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Über dieses Buch

Finanzdienstleister haben eine wesentliche Hebelwirkung um „nachhaltige“ Anlage- und Kreditprodukte anzubieten. Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Aspekt der Nachhaltigkeitsratings, denn diese sind ein wichtiges Instrument um die öko-soziale Performance von (Finanz-) unternehmen zu evaluieren und dienen damit institutionellen Investoren als Entscheidungshilfe. Die gleiche Funktion haben Qualitätssiegel, auch sie dienen zur Vereinfachung einer nachhaltigen und fairen Kaufentscheidung.
Die Autoren dieses Herausgeberwerkes zeigen die Entwicklung und Bedeutung von Nachhaltigkeitsratings und Qualitätssiegeln und diskutieren deren (zukünftige) Bedeutung.
Das vorliegende Buch bietet sowohl CSR-Expert/innen als auch interessierten Konsument/innen einen umfassenden, interessanten und verständlichen Überblick über die aktuelle Diskussion zur „Vermessung“ der Nachhaltigkeit in der Finanzbranche und zeigt, welche Rolle Kaufentscheidung als Hebelwirkung für ein umfangreicheres Angebot von „grünen“ Finanzprodukten spielt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Information ist alles –Nachhaltigkeitsratings im globalen Kontext

Frontmatter

Nachhaltigkeitsratings: Zur „Vermessung“ von Nachhaltigkeit im Finanzbereich

300 Jahre nach dem Tod von Hans Carl von Carlowitz, dem „Erfinder“ der Nachhaltigkeit, ist der Begriff in aller Munde. In Carlowitz‘ „Sylvicultura Oeconomica“ aus dem Jahr 1713 wird der Begriff der nachhaltigen, damals noch „nachhaltenden“ Nutzung von Naturressourcen auf bestechend einfache Weise erstmals definiert: Im Rahmen einer geregelten Forstwirtschaft sollte immer nur so viel Holz geschlagen werden, wie auch wieder nachwachsen könne, um die bedeutende Ressource auch für kommende Generationen zu erhalten (vgl. Huss/ v. Gadow 2012, S.25). Die Brundtland-Kommission brachte diese Definition 1987 auf den allgemeineren Begriff einer Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“ (Brundtland 1987). Auf dem Weg vom Besonderen (Holz) zum Abstrakten (Bedarf) tun sich immer Lücken auf, die dazu einladen, sie mit Interpretationen zu füllen. Das ist die Herausforderung an Unternehmen, die „nachhaltige“ Produkte und Leistungen anbieten, und an jene Ratingagenturen, die diese Nachhaltigkeit bewerten – als Entscheidungshilfe für Kunden, aber auch als inhaltliche Unterstützung für Unternehmen selbst.Die Finanzwirtschaft spielt dabei eine zentrale Rolle: durch die unternehmerische Funktion der Institute, aber insbesondere durch die Hebelwirkung, die durch das Angebot an nachhaltigkeitstauglichen Anlageprodukten sowie in der Kreditbewilligung erreicht wird. Für die Finanzwirtschaft selbst könnte es sich auch aus ganz eigennützigen Motiven als bedeutsam herausstellen, nachhaltige Angebote zu machen und diese Nachhaltigkeit auch für Kunden/innen nachvollziehbar zu kommunizieren. Die Finanzkrise 2008 ist längst nicht vergessen, und das Vertrauen der Privatanleger in die Branche zurückzugewinnen ist immer noch eine entscheidende und schwierige Aufgabe, die Finanzunternehmen nicht geringschätzen sollten. Gütesiegel, die sich direkt an Konsument/innen richten und in anderen (Wirtschafts-)Bereichen bereits gut eingeführt sind, kommen auch als Entscheidungshilfe für die Privatanlage bereits zur Anwendung – wenn auch noch nicht in großem Umfang. In den kommenden Jahren dürften die „Guten Siegel“ weiter an Bedeutung gewinnen, sofern es gelingt, sie als verlässliche und vertrauenswürdige Werkzeuge für die Banken ebenso wie für die Kund/innen im Markt zu verankern.Persönliche Anmerkung zum Titel: Dieser wurde inspiriert vom Buch Die Vermessung der Welt (2005) von Daniel Kehlmann.

H. E. Kopp

Vertrauen schaffen, Bewusstsein bilden

Ein Dialog mit Gertrude Tumpel-Gugerell, ehemalige Direktorin der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sowie der Europäischen Zentralbank (EZB), über die Möglichkeiten von Nachhaltigkeitsratings und einheitlichen Standards.

G. Tumpel-Gugerell

Die Rolle von nachhaltigen Ratingagenturen im europäischen Kontext

Kofi Annan hat einmal gesagt, dass Wohlstand und Nachhaltigkeit keine Gegensätze seien. Dem kann ich nur zustimmen und hinzufügen: Dauerhafter Wohlstand kann nur in Verbindung mit einer nachhaltigen Entwicklung erreicht werden. Weder die Politik noch die Wirtschaft darf auf kurzfristige Erfolge abzielen, denn diese sind auf Sand gebaut. Wir müssen langfristig denken und handeln, denn nur so können wir das bisher Erreichte bewahren und Neues darauf aufbauen. Dieses Handeln in sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen mit dem Blick über den morgigen Tag hinaus findet sich auch in der ökosozialen Marktwirtschaft wieder. Es war richtig, dass sich die Europäische Union der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet hat, und es ist gut, dass sie eine Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit ist. Das zusätzliche Engagement nachhaltiger Ratingagenturen ist zu begrüßen, denn je mehr Themenfelder wir bei der Bewertung von Ländern und Unternehmen abdecken, desto präziser werden diese.Auch im europäischen Kontext müssen die drei Ebenen der Nachhaltigkeit – rechtliche, ökonomische und ökologische – gestärkt werden, damit Ratingagenturen in Zukunft verlässliche Partner der ökosozialen Marktwirtschaft sein können und mithelfen, dass diese stabil und sicher am Aufschwung Europas arbeitet.

O. Karas

Sustainability Principles and Standards of the European Investment Bank (EIB)

The European Investment Bank’s (EIBs) mission is to finance projects that further European Union priority policy objectives, as is reflected in EIB’s Corporate Operational Plan. While the Plan’s priorities and targets include support for projects with direct environmental and social benefits – including the protection and improvement of the natural and urban environment – all projects selected by EIB have to be acceptable in environmental and social terms.The contribution provides insight into the engagement of the EIB with extra-financial ratings.

W. Molterer

Es bedarf eigentlich nur eines gesunden Hausverstands, um Dinge nachhaltig zu gestalten – Interview mit Helmut Mödlhammer, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes

Kommunen sind wesentliche Wirtschaftsfaktoren. Damit tragen sie unmittelbare Verantwortung für Entscheidungen, die die Bedürfnisse der Menschen hinsichtlich ihres Lebensraums und ihrer Lebensqualität betreffen. Jede Entscheidung beginnt mit Überlegungen zum Geld. Studien zeigen, dass nachhaltige Finanzprodukte und Rendite sich nicht ausschließen.

H. Mödlhammer

Das gute Geld – Qualität geprüft: Begrifflichkeiten

Frontmatter

Vertrauen schaffen, Bewusstsein bilden

Ein Dialog mit Gertrude Tumpel-Gugerell, ehemalige Direktorin der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sowie der Europäischen Zentralbank (EZB), über die Möglichkeiten von Nachhaltigkeitsratings und einheitlichen Standards.

G. Tumpel-Gugerell

Die Rolle von nachhaltigen Ratingagenturen im europäischen Kontext

Kofi Annan hat einmal gesagt, dass Wohlstand und Nachhaltigkeit keine Gegensätze seien. Dem kann ich nur zustimmen und hinzufügen: Dauerhafter Wohlstand kann nur in Verbindung mit einer nachhaltigen Entwicklung erreicht werden. Weder die Politik noch die Wirtschaft darf auf kurzfristige Erfolge abzielen, denn diese sind auf Sand gebaut. Wir müssen langfristig denken und handeln, denn nur so können wir das bisher Erreichte bewahren und Neues darauf aufbauen. Dieses Handeln in sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen mit dem Blick über den morgigen Tag hinaus findet sich auch in der ökosozialen Marktwirtschaft wieder. Es war richtig, dass sich die Europäische Union der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet hat, und es ist gut, dass sie eine Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit ist. Das zusätzliche Engagement nachhaltiger Ratingagenturen ist zu begrüßen, denn je mehr Themenfelder wir bei der Bewertung von Ländern und Unternehmen abdecken, desto präziser werden diese.Auch im europäischen Kontext müssen die drei Ebenen der Nachhaltigkeit – rechtliche, ökonomische und ökologische – gestärkt werden, damit Ratingagenturen in Zukunft verlässliche Partner der ökosozialen Marktwirtschaft sein können und mithelfen, dass diese stabil und sicher am Aufschwung Europas arbeitet.

O. Karas

Sustainability Principles and Standards of the European Investment Bank (EIB)

The European Investment Bank’s (EIBs) mission is to finance projects that further European Union priority policy objectives, as is reflected in EIB’s Corporate Operational Plan. While the Plan’s priorities and targets include support for projects with direct environmental and social benefits – including the protection and improvement of the natural and urban environment – all projects selected by EIB have to be acceptable in environmental and social terms.The contribution provides insight into the engagement of the EIB with extra-financial ratings.

W. Molterer

Es bedarf eigentlich nur eines gesunden Hausverstands, um Dinge nachhaltig zu gestalten – Interview mit Helmut Mödlhammer, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes

Kommunen sind wesentliche Wirtschaftsfaktoren. Damit tragen sie unmittelbare Verantwortung für Entscheidungen, die die Bedürfnisse der Menschen hinsichtlich ihres Lebensraums und ihrer Lebensqualität betreffen. Jede Entscheidung beginnt mit Überlegungen zum Geld. Studien zeigen, dass nachhaltige Finanzprodukte und Rendite sich nicht ausschließen.

H. Mödlhammer

Wie nützlich sind Nachhaltigkeitsratings für eine nachhaltige Entwicklung von Unternehmen?

Umsetzung – Möglichkeiten – Grenzen

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist inhaltlich nicht geschützt. Infolgedessen ist die Bandbreite dessen, was als Nachhaltigkeit bewertet wird, immens. Es zeigt sich, dass die Mehrheit der Nachhaltigkeitsrating-Agenturen und Anbieter solcher Ratings Ansätze verfolgen, die gar nicht dazu geeignet sind, im ethisch umfassenden Sinn Nachhaltigkeit in Unternehmen voranzutreiben. Denn bei den meisten Agenturen und Anbietern liegt der Fokus lediglich auf einer Auswahl solcher Nachhaltigkeitskriterien, die finanzielle Auswirkungen auf die zu bewertenden Unternehmen erwarten lassen.Damit Nachhaltigkeitsratings dem hohen Anspruch der Förderung von nachhaltiger Entwicklung in Unternehmen gerecht werden (können), muss den Ratings ein klar definierter wertorientierter Nachhaltigkeitsbegriff zugrunde gelegt werden.

C. Döpfner

Der Markt für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland und Europa – Standards und Trends

Der Beitrag behandelt den Markt nachhaltiger Geldanlagen in puncto Definition, Methodik, Entwicklung und erläutert entsprechende Instrumente in den Bereichen Transparenz, Orientierungshilfen und Standards. Darüber hinaus gibt er einen Überblick über die neusten Marktzahlen (April 2015), setzt die identifizierten Trends aus dem Marktbericht in Beziehung zur europäischen FNG-Studie (2014) und gibt einen Ausblick auf die weitere Marktentwicklung, regulatorisches Potential und zentrale Felder: 1.Definition und Methodik nachhaltiger Geldanlagen2.Entwicklung des Marktes Nachhaltiger Geldanlagen (2005 bis 2015) i.in DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz)ii.in Europa3.Transparenz- und Orientierungshilfen, Qualitätsstandards4.Trends5.AusblickNachhaltigkeit im Finanzsektor und nachhaltige Finanzprodukte sind Kernthemen des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Zweck des FNG ist es, den sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich der Gesellschaft durch Einwirkung auf die Wirtschaft mittels Veränderung der Anlagegewohnheiten im Sinne der Nachhaltigkeit zu stärken und zu fördern.

C. Tober

Investment Reporting im Wandel

ESG-Ratings messen Nachhaltigkeit und entwickeln sich zu einem festen Bestandteil der Risikosteuerung. Das ESG Investment Reporting hilft institutionellen Anlegern, sich bei ihrer Investmentauswahl und -kontrolle zurechtzufinden.Dem möglichen Einfluss von Umwelt-, Sozial- und Governance (ESG)-Faktoren auf das Risiko- und Ertragsprofil von Unternehmen und damit auf das Investmentportfolio wird zunehmend Beachtung geschenkt. Neben dem Argument, dass „Verantwortung für Mensch und Umwelt“ zu übernehmen sei, überwiegen immer mehr wirtschaftliche Faktoren. So erlaubt das Miteinbeziehen von ESG-Faktoren dem Anleger, bisher nicht einschätzbare Risiken aufzudecken, zu meiden oder mit adäquater Entschädigung bewusst einzugehen. Experten erwarten in den nächsten zehn Jahren, dass Finanz- und Nachhaltigkeitsanalysen verschmelzen und sich die Berücksichtigung von ESG-Kriterien als Standard etabliert.Lassen Sie uns einen Blick in die Welt der institutionellen Anleger werfen. Welche internationalen Marktbewegungen zeichnen sich ab, und mit welchen neuen Anforderungen wird die Vermögensberichterstattung und -überwachung konfrontiert?

O. Oehri

Kontrolle schafft Vertrauen – Gütesiegel für Privatkund/innen

Frontmatter

Wie nützlich sind Nachhaltigkeitsratings für eine nachhaltige Entwicklung von Unternehmen?

Umsetzung – Möglichkeiten – Grenzen

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist inhaltlich nicht geschützt. Infolgedessen ist die Bandbreite dessen, was als Nachhaltigkeit bewertet wird, immens. Es zeigt sich, dass die Mehrheit der Nachhaltigkeitsrating-Agenturen und Anbieter solcher Ratings Ansätze verfolgen, die gar nicht dazu geeignet sind, im ethisch umfassenden Sinn Nachhaltigkeit in Unternehmen voranzutreiben. Denn bei den meisten Agenturen und Anbietern liegt der Fokus lediglich auf einer Auswahl solcher Nachhaltigkeitskriterien, die finanzielle Auswirkungen auf die zu bewertenden Unternehmen erwarten lassen.Damit Nachhaltigkeitsratings dem hohen Anspruch der Förderung von nachhaltiger Entwicklung in Unternehmen gerecht werden (können), muss den Ratings ein klar definierter wertorientierter Nachhaltigkeitsbegriff zugrunde gelegt werden.

C. Döpfner

Der Markt für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland und Europa – Standards und Trends

Der Beitrag behandelt den Markt nachhaltiger Geldanlagen in puncto Definition, Methodik, Entwicklung und erläutert entsprechende Instrumente in den Bereichen Transparenz, Orientierungshilfen und Standards. Darüber hinaus gibt er einen Überblick über die neusten Marktzahlen (April 2015), setzt die identifizierten Trends aus dem Marktbericht in Beziehung zur europäischen FNG-Studie (2014) und gibt einen Ausblick auf die weitere Marktentwicklung, regulatorisches Potential und zentrale Felder: 1.Definition und Methodik nachhaltiger Geldanlagen2.Entwicklung des Marktes Nachhaltiger Geldanlagen (2005 bis 2015) i.in DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz)ii.in Europa3.Transparenz- und Orientierungshilfen, Qualitätsstandards4.Trends5.AusblickNachhaltigkeit im Finanzsektor und nachhaltige Finanzprodukte sind Kernthemen des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Zweck des FNG ist es, den sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich der Gesellschaft durch Einwirkung auf die Wirtschaft mittels Veränderung der Anlagegewohnheiten im Sinne der Nachhaltigkeit zu stärken und zu fördern.

C. Tober

Investment Reporting im Wandel

ESG-Ratings messen Nachhaltigkeit und entwickeln sich zu einem festen Bestandteil der Risikosteuerung. Das ESG Investment Reporting hilft institutionellen Anlegern, sich bei ihrer Investmentauswahl und -kontrolle zurechtzufinden.Dem möglichen Einfluss von Umwelt-, Sozial- und Governance (ESG)-Faktoren auf das Risiko- und Ertragsprofil von Unternehmen und damit auf das Investmentportfolio wird zunehmend Beachtung geschenkt. Neben dem Argument, dass „Verantwortung für Mensch und Umwelt“ zu übernehmen sei, überwiegen immer mehr wirtschaftliche Faktoren. So erlaubt das Miteinbeziehen von ESG-Faktoren dem Anleger, bisher nicht einschätzbare Risiken aufzudecken, zu meiden oder mit adäquater Entschädigung bewusst einzugehen. Experten erwarten in den nächsten zehn Jahren, dass Finanz- und Nachhaltigkeitsanalysen verschmelzen und sich die Berücksichtigung von ESG-Kriterien als Standard etabliert.Lassen Sie uns einen Blick in die Welt der institutionellen Anleger werfen. Welche internationalen Marktbewegungen zeichnen sich ab, und mit welchen neuen Anforderungen wird die Vermögensberichterstattung und -überwachung konfrontiert?

O. Oehri

Nachhaltige Geldanlagen in Österreich: Rahmenbedingungen – Motivation – Entwicklung

Der Artikel beschreibt die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen in Österreich; er bietet einen Überblick über das aktuelle Angebot und die wichtigsten Gütesiegel und gibt Einblick in die Motivation institutioneller und privater AnlegerInnen.

R. M. Reisinger

Das Österreichische Umweltzeichen für Nachhaltige Finanzprodukte

Am österreichischen Markt sind eine Vielzahl nachhaltiger Finanzprodukte, überwiegend Fonds, erhältlich. Nachdem es keine einheitliche Definition nachhaltiger Finanzprodukte gibt, stützen sich sämtliche Statistiken auf die Produktinformation der Fondsgesellschaften. Wird im Fondsprospekt oder im Factsheet angegeben, dass ein Fonds in seiner Anlagepolitik nachhaltige, ethische, soziale oder ökologische Kriterien berücksichtigt, gilt er für diese Statistiken als nachhaltig.Finanzprodukte erfordern schon an sich ein hohes Maß an Information, um Anleger über Chancen und Risiken zu informieren. Kommt der Aspekt „Nachhaltigkeit“ hinzu, überfordert das Wissen und Informationsmöglichkeiten vieler Anleger. Es ist eine komplexe Aufgabe, Unternehmen zu identifizieren, die tatsächlich einen positiven Beitrag zur ökologischen und sozialen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten – oder zumindest jene auszuschließen, die genau das Gegenteil bewirken. Naheliegend, dass nicht alle Anbieter diese anspruchsvolle Aufgabe erfüllen. Wie so oft bleibt für den interessierten Konsumenten die Frage: Ist das drin, was draufsteht?Um dieses Informationsbedürfnis in einem wachsenden Markt zu stillen, wurde bereits 2004 im Rahmen des Österreichischen Umweltzeichens die Richtlinie für „Grüne Fonds“ – inzwischen erweitert auf „Nachhaltige Finanzprodukte“ – geschaffen. Sie gibt privaten und institutionellen Anlegern, die sozial und ökologisch verantwortungsvoll investieren wollen, eine unabhängige Entscheidungshilfe.

C. Kornherr

Das Prinzip der Verantwortung – Staatenratings im Fokus

Frontmatter

Nachhaltige Geldanlagen in Österreich: Rahmenbedingungen – Motivation – Entwicklung

Der Artikel beschreibt die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen in Österreich; er bietet einen Überblick über das aktuelle Angebot und die wichtigsten Gütesiegel und gibt Einblick in die Motivation institutioneller und privater AnlegerInnen.

R. M. Reisinger

Das Österreichische Umweltzeichen für Nachhaltige Finanzprodukte

Am österreichischen Markt sind eine Vielzahl nachhaltiger Finanzprodukte, überwiegend Fonds, erhältlich. Nachdem es keine einheitliche Definition nachhaltiger Finanzprodukte gibt, stützen sich sämtliche Statistiken auf die Produktinformation der Fondsgesellschaften. Wird im Fondsprospekt oder im Factsheet angegeben, dass ein Fonds in seiner Anlagepolitik nachhaltige, ethische, soziale oder ökologische Kriterien berücksichtigt, gilt er für diese Statistiken als nachhaltig.Finanzprodukte erfordern schon an sich ein hohes Maß an Information, um Anleger über Chancen und Risiken zu informieren. Kommt der Aspekt „Nachhaltigkeit“ hinzu, überfordert das Wissen und Informationsmöglichkeiten vieler Anleger. Es ist eine komplexe Aufgabe, Unternehmen zu identifizieren, die tatsächlich einen positiven Beitrag zur ökologischen und sozialen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten – oder zumindest jene auszuschließen, die genau das Gegenteil bewirken. Naheliegend, dass nicht alle Anbieter diese anspruchsvolle Aufgabe erfüllen. Wie so oft bleibt für den interessierten Konsumenten die Frage: Ist das drin, was draufsteht?Um dieses Informationsbedürfnis in einem wachsenden Markt zu stillen, wurde bereits 2004 im Rahmen des Österreichischen Umweltzeichens die Richtlinie für „Grüne Fonds“ – inzwischen erweitert auf „Nachhaltige Finanzprodukte“ – geschaffen. Sie gibt privaten und institutionellen Anlegern, die sozial und ökologisch verantwortungsvoll investieren wollen, eine unabhängige Entscheidungshilfe.

C. Kornherr

Das Rating der Nachhaltigkeit von Staaten – Analyse und Bewertung existierender Ratingmethoden

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Analyse und Bewertung von Ratings, welche die Nachhaltigkeitsperformance von Staaten nach Environmental-, Social- und Governance (ESG)-Kriterien messen. Es wird das Ergebnis eines Ratings der Rater vorgestellt, dessen Ziel war, das auf Staaten bezogene ESG-Rating von Ratinganbietern vergleichbar zu machen und zu bewerten. Hierzu wurden die für die Ratingqualität maßgeblichen Kernbereiche herausgearbeitet, und anschließend daraus sechs bewertbare Faktoren abgeleitet. Das Untersuchungssample besteht aus neun unterschiedlichen Ratinganbietern und deren Ratingmethoden. Diese werden auf den abgeleiteten Bewertungsfaktoren aufbauend analysiert und hinsichtlich Ratingphilosophie und -methodik, Art der genutzten Quellen, Transparenz der Wertschöpfungskette, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Flexibilität und Unabhängigkeit der Ratingunternehmen verglichen. Überwiegend zeigt sich ein positives Bild im Rating der untersuchten Ratingmethoden, welches durch eine Vielzahl guter Bewertungen zum Ausdruck kommt. Vor allem die Bereiche Quellenauswahl, Flexibilität und Unabhängigkeit zeigen überwiegend sehr gute Bewertungen. Dennoch besteht bei zahlreichen Anbietern von ESG-Staatenratings weiterhin Verbesserungspotenzial – wenn auch auf teilweise schon hohem Niveau.

H. Schäfer, F. Sauter

Sustainability Ratings auf Länderebene

Die finanzielle Globalisierung der vergangenen Jahrzehnte eröffnete die Möglichkeit zu internationalen Portfoliodiversifikationen. Ein Vergleich von Länderrisiken setzt unter anderem die Nutzung von Länderratings voraus. Die seit der Jahrtausendwende rasch wachsende Nachfrage nach nachhaltigen/ethischen/„grünen“ Investitionen/Impact Investments führt zu wachsender Nachfrage nach Sustainability Ratings auf Länderebene. Am Beispiel des FER 3D Länder-Screenings von software-systems.at wird gezeigt, wie institutionelle und private Investoren sowie Berater Sustainability Ratings zum frühzeitigen Erkennen von wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und ethischen Chancen und Risiken der Portfolioinvestition in einem Land und zur Integration ihrer persönlichen Wertvorstellungen in die Anlageentscheidung nutzen können.

M. Hoffmann, R. Lernbass

Sustainability Rating As Internal Challenge for the Financial Sector

Sustainability rating is rapidly maturing to a level where even the complex concept of sustainable development—including the ecological, sociocultural, and economic pillars and their components, as well as governance aspects such as attitudes—can be objectively described and quantitatively analyzed. This opens the door to reliable benchmarking of financial and other corporations, government authorities at national and municipal level, and the policies and projects they initiate and operate. New key factors, such as city size and typology, that harm or foster the sustainable development of society are becoming visible. The green bonds and their impacts are good examples of the perspectives of the sustainable finance challenge.Sustainability monitoring practices, new codes of conduct, even a banker’s oath, will be helpful in many cases to raise awareness in the sector, but are not enough to overcome the temptations in all circumstances to act in accordance with survival-driven attitudes. Financial sustainability will ultimately depend on the intrinsic motivation of bankers and financial specialists in their different roles in front-office, risk and compliance, and back office functions. How management can foster this culture is the real challenge of a sustainable finance sector which goes beyond adequate sustainability rating.

B. C. J. Zoeteman

Unternehmensratings gestern – heute – morgen Herausforderungen und Chancen

Frontmatter

Das Rating der Nachhaltigkeit von Staaten – Analyse und Bewertung existierender Ratingmethoden

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Analyse und Bewertung von Ratings, welche die Nachhaltigkeitsperformance von Staaten nach Environmental-, Social- und Governance (ESG)-Kriterien messen. Es wird das Ergebnis eines Ratings der Rater vorgestellt, dessen Ziel war, das auf Staaten bezogene ESG-Rating von Ratinganbietern vergleichbar zu machen und zu bewerten. Hierzu wurden die für die Ratingqualität maßgeblichen Kernbereiche herausgearbeitet, und anschließend daraus sechs bewertbare Faktoren abgeleitet. Das Untersuchungssample besteht aus neun unterschiedlichen Ratinganbietern und deren Ratingmethoden. Diese werden auf den abgeleiteten Bewertungsfaktoren aufbauend analysiert und hinsichtlich Ratingphilosophie und -methodik, Art der genutzten Quellen, Transparenz der Wertschöpfungskette, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Flexibilität und Unabhängigkeit der Ratingunternehmen verglichen. Überwiegend zeigt sich ein positives Bild im Rating der untersuchten Ratingmethoden, welches durch eine Vielzahl guter Bewertungen zum Ausdruck kommt. Vor allem die Bereiche Quellenauswahl, Flexibilität und Unabhängigkeit zeigen überwiegend sehr gute Bewertungen. Dennoch besteht bei zahlreichen Anbietern von ESG-Staatenratings weiterhin Verbesserungspotenzial – wenn auch auf teilweise schon hohem Niveau.

H. Schäfer, F. Sauter

Sustainability Ratings auf Länderebene

Die finanzielle Globalisierung der vergangenen Jahrzehnte eröffnete die Möglichkeit zu internationalen Portfoliodiversifikationen. Ein Vergleich von Länderrisiken setzt unter anderem die Nutzung von Länderratings voraus. Die seit der Jahrtausendwende rasch wachsende Nachfrage nach nachhaltigen/ethischen/„grünen“ Investitionen/Impact Investments führt zu wachsender Nachfrage nach Sustainability Ratings auf Länderebene. Am Beispiel des FER 3D Länder-Screenings von software-systems.at wird gezeigt, wie institutionelle und private Investoren sowie Berater Sustainability Ratings zum frühzeitigen Erkennen von wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und ethischen Chancen und Risiken der Portfolioinvestition in einem Land und zur Integration ihrer persönlichen Wertvorstellungen in die Anlageentscheidung nutzen können.

M. Hoffmann, R. Lernbass

Sustainability Rating As Internal Challenge for the Financial Sector

Sustainability rating is rapidly maturing to a level where even the complex concept of sustainable development—including the ecological, sociocultural, and economic pillars and their components, as well as governance aspects such as attitudes—can be objectively described and quantitatively analyzed. This opens the door to reliable benchmarking of financial and other corporations, government authorities at national and municipal level, and the policies and projects they initiate and operate. New key factors, such as city size and typology, that harm or foster the sustainable development of society are becoming visible. The green bonds and their impacts are good examples of the perspectives of the sustainable finance challenge.Sustainability monitoring practices, new codes of conduct, even a banker’s oath, will be helpful in many cases to raise awareness in the sector, but are not enough to overcome the temptations in all circumstances to act in accordance with survival-driven attitudes. Financial sustainability will ultimately depend on the intrinsic motivation of bankers and financial specialists in their different roles in front-office, risk and compliance, and back office functions. How management can foster this culture is the real challenge of a sustainable finance sector which goes beyond adequate sustainability rating.

B. C. J. Zoeteman

Fünf Fragen an Robert Haßler – CEO der oekom research AG

In einem Interview mit der Herausgeberin reflektiert Robert Haßler, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research AG, über die Anfänge und die Entwicklung des Nachhaltigkeitsratings in Europa. Aus Sicht des europäischen Pioniers der ersten Stunde geht der Experte auf die Entwicklungsschritte im nationalen und internationalen Kontext ein, ebenso wie auf die Herausforderung, mit einem ökologisch-sozialen Ratingansatz von einem Nischenbereich in den „Mainstream“ der Finanzbranche verankert zu werden – mit allen Anforderungen und Verbesserungsnotwendigkeiten, die sich daraus ergeben. Auf Basis dieser Erkenntnisse wagt Haßler einen Ausblick auf die Chancen und Möglichkeiten dieser Branche.

R. Haßler

Man muss den Finanzanalysten ökologisch relevante Aspekte inzwischen nicht mehr erklären – Reinhard Friesenbichler im Gespräch über Nachhaltigkeitsratings im Wandel der Zeit

Reinhard Friesenbichler, österreichischer Pionier im Bereich Nachhaltigkeitsresearch sowie Nachhaltiges Investment und Management, reflektiert über seine persönlichen Anfänge, die sich weitestgehend mit den SRI-Entwicklungen in Europa decken.Nachhaltige Investments und Nachhaltigkeitsresearch sind inzwischen auch in andere Bereiche hineingewachsen, auch in konventionelle Marktsegmente und durchaus auch in Branchen wie Bergbau und Ölkonzerne. Mit einem Wort: Das Feld des Nachhaltigkeitsratings hat sich geöffnet. Es geht mittlerweile nicht nur um Aktien, sondern auch um Unternehmens- und Staatsanleihen, die schließlich die wichtigste Assetklasse darstellen. Aber auch andere Emittentenkreise wie Immobilien und Rohstoffinvestments sowie Derivate-Investments sollte man sich heute verstärkt ansehen. Darüber hinaus sehen wir eine thematische Expansion, horizontal wie vertikal. Nicht nur große, börsennotierte Unternehmen sind Gegenstand von Nachhaltigkeitsassessments. Researchinstrumente werden zunehmend auch in KMU (Klein- und Mittelbetrieben) zum Einsatz gebracht. Gleichzeitig finden einfache Instrumente der Nachhaltigkeitsprüfung Eingang in die Bonitätsprüfung von Banken.Eine generelle Vereinheitlichung und Standardisierung des Nachhaltigkeitsresearch sieht Friesenbichler sehr kritisch. Er verweist auf die Komplexität der Messung von Nachhaltigkeit und Ethik und spricht sich für das gemeinsame Ziel unterschiedlicher Ansätze aus, dem Qualitäts- und Transparenzanspruch gerecht zu werden.

R. Friesenbichler

Fünf Thesen zu den Erfordernissen eines Nachhaltigkeitsratings 2.0

Nachhaltigkeitsratings haben sich in den vergangenen Jahren als feste Größe zur Bildung von Nachhaltigkeitsfonds und Nachhaltigkeitsindizes am Markt etabliert. Durch ihr kontinuierliches Adressieren von Nachhaltigkeitsthemen an eine Vielzahl von Unternehmen, ihre Intermediärfunktion zwischen Investorenwünschen auf der einen Seite und Unternehmen auf der anderen sowie durch ihr Agenda-Setting von kontroversen Themen haben sie die Realität von Unternehmen im Hinblick auf CSR und verantwortliches Handeln verändert.Wenngleich unbestritten ist, dass die Akzeptanz für diese extra-finanziellen Themen in Unternehmen – auch durch den Einfluss von Ratingagenturen – in den letzten Jahren gestiegen ist, mangelt es den Ratings an der tatsächlichen Messbarkeit des Einflusses, den ein Unternehmen auf die Umwelt und die Gesellschaft hat. Der Fokus der Ratings ist zu sehr geprägt von einem Abfragen standardisierter Managementsysteme und liegt weniger auf dem Hebel Richtung Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsratings stehen somit vor einer kritischen Zäsur: einerseits wollen sie Mainstreaminvestoren erreichen und dürfen dann aus Diversifizierungsgesichtspunkten nicht zu streng in der Auswahl geeigneter Unternehmen werden, und andererseits müssen sie ihrer postulierten Lenkungsfunktion für eine nachhaltige Wirtschaft besser als heute nachkommen. Der tatsächliche Sustainability Impact eines Unternehmens muss adäquater als bisher ermittelt werden, damit der nachhaltige Finanzmarkt seine Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich ökologischer und sozialer Verbesserungen bei Unternehmen besser ausnutzt. Ausgangspunkt und Ziel – hin zu einem Nachhaltigkeitsrating 2.0 – sind demnach klar, nur der Weg ist erst teilweise erkennbar.

S. Stremlau

Die Nachhaltigkeitszertifizierung der Vorsorge- und Pensionskassen – ein Erfolgsmodell am nachhaltigen Finanzmarkt?

Die betrieblichen Vorsorgekassen in Österreich haben sich in den letzten Jahren zu absoluten Vorreitern unter den nachhaltigen Investoren entwickelt. Seit mehr als zehn Jahren prüft und zertifiziert die ÖGUT – Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik – betriebliche Vorsorgekassen und Pensionskassen hinsichtlich der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Veranlagung. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Inhalten und Standards der Prüfung, geht auf die Hauptakteure, die Vorsorgekassen, ein und hinterfragt ihre Motivation und Beweggründe. Schließlich wird der Frage nachgegangen, ob eine Korrelation zwischen der Nachhaltigkeitsbewertung und der finanziellen Performance der Kassen hergestellt werden kann. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, welche Effekte die Zertifizierung auf dem nachhaltigen Finanzmarkt hervorgerufen hat.

S. Hasenhüttl

Potenzial durch Transparenz - Integriertes Reporting

Frontmatter

Fünf Fragen an Robert Haßler – CEO der oekom research AG

In einem Interview mit der Herausgeberin reflektiert Robert Haßler, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research AG, über die Anfänge und die Entwicklung des Nachhaltigkeitsratings in Europa. Aus Sicht des europäischen Pioniers der ersten Stunde geht der Experte auf die Entwicklungsschritte im nationalen und internationalen Kontext ein, ebenso wie auf die Herausforderung, mit einem ökologisch-sozialen Ratingansatz von einem Nischenbereich in den „Mainstream“ der Finanzbranche verankert zu werden – mit allen Anforderungen und Verbesserungsnotwendigkeiten, die sich daraus ergeben. Auf Basis dieser Erkenntnisse wagt Haßler einen Ausblick auf die Chancen und Möglichkeiten dieser Branche.

R. Haßler

Man muss den Finanzanalysten ökologisch relevante Aspekte inzwischen nicht mehr erklären – Reinhard Friesenbichler im Gespräch über Nachhaltigkeitsratings im Wandel der Zeit

Reinhard Friesenbichler, österreichischer Pionier im Bereich Nachhaltigkeitsresearch sowie Nachhaltiges Investment und Management, reflektiert über seine persönlichen Anfänge, die sich weitestgehend mit den SRI-Entwicklungen in Europa decken.Nachhaltige Investments und Nachhaltigkeitsresearch sind inzwischen auch in andere Bereiche hineingewachsen, auch in konventionelle Marktsegmente und durchaus auch in Branchen wie Bergbau und Ölkonzerne. Mit einem Wort: Das Feld des Nachhaltigkeitsratings hat sich geöffnet. Es geht mittlerweile nicht nur um Aktien, sondern auch um Unternehmens- und Staatsanleihen, die schließlich die wichtigste Assetklasse darstellen. Aber auch andere Emittentenkreise wie Immobilien und Rohstoffinvestments sowie Derivate-Investments sollte man sich heute verstärkt ansehen. Darüber hinaus sehen wir eine thematische Expansion, horizontal wie vertikal. Nicht nur große, börsennotierte Unternehmen sind Gegenstand von Nachhaltigkeitsassessments. Researchinstrumente werden zunehmend auch in KMU (Klein- und Mittelbetrieben) zum Einsatz gebracht. Gleichzeitig finden einfache Instrumente der Nachhaltigkeitsprüfung Eingang in die Bonitätsprüfung von Banken.Eine generelle Vereinheitlichung und Standardisierung des Nachhaltigkeitsresearch sieht Friesenbichler sehr kritisch. Er verweist auf die Komplexität der Messung von Nachhaltigkeit und Ethik und spricht sich für das gemeinsame Ziel unterschiedlicher Ansätze aus, dem Qualitäts- und Transparenzanspruch gerecht zu werden.

R. Friesenbichler

Fünf Thesen zu den Erfordernissen eines Nachhaltigkeitsratings 2.0

Nachhaltigkeitsratings haben sich in den vergangenen Jahren als feste Größe zur Bildung von Nachhaltigkeitsfonds und Nachhaltigkeitsindizes am Markt etabliert. Durch ihr kontinuierliches Adressieren von Nachhaltigkeitsthemen an eine Vielzahl von Unternehmen, ihre Intermediärfunktion zwischen Investorenwünschen auf der einen Seite und Unternehmen auf der anderen sowie durch ihr Agenda-Setting von kontroversen Themen haben sie die Realität von Unternehmen im Hinblick auf CSR und verantwortliches Handeln verändert.Wenngleich unbestritten ist, dass die Akzeptanz für diese extra-finanziellen Themen in Unternehmen – auch durch den Einfluss von Ratingagenturen – in den letzten Jahren gestiegen ist, mangelt es den Ratings an der tatsächlichen Messbarkeit des Einflusses, den ein Unternehmen auf die Umwelt und die Gesellschaft hat. Der Fokus der Ratings ist zu sehr geprägt von einem Abfragen standardisierter Managementsysteme und liegt weniger auf dem Hebel Richtung Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsratings stehen somit vor einer kritischen Zäsur: einerseits wollen sie Mainstreaminvestoren erreichen und dürfen dann aus Diversifizierungsgesichtspunkten nicht zu streng in der Auswahl geeigneter Unternehmen werden, und andererseits müssen sie ihrer postulierten Lenkungsfunktion für eine nachhaltige Wirtschaft besser als heute nachkommen. Der tatsächliche Sustainability Impact eines Unternehmens muss adäquater als bisher ermittelt werden, damit der nachhaltige Finanzmarkt seine Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich ökologischer und sozialer Verbesserungen bei Unternehmen besser ausnutzt. Ausgangspunkt und Ziel – hin zu einem Nachhaltigkeitsrating 2.0 – sind demnach klar, nur der Weg ist erst teilweise erkennbar.

S. Stremlau

Die Nachhaltigkeitszertifizierung der Vorsorge- und Pensionskassen – ein Erfolgsmodell am nachhaltigen Finanzmarkt?

Die betrieblichen Vorsorgekassen in Österreich haben sich in den letzten Jahren zu absoluten Vorreitern unter den nachhaltigen Investoren entwickelt. Seit mehr als zehn Jahren prüft und zertifiziert die ÖGUT – Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik – betriebliche Vorsorgekassen und Pensionskassen hinsichtlich der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Veranlagung. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Inhalten und Standards der Prüfung, geht auf die Hauptakteure, die Vorsorgekassen, ein und hinterfragt ihre Motivation und Beweggründe. Schließlich wird der Frage nachgegangen, ob eine Korrelation zwischen der Nachhaltigkeitsbewertung und der finanziellen Performance der Kassen hergestellt werden kann. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, welche Effekte die Zertifizierung auf dem nachhaltigen Finanzmarkt hervorgerufen hat.

