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Über dieses Buch

Werfen Sie einen detaillierten Blick in die Praxis von CSR ausgewählter Institutionen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Forschung und Zivilgesellschaft
Dieses Buch zeigt, welche Rolle Corporate Social Responsibility aus Sicht dieser Akteure spielt. Neben der Beantwortung der Frage nach der eigenen Auseinandersetzung innerhalb der Institution, wird insbesondere verdeutlicht, welche Ansätze zur gesamtgesellschaftlichen Diskussion rund um CSR verfolgt werden. Es wird praxisnah die konzeptionelle, strategische Auseinandersetzung mit Unternehmensverantwortung dargestellt und zugleich vergegenwärtigt, mit welchen konkreten Maßnahmen und Ansatzpunkten - zum Beispiel mit dem Fokus Interessenvertretung oder Dienstleistungen - bei den relevanten Zielgruppen - Unternehmen, Mitgliedern oder interessierter Öffentlichkeit - für die Wahrnehmung von CSR geworben und für dessen Relevanz sensibilisiert wird.

Hier gelingt ein erster Versuch den Nexus zwischen der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, den institutionellen Strukturen sowie den globalen Rahmenbedingungen aufzuzeigen
In Anbetracht der zahlreichen Wechselwirkungen zwischen Unternehmen und ihren jeweiligen Standorten, erscheint es nur logisch und konsequent, die Potenziale, Motive, Strategien und Projekte von Unternehmen als „Partner der Gesellschaft“ in Rahmen der Weiterentwicklung gesellschaftlicher Institutionen zu sehen. Denn gesellschaftliche Institutionen können in Sachen Nachhaltigkeit nur so gut sein, wie es die Unternehmen sind. Und umgekehrt gilt, dass Unternehmen nur dann nachhaltige Geschäftsmodelle erfolgreich umsetzen können, wenn die dazu notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen vorhanden sind.
Die vorliegende Publikation verdeutlicht, dass neue Kooperationen zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zur Förderung Nachhaltigen Unternehmertum die deutsche Institutionenlandschaft konstruktiv verändern wird. Das Buch stellt damit die dringend benötigte Brücke zwischen dem Forschungs- und Handlungsfeldern der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen CSR-Diskussion da.



Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Erratum zu: Verantwortlich handeln: CSR beim Handelsverband Deutschland (HDE)

Anne-Kathrin Göbel

Einführung: CSR und Institutionen

Frontmatter

Wertschaffende CSR-Strategien: Theoretische Fundierung und praktische Implikationen

Zusammenfassung
Wurde das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) vor einigen Jahren noch eher kritisch beäugt, gehört die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung mittlerweile zum guten Ton in der Wirtschaftswelt. Ein Treiber für die heutige Akzeptanz von CSR ist dabei die Einsicht, dass die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung ein Erfolgsfaktor im Wettbewerb darstellt. Ein wesentlicher Mehrwert von CSR liegt dabei darin, dass hierdurch (Geschäfts-)Beziehungen mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und weiteren Stakeholdern verbessert werden können. Die wertschaffenden Effekte von Verantwortungsübernahme sind dabei daran geknüpft, dass Unternehmen ein positives CSR-Image aufbauen können. Für Unternehmen ist es daher wichtig zu wissen, unter welchen Bedingungen sie ein verantwortliches Image aufbauen und bewahren können. Der vorliegende Beitrag widmet sich aus sozialpsychologischer Perspektive dem Zusammenhang zwischen gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme, CSR-Image und langfristigem Unternehmenserfolg. Ausgehend hiervon werden grundlegende Implikationen für wertschaffende CSR-Strategien beleuchtet.
Nick Lin-Hi, Igor Blumberg

Gesellschaft vs. wirtschaftliches Kerngeschäft? Ein Essay auf Basis repräsentativer Unternehmensdaten

Zusammenfassung
Die Frage, wie sich gesellschaftliches Engagement von Unternehmen und der aus solch einem Engagement möglicherweise entstehende Mehrwert für das Unternehmen zueinander verhalten, ist, wie schon die Entstehungsgeschichte des Stifterverbands zeigt, keine neue Fragestellung. Es greift zu kurz, einen die Unternehmen transformierenden Trend zu identifizieren, der aus einem philanthropischen Geist herkommend nun zu businessrelevanten Corporate-Citizenship (CC)-, Corporate-Social-Responsibility (CSR)-, Economic-Social-Governance (ESG)-Framework-, Shared-Value (SV)-, Total-Societal-Impact (TSI)- oder Purpose-Driven-Business (PDB)-Ansätzen führt. Richtig ist dagegen, dass gerade bei Großunternehmen – unter diesen vielen Überschriften – eine Professionalisierung gesellschaftlicher Themenbearbeitung stattfindet. Mit dieser Professionalisierung geht eine Kodifizierung einher: CC, CSR, ESG, SV, TSI, PDB und viele weitere Fachbegriffe verdeutlichen das. Dabei gilt gleichzeitig, dass zur Gemeinnützigkeit zumindest im juristischen Sinn die Selbstlosigkeit gehört (§ 55 Abs. 1 Satz 1 AO). Die aktuelle Gesetzgebung suggeriert somit, dass man sich als Unternehmen entscheiden müsse: Soll das Unternehmensengagement gemeinnützig sein oder soll das Unternehmen etwas davon haben? In diesem Kontext verdeutlicht die vorliegende Analyse mehrere empirische Engagementmuster der Unternehmen. Diese Muster können mit der angesprochenen Fragestellung in Bezug gesetzt werden. Die auf der repräsentativen und bisher größten deutschen Unternehmensbefragung zu dem Thema, dem auch als CC-Survey bekannten Monitor Unternehmensengagment (n>7500), basierenden Datenanalysen deuten darauf hin, dass Engagement nur integriert und nachhaltig in Unternehmen verankert werden kann, wenn es den Unternehmen einen Vorteil bringt. Damit ergeben sich allerdings bisher ungeklärte Governance-Fragen für die Unternehmen, und zwar an eben dieser Schnittstelle zwischen Unternehmensstrategie einerseits und Gemeinwohlorientierung andererseits.
Anael Labigne

Ein Überblick institutioneller Herangehensweisen von CSR in der Wirtschaft

Den Ehrbaren Kaufmann leben: Die Angebote der bayerischen Industrie- und Handelskammern zum Thema verantwortungsvolles Wirtschaften

Zusammenfassung
Der Ehrbare Kaufmann ist seit jeher zentraler Orientierungspunkt für die Arbeit der Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Deutschland. Dieser Textbeitrag übersetzt das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns in die Moderne und zeigt auf, wie die IHK in Bayern es gezielt nutzen, um die gesellschaftliche Verantwortung in Unternehmen (CSR) stärker voranzutreiben, insbesondere unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Er beginnt mit der Erläuterung der Idee des Ehrbaren Kaufmanns und seiner besonderen Bedeutung für die heutige Zeit. Anschließend wird anhand von vier Dimensionen aufgezeigt, wie die bayerischen IHKs das Leitbild in die Unternehmen tragen: Sensibilisieren und informieren, Unterstützen und vernetzen, Positionieren sowie Vorbild sein. Mit etwa 990.000 Mitgliedsunternehmen und mehr als 50.000 ehrenamtlich aktiven Unternehmensvertretern ist der Bayerische Industrie und Handelskammertag (BIHK) e. V., der Zusammenschluss der neun bayerischen IHKs, die größte Wirtschaftsorganisation im Freistaat Bayern.
Henrike Purtik, Gerti Oswald

Verantwortung aus Tradition

Zusammenfassung
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Corporate Social Responsibility (CSR) und Fragen der Nachhaltigkeit. Sie setzt sich dafür ein, dass das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen auch in Zukunft freiwillig bleibt und nicht durch überzogene und fehlgeleitete Regulierung gefährdet wird. Die aktuellen politischen Entwicklungen sieht die vbw vor diesem Hintergrund kritisch. Mit der Internetplattform Wirtschaft weiß-blau hat die vbw die CSR-Aktivitäten der Betriebe in Bayern sichtbar und für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ihr ist es auf diesem Weg gelungen, herauszustellen, wie vielfältig der Einsatz der bayerischen Wirtschaft für das Gemeinwesen ist. Deutlich wurde auch, dass sich die komplette Bandbreite der Unternehmen engagiert – unabhängig von der Unternehmensgröße, dem Standort und der Branche. CSR ist keinesfalls beschränkt auf einzelne Großunternehmen. Die vbw wird  auch in Zukunft in der Diskussion zu CSR und Nachhaltigkeit die Interessen der Wirtschaft einbringen. Ziel ist es, im Dialog mit Politik und Öffentlichkeit tragfähige Lösungen zu erarbeiten, die die drei Ziele Ökonomie, Ökologie und Soziales gleichberechtigt beachten. Verantwortung aus Tradition.
Bertram Brossardt

CSR, Menschenrechte und Handwerk – zwischen Tradition und internationalen Anforderungen

Zusammenfassung
Das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen ist im Handwerk tief verankert. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft und dem Funktionieren der örtlichen Gemeinschaften insbesondere im ländlichen Raum sind die vielfältigen und tatkräftigen CSR-Aktivitäten von Handwerksbetrieben von großer Bedeutung. Aber auch unter dem Gesichtspunkt des gerade im Handwerk spürbaren Fachkräftemangels wird CSR als betriebliches Instrument zur Findung und Bindung von Mitarbeitern immer wichtiger. