 Ländern fanden über 185 Veranstaltungen statt und begeisterten Menschen, die mehr Spaß am Selbermachen haben, statt online und in Shopping‐Malls Schnäppchen zu jagen. MAKESMTHNG ist das jüngste – vor allem online gestützte – Projekt der Detox‐Kampagne, die damit auch den Bogen zu anderen Wegwerf‐Produkten wie Einweg‐Plastik schlägt.
Kirsten Brodde, Volker Gaßner

CSR im Bereich Rohstofferzeugung und -beschaffung am Beispiel Baumwolle

Beleuchtet man Aspekte der Corporate‐Social‐Responsibility‐Strategie im Bereich der Baumwollproduktion sowie auch in der Baumwollbeschaffung, so erreicht man schnell einen relevanten Punkt der Produktionskette, die Transparenz. Angesichts von fast 80 Ländern, die Baumwolle produzieren und einer sehr komplexen Beschaffung des Rohstoffs, ist dies jedoch eine Herausforderung. Dabei geht es nicht nur um die Klärung ökologischer, sondern auch um soziale und – last but not least – wirtschaftliche Fragestellungen, die im Text analysiert werden. Anhand von Praxisbeispielen soll zudem gezeigt werden, wie gezielt eingesetzte CSR‐Strategien Wirkung zeigen.
Die Implementierung von Corporate Social Responsibility kann in der Baumwollwirtschaft aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Wir unterscheiden hier einerseits zwischen CSR innerhalb des Baumwollproduktionssegments und andererseits zwischen CSR auf der Ebene der Verarbeiter und CSR für Textil‑ und Bekleidungsmarken sowie den Textil‑ und Bekleidungshandel als Beschaffer von Baumwolle. Die textile Baumwollbeschaffungskette reicht quasi vom Baumwollfeld bis zum ‘Bügel’.
Elke Hortmeyer

CSR im Bereich Oberbekleidung

Der CSR‐Gedanke ist seit vielen Jahren Bestandteil der Firmenphilosophie von van Laack.
Seit der Gründung 1881 ist es der Anspruch des Unternehmens, das beste Hemd der Welt zu fertigen. Um Produkte dieser Qualität zu produzieren ist ein langjähriger, hoch qualifizierter Mitarbeiterstamm unabdingbar. Daher hat van Laack bereits lange vor dem CSR‐Trend die Strategie verfolgt, mit vorbildlichen Arbeitsbedingungen Arbeitskräfte zu binden und damit Know‐how für das Unternehmen zu sichern. Um eine hohe Fluktuation zu vermeiden, sind auch heute die CSR‐Maßnahmen stark auf die Mitarbeiter ausgerichtet.
Van Laack übernimmt Verantwortung für die Entwicklung und die Gesundheit seiner Mitarbeiter, fördert eigenverantwortliches Arbeiten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ein gemeinschaftliches Arbeitsumfeld. Dadurch sind die Mitarbeiter motivierter, engagierter und arbeiten innovativ am Unternehmenserfolg mit (vgl. Loew und Clausen 2010).
Auch im Zusammenhang des „War for Talents“, der Suche nach neuen Talenten für das Unternehmen, bildet CSR‐Engagement einen wachsenden Wettbewerbsvorteil (vgl. Geilenkirchen 2014). In einer Befragung der Technischen Universität Berlin gaben bereits 44 % der Befragten an, dass Nachhaltigkeitsmanagement einen attraktiven Arbeitgeber ausmache (vgl. Schrader und Harrach 2013).
Dieses Grundverständnis wird selbstverständlich auf die Mitarbeiter in den Betriebsstätten in Hanoi und Tunesien übertragen, in denen rund 90 % der van Laack Kollektion gefertigt werden.
Christian von Daniels

VAUDE – ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie als Ausdruck von Respekt für Mensch und Natur

VAUDE entwickelt, produziert und vertreibt Outdoor‐Ausrüstung, wie funktionelle Bekleidung, Rucksäcke und Taschen, Schuhe, Schlafsäcke, Zelte und Campingzubehör. Das Familienunternehmen steht mit seinen Produkten für Bergsportkompetenz, Innovation und den verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Natur.
Der Firmensitz mit seinen rund 500 Mitarbeitern befindet sich in Tettnang in der Bodenseeregion. VAUDE wurde 1974 von Albrecht von Dewitz gegründet und wird seit 2009 von seiner Tochter Antje von Dewitz geführt. Das Unternehmen ist auch in zweiter Generation zu 100 % in Besitz der Familie von Dewitz. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern in der Outdoor‐Branche, die derzeit einem dynamischen Konzentrationsprozess unterliegt, konnte sich VAUDE als mittelständisches inhabergeführtes Unternehmen seine Unabhängigkeit bewahren.
Branchenüblich wird der Großteil der Produkte von externen Lieferanten hauptsächlich in Asien produziert. Das Unternehmen betreibt jedoch auch eine eigene Manufaktur am Firmensitz in Tettnang. Dort werden Radtaschen und Rucksäcke nach hochtechnischen Standards handgefertigt.
Lisa Maria Fiedler

CSR in der Outdoor-Bekleidungsbranche: Entwicklung nachhaltiger Materialkonzepte

Für die Outdoor‐Industrie hat Nachhaltigkeit von jeher einen besonderen Stellenwert. Dieser ergibt sich aus der produktspezifischen Abhängigkeit zur unversehrten und ursprünglichen Natur. Darüber hinaus wurden viele Unternehmen von Outdoor‐Enthusiasten gegründet, die aufgrund ihrer sportlichen Leidenschaft und der Verbindung zur Natur schon früh erkannten, wie wichtig Nachhaltigkeit ist.
Auch heute sind viele Produktentwickler, Designer und Techniker in Outdoor‐Unternehmen von ihrer Idee getrieben, das perfekte Produkt für ihren Sport in freier Natur zu entwickeln. Die meisten bringen durch ihre Affinität zum Outdoor‐Sport das nötige (Eigen‑)Interesse an Nachhaltigkeit mit. Dadurch werden bereits im Entwicklungsprozess verschiedene Schwerpunkte wie das optimale Design, Widerstandsfähigkeit auch bei extremen Bedingungen, Langlebigkeit der Produkte, Multifunktionsnutzen aber auch die Auswahl möglichst nachhaltiger Materialien in den Fokus gestellt.
Ein weiterer Faktor, der die nachhaltige Entwicklung in der Outdoor‐Branche begünstigt, sind Produkte, die auf längere Lebenszyklen angelegt sind sowie die weitaus geringere Anzahl an Kollektionen pro Jahr. Üblicherweise sind eine Sommer‑ sowie eine Winter‐Kollektion erhältlich. In einigen Unternehmen gibt es darüber hinaus zwei kleinere Zwischenkollektionen, die die speziellen Bedürfnisse für die Übergangszeiten in Frühjahr und Herbst berücksichtigen.
Melanie Kuntnawitz

CSR im Bereich Wäsche/Lingerie

Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusster Konsum entsprechend dem Zeitgeist und sind weit mehr als ein kurzfristiger Trend. Die Bedeutung von CSR nimmt auch in der Modebranche immer stärker zu. Aufgeklärte Verbraucher suchen immer gezielter nach qualitativ hochwertigen und unter fairen Bedingungen hergestellten Produkten. Nichts kommt uns näher, als die Unterwäsche, die wir tragen und dennoch sieht sich gerade diese Branche mit einigen Herausforderungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein konfrontiert. Diese setzen an der gesamten Wertschöpfungskette an, von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Auslieferung an die Kunden und deren Wertschätzung für die Produkte. Mey als eine der führenden Bodywear- & Lifestylemarken und zugleich Traditionsunternehmen steht für eine besonders stark ausgeprägte Werthaltung und begegnet diesen Herausforderungen mit einer klaren Vision sowie innovativen Projekten und Prozessen.
Matthias Mey, Lena Faisst

