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Über dieses Buch

Dieses Buch gibt einen umfassenden Einblick in die Umsetzung transdisziplinärer und innovativer Konzepte im Hochschulkontext als Antwort auf die Anforderungen nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlicher Veränderungsprozesse. Hochschulwissenschaftler und -praktiker erläutern in ihren Beiträgen beispielsweise die Hintergründe und die Umsetzung von forschungsbasiertem Lehren, Reallaboren, Climate Challenges, hochschulweiten Ansätzen zur Institutionalisierung transdisziplinärer Lehre und weiteren lehrbezogenen Innovationen. Das Buch gibt Hochschulpraktikern und Nachhaltigkeitsinteressierten einen Einblick in die Vielfalt der Möglichkeiten zur Einbindung gesellschaftlicher Akteure und zur Weiterentwicklung der Hochschullehre und -forschung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

CSR und Nachhaltigkeit als Treiber innovativer und transdisziplinärer Hochschullehre

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel unterstreicht die Bedeutung von Nachhaltigkeit und CSR sowie von Inter- und Transdisziplinarität für Hochschulen und insbesondere die Hochschullehre. Es zeigt die Verflechtung der Ansätze und die daraus resultierenden Herausforderungen und Synergien auf. Darüber hinaus erläutert der Artikel das Konzept dieses Sammelbands und stellt die einzelnen Beiträge in diesen Gesamtkontext.
Adrian Boos, Mare van den Eeden, Tobias Viere

Ein Hochschultyp im Quantensprung – Zur Dynamik von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften

Zusammenfassung
Der Aufsatz zeichnet die Entwicklungsdynamik von Fachhochschulen hin zu Hochschulen für Angewandte Wissenschaften als den gegenwärtig dynamischsten Sektor des bundesdeutschen Hochschulwesens nach. Dargelegt wird, wie die Aufwüchse der Studierendenzahlen, die Veränderungen in Breite und Tiefe des Lehrangebot und des Fächerspektrums und die gestiegenen Forschungsaktivitäten, die Hochschulen auf ein neues Niveau gehoben haben, letztlich zu einer veränderten Namensgebung geführt haben. Im Artikel wird die emotional stark aufgeladene Debatte um ein Promotionsrecht von HAW versachlicht und nachgezeichnet, dass die Verleihung des Promotionsrechts stets einer Verwissenschaftlichung einzelner Fachdisziplinen folgte sowie der damit untrennbar verknüpften methodischen und theoretischen Grundlagen. Weiterhin werden anstehende Herausforderungen und notwendige Veränderungen in der Governance von HAW thematisiert.
Peter Altvater

Inter- und Transdisziplinäre Lehre im House of Transdisciplinary Studies (HOTSPOT)

Zusammenfassung
Dieser Aufsatz erläutert die Konzeption und Umsetzung des House of Transdisciplinary Studies for practice-oriented teaching and learning (HOTSPOT) an der Hochschule Pforzheim. Anhand realer Projektbeispiele werden die Erfahrungen mit der Gestaltung, Durchführung und administrativen Implementierung transdisziplinärer Lehrmodule ausführlich beleuchtet.
Katrin Sonnleitner, Adrian Boos, Mare van den Eeden, Tobias Viere, Hanno Weber

Forschen und Lernen im interdisziplinären Kontext – Öffnung für wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen durch fachübergreifende Module an der Technischen Universität Dresden

Zusammenfassung
Dieser Beitrag erläutert das Konzept der an der Technischen Universität Dresden entwickelten Module zum Forschen und Lernen im interdisziplinären Kontext (kurz: FLiK) und das mit ihnen verbundene Lehr-Lern-Modell. In FLiK bearbeiten interdisziplinäre Teams von Studierenden und Dozenten Querschnittsthemen, die sich aus den Forschungsschwerpunkten der TU Dresden ergeben. Die Module integrieren eine Vielzahl experimenteller Lehr- und Lernformen und sind im laufenden Diskurs um große Herausforderungen in Wissenschaft und Gesellschaft verortet. Abschließend reflektiert der Beitrag das Verhältnis von Inter- und Transdisziplinarität und eröffnet einige Perspektiven für die weitere Forschung.
Hans Jörg Schmidt

Community-based Research zur Förderung des professionellen Handels von sozialwissenschaftlichen Studierenden

Zusammenfassung
In diesem Artikel wird argumentiert, dass Community-based Research (CBR) als Bildungsansatz an Universitäten angewandt werden kann, um die Beschäftigungschancen von Studierenden der Sozialwissenschaften zu erhöhen. Zunächst zeigt der Artikel auf, dass CBR die Studierenden zum professionellen Handeln befähigt. Zweitens beteiligt CBR Studierende an Projekten, in denen sie ihr akademisches Wissen in Bezug auf konkrete soziale Probleme üben, was ihnen auch hilft, ihr Wissen an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Der Artikel schließt mit einem Plädoyer für die Integration von mehr CBR-basierter Forschung in die Lehrpläne sozialwissenschaftlicher Programme.
This article argues that Community-based Research (CBR) can be applied as an educational approach at universities in order to increase the employment opportunities of students of the social sciences. First, the article demonstrates that CBR enables students to act professionally. Second, CBR engages students in projects that require them to practice their academic knowledge in relation to concrete social problems, which, in turn also helps students to transfer their knowledge to the general public. The article concludes by arguing in favour of integrating more CBR-based research into the curricula of social science programmes.
Kea Glaß

Wissenstransfer und Transferkompetenz in Studium und Lehre – Grundlagen und Veranschaulichung am Beispiel der FOM Hochschule

Zusammenfassung
Hochschulen sollten ihren Studierenden Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die sowohl in akademischen als auch in nichtakademischen Kontexten anwendbar sind. Neben der Aneignung dieses Wissens sind die Hochschulen auch an verschiedenen Konzepten und Ideen zum Transfer dieses Wissens beteiligt, insbesondere durch angewandte Forschung und praxisorientierte Lehre. Daraus resultiert die Erwartung, dass Hochschulen die Ergebnisse ihrer Tätigkeit unmittelbar für die Wirtschaft und letztlich für die Gesellschaft nutzbar machen. Dieser Beitrag stellt ein Modell vor, das die besondere Bedeutung von Maßnahmen zur Förderung der Transferkompetenz in der Hochschulbildung erklärt. Dies geschieht durch die Verknüpfung der Anforderungen von Hochschulpolitik und Wirtschaftsakteuren sowie verschiedener theoretischer Ansätze der neueren Transfer- und Kompetenzforschung. Den Kern dieses Modells bildet das Konstrukt der Transferkompetenz. Die im theoretischen Rahmen gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Erläuterung der Anforderungen an die Hochschulen.
Higher Education should provide students with knowledge and skills that are applicable in both academic and non-academic contexts. In addition to the acquisition of this knowledge, Higher Education institutions are also involved in various concepts and ideas of transferring this knowledge, in particular through applied research and the transfer of this knowledge in practice-oriented teaching. This leads to various expectations of the university, e.g. that it will make the results of its activities and work directly useful for the economy and ultimately for society. The aim of this paper is to develop a theoretical model to explain the importance of measures to promote transfer competence in Higher Education. This is done by linking the demands of Higher Education policy and economic actors as well as various theoretical approaches of recent transfer and competence research. The core of this model is the construct of transfer competence. The knowledge gained in the theoretical framework forms the basis for explaining the requirements at universities.
Henrik Dindas

Nachhaltigkeitstransfer in der Hochschullehre – konzeptionelle Entwicklung und Perspektiven für transdisziplinäre Lehr-Lern-Formate

Zusammenfassung
In einer sich wandelnden Gesellschaft ändern sich auch die Anforderungen der Gesellschaft an die Hochschulen. Neben Lehre und Forschung übernehmen die Hochschulen zusätzliche Aufgaben, die von der Gesellschaft eingefordert werden. Diese Aktivitäten sind gekennzeichnet durch Interaktionen zwischen Hochschulen und Akteuren aus anderen Bereichen, die in diesem Papier als Transfer bezeichnet werden. In einem traditionellen Verständnis von Transfer liegt der Schwerpunkt auf dem Technologie-, Wissens- oder Forschungstransfer von den Hochschulen in die Wirtschaft. In diesem Artikel stellen wir eine Arbeitsdefinition und Charakteristika des Nachhaltigkeitstransfers vor. Ausgehend von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stellen wir ein Konzept des Nachhaltigkeitstransfers in der Lehre vor und geben Beispiele aus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Nachhaltigkeitstransfer kann eine entscheidende Rolle bei der Transformation der Gesellschaft spielen. Darüber hinaus kann die Qualität der Lehre durch die Integration von Kontakten und Kooperationen mit Praktikern verbessert werden, damit die Studierenden ihr Wissen bereits in der Praxis anwenden können. Dies erfordert jedoch neue Formate und ein neues Rollenverständnis innerhalb des Hochschulsystems, um den Bedürfnissen der Gesellschaft und einer nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden. Es ist Aufgabe der Politik, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, und die Hochschulen müssen neue und innovative Formen des Lehrens und Lernens entwickeln und umsetzen, um ihre Kompetenzen besser in die Prozesse einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung einzubringen.
In a changing society, society’s requirements for universities (including universities for applied sciences) are changing as well. Aside from teaching and research, institutions of higher education are accepting additional responsibilities demanded by society. These activities are characterized by interactions between universities and actors from other fields, which will be referred to as transfer in this paper. In a traditional understanding of transfer, the focus is on technology, knowledge, or research transfer from universities into the economy. In this article, we present a working definition and characteristics of sustainability transfer. Based on education for sustainable development (ESD) we present a concept of sustainability transfer in teaching and give examples from the University of Sustainable Development Eberswalde. Sustainability transfer can play a crucial role in the transformation of society. In addition, the quality of teaching can be enhanced through the integration of contacts and cooperation with practitioners into curricula to allow students to already apply their knowledge in practice. It does, however, require new formats and a new understanding of roles within the system of higher education in order to respond to the needs of society and sustainable development. It is up to politics to create the necessary framework conditions and universities have to develop and implement new and innovative forms of teaching and learning to better contribute their competences to the processes of sustainable societal development.
Nadine Dembski, Jan-Hendrik Skroblin, Benjamin Nölting

Verantwortungsbewusste Unternehmensführung am Beispiel der Gemeinwohl-Ökonomie mithilfe von Service Learning und Transdisziplinarität lehren

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird ein Lehrkonzept vorgestellt und evaluiert, das sich mit der Gemeinwohl-Ökonomie befasst und in seiner didaktischen Umsetzung die Prinzipien der Transdisziplinarität und des Service Learnings verbindet. Wir analysieren die Erfahrungen und Seminarergebnisse aus einem im Sommersemester 2019 durchgeführten Projektseminar, um einen Leitfaden für die Fortführung des Seminars an der Universität Kassel zu erarbeiten und die Umsetzung an anderen Hochschulen zu unterstützen. Die Studie konzentriert sich auf die Wirkungen des Projektseminars für die Studierenden und zeigt anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse und exemplarischer Zitate aus den Daten auf, welche Ergebnisse erzielt wurden. Ergebnisse im Hinblick auf das Konzept des Service Learnings betreffen Bereiche des akademischen Lernens, der sozialen Entwicklung, der Persönlichkeitsentwicklung und der erwerbbaren Fähigkeiten. Wir wollen zeigen, wie kompatibel der methodische Ansatz der Transdisziplinarität und der didaktische Ansatz des Service Learnings sind und wie effektiv sie in Kombination in der akademischen Lehre eingesetzt werden können.
This paper presents and evaluates a teaching concept that deals with the “Economy for the Common Good” approach and combines the principles of transdisciplinarity and service learning in its didactic implementation. We analyse the experience made and the seminar results from a project seminar carried out in the summer term 2019, in order to work out a guideline for the continuation of the seminar at the University of Kassel and support its implementation at other higher education institutions. The study focuses on the effects the project seminar had for students and shows using a qualitative content analysis and exemplary quotations from the data which outcomes have been achieved. Outcomes with regard to the service learning concept concern areas of academic learning, social development, personality development and acquireable skills. We want to show how compatible the methodological approach of transdisciplinarity and the didactic approach of service learning are in essence and how effective they can be when used in combination in academic teaching.
Johanna Stöhr, Christian Herzig

Service Learning für nachhaltige Entwicklung

Zusammenfassung
Hochschulen spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Sie können Lernsettings gestalten, in denen Studierende Nachhaltigkeitskompetenzen entwickeln können, die es ihnen ermöglichen, gesellschaftliche Veränderungen zu initiieren und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Service Learning ist ein pädagogischer Ansatz, der nicht nur eine solche Kompetenzentwicklung ermöglicht, sondern auch direkt zu einer nachhaltigen Transformation auf lokaler Ebene beiträgt, indem verschiedene Akteure bei der Umsetzung und Verbesserung nachhaltiger Aktivitäten unterstützt werden. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Bedeutung von Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung und die Möglichkeiten des Service Learnings in diesem Zusammenhang. Anhand von Service-Learning-Seminaren an der Universität Vechta in Zusammenarbeit mit Unternehmen werden die vielfältigen Potenziale des Service Learnings für eine nachhaltige Entwicklung diskutiert.
Universities play an important role in promoting sustainable development. They can design learning settings in which students can develop sustainability competencies that enable them to initiate social change and promote sustainable development. Service Learning is a pedagogical approach that not only enables such competence development, but also contributes directly to sustainable transformation at the local level by supporting different actors in implementing and improving sustainable activities. This article gives an overview of the importance of higher education for sustainable development and the possibilities of service learning in this context. Based on service learning courses at the University of Vechta in cooperation with companies, the diverse potentials of service learning for sustainable development are discussed.
Marco Rieckmann

Aktivierende Lehre an der HfWU: Innovativ, interdisziplinär und nachhaltig

Zusammenfassung
Die globalen Herausforderungen von heute erfordern innovative Lösungen, die auf Menschen angewiesen sind, die bereit und fähig sind zu handeln. Sie müssen in der Lage sein, komplexe Systeme zu verstehen, unterschiedliche Entwicklungen zu antizipieren, transformative Strategien zu entwickeln und diese gemeinsam umzusetzen. Die Hochschulen können Orte sein, um diese Entwicklung von Kompetenzen zu fördern. In diesem Beitrag stellen wir den Ansatz der Hochschule für Umwelt und Wirtschaft Nürtingen-Geislingen (HfWU) vor, die Ideen von Innovation, Interdisziplinarität und nachhaltiger Entwicklung bei der Konzeption von Hochschulstudiengängen zu verbinden, der im Projekt „PHOENIX – Problemorientierte Hochschullehre im Kontext der Nachhaltigkeit“ verfolgt wird. Basierend auf den Erfahrungen, die in der zweijährigen Projektlaufzeit von PHOENIX gesammelt wurden, identifizieren wir die Ambitionen der HfWU, die curriculare Integration von aktivierenden und problemorientierten Lehrformaten hin zu inter- und transdisziplinären Lehr-Lern-Formaten weiterzuentwickeln.
Today’s global challenges call for innovative solutions, which need people who are willing and capable of taking action. They need to be able to understand complex systems, anticipate diverse developments, develop transformative strategies and implement them collaboratively. Universities can be a place to promote this development of competencies. In this contribution, we present the Nürtingen-Geislingen University’s (NGU) approach to combine the ideas of innovation, interdisciplinarity and sustainable development in the conception of university courses, carried out in the project „PHOENIX – Problem-oriented university teaching in the context of sustainability“. Based on the experiences, gained in the two-year project period of PHOENIX, we identify the ambitions of the NGU to further develop the curricular integration of activating and problem-oriented teaching formats towards inter- and transdisciplinary teaching-learning formats.
Dorothee Apfel, Johannes Fuchs

Nachhaltig Innovativ: Entwicklung von Lehr- und Lernkonzepten in Kooperationen am Beispiel der CBS International Business School

Zusammenfassung
In Anbetracht der fortlaufenden Transformation des traditionellen Wirtschaftens hin zu einem nachhaltigen Wirtschaften ist eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Managementlehre essenziell. Um die heutigen Studierenden als Entscheidungsträger von morgen für das Thema zu sensibilisieren, ist es besonders wichtig, die bestehenden Lern- und Lehrkonzepte zu hinterfragen und neu zu denken. Dieser Artikel zeigt kooperative Ansätze zur Entwicklung nachhaltiger und innovativer Lern- und Lehrkonzepte. Die vorgestellten Konzepte „21-Day Challenge“, „Sustainability Escape Room“ und „Future Sustainability Manager“ stehen für die Neuausrichtung einer nachhaltigeren Managementlehre, die gemeinsam gestaltet werden soll. Dabei wird zunächst erläutert, unter welchen Voraussetzungen solche neuen Formate erfolgreich umgesetzt werden können, um anschließend die zuvor genannten Lehrkonzepte vorzustellen. Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen die Erläuterung des kooperativen Entstehungsprozesses, die Einbindung von Projektpartnern und Studierenden sowie die zukünftige Einbettung in die Hochschullehre. Kooperationen mit nationalen und internationalen akademischen Institutionen und der Zivilgesellschaft führen zu einer Erweiterung der Lernperspektiven und eröffnen so neue Wege, nachhaltiges Management durch innovative Ansätze zu erleben. Dies wird exemplarisch am Beispiel der CBS International Business School aufgeführt. Der Beitrag dient dazu, die Erfahrungen innerhalb des Kooperationsprozesses zu teilen und Inspiration für andere Lehrende zu liefern.
A future-oriented orientation of management theory and practice is essential for the ongoing transformation towards sustainable business. It is particularly important to question and rethink existing learning and teaching concepts. This article outlines three cooperative approaches for the development of sustainable and innovative learning and teaching concepts. The three concepts presented, namely “21-Day Challenge”, “Sustainability Escape Room” and “Future Sustainability Manager” stand for the reorientation towards a more sustainable management theory. The core of this work is the explanation of the cooperative development process, the involvement of project partners and students and how it is embedded in university teaching. Cooperation with national and international academic institutions and civil society leads to an expansion of learning perspectives and thus opens up new ways of experiencing sustainable management through innovative approaches. This is exemplified by the CBS International Business School. The contribution serves to share the experiences within the cooperation process and to provide inspiration for other teachers.
Silvia Damme, Marina Schmitz, Monika Kolb, Lisa Fröhlich

Mit #climatechallenge zu mehr CSR? Ein innovatives Lernformat für Verantwortungsübernahme in der großen Transformation

Zusammenfassung
Die anhaltende Klimakrise erfordert einen grundlegenden Wandel hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft. Pioniere des Wandels sind wichtige Akteure dieser Transformation. Sie können den Wandel mit einer zweigleisigen Strategie einleiten: Erstens können sie ihre persönliche CO2-Bilanz (Footprint) verbessern. Zweitens können sie sich als Bürger engagieren und sich für strukturelle Veränderungen einsetzen, die den Klimaschutz für alle einfacher machen (Handprint). Das Unterrichtsformat #climatechallenge führt die Teilnehmer an Fußabdruckaktivitäten durch 30-tägige Veränderungsexperimente heran. Während ihrer Experimente (z. B. autofreier Transport, Vermeidung emissionsreicher Lebensmittel) erleben die Teilnehmer in der Regel strukturelle Barrieren. In einer zweiten Phase werden die Teilnehmer eingeladen, Aktivitäten zu entwickeln und durchzuführen, die sich mit diesen strukturellen Barrieren befassen. Diese Doppelstrategie vom Footprint zum Handprint eröffnet eine neue Perspektive auf das Veränderungspotenzial. Eine erste Studie deutet darauf hin, dass ein langfristiger Effekt erzielt wird: Ökologisches Bewusstsein, Selbstwirksamkeit und positives Umweltverhalten wurden nach der Teilnahme an einer #climatechallenge leicht gesteigert. Die neuen Denk- und Handlungsmuster, die von den Studierenden während ihrer #climatechallenge entwickelt wurden, können später in den Unternehmenskontext übertragen werden. Auch Unternehmen stellen sich den Herausforderungen der Klimakrise. Sie sind zunehmend auf Mitarbeiter angewiesen, die interne Transformationsprozesse mit kritischem und pro-aktivem Denken und einer Perspektive auf die oben erwähnte Doppelstrategie gestalten und umsetzen. #climatechallenge erleichtert die Einübung dieser Denkweise im Hochschulkontext, die dann später auf den Arbeitsplatz übertragen werden kann.
The ongoing climate crisis requires a major transformation towards a climate-friendly society. Pioneers of change are important actors in this transformation. They can initiate change using a two-pronged strategy: First, they can improve their personal carbon footprint. Second, they can become involved as citizens and lobby for structural changes that make climate protection easier for everyone (handprint). The teaching format #climatechallenge leads participants through footprint activities via 30-day change experiments. During their experiments (e.g. car-free mobility, avoiding high emission food), participants usually experience structural barriers. In a second phase, participants are invited to develop and implement activities addressing these structural barriers. This dual strategy from the footprint to the handprint opens a new perspective on the potential for change. An initial study indicates a long-term effect is achieved: Ecological awareness, self-efficacy and positive environmental behavior were slightly increased after participating in a #climatechallenge. The new patterns of thought and action developed by students during their #climatechallenge can later be transferred into the corporate context. Companies are equally facing the challenges of the climate crisis. They are increasingly dependent on employees that design and implement internal transformation processes with critical thought, pro-activism and a perspective on the dual strategy as mentioned above. #climatechallenge motivates students to practice this pioneering mindset in the university context. They can later apply this to the workplace.
Markus Szaguhn, Maike Sippel, Thomas Wöhler

Open Innovation Lab – Verantwortung und Kreativität lernen in einer digitalen Welt

Zusammenfassung
Die Hochschule Konstanz Technik Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) leistet sich einen technologischen Think-Tank: Das Open Innovation Lab. Es ist ein Labor, welches über Hierarchien und Fakultätsgrenzen hinweg für die Hochschulangehörigen geöffnet ist. Es leistet seinen Beitrag zu Lehre, Forschung und Transfer. Bezogen auf das Lernen ermöglicht das Labor, für den allgegenwärtigen Prozess der Digitalisierung soziale Verantwortung zu übernehmen und Kreativität im Umfeld technologischer Möglichkeiten zu entwickeln. Drei Ebenen wirken hier zusammen: das Individuum, das Miteinander und die übergreifende Organisationsstruktur.
The University of Applied Sciences Konstanz (HTWG) has a technological think tank: The so called Open Innovation Lab. It is a laboratory that is open to university members across hierarchies and faculty boundaries. It makes its contribution to teaching, research and transfer. In terms of learning, the laboratory makes it possible to assume social responsibility for the ubiquitous process of digitisation and to develop creativity in the environment of technological possibilities. Three levels work together here: the individual, the teams and the overarching organisational structure.
Oliver Fritz, Frauke Link

Zwischen „Purpose“ und „Impact“ – Transdisziplinäre Reallabore an Hochschulen als Elemente regionaler Innovationsökosysteme

Zusammenfassung
Gesellschaft und Wirtschaft stehen vor einer Vielzahl komplexer Herausforderungen („Grand Challenges“) wie Klimawandel, Urbanisierung, digitale Transformation usw. Der Beitrag untersucht, welchen Beitrag Hochschulen zur Lösung dieser Herausforderungen in Form spürbar positiver Effekte („Impact“) leisten können und wie sie intensiver zu Innovationsökosystemen (sowohl regional als auch global) beitragen können. Darüber hinaus wird erörtert, inwieweit sich Hochschulen sowohl als Ausgangspunkt als auch als Zielkorridor für die zu entwickelnden Lösungen an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientieren können. Grundlage dafür ist das Forschungsdesign der transdisziplinären Living Labs, in denen Universitäten als Netzwerkknoten fungieren, die verschiedene Akteure transdisziplinär miteinander vernetzen. Aus einer anwendungsorientierten Perspektive werden in diesem Artikel drei Living Labs an der HFT Stuttgart (Campus Lab, i_city und M4_LAB) sowie weitere Beispiele vorgestellt. Society and economy are facing a multitude of complex challenges (“Grand Challenges”) such as climate change, urbanization, digital transformation, etc. Against this background, the key question discussed in this article is as to what contribution universities can make to solving the Grand Challenges in terms of noticeably positive effects (“Impact”) and how they can contribute more intensively to innovation ecosystems (both regional and global). This article also discusses the extent to which universities can orient themselves towards the United Nations' Sustainable Development Goals (SDGs) in terms of both a starting point and a purpose corridor for the solutions to be developed. This is based on the research design of transdisciplinary living labs, in which universities perform as network hubs that transdisciplinarily interlinks different stakeholders with one another. From an applied perspective three living labs at HFT Stuttgart (Campus Lab, i_city and M4_LAB) as well as other examples are briefly discussed as use cases with this article.
Tobias Popović, Michael Bossert

Erkundungsaufstellungen als innovatives, transdisziplinäres Instrument der Nachhaltigkeitsforschung

Zusammenfassung
In diesem Artikel beschreibe ich eine Forschungsreise in die Tiefe des Marketingsystems mittels der innovativen Methode der Erkundungsaufstellung. In der gegenwärtigen Konsumgesellschaft scheint die einzige Aufgabe von Marketing zu sein, ein fortwährendes Bedürfnis nach immer mehr Konsum zu wecken. Zeigt sich in dieser Funktion bereits das innere Wesen des Marketing? Liegt die einzig mögliche Seinsform von Marketing tatsächlich im „Werben und Verkaufen“ – wie es der Titel des Leitmediums der Branche suggerieren mag – oder ist auch ein anderes Marketing möglich – ein Marketing, das den aktuellen Anforderungen von Nachhaltigkeit adäquat begegnen könnte?
Die Frage nach dem sozialökologischen Transformationspotenzial des Marketingsystems ist komplex und erfordert einen intuitionsfördernden Ansatz. Eine geeignete Forschungsmethode sind Erkundungsaufstellungen (Müller-Christ und Pijetlovic, Komplexe Systeme lesen. Aufstellungen in Wissenschaft und Praxis. Springer, Heidelberg 2018). Aufstellungen fördern den transdisziplinären Austausch, also das Bemühen, auch jenseits der eigenen fachlichen Sicht „in Unterschieden“ zu denken. Denn die erzeugten 3D-Raumbilder ermöglichen eine neue Qualität des Verstehens, da der Raum zugleich komplexitätserhöhend und -reduzierend wirkt. Darüber hinaus öffnet die Forschungsmethode einen Zugang zum „tacit knowledge“ (Polanyi, (1966, Neuauflage 2009) The Tacit Dimension. University of Chicago press, Chicago) dem unbewussten, in der Praxis jedoch oft entscheidenden Wissen. Diese Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven hilft, über die eigenen disziplinären Grenzen hinauszugehen, bisherige Annahmen zu überdenken – und somit vielleicht auch Marketing anders zu denken.
In this paper I outline an exploratory expedition into the deepest essence of marketing by means of the Constellation methodology. In the prevailing consumer-driven society, the only discernible objective of marketing seems to be the promotion of an insatiable desire for an ever-increasing number of goods and services. I wonder if these tasks do already highlight the full potential of marketing. Is it conceivable, that marketing can be designed in such a way that it performs appropriately for the current requirements of sustainability?
Research into marketing’s potential for socio-ecological transformation is complex and requires a transdisciplinary approach. One suitable and very innovative qualitative research method is that of Systemic Constellations. This method aims to develop a deeper understanding of social systems by stimulating the researcher’s intuition. Moreover, it is an effective research tool to take those structures and dynamics into account which have, perhaps, been overlooked or neglected by one’s own discipline. This paper illustrates how the Constellation methodology provides access to differing perspectives: Transcending one’s own (disciplinary) limits serves to rethink previous assumptions – potentially also for marketing in the context of sustainability.
Ina Rieck

Transfer oder Dialog in der Lehramtsausbildung? Gestaltung der Schnittstelle im Forschungs-Labor-Kusntakademie-Gymnasien

Zusammenfassung
Die Lehrerausbildung ist ein Bildungsbereich, in dem Akteure aus Wissenschaft und Gesellschaft zusammenkommen und in dem sich ihre Interessen, Motive und Ansichten überschneiden. Diese Schnittmenge kann man als einen Transfer von der Hochschule in die Schule betrachten, ein Konzept, das – wie wir in diesem Artikel zeigen möchten – theoretisch hinterfragt werden sollte. In diesem Artikel wird am Beispiel von FLAG (Forschungs-Labor-Kusntakademie-Gymnasien) an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart diskutiert, wie eine solche Schnittmenge unterschiedlich verstanden werden kann. Das FLAG-Projekt ist zwischen einer Kunstakademie, die Lehrer ausbildet, und Partnergymnasien angesiedelt und versteht sich als ein Austauschraum für alle Akteure der Kunstlehrerausbildung: Hochschullehrer, Lehramtsstudierende, Kunstlehrer und (indirekt) Schüler stehen in einem breiten und offenen Austausch zu spezifischen Fragen der Schulpraxis. Ziel dieser forschungsorientierten Praxis ist es, angehende Kunstlehrer für eine reflektierte Haltung gegenüber Schule, Unterricht und der eigenen Rolle als Lehrer zu sensibilisieren, indem alle an der Ausbildung beteiligten Akteure einbezogen werden. Es sind diese Akteure, die gemeinsam die Schnittmenge, den virtuellen und realen Raum zwischen Schule und Hochschule gestalten und bestimmen. Mit ihren individuellen Ansichten, die in diesem Artikel von Hochschullehrern, Lehramtsstudenten und Kunstlehrern zum Ausdruck gebracht werden, sind sie keine passiven Teilnehmer, sondern sie bestimmen aktiv, wie der Austauschraum gestaltet wird und wie er sich entwickelt.
Teacher training is an educational field where stakeholders from academia and society come together and where their interests, motives and views intersect. It seems likely to think this intersection as a transfer from university to school, a concept that – as we would like to show in this article – should theoretically be questioned. This article then discusses how such an intersection can be understood differently, using the example of FLAG (Forschungs-Labor-Kunstakademie-Gymnasien) at the Academy of Fine Arts Stuttgart. The FLAG project is located between an art academy that trains teachers and partner grammar schools and it sees itself as an exchange space for all stakeholders in Art Teacher Education: University lecturers, student teachers, art teachers and (indirectly) pupils are involved in a broad and open exchange on specific questions concerning school practices. The aim of this research-oriented practice is to sensitize prospective art teachers to a reflective attitude towards schools, teaching and their own role as teachers, by including all stakeholders involved in the training. It is these stakeholders who jointly design and determine the intersection, the virtual and real space between school and university. With their individual views, which are expressed in this article by university teachers, student teachers and art teachers, they are not passive participants, but they actively determine how the exchange space is formed and how it develops.
Annette Hermann, Magdalena Eckes, Claudia Bahmer

Studiengangentwicklung und Verstetigung von organisationalen Lernprozessen am Beispiel des Forschungsprojekts Open IT

Zusammenfassung
Die Digitalisierung im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel ist eine bedeutsame Herausforderung. Insbesondere die IT-Branche ist durch agile und komplexe Entwicklungen geprägt. In diesem Rahmen ist die akademische Weiterbildung von IT-Praktikern notwendig, um den Anforderungen im IT-Arbeitsmarkt zu entsprechen. Im Rahmen des Forschungsprojekts Open IT, welches im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ durchgeführt wurde, entwickelt die Hochschule Weserbergland Anrechnungsstudiengänge für IT-Praktiker. Die Studiengänge „Bachelor Wirtschaftsinformatik“ und „Master IT Business Management“ zielen auf IT-Praktiker und IT-Experten ab, die zuvor eine Ausbildung oder Weiterbildung in diesem Bereich absolvierten. Diese Studienprogramme sind in Deutschland aufgrund der Anrechnung von vorherigen Qualifikationen neuartig. Die Studienprogramme und deren Entwicklung werden in diesem Artikel beschrieben. Das Deutero-Konzept im Sinne des organisationalen Lernens stellt die theoretische Grundlage dar. Single-Loop-Learning und Double-Loop-Learning werden auf das Forschungsprojekt angewendet.
Digitalization in combination with the shortage of skilled workers is a significant challenge that has to be faced. Especially the IT sector is characterized by agile and complex developments. In this context, academic further training of IT specialists is crucial to meet the requirements of the IT labor market. The University of Applied Science Weserbergland in Hamelin (Germany) (Hochschule Weserbergland) developed different IT study programs within the research project “Open IT” against the background of the described developments. The study programs “Bachelor of Business Informatics” and “Master IT Business Management” are designed for IT specialists and IT experts with initial and advanced training. These study programs are the first of its kind for the IT sector in Germany due to the recognition of previous professional qualifications. The study programs and their development process are described in this paper. The Deutero concept in terms of organizational learning is the theoretical basis for this article. Single-loop learning and double-loop learning are applied to the research project.
André von Zobeltitz, Michael Städler, Eva Veldboer, Knut Linke
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