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Über dieses Buch

Ob es um die Einführung neuer Verwaltungsstrukturen, die Diversität von Studierenden und Lehrenden, die Demokratisierung von Wissen oder die demografische Entwicklung geht – Hochschulen befinden sich beständig im Wandel. Was bedeutet Hochschulentwicklung vor diesem Hintergrund und wie lassen sich die aktuellen Herausforderungen für das Hochschulmanagement nutzen? In dem Buch diskutieren Hochschulangehörige aus verschiedenen Fakultäten und aus der Verwaltung, aber auch Studierende sowie Akteure aus Politik, Forschung und Wirtschaft, inwieweit Corporate Social Responsibilty (CSR) und Sustainable Education geeignete Konzepte für den Umgang mit diesen inneren und äußeren Veränderungen sind.
Anhand von Praxisbeispielen aus namhaften privaten wie öffentlichen Hochschulen reflektieren die Autoren ihre Erfahrungen und Erkenntnisse als Stakeholder in und im Umfeld von Hochschulen. Können Hochschulen die Herausforderungen nutzen, um neue, passendere Organisationsstrukturen zu entwerfen und die Institution Hochschule weiterzuentwickeln? Wie verläuft der Weg vom kritischen Hinterfragen der Prozesse und Strukturen innerhalb der Hochschulorganisation hin zu einem besseren, nachhaltigen Hochschulmanagement und was können die verschiedenen Akteure dazu beitragen?
Die Buchbeiträge liefern nicht nur Handlungsempfehlungen für das Hochschulmanagement, sondern regen auch zur Auseinandersetzung mit den Konzepten von Corporate Social Responsibilty (CSR) und Nachhaltigkeit im Kontext der Organisationsentwicklung in der Hochschule an. Damit bietet der Band auch einen Überblick zum aktuellen Stand der Diskussion – für Wissenschaftler, für Praktiker und für Experten in und außerhalb der Hochschule.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Corporate Social Responsibility und Hochschulmanagement: Einführung in die Thematik und Beschreibung des Buchaufbaus

Grundlegende Veränderungen der Governance-Strukturen des deutschen Hochschulsystems, der Trend zur Internationalisierung, die zunehmende Demokratisierung von Wissen, aber auch die demografische Entwicklung führen zu neuen Herausforderungen für die Steuerung, Organisation und Verwaltung von Hochschulen. Hierdurch bieten sich zugleich auch unternehmerische bzw. institutionelle Chancen, eigene Organisationsstrukturen neu zu denken und die eigene Institution weiterzuentwickeln. Das bedeutet auch eigene Prozesse und Strukturen kritisch zu hinterfragen und beständig auf der Suche nach einem besseren nachhaltigen Hochschulmanagement zu sein. In diesem Kontext müssen Hochschulen und Bildungseinrichtungen kontinuierlich bestehende Strukturen sowohl auf den gesellschaftlichen als auch den ökologischen und ökonomischen Mehrwert überprüfen und gegebenenfalls neu ausrichten.

Markus Raueiser, Monika Kolb

Zukunft gestalten – Trends und Handlungsfelder

Frontmatter

Wirtschaft im Wandel – Neue Anforderungen an die Managementausbildung

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit dem Wandel in Wirtschafts- und Arbeitswelt. Dieser beeinflusst zunehmend die Anforderungen an die Managementausbildung. Diese Veränderungen bieten viel Potenzial, sich den überholten Theorien und Strukturen zu entledigen und Managementbildung und -lernen neu zu denken. Im Fokus einer Neukonzeption sollte der Lernende stehen. Auf Basis unserer Arbeit zeigen wir einen Ansatz auf, Managementbildung neu zu denken und zwar nachhaltig, unternehmerisch und ganzheitlich.

René Schmidpeter, Monika Kolb

CSR als Gegenstand interdisziplinärer Lehre

Die Beobachtung, dass insbesondere die interdisziplinäre Lehre an den Hochschulen eher stiefmütterlich behandelt wird, und die These, dass gerade die Bearbeitung von Fragen im Zusammenhang der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) eine stärkere Berücksichtigung von Interdisziplinarität erfordern würde, liefern die Idee für diesen Beitrag. CSR bietet sich als Gegenstand für interdisziplinäre Forschung und Lehre in und zwischen Hochschulen an, weil diese Thematik sozusagen quer zu einzelnen Fachbereichen und wissenschaftlichen Disziplinen liegt. Über die Lehre können zudem vielfältige Vernetzungen auch mit dem gesellschaftlichen Umfeld von Hochschulen stattfinden. In diesem Beitrag werden deshalb einige ausgewählte Argumente für die Notwendigkeit interdisziplinärer Lehre – nach dem Motto: Eine gute Lehre ist die Grundlage für eine gute Forschung – sowie Argumente, warum diese nicht realisiert wird, erörtert. Auf dieser Grundlage werden abschließend Vorschläge entwickelt, wie sich die strukturellen Hindernisse überwinden lassen, mit denen sich die interdisziplinäre Lehre gegenwärtig konfrontiert sieht.

Thomas Krickhahn, Christian Rennert

Hochschullehrende im Spannungsraum von Freiheit und Verantwortung: mehr Agilität ermöglichen

Hochschullehrende in ihrer gesellschaftlichen Aufgabe befinden sich zunehmend im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung. Es gilt nicht nur, die Freiheit der Forschung und akademischen Lehre zu wahren, sondern auch die Verantwortung für relevante Inhalte zu übernehmen, zu denen u. a. ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit gehört. Das neu entwickelte Ordnungsangebot soll als Grundlage für die Entwicklung von notwendigen Beratungs- und Coachingmöglichkeiten für Hochschullehrende dienen, um Fertigkeiten zu entwickeln, die den zukunftsgerichteten Umgang mit einem immer komplexer werdenden Hochschulsystem ermöglichen. Das Ziel, die Qualität der Lehre an Hochschulen zu verbessern und die Entwicklung der Lehr-Lern-Prozesse voranzubringen, stellt den Hochschullehrenden in den Fokus. Der Hochschullehrende befindet sich in einem Spannungsfeld, das Freiheit und Verantwortung sowie Orientierungs- und Fachwissen beinhaltet. Mithilfe der Methode der organisatorischen Systemaufstellung wurde das Spannungsfeld untersucht und der Hochschullehrende in seine einzelnen Rollen parzelliert; diese finden ihren Ursprung in der psychologischen Rollentheorie und den Führungstypen von Joiner und Josephs (2007).

Georg Müller-Christ, Merle Katrin Tegeler

Bachelor Betriebswirtschaftslehre im Wandel: Integration der verantwortungsvollen Managementausbildung in die akademische Bildung

Eine verantwortungsvolle Managementausbildung kann vor dem Hintergrund des ehrbaren Kaufmanns gleichzeitig als Ideal der Betriebswirtschaftslehre in Deutschland und als neu entdecktes Handlungsfeld verstanden werden. Die Forschung zu verantwortungsvoller Managementausbildung in Deutschland ist jedoch noch recht überschaubar. Die vorliegende Studie untersucht für eine Untersuchungsgruppe von 31 staatlichen deutschen Universitäten die Integration von Nachhaltigkeit in die strategische Ausrichtung und in das betriebswirtschaftliche Curriculum. Es wird deutlich, dass eine solche Integration für die Universitäten von unterschiedlicher Bedeutung ist. Zum einen wird das Thema in sehr ungleichem Ausmaß auf der institutionellen Ebene verankert. Zum anderen wird es in unterschiedlichem Umfang und Tiefe im betriebswirtschaftlichen Curriculum fixiert. Vor diesem Hintergrund lassen sich Universitäten mit unterschiedlichen Handlungstypen in Bezug auf Nachhaltigkeit identifizieren: Während eine kleine Gruppe von Universitäten einen holistischen Ansatz verfolgt und somit Nachhaltigkeit in Strategie und Curriculum integriert, fokussiert eine größere Gruppe entweder auf Strategie oder Curriculum. Einige Universitäten sind in ihren Ansätzen hingegen noch nicht so weit und haben sich dem Thema nur ansatzweise genähert oder verhalten sich inaktiv.

Sigrid Bekmeier-Feuerhahn, Katharina Hetze, Rita Klapper

Zukunftsfähige Lehre gestalten: Studierende treten für Ethik und Nachhaltigkeit an Hochschulen ein

Als Studentinnen und Studenten eines im deutschsprachigen Raum vertretenen Netzwerks für Wirtschafts- und Unternehmensethik (sneep e.V.) fordern wir ein Umdenken in der Lehre. Einen stärkeren Fokus auf ethische und nachhaltigkeitsbezogene Themen an den Hochschulen sehen wir als essenzielle Grundlage, um die Herausforderungen für eine gerechtere Zukunft erfolgreich zu meistern. Gerade den Hochschulen wird durch ihren Bildungsauftrag und ihre Vorbildfunktion die wichtige Rolle zuteil, zukünftige verantwortungsvolle Fach- und Führungskräfte auszubilden. Im vorliegenden Artikel geben wir einen Einblick in die Hochschullandschaft aus studentischer Sichtweise: Bestehende Mängel werden anhand persönlicher Anekdoten aus dem Universitätsalltag aufgezeigt, unsere Forderungen klar formuliert und mögliche Lösungswege beschrieben. Wir stützen uns damit auch auf die Forderungen, die wir aktuell in einem Positionspapier für mehr Ethik und Nachhaltigkeit an Hochschulen mit anderen studentischen Initiativen formulieren. Damit wollen wir einen breiten Diskurs und somit auch den Entwicklungsprozess in den Hochschulen anstoßen.

Rebecca C. Ruehle, Loreen Wachsmuth, Anne-Kristin Geisbüsch, Josephin Wagner, Lisa Heldt

Studierende als Chance für eine partizipative und nachhaltige Hochschule

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Einbezug von unternehmerischen Handlungsweisen in den öffentlichen Hochschulsektor, welcher durch Konzepte wie „CSR an Hochschulen“ sichtbar wird. Die Autorinnen setzen sich mit den Auswirkungen jener Ökonomisierung für Studierende und die daraus resultierenden Lernprozesse sowie den Auswirkungen für unsere Gesellschaft als Ganzes auseinander. Im Anschluss an einen Überblick über Literatur zur unternehmerischen Hochschule und der Umsetzung des Bologna-Prozesses, zeigen wir auf Basis eigener Erfahrungen in unserer Zusammenarbeit mit Studierenden wie auch Forschenden und Dozierenden, welches Potenzial eine ganzheitliche Einbindung aller Beteiligten in den Universitätsbetrieb haben kann. Hierbei gehen wir speziell auf von der Initiative COMMIT durchgeführte Veranstaltungen an der Hochschule St Gallen, der Generalversammlung des GRLI in New York City sowie einer oikos Summer School in Tbilisi ein. Durch die Beispiele wird deutlich, wie eine Universität ausgestaltet werden sollte, welche langfristig zu einer sozial und ökologisch verantwortungsvoll agierenden Gesellschaft beiträgt. Eine Universität, die ein Lernumfeld schafft, welches Menschen auf Augehöhe für eine komplexe, sich ständig wandelnde Welt ausstattet, anstatt diese steif auf gerade benötigte Arbeitsplatzqualifikationen zu trimmen, die zu einem späteren Zeitpunkt womöglich in dieser Form nicht mehr benötigt werden.

Anna Katharina Beyer, Julia Weber

Smart Learning Environments: Integrating User Consent for a Responsible Data Management when Offering Personalized Learner Services

The paper introduces context-aware ubiquitous learning and big data (analytics) as building logics of smart learning environments. Subsequently, the paper concentrates on the development of personalized content and digital learner support services based on the logging of the online behavior of students when using university websites, e-learning platforms, associated social interaction and communication tools, and moreover location-based information connected to mobile access to university sites. The paper shows that the offer of personalized services should rely on user consent with respect to a transparent integration of data on which the service development is based. Such a transparent and reflexive approach to a university’s data management will be required in the European context, in order to comply with the European General Data Protection Regulation, which is going to be enacted in 2018. Moreover, it is an important step in the reduction of (perceived) consumer vulnerability regarding the management of personal data.

Julia Maintz

Die UN Sustainable Development Goals: Disruptiv für Unternehmen und Hochschulen?

Der globale Konsens über die UN Sustainable Development Goals (SDG) ist ein signifikanter Fortschritt in der Diskussion über Nachhaltige Entwicklung, die vor mehr als vier Jahrzehnten begann (mit dem Brundtland Report 1987 als Meilenstein). Diese umfassende Agenda 2030 spezifiziert die Vision über „the future we want“. Die Beendigung extremer Armut, des Klimawandels, des Artenschwunds etc. werden zu einer fundamentalen Veränderung der ökonomischen Rahmenbedingungen führen und für viele Branchen und Unternehmen „disruptiv“ sein. In Ermangelung einer globalen Regierungsinstanz kann die erfolgreiche Implementierung der SDGs nur mit einem Konzept der „shared responsibility“ gelingen. Nicht nur staatliche Politik, sondern auch der Beitrag aller Stakeholder-Gruppen ist unverzichtbar. Im vorliegenden Aufsatz werden die (potenziellen) Rollen von Unternehmen und Hochschulen thematisiert. Im Fokus steht die Analyse der Auswirkungen von zwei Organisationen, die eng mit der UN verbunden sind – dem UN Global Compact und den Principles for Responsible Management Education (PRME). Wenngleich diese Auswirkungen schwer zu quantifizieren sind und sehr begrenzt sein dürften, ist der Ansatz, öffentlich Engagement zu bekunden, für die SDGs zu werben und gemeinsame Aktivitäten zu organisieren, geeignet, um die freiwilligen Aktivitäten von Unternehmen und von Hochschulen anzuregen und Fortschritte zu erzielen – nicht immer „disruptiv“, eher als Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Solche freiwilligen Aktivitäten sind allerdings kein Ersatz für Regierungshandeln und dürfen nicht als Alibi für staatliche Untätigkeit dienen. Beide Stakeholder-Gruppen sollten vielmehr kooperieren, z. B. um verbindliche nationale Nachhaltigkeitsstrategien durchzusetzen.

Rudi Kurz

Der hochschulspezifische Nachhaltigkeitskodex

In der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2016 bekennt sich die Bundesregierung zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals (SDG). Den Hochschulen ist bei der Umsetzung der Ziele eine besondere Bedeutung beizumessen. Hier werden Wissen, Innovationen und Lösungen bereitgestellt und entwickelt und zukünftige Entscheidungsträger ausgebildet und zum Handeln befähigt. Immer mehr Hochschulen werden sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, ihrer Vorbildfunktion und der damit verbundenen Chancen bewusst. Nachhaltigkeitsberichte sind ein geeignetes Instrument, um die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu kommunizieren und darzulegen, wie den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung aktiv begegnet wird. Als Beispiel wird die Entwicklung, Anwendung und der Nutzen des hochschulspezifischen Nachhaltigkeitskodex vorgestellt.

Riccarda Retsch

Nachhaltige Entwicklung als Ausgangspunkt strategischer Überlegungen im Hochschulmanagement

Der Brundtlandbericht war der Ausgangspunkt des globalen Leitbilds nachhaltiger Entwicklung. Seitdem existieren vielfältige Rahmenwerke zur Implementierung von nachhaltiger Entwicklung in Hochschulen (z. B. UN Principles for Responsible Management Education sowie die gesellschaftlichen Ziele der nachhaltigen Entwicklung (den Sustainable Development Goals, kurz SDG). Diese Rahmenwerke und SDG bieten vielfältige Potenziale für eine strategische Ausrichtung. Als übliche Vorgehensweise im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung hat sich der PDCA oder EFQM RADAR etabliert. Beide Prozesse starten mit der strategischen Umsetzung, vernachlässigen bislang eine normative Ausrichtung an den SDGs oder PRME. Dieser Beitrag erweitert die bestehenden Vorgehensweisen um die normative Ebene und entwickelt einen Managementkreislauf inklusiver normativer Ausrichtung. Ebenfalls wird ein Managementtemplate vorgestellt, das Entscheider wie Interessierte an Hochschulen unterstützt, nachhaltige Entwicklung für ihre Organisation zu definieren, zu integrieren und den Fortschritt zu messen.

Alexander Herzner

Corporate Social Responsibility an der Business School: Mythen und Erzählungen

Dieses Kapitel liefert Denkanstöße für die kontemporäre Bewertung der Business School und ihrer Rolle in der Gesellschaft im Kontext neoliberal induzierter Normveränderungen sowie resultierender Wechselwirkungen. Auf Grundlage des Konzepts Mythos, verknüpft mit dem Prinzip der Erzählung als sinnstiftende Instanz aus der Organisationstheorie, wird eine kritische Perspektive zur Einschätzung der aktuellen Erfolgsgeschichten Business School und CSR eingenommen. Ferner wird auf diesem theoretischen Fundament betrachtet, welche Dilemmata für das Hochschulmanagement von Business Schools im gegenwärtigen Diskurs, insbesondere im Umgang mit CSR, entstehen.

Volker Rundshagen

Voneinander lernen – Praxisbeispiele

Frontmatter

Nachhaltige Nachhaltigkeit II – Auf dem Weg zur Integration von Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit in die wirtschaftswissenschaftliche Managementqualifizierung

Die Integration von im weiteren Sinn ethischen Aspekten in die wirtschaftswissenschaftliche Managementqualifizierung ist seit Langem ein Topos auch der neueren Diskurse um eine zukunftsfeste und legitime Ausgestaltung von entsprechenden Studienangeboten. Dabei kann das Warum als ebenso wenig konsensfähig geklärt gelten, wie das Wie. In der hochschulischen Realität der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und Institutionen ist es nach wie vor nicht leicht, nachhaltig über klassische Grundgehalte des Curriculums hinaus zu kommen, nicht bloß als Inselchen einsamer Überzeugungstäter, sondern als organisierter, normaler Teil hochschulischer Lehre (und Forschung). Empirische Befunde im Kontext des Fallbeispiels der FOM Hochschule deuten an, dass es vorangehen kann, auch wenn es weder einfach noch schnell zu haben ist. Die Verankerung bei Studierenden, Lehrenden und im Praxisdialog wird eine bleibende Aufgabe sein, der sich nicht nur die FOM weiter als gesamte Hochschule wird stellen müssen. Die vorliegende systematische und empirische Fallstudie sollen einen Beitrag zu einem theoretischen Dialog und zu einem praktischen anschlussfähigen Diskurs über eine ernsthafte Integration von Ethik in wirtschaftswissenschaftlich ausgerichtete Hochschulen oder Teile von Hochschulen im weiteren Sinn leisten – was am Ende Nachhaltigkeit und weitere normativ orientierte Denkmodelle einschließt. Schritt für Schritt zur Normalität.

Stefan Heinemann, Martha Hermeier

Nachhaltiges Management lehren und lernen: Ein praktischer Ansatz zur Transformation

Dieser Beitrag ist der Versuch einer Befähigungsdidaktik einer privaten Business School, die offene, anstatt vorgegebene Ergebnisse ins Zentrum der Lehre stellt. Er dient dazu, Ansatzpunkte oder Inspirationen für andere Lehrende zu liefern. Die vorgestellten Konzepte von Kompetenzen, die Reformierung der formalen und informalen Lernsettings und die Neuausrichtung von Unterrichts- und Lehrmethoden sowie die neue Rolle des Lehrenden können dabei als Grundlage zum Um- und Neudenken von Hochschullehre genutzt werden. Die Drei-mal-drei-Prinzipien des nachhaltigen Managements bieten praktische Anhaltspunkte für eine nachhaltige und innovative Managementausbildung. In unserem Selbstverständnis sind Studierende die Anbieter für Lösungen der vielschichtigen wirtschaftlichen Probleme und Lehre ist ein Treiber für Transformation, um Studierende dazu zu befähigen, eine nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmenspraxis umzusetzen.

Monika Kolb, Patrick Bungard

The impact of sustainable management education on students’ employer expectations and work values using the Cologne Business School as a case study

Unsere Zukunft soll nachhaltig werden! Dieses Ziel haben sich die Vereinten Nationen in ihrer 2030-Agenda gegeben. Dies bedeutet vor allem, dass ein fundamentaler Wandel zu nachhaltigeren Managementpraktiken benötigt wird, in Anbetracht der Tatsache, dass Unternehmen eine wichtige Rolle in der Förderung einer rein wirtschaftlich angetriebenen Entwicklung in den vergangenen Jahren gespielt haben – mit verheerenden Konsequenzen für unseren Planeten. Hochschulen sind die Hauptverantwortlichen für die Vermittlung von Managementwissen und -kompetenzen und haben somit die Verantwortung, zukünftige Manager und Fachkräfte zu nachhaltig und ethisch handelnden Menschen auszubilden. Am Fallbeispiel der Cologne Business School wird in diesem Beitrag der erste Versuch unternommen, den Einfluss einer nachhaltigen Managementlehre auf die Arbeitgebererwartungen und Arbeitswerte der Managementstudierenden zu messen. Wünschen sich Studierende, die eine nachhaltige Managementausbildung erhalten haben eher einen Arbeitgeber, der sich durch seine nachhaltigen Praktiken auszeichnet? Ist es ihnen wichtig, dass sie Tätigkeiten ausführen können, die sie für gesellschaftlich wertvoll halten? Oder ist die „Generation Y“ nicht generell eine nachhaltigkeitsaffine Generation, auch ganz ohne nachhaltige Managementlehre? Diesen Fragen geht der folgende Text nach.

Adeline Grafe

Die Integration von CSR in die Lehre: ein Erfahrungsbericht der Hochschule Fresenius

Kritisches und eigenständiges Denken ist eine Voraussetzung für die Einstellung im Unternehmen, aber auch darüber hinaus für Gesellschaft und unternehmerische Aktivitäten. Dazu gehört insbesondere, vordergründige Kausalitäten zu hinterfragen und transformative Fähigkeiten sowie Gemeinschaftskompetenzen zu entwickeln. Für die Hochschule Fresenius ist es wichtig, fachliche Kompetenzen in Corporate Social Responsibility (CSR) sowie den aktuellen Stand der Forschung mit angemessenen didaktischen Konzepten zu vermitteln. Der folgende Beitrag beschreibt die Integration von CSR-Themen in die Lehre an der Hochschule Fresenius. Es wird beleuchtet, welche Ansätze verfolgt werden und wie diese von Studierenden aufgenommen werden. Nach einer einleitenden Diskussion zu CSR in der Lehre werden an Beispielen die Aktivitäten aus dem Fachbereich Wirtschaft & Medien, Fachbereich Design und Fachbereich Biologie & Chemie erläutert. Die ausgewählten Beispiele unterstreichen, wie eine Umsetzung von CSR in der Hochschullehre konkret aussieht. Der Beitrag erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll jedoch wesentliche Aspekte akzentuieren.

Lutz Becker, Thorsten Daubenfeld, Elisabeth Hackspiel-Mikosch, Svetlana Harms, Amit Ray

Universitäten als Katalysatoren eines nachhaltigen Wandels am Beispiel der Universität Graz

Ziel dieses Beitrags ist, anhand eines Fallbeispiels aufzuzeigen, wie das Thema nachhaltige Entwicklung in einer großen Universität aufgegriffen und in die Organisation sowie Lehr- und Forschungsaktivitäten integriert werden kann. Die Universität Graz stellt hierzu ein sehr anschauliches und interessantes Beispiel, insbesondere aufgrund ihrer Größe (6 Fakultäten, 4300 Mitarbeitende und mehr als 32.000 Studierende), dar. Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein sehr bedeutendes Thema für die Universität Graz und wird in vielfältiger Weise in der Strategie und in den Aktivitäten im Bereich Universitätsmanagement, Forschung und Lehre berücksichtigt. In dieser Hinsicht ist Nachhaltigkeit ein profilbildendes Element mit starkem Rückhalt in der Universitätsleitung (Rektorat, Universitätsrat) und es ist auch ein sehr prägendes Element im Selbstverständnis der jüngsten Fakultät, jener für Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaften. Dieser insgesamt aus Nachhaltigkeitssicht positive Status ist das Ergebnis einer über 20-jährigen Entwicklung, die sehr stark bottom-up-getrieben war und dem Engagement von Studierenden und Lehrenden zu verdanken ist. Zu einem dauerhaften Erfolg konnten diese Bottom-up-Aktivitäten deswegen geführt werden, weil die Universitätsleitung die strategische Bedeutung des Themas nachhaltige Entwicklung erkannt hatte und die sich bietenden Möglichkeiten nach Erlangung der Autonomie zielgerichtet genützt wurden. In dieser Hinsicht sind auch Lerneffekte für andere Universitäten und Hochschulen zu sehen, die gerade darin liegen, einen für die jeweilige Organisation passenden Mix zwischen strategischer Planung und Rückhalt durch die Universitätsleitung mit dem Engagement und Initiativen von Forschenden, Lehrenden und Studierenden zu kombinieren.

Rupert J. Baumgartner

Hochschulen als Partner der nachhaltigen Regionalentwicklung

Die sich weltweit sich auswirkenden Megatrends und Herausforderungen fordern verstärkt von den Profit- und Non-Profit-Organisationen gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln. Mit einem vorübergehenden Trend hat dies nichts zu tun. Corporate-Social-Responsibility(CSR)-Konzepte bzw. Nachhaltigkeitsaspekte werden zusehends als integrative Bestandteile von Regional- und Unternehmensstrategien betrachtet. Von der Politik, den Verbänden und Unternehmen werden Universitäten und Hochschulen als Partner und Innovationsmotor einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft gesehen. Hochschulen leisten durch ihren Auftrag in Lehre, Forschung und Transfer einen essenziellen Beitrag in die zukunftsgerichtete Entwicklung von Arbeiten und Wirtschaften einer Region, und zwar in ökologischer, sozialer und auch ökonomischer Hinsicht. Dabei haben sich neben der klassischen Lehre einige vielversprechende Kooperationsansätze zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft etabliert – eben Wirtschaft trifft Wissenschaft. In der kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen Hochschule und regionalen Akteuren sehen wir den Schlüssel dafür, dass den Beiträgen für mehr Nachhaltigkeit Raum zur Entfaltung, zur Wahrnehmung bei den regionalen Akteuren und zur Umsetzung in der Region gegeben wird.

Dirk Engel, Norbert Zdrowomyslaw, Fabian Kentsch

Corporate Social Responsibility an australischen Hochschulen

Dieses Kapitel gibt Einblicke in den Stand der CSR Integration an australischen Hochschulen. Im internationalen Vergleich wird der Integrationsprozess als langsam gewertet, was auf universitätsexterne und -interne Barrieren zur CSR-Agenda an australischen Hochschulen zurückgeführt wird. Speziell im Kontext eines starken Neoliberalisierungsdruckes auf die Hochschulen, der die Curriculum-Reform erschwert, wird eine akademische Aktivistenkultur als mögliche Antwort auf den CSR-Mangel an australischen Universitäten vorgestellt.

Martin Brueckner, Megan Paull, Rochelle Spencer

Empowering ethical and socially responsible leadership through management education – A case study on the IEDC-Bled School of Management

This chapter explores the development of the IEDC-Bled School of Management, the oldest (32 years) management school in Central and Eastern Europe. In 2009, it was rated among the top 100 business schools worldwide in the Aspen Institute’s “Beyond Grey Pinstripes” ranking, for having demonstrated significant leadership in integrating social, environmental and ethical issues into its Executive MBA program. Socially responsible, sustainable and ethical principles are the “DNA” of the IEDC-Bled School of Management’s philosophy, and the institution takes a humanistic approach to management and leadership learning. This chapter investigates IEDC’s socially responsible practices and pathways over a period of 32 years, and explores the challenges, achievements, and internal and external implications of its actions for the institution’s stakeholders and local and wider society.

Danica Purg, Alenka Braček Lalić

Gemeinsam mehr erreichen – Netzwerke mit Impact

Frontmatter

CSR in der Hochschulpraxis: CSR-Kooperationen und ihr Einfluss auf Forschung, Lehre und Verwaltung am Beispiel einer Case Study

Aktuell gibt es zahlreiche Initiativen an Universitäten und Hochschulen, die sich mit der Umsetzung von Corporate Social Responsibility (CSR), der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen und Institutionen beschäftigen. Dabei geht es um alle relevanten Dimensionen innerhalb des Wissenschaftsbetriebs. Die drei zentralen Ebenen, die dabei in CSR-Konzepte einbezogen werden sind Forschung, Lehre sowie die Organisation der jeweiligen Universitäten und Hochschulen. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den folgenden Fragen: Wie können Lehrstühle und Forschungsinstitute einen wissenschaftlich relevanten Impuls innerhalb der globalen CSR Science Community geben? Wie kann innerorganisatorisch CSR-entsprechendes Verhalten vorangebracht und in Prozess- und Verwaltungsabläufe integriert werden? Wie kann CSR in das gesamte Curriculum aller Studiengänge integriert werden? Anhand der wichtigsten CSR-Initiativen im deutschsprachigen Raum werden Best Practice Beispiele verglichen und Handlungsempfehlungen entwickelt.

Christopher Stehr, Franziska Struve

PRME Chapter DACH: Umsetzung der UN Prinzipien für eine verantwortungsvolle Managementausbildung an deutschsprachigen Hochschulen

In Gestalt eines offenen Netzwerks hat sich das PRME Regional Chapter DACH im Jahr 2014 als Vereinigung deutschsprachiger Hochschulen gegründet, die die Principles for Responsible Management Education (PRME) der Vereinten Nationen unterzeichnet haben. Inzwischen hat es sich als Anlaufstelle für Mitglieder von Hochschulen und Unterzeichnern des UN Global Compact etabliert, die sich in den Themenfeldern Umsetzung der gesellschaftlichen Verantwortung in der Ausbildung von Führungskräftenachwuchs und in der Unternehmenspraxis engagieren wollen. Der Beitrag diskutiert Geschichte, Ausdifferenzierung und strategische Ausrichtung der PRME-Initiative und die spezifische Bedeutung seiner Regionalkapitel. Das PRME Chapter DACH beabsichtigt, im Konzert der Akteure einer Bildung für nachhaltige Entwicklung eine proaktive Rolle zu übernehmen.

Lutz E. Schlange

Nachhaltige Hochschultransformation von unten denken

Hochschulen sehen sich immer mehr Anforderungen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ausgesetzt. Sie sollen nicht mehr nur Studierende ausbilden und Erkenntnisse „produzieren“, sondern familienfreundlich, nachhaltig, effizient und transparent sein sowie Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen. Eine Reaktion darauf ist eine Betonung der Organisationsförmigkeit der Hochschule, die mit einer betriebswirtschaftlichen Vorstellung von Organisation einhergeht. Anders als noch vor 20 Jahren verwundert es nur noch wenige, dass für Hochschulen ein Ansatz wie CSR vorgeschlagen und als gangbar befunden wird. Der Beitrag argumentiert, dass ein CSR-Ansatz, der Hochschulen als Organisationen adressiert, nicht die gewünschten Veränderungen in Lehre und Forschung erreichen kann. Diese Kernbereiche der Hochschule sind weiterhin kaum von Hochschulleitungen steuerbar. Am Beispiel der Aktivitäten des netzwerk n zeigen wir auf, wie eine nachhaltige Transformation der Hochschule von „unten“ erreicht werden kann. Für diese nachhaltige und partizipative Transformation arbeitet dieses Netzwerk studentischer Initiativen mit anderen Akteursgruppen innerhalb und außerhalb von Hochschulen zusammen und setzt auf Kooperationen sowie konkrete Veränderungen.

Lukas Daubner, Jannis Eicker, Jana Holz, Lisa Weinhold
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