Einführung systematisches CSR bei GREIFF Mode

GREIFF Mode zählt zu den führenden Herstellern von Berufsbekleidung, vor allem für die Dienstleistungsbrache, die Hotellerie und die Gastronomie. GREIFF ist ein inhabergeführtes Unternehmen, das im Jahre 1802 in Greiffenberg/Schlesien gegründet wurde und seit 1945 in Bamberg mit ca. 120 Mitarbeitern zu Hause ist.
Der Grundstein für die Einfügung von systematischem CSR wurde bereits im Jahr 2010 gelegt. In einen Workshop erarbeitete die Geschäftsleitung zusammen mit allen Führungskräften Mission, Vision und Werte. Das Leitbild wurde von Mitarbeitern für alle Mitarbeiter als Leitfaden entwickelt. Die daraus entstandenen Werte sind.
Diese Werte werden von allen Mitarbeitern und der Geschäftsführung seit diesem Zeitpunkt gelebt. Um sich mehr mit dem Wert Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und diesen Wert tiefer in die Unternehmenskultur zu verankern, entschloss sich die Geschäftsführung im Jahr 2014 die Stelle Unternehmensverantwortung/Corporate Responsibility neu zu schaffen.
Wie in den meisten anderen Unternehmen auch, war es bis zu diesem Zeitpunkt so, dass bereits einige CSR‐Themen von den unterschiedlichsten Abteilungen vollkommen selbstverständlich aber unbewusst bearbeitet wurden.
Hier ein paar Beispiele für CSR bei GREIFF, Stand Frühjahr 2014.
Die neu geschaffene Stelle sollte eine Struktur in die CSR‐relevanten Themen bringen und alle Mitarbeiter auf diese neue CSR‐Reise mitnehmen. Die Stelle Unternehmensverantwortung/Corporate Responsibility wurde daher als Stabsstelle im Unternehmen integriert.
Nicole Wagner

CSR im Bereich modische Arbeitsschutzbekleidung

Faire Arbeitsbedingungen in der Produktion und umweltverträgliche Herstellungsprozesse sind Themen, mit denen sich viele Unternehmen und Organisationen tagtäglich beschäftigen. Besonders in der Textilbranche hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Die Textil‑ und Bekleidungsindustrie steht unter einem steigenden Wettbewerbsdruck und gilt als Treiber der Globalisierung. Die Branche ist gekennzeichnet durch personalintensive Handarbeit und weltweite Produktion.
Die Herstellung von Arbeitskleidung ist komplex – Sicherheit, Schutz und Funktionalität spielen dabei eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig soll sie gut aussehen und modern sein. Aber unter welchen Arbeitsbedingungen wird die Bekleidung produziert? Was bedeutet dabei eigentlich CSR? Wie etabliert ein Unternehmen, welches die Branche der Arbeitsbekleidung prägt und für Arbeitssicherheit steht, ethische Werte in der gesamten Herstellungskette? Transparenz ist eine wichtige Säule im Selbstverständnis der Unternehmen und Marken, denn Transparenz schafft Vertrauen. CSR ist ein komplexes Thema mit zahlreichen Facetten und ein dauerhafter Prozess. Der Hauptaspekt dabei ist, dass auf lange Sicht nicht auf die Kosten der Menschen in anderen Regionen auf der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen gelebt werden darf. CSR wirkt sich auf alle Bereiche des Alltags aus und kann nur durch internationale Kooperationen erreicht werden.
Henning Strauss, Gabriel Jäckel, Victoria Lauer, Friederike Hoppe

Unternehmerische Verantwortung in der Schuh-Industrie

Das Thema unternehmerische Nachhaltigkeit hat in der Schuh‑ und Textilindustrie einen besonderen Stellenwert.
Mit der wettbewerbsbedingten Auslagerung der Produktion an externe Hersteller in Länder mit deutlich günstigeren Produktionskosten wurden Anfang der neunziger Jahre die Risiken im Hinblick auf Sozial‑ und Umweltstandards deutlich erhöht. Viele der neuen Herstellerländer wiesen in diesen Bereichen deutliche Defizite auf und tun dies zum Teil bis heute.
Aus Sicht von PUMA war diese Auslagerung alternativlos. Ein Festhalten an eigenen Produktionsstätten in Deutschland hätte den wirtschaftlichen Fortbestand des Unternehmens gefährdet.
Eine Auslagerung der Verantwortung für Sozial‑ und Umweltstandards war allerdings für die größeren Markenartikler aufgrund des Risikos von Reputationsschäden und öffentlicher Kritik im Zusammenhang mit ihrer Marke nicht möglich. Journalisten und Nichtregierungsorganisationen prangerten zu Recht die Defizite beispielsweise im Arbeitsrecht oder bei Arbeitssicherheitsstandards an. Relativ rasch wurde damit klar, dass sich die moralische Verantwortung der großen Marken auch auf die Mitarbeiter der externen Herstellerfirmen erstreckt.
Stefan D. Seidel

CSR und Textilrecycling

Seit der Jahrtausendwende haben sich die weltweiten Produktions‑ und Absatzmengen von Bekleidung nahezu verdoppelt. Zwischen 2002 und 2015 ist der Absatz von einer Billion US‐Dollar auf circa 1,8 Billionen gestiegen (vgl. Greenpeace 2017). Kürzere Kollektions‐Rhythmen, gesunkene Preise und die gestiegene Bedeutung des E‐Commerce sind ursächlich für diese Entwicklung. Allein in Deutschland besitzt jede erwachsene Person im Alter zwischen 18 bis 69 Jahren im Durchschnitt 95 Kleidungsstücke (vgl. Greenpeace 2015). Zugleich werden diese nur noch halb so lange getragen wie vor 15 Jahren (vgl. Greenpeace 2017).
Der Fast‐Fashion‐Trend lässt die Mengen an nicht mehr benötigten Kleidungsstücken, Schuhen und Haushaltstextilien kontinuierlich steigen. In Deutschland ist das jährliche Sammelaufkommen von Alttextilien von 750.000 t im Jahr 2007 auf über 1 Mio. t in 2015 angestiegen (vgl. bvse 2015). Kleidung wird zunehmend zur Wegwerfware.
Vor diesem Hintergrund gewinnt eine nachhaltige Weiterverwertung und ‑verarbeitung von aussortierten Textilien verstärkt an Bedeutung, um Müllberge zu vermeiden und wertvolle Ressourcen sowie die Umwelt zu schonen (bvse 2008).
Martin Böschen

Neue Wege: Bio-Mode als echte Alternative

Nachhaltiges Handeln ist für hessnatur Gründungsimpuls, Unternehmensprinzip und wesentliches Alleinstellungsmerkmal. Seit vielen Jahren bestimmen die drei Dimensionen nachhaltigen Handelns – Ökologie, Ökonomie und Soziales – die Unternehmensausrichtung. Dabei betont hessnatur die Verbindung von Ethik mit Ästhetik und zeigt heute mehr denn je, dass Mode und Nachhaltigkeit keinen Widerspruch bedeuten. Mit einer neuen einheitlichen Designhandschrift über die gesamte Kollektion löst hessnatur diesen Anspruch ein und lässt auch bei Passform, Stilistik und Verarbeitungsqualität keine Wünsche offen.
Die Begriffe „sophisticated casual“ und „timeless essentials“ definieren die Designhandschrift: Lieblingsteile, die durch die pure Kraft der Naturfasern überzeugen und Modelle, die über die Saison hinaus lange kombinierbar bleiben. Statt mit dem erhobenen Zeigefinger begeistert hessnatur mit einem Wohlfühlgefühl. Mit diesem Verständnis von Slow Fashion setzt sich hessnatur ganz bewusst vom Trend zur immer schneller rotierenden Fast Fashion ab. Nicht das schlechte Gewissen, sondern die Aussicht, mit jedem Kauf einen Unterschied zu machen und die Welt zu verbessern, soll Stammkunden binden und Neukunden begeistern. Dafür steht die Verantwortung von hessnatur über die gesamte textile Wertschöpfungskette, vom Anbau bis zum Kleiderbügel und für jeden Artikel des Sortiments.
Kristin Heckmann

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Lieferkette für mittelständische Textilunternehmen

Das Beispiel eines partizipativen Managementansatzes einer OSPIG Produktionsstätte
Der deutsche Textilhandel ist eine wichtige Wirtschaftsbranche mit einem Umsatz von 55 Mrd. € im Jahr 2015. Die Bekleidung lassen die Handelsunternehmen, Marken und Importeure in Asien, Nordafrika und Mittelamerika fertigen. Dafür müssen vielfältige Faktoren in Hinblick auf Löhne, Arbeitszeiten und Arbeitssicherheit genauso beachtet werden wie Faktoren der Ressourcenschonung und Abwasser und Abfallmanagement. Um dieses langfristig und dauerhaft zu gestalten, ist ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem erforderlich. Diese bezieht die Transparenz über die Lieferketten, die Produktqualität, Verpackung, Transporte und die Produktionssicherheit mit ein. Der Artikel beschreibt die Herausforderungen und Faktoren für die Etablierung eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems. Dabei haben Kennzahlen wie der „Factory-Carbon-Footprint“ besondere Bedeutung. Am Beispiel von OSPIG, einem mittelständischen Textilunternehmen, wird dargestellt wie der Prozess im Unternehmen selbst und in der Produktion für nachhaltigere Lieferketten gestartet, umgesetzt und dokumentiert werden kann.
Michael Arretz, Katrin Meyer

Nachhaltigere Mode im Discount: Lidl

Die Verantwortung für Mensch und Umwelt gehört zum Kern der Unternehmensphilosophie von Lidl. Im folgenden Beitrag wird ausgeführt, wie Lidl in fünf Handlungsfeldern sein CSR-Verständnis mit den wachsenden Kundenansprüchen an Produktqualität und Nachhaltigkeit vereinbart. Das Unternehmen begegnet den vielschichtigen Herausforderungen in der Wertschöpfungskette insbesondere in Süd- und Südostasien mit einem eigenen, auf den ILO-Normen für soziale Mindeststandards basierenden Code of Conduct. Transparenz in der textilen Lieferkette ist die wichtigste Voraussetzung für nachhaltiges Handeln und Glaubwürdigkeit, daher hat Lidl eine Liste der Lieferanten des Textil- und Schuhsortiments seiner Eigenmarken veröffentlicht. Seine ökologische Verantwortung übernimmt Lidl durch regelmäßige Audits etwa des Chemikalien-/Umweltmanagements vor Ort durch international anerkannte, unabhängige Prüfinstitute sowie durch die gezielte Kompetenzförderung aller Akteure. Seiner sozialen Verantwortung wird das Unternehmen gerecht, indem es auf korrekte Bezahlung, grundlegende Arbeitnehmerrechte und auf das Verbot von Kinderarbeit besteht sowie Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen fördert. Als Mitglied in zahlreichen Netzwerken, Bündnissen und Multi-Stakeholder-Initiativen ist Lidl in sektorweiten Kollaborationen mit dem Ziel verbesserter Lebens- und Arbeitsbedingungen einer nachhaltigen Produktion aktiv. Nicht zuletzt verfolgt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Labeln wie z.B. Fairtrade auch am Point of Sale sein Nachhaltigkeitsmotto „auf dem Weg nach morgen“.
Fazit: Gezielte Maßnahmen, vernetzte Akteure und Bündnisse ermöglichen eine nachhaltigere Mode im Discount.
Carolyn Hutter, Florian Schütze

Nachhaltigkeit erlebbar machen

Der Point of Sale (PoS) als Erfolgsfaktor im Mode-Einzelhandel
Dass die Nachhaltigkeitsbestrebungen endlich auch in der Mode‑ und Textil‐Branche angekommen sind, ist mittlerweile unbestritten. Der Mode‐Einzelhandel und viele Bekleidungshersteller leisten bereits heute wertvolle Beiträge in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Dennoch werden derzeit 25 % aller weltweit eingesetzten Chemikalien in der Bekleidungsbranche verwendet. Sie zählt damit zu den umweltschädlichsten Industrien neben der Ölindustrie (Probe 2018). Mit der Gründung des Bündnisses für nachhaltige Textilien erhält die Modeindustrie Unterstützung durch die Bundesregierung. Die Mitglieder des Bündnisses decken heute über die Hälfte des deutschen Textilmarktes ab. Die neuen Richtlinien sollen dafür sorgen, Sozialstandards im Produktionsprozess zu verbessern und den Einsatz giftiger Chemikalien zu vermeiden. Bei all diesen Herausforderungen darf man nicht aus den Augen verlieren, dass Nachhaltigkeit nicht nur Ökologie meint, sondern auch verantwortungsvolles Handeln auf dem Markt, gegenüber der Gesellschaft und den Mitarbeitern. Die Aufgabe der Verantwortlichen besteht also darin, alle vier CSR‐Handlungsfelder zu bearbeiten und diese auch an den Konsumenten zu kommunizieren. Eine besondere Rolle spielt dabei der Point of Sale (PoS) als wesentlicher Umschlagsort für Informationen und Emotionen. Hier sollten sich die Nachhaltigkeitsaktivitäten widerspiegeln und für den Endverbraucher sichtbar werden. Es kommt darauf an, dass alle Informationen zur Nachhaltigkeit und insbesondere zur Umwelt‑ und Sozialverträglichkeit der Produkte transparent gemacht werden und so die Kaufentscheidung des Konsumenten unterstützen.
Kathy Zängler
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