S. Hasenhüttl

Integrated Reporting und Nachhaltigkeitsratings

Verstehen, was Wert schafft; berichten, was relevant ist

Die Anforderungen an die Unternehmensberichterstattung werden immer komplexer, die Berichte dicker und der Aufwand für Unternehmen, aber auch Analysten und Kapitalgeber größer. Spiegelt diese Berichterstattung auch die Realität und die Wertentwicklung heutiger Unternehmen angemessen wider? Geschäftsberichte greifen durch die meist isolierte Betrachtung historischer Finanzdaten häufig zu kurz. Nachhaltigkeitsberichte und Corporate Governance-Berichte liefern zwar zusätzliche Informationen, diese stehen jedoch oft in keinem Zusammenhang mit den Zahlen des Geschäftsberichts und weisen wenig vergleichbare und zuverlässige Daten auf. Während Kunden, Mitarbeiter und die breite Öffentlichkeit sich längst über Social Media zu den aktuellen Entwicklungen von Unternehmen austauschen, arbeiten sich Investoren durch die komplexen und vielfältigen Berichtsformate – ohne die wirklich wesentlichen Informationen zu finden. Ratingagenturen haben es sich zur Aufgabe gemacht, zusätzliche Entscheidungsgrundlagen zu generieren, erhöhen aber damit die Komplexität für Unternehmen und Investoren noch weiter. Integrated Reporting soll diese Lücken schließen und die vielfältigen Standards und Rahmenwerke auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Die komplexen Zusammenhänge heutiger Unternehmen sollen so einfach und verständlich dargestellt und in Beziehung gesetzt werden. Dies macht es auch für Ratingagenturen leichter, zielgerichtete Informationen über den wahren Wert von Unternehmen und deren zukünftige Potenziale zur Verfügung zu stellen. Unternehmen, die integrierte Berichte veröffentlichen, werden damit nicht nur für Investoren interessanter. Sie können auch ihr Geschäftsmodell langfristig optimieren, die interne Kommunikation verbessern und Ressourcen effizienter managen.

J. Knauseder, A. Milla

Nachhaltiger investieren durch integrierte Ratings – Königsweg oder Utopie?

Eine Reihe von Studien belegt, dass die Nachfrage nach und das Interesse an nachhaltigen Investments und Anlagestrategien in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Analysiert man die Zahlen jedoch etwas genauer, so zeigt sich, dass viele „nachhaltige“ Investoren sich auf die Festlegung von Ausschlusskriterien beschränken und der Faktor Nachhaltigkeit nur selten systematisch oder auf der Grundlage einschlägiger Ratings Berücksichtigung findet. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass nicht in erster Linie Risikoüberlegungen, sondern die „Werte des Hauses“ sowie Anlagerichtlinien die treibenden Faktoren für mehr Nachhaltigkeit sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit Nachhaltigkeitsratings dazu beitragen können, konventionelle Anleger von den „Vorteilen der Nachhaltigkeit“ zu überzeugen, beziehungsweise ob es nicht darüber hinaus einer integrierten Bewertung von Nachhaltigkeits- und finanzieller Performance bedarf.Der Beitrag wird sich sowohl mit den Chancen und Möglichkeiten eines solchen integrierten Ratings auf der Grundlage eines integrierten Reportings beschäftigen, als auch die damit verbundenen Herausforderungen und Probleme kurz analysieren. Dazu gehören unter anderem die Frage der Übersetzung von qualitativen Daten in quantitative Messgrößen sowie der Mangel an einheitlichen Standards. Es wird deutlich, dass integrierte Ratings durchaus das Potential hätten, „Nachhaltigkeitsverweigerer“ von der Bedeutung ökosozialer Faktoren (und Risiken) bei Anlageentscheidungen zu überzeugen, jedoch ist ein umfassender, integrierter Vergleich von Investments aufgrund fehlender Standards nur schwer möglich. Integrierte Ratings werden Nachhaltigkeitsratings zudem nicht ersetzen können, sondern sollten vielmehr als Anreizmechanismus und „Instrument des Übergangs“ hin zu einer neuen Kultur des Investmentbankings gesehen werden.

J. Weber, K. Wendt

Who Cares Wins (UN Global Compact) – Ethik und Erfolg in Unternehmen

Frontmatter

Integrated Reporting und Nachhaltigkeitsratings

Verstehen, was Wert schafft; berichten, was relevant ist

Die Anforderungen an die Unternehmensberichterstattung werden immer komplexer, die Berichte dicker und der Aufwand für Unternehmen, aber auch Analysten und Kapitalgeber größer. Spiegelt diese Berichterstattung auch die Realität und die Wertentwicklung heutiger Unternehmen angemessen wider? Geschäftsberichte greifen durch die meist isolierte Betrachtung historischer Finanzdaten häufig zu kurz. Nachhaltigkeitsberichte und Corporate Governance-Berichte liefern zwar zusätzliche Informationen, diese stehen jedoch oft in keinem Zusammenhang mit den Zahlen des Geschäftsberichts und weisen wenig vergleichbare und zuverlässige Daten auf. Während Kunden, Mitarbeiter und die breite Öffentlichkeit sich längst über Social Media zu den aktuellen Entwicklungen von Unternehmen austauschen, arbeiten sich Investoren durch die komplexen und vielfältigen Berichtsformate – ohne die wirklich wesentlichen Informationen zu finden. Ratingagenturen haben es sich zur Aufgabe gemacht, zusätzliche Entscheidungsgrundlagen zu generieren, erhöhen aber damit die Komplexität für Unternehmen und Investoren noch weiter. Integrated Reporting soll diese Lücken schließen und die vielfältigen Standards und Rahmenwerke auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Die komplexen Zusammenhänge heutiger Unternehmen sollen so einfach und verständlich dargestellt und in Beziehung gesetzt werden. Dies macht es auch für Ratingagenturen leichter, zielgerichtete Informationen über den wahren Wert von Unternehmen und deren zukünftige Potenziale zur Verfügung zu stellen. Unternehmen, die integrierte Berichte veröffentlichen, werden damit nicht nur für Investoren interessanter. Sie können auch ihr Geschäftsmodell langfristig optimieren, die interne Kommunikation verbessern und Ressourcen effizienter managen.

J. Knauseder, A. Milla

Nachhaltiger investieren durch integrierte Ratings – Königsweg oder Utopie?

Eine Reihe von Studien belegt, dass die Nachfrage nach und das Interesse an nachhaltigen Investments und Anlagestrategien in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Analysiert man die Zahlen jedoch etwas genauer, so zeigt sich, dass viele „nachhaltige“ Investoren sich auf die Festlegung von Ausschlusskriterien beschränken und der Faktor Nachhaltigkeit nur selten systematisch oder auf der Grundlage einschlägiger Ratings Berücksichtigung findet. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass nicht in erster Linie Risikoüberlegungen, sondern die „Werte des Hauses“ sowie Anlagerichtlinien die treibenden Faktoren für mehr Nachhaltigkeit sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit Nachhaltigkeitsratings dazu beitragen können, konventionelle Anleger von den „Vorteilen der Nachhaltigkeit“ zu überzeugen, beziehungsweise ob es nicht darüber hinaus einer integrierten Bewertung von Nachhaltigkeits- und finanzieller Performance bedarf.Der Beitrag wird sich sowohl mit den Chancen und Möglichkeiten eines solchen integrierten Ratings auf der Grundlage eines integrierten Reportings beschäftigen, als auch die damit verbundenen Herausforderungen und Probleme kurz analysieren. Dazu gehören unter anderem die Frage der Übersetzung von qualitativen Daten in quantitative Messgrößen sowie der Mangel an einheitlichen Standards. Es wird deutlich, dass integrierte Ratings durchaus das Potential hätten, „Nachhaltigkeitsverweigerer“ von der Bedeutung ökosozialer Faktoren (und Risiken) bei Anlageentscheidungen zu überzeugen, jedoch ist ein umfassender, integrierter Vergleich von Investments aufgrund fehlender Standards nur schwer möglich. Integrierte Ratings werden Nachhaltigkeitsratings zudem nicht ersetzen können, sondern sollten vielmehr als Anreizmechanismus und „Instrument des Übergangs“ hin zu einer neuen Kultur des Investmentbankings gesehen werden.

J. Weber, K. Wendt

Nachhaltigkeit der BONUS Pensionskassen Aktiengesellschaft und der BONUS Vorsorgekasse AG

In den drei Unternehmen BONUS Vorsorgekasse AG, BONUS Pensionskassen Aktiengesellschaft und der Concisa Vorsorgeberatung und Management AG werden Vorsorgeeinrichtungen verwaltet.Im Beitrag wird der Investmentprozess der BONUS Vorsorgekasse und der BONUS Pensionskasse vorgestellt. Die Case Study zeigt die Umsetzung des Investmentkonzepts BONUS21.Das Konzept gilt für die Portfolios der BONUS Vorsorgekasse AG und der BONUS Pensionskassen Aktiengesellschaft, wobei der Erfüllungsgrad der Anforderungen von der generellen Gültigkeit für das gesamte Portfolio zu unterscheiden ist. In der Pensionskasse ist der Erfüllungsgrad in den jeweiligen Veranlagungs- und Risikogemeinschaft (VRG) unterschiedlich. BONUS21 gilt für sämtliche Asset-Klassen, Emittentenkategorien, Fonds und sonstige kollektive Anlageinstrumente sowie Einzelpositionen, einschließlich liquider Mittel. Ausgenommen sind nur die (insgesamt marginalen) liquiden Mittel innerhalb von Fonds und sonstigen kollektiven Anlageinstrumenten.Zur Analyse nachhaltiger Investments wurden Positivkriterien und Ausschlusskriterien für Unternehmen, Staaten und sonstige Anlageklassen definiert. Es existieren sogenannte Muss-Kriterien, ohne deren Erfüllung eine Anlage nicht im Pool potenzieller Anlageentscheidungen zugelassen wird. Darüber hinaus definieren Soll-Kriterien den Grad der Nachhaltigkeit der Anlage. Einzelne, weniger gute Ausprägungen in Teilbereichen des Anforderungskataloges können durch gute Ausprägungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden. Ausschlusskriterien führen zur sofortigen Entfernung der Anlageklasse aus dem Pool möglicher Anlagen.

G. Feichter, R. Pontasch-Reiner

Von den Herausforderungen bei Einführung nachhaltiger Investmentstrategien in der Finanzbranche

Nachhaltigkeitsratings erheben den Anspruch, eine umfassendere Beurteilung eines Unternehmens oder eines Staates zu ermöglichen. Sie stützen sich im Wesentlichen auf das Prinzip der ganzheitlichen Betrachtung und heben hervor, dass soziale und ökologische Kriterien Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg haben.Es gibt leider noch immer keine einheitliche Meinung am Kapitalmarkt zu diesem Thema.Die Zusammenführung der Methodologie der internationalen Ratingagenturen Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s und der ESG-Nachhaltigkeitsratings von oekom research, Sustainalytics und anderen bleibt nach wie vor unbefriedigend. In Zukunft wird es eine wie auch immer geartete sinnvolle Zusammenführung oder Betrachtung geben müssen, will das Thema ESG vom Kapitalmarkt auf- und ernstgenommen werden.

H. Ritsch

Wie nützlich sind CSR-Ratings?

Gedanken über den Wert der Bewertungen

Ratingagenturen sehen sich als der Wegbereiter für nachhaltiges Investment; sie bieten ihren Kunden Informationen darüber, wie ausgewählte Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung und Rendite miteinander vereinbaren. Der Gedanke der Agenturen ist in diesem Zusammenhang, dass eine solche nachhaltige Orientierung für den langfristigen Unternehmenserfolg günstig ist. Für ihre Auftraggeber analysieren Agenturen die Unternehmen hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Performance. Ihre Ratings prägen das Bild eines Unternehmens bei potenziellen Investoren, aber auch in der interessierten Öffentlichkeit – von Medien bis zur Zivilgesellschaft. Eine zusätzliche Bedeutung erhalten diese Ratings für die bewerteten Unternehmen selbst – als eine kritische Sicht auf das eigene Portfolio nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen.Das Verhältnis zwischen Ratingagenturen im Bereich CSR und den bewerteten „Kunden“ ist naturgemäß ambivalent. Die überprüften Unternehmen sehen die Agenturen mitunter als ungerufene Geister, die für die Unternehmen inhaltliche Anstrengung und zusätzlichen Zeitaufwand bedeuten. Ob dies nur an den unterschiedlichen Blickwinkeln von Überprüfern und Überprüften in Kombination mit der spezifischen Herangehensweise von CSR-Ratingagenturen liegt, soll Gegenstand der folgenden Analyse sein. Und: Was würde man sich von CSR-Ratingagenturen in Zukunft wünschen – aus Sicht von Banken?

M. Sasse

Changing Sustainability Paradigms in a Turbulent Banking Environment

The chapter begins with the observation that we live in an era of social responsibility and transparency. Companies have started to incorporate sustainability in their core business strategies. Almost every company has green and fair products or production processes. We also live in a world that is becoming more transparent. How will the banking industry play a role in this new era of social responsibility and transparency? And what will the future sustainability strategies of banks look like? The chapter describes how the moral development of a bank goes through various levels. At level I, banks have traditional moral values and the policy is to avoid controversial companies. This is driven by the protection of the reputation and the credit risk of the bank. At level II, the self-orientation is replaced by an outside orientation. Banks want to comply with external norms and values and want to be good citizens. At level III, the absolute and universal norms of level II will be replaced by relative, more context-dependent norms. Banks use the norms developed by the sustainability leaders among their clients as a general guideline and want other clients in these sectors to comply with these same norms. The chapter describes how sustainability ratings and certifications play a role in this paradigm shift. The chapter concludes that sustainability policies of banks shift from a focus on controversial companies to a focus on sustainability leaders who drive the change, and describes what this paradigm shift will look like in various business lines of banks.

H. Biemans

Praktisch nachhaltig – Case Studies

Frontmatter

Nachhaltigkeit der BONUS Pensionskassen Aktiengesellschaft und der BONUS Vorsorgekasse AG

In den drei Unternehmen BONUS Vorsorgekasse AG, BONUS Pensionskassen Aktiengesellschaft und der Concisa Vorsorgeberatung und Management AG werden Vorsorgeeinrichtungen verwaltet.Im Beitrag wird der Investmentprozess der BONUS Vorsorgekasse und der BONUS Pensionskasse vorgestellt. Die Case Study zeigt die Umsetzung des Investmentkonzepts BONUS21.Das Konzept gilt für die Portfolios der BONUS Vorsorgekasse AG und der BONUS Pensionskassen Aktiengesellschaft, wobei der Erfüllungsgrad der Anforderungen von der generellen Gültigkeit für das gesamte Portfolio zu unterscheiden ist. In der Pensionskasse ist der Erfüllungsgrad in den jeweiligen Veranlagungs- und Risikogemeinschaft (VRG) unterschiedlich. BONUS21 gilt für sämtliche Asset-Klassen, Emittentenkategorien, Fonds und sonstige kollektive Anlageinstrumente sowie Einzelpositionen, einschließlich liquider Mittel. Ausgenommen sind nur die (insgesamt marginalen) liquiden Mittel innerhalb von Fonds und sonstigen kollektiven Anlageinstrumenten.Zur Analyse nachhaltiger Investments wurden Positivkriterien und Ausschlusskriterien für Unternehmen, Staaten und sonstige Anlageklassen definiert. Es existieren sogenannte Muss-Kriterien, ohne deren Erfüllung eine Anlage nicht im Pool potenzieller Anlageentscheidungen zugelassen wird. Darüber hinaus definieren Soll-Kriterien den Grad der Nachhaltigkeit der Anlage. Einzelne, weniger gute Ausprägungen in Teilbereichen des Anforderungskataloges können durch gute Ausprägungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden. Ausschlusskriterien führen zur sofortigen Entfernung der Anlageklasse aus dem Pool möglicher Anlagen.

G. Feichter, R. Pontasch-Reiner

Von den Herausforderungen bei Einführung nachhaltiger Investmentstrategien in der Finanzbranche

Nachhaltigkeitsratings erheben den Anspruch, eine umfassendere Beurteilung eines Unternehmens oder eines Staates zu ermöglichen. Sie stützen sich im Wesentlichen auf das Prinzip der ganzheitlichen Betrachtung und heben hervor, dass soziale und ökologische Kriterien Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg haben.Es gibt leider noch immer keine einheitliche Meinung am Kapitalmarkt zu diesem Thema.Die Zusammenführung der Methodologie der internationalen Ratingagenturen Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s und der ESG-Nachhaltigkeitsratings von oekom research, Sustainalytics und anderen bleibt nach wie vor unbefriedigend. In Zukunft wird es eine wie auch immer geartete sinnvolle Zusammenführung oder Betrachtung geben müssen, will das Thema ESG vom Kapitalmarkt auf- und ernstgenommen werden.

H. Ritsch

Wie nützlich sind CSR-Ratings?

Gedanken über den Wert der Bewertungen

Ratingagenturen sehen sich als der Wegbereiter für nachhaltiges Investment; sie bieten ihren Kunden Informationen darüber, wie ausgewählte Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung und Rendite miteinander vereinbaren. Der Gedanke der Agenturen ist in diesem Zusammenhang, dass eine solche nachhaltige Orientierung für den langfristigen Unternehmenserfolg günstig ist. Für ihre Auftraggeber analysieren Agenturen die Unternehmen hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Performance. Ihre Ratings prägen das Bild eines Unternehmens bei potenziellen Investoren, aber auch in der interessierten Öffentlichkeit – von Medien bis zur Zivilgesellschaft. Eine zusätzliche Bedeutung erhalten diese Ratings für die bewerteten Unternehmen selbst – als eine kritische Sicht auf das eigene Portfolio nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen.Das Verhältnis zwischen Ratingagenturen im Bereich CSR und den bewerteten „Kunden“ ist naturgemäß ambivalent. Die überprüften Unternehmen sehen die Agenturen mitunter als ungerufene Geister, die für die Unternehmen inhaltliche Anstrengung und zusätzlichen Zeitaufwand bedeuten. Ob dies nur an den unterschiedlichen Blickwinkeln von Überprüfern und Überprüften in Kombination mit der spezifischen Herangehensweise von CSR-Ratingagenturen liegt, soll Gegenstand der folgenden Analyse sein. Und: Was würde man sich von CSR-Ratingagenturen in Zukunft wünschen – aus Sicht von Banken?

M. Sasse

Changing Sustainability Paradigms in a Turbulent Banking Environment

The chapter begins with the observation that we live in an era of social responsibility and transparency. Companies have started to incorporate sustainability in their core business strategies. Almost every company has green and fair products or production processes. We also live in a world that is becoming more transparent. How will the banking industry play a role in this new era of social responsibility and transparency? And what will the future sustainability strategies of banks look like? The chapter describes how the moral development of a bank goes through various levels. At level I, banks have traditional moral values and the policy is to avoid controversial companies. This is driven by the protection of the reputation and the credit risk of the bank. At level II, the self-orientation is replaced by an outside orientation. Banks want to comply with external norms and values and want to be good citizens. At level III, the absolute and universal norms of level II will be replaced by relative, more context-dependent norms. Banks use the norms developed by the sustainability leaders among their clients as a general guideline and want other clients in these sectors to comply with these same norms. The chapter describes how sustainability ratings and certifications play a role in this paradigm shift. The chapter concludes that sustainability policies of banks shift from a focus on controversial companies to a focus on sustainability leaders who drive the change, and describes what this paradigm shift will look like in various business lines of banks.

H. Biemans

Negative Screening und Exklusionsprozesse im Rahmen von Socially Responsible Investing: Der norwegische Pensionsfonds GPFG als Fallstudie

Der staatliche Pensionsfonds des Königreichs Norwegen (GPFG) zählt zu den weltweit größten seiner Art. Zur Bestimmung seiner Anlagepolitik verfügt GPFG über sogenannte „Ethische Richtlinien“, deren Einhaltung von einem Ethikrat überwacht wird.Dieser Artikel gibt Auskunft über die historische Entwicklung und den Inhalt der Ethischen Richtlinien, über die Funktionsweise des Ethikrates und über entsprechende Exklusionsverfahren von ungeeigneten Investitionspartnern. Das Exklusionsverfahren wird am Beispiel von zwei Unternehmen illustriert.

M. Czuray, S. Gartner, M. Scholz

Transparenz, Nachhaltigkeit und Rendite: Das wirtschaftliche Erfolgskonzept der Zukunft

Dem WWF Österreich ist es seit Jahren ein Anliegen, den heimischen Finanzmarkt auf Chancen und Risiken, die mit einer globalen, gesellschaftlichen Verantwortung einhergehen, aufmerksam zu machen. In diesem Sinne wurde ein Nachhaltigkeitsprozess ins Leben gerufen, der das Ziel hat, mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in den Finanzsektor zu bringen. Ein praxistaugliches Set an ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) ermöglicht die Bewertung von Investments nach ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Dazu wurde ein großer Pool an NachhaltigkeitsexpertInnen aus verschiedenen Disziplinen involviert, und deren Inputs wurden schließlich zur Generierung eines holistischen Bewertungsmodells herangezogen. Durch die Kooperation des WWF Österreich mit der Allianz Gruppe in Österreich wurde zudem ein Praxispartner gefunden, der sich bereit erklärt hat, die Erkenntnisse des Prozesses und den Anspruch einer holistischen Anwendung mit Hilfe ihrer gesamten Veranlagung in die Praxis zu übersetzen. Die gemeinsame Vision bestand darin, eine Methode zu finden, mit der erstmals umfassende Transparenz im Gesamt-Investitionsverhalten eines Finanzinstituts ermöglicht wird, um auf Basis dieser geschaffenen Transparenz große Kapitalströme gezielt in Richtung „mehr Nachhaltigkeit“ zu bewegen. Im Zuge der seit 2011 dauernden Partnerschaft wurde ein kerngeschäftsrelevanter Teil des Versicherungskonzerns erstmals gesamtheitlich bewertet, die Ergebnisse wurden offengelegt und letztlich ambitionierte, quantitativ messbare Nachhaltigkeitsziele formuliert. Der Beitrag beschreibt den Prozess und das Modell im Detail.

S. Schock, A. Colard

Praktisch nachhaltig – Case Studies

Frontmatter

Negative Screening und Exklusionsprozesse im Rahmen von Socially Responsible Investing: Der norwegische Pensionsfonds GPFG als Fallstudie

Der staatliche Pensionsfonds des Königreichs Norwegen (GPFG) zählt zu den weltweit größten seiner Art. Zur Bestimmung seiner Anlagepolitik verfügt GPFG über sogenannte „Ethische Richtlinien“, deren Einhaltung von einem Ethikrat überwacht wird.Dieser Artikel gibt Auskunft über die historische Entwicklung und den Inhalt der Ethischen Richtlinien, über die Funktionsweise des Ethikrates und über entsprechende Exklusionsverfahren von ungeeigneten Investitionspartnern. Das Exklusionsverfahren wird am Beispiel von zwei Unternehmen illustriert.

M. Czuray, S. Gartner, M. Scholz

Transparenz, Nachhaltigkeit und Rendite: Das wirtschaftliche Erfolgskonzept der Zukunft

Dem WWF Österreich ist es seit Jahren ein Anliegen, den heimischen Finanzmarkt auf Chancen und Risiken, die mit einer globalen, gesellschaftlichen Verantwortung einhergehen, aufmerksam zu machen. In diesem Sinne wurde ein Nachhaltigkeitsprozess ins Leben gerufen, der das Ziel hat, mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in den Finanzsektor zu bringen. Ein praxistaugliches Set an ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) ermöglicht die Bewertung von Investments nach ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Dazu wurde ein großer Pool an NachhaltigkeitsexpertInnen aus verschiedenen Disziplinen involviert, und deren Inputs wurden schließlich zur Generierung eines holistischen Bewertungsmodells herangezogen. Durch die Kooperation des WWF Österreich mit der Allianz Gruppe in Österreich wurde zudem ein Praxispartner gefunden, der sich bereit erklärt hat, die Erkenntnisse des Prozesses und den Anspruch einer holistischen Anwendung mit Hilfe ihrer gesamten Veranlagung in die Praxis zu übersetzen. Die gemeinsame Vision bestand darin, eine Methode zu finden, mit der erstmals umfassende Transparenz im Gesamt-Investitionsverhalten eines Finanzinstituts ermöglicht wird, um auf Basis dieser geschaffenen Transparenz große Kapitalströme gezielt in Richtung „mehr Nachhaltigkeit“ zu bewegen. Im Zuge der seit 2011 dauernden Partnerschaft wurde ein kerngeschäftsrelevanter Teil des Versicherungskonzerns erstmals gesamtheitlich bewertet, die Ergebnisse wurden offengelegt und letztlich ambitionierte, quantitativ messbare Nachhaltigkeitsziele formuliert. Der Beitrag beschreibt den Prozess und das Modell im Detail.

S. Schock, A. Colard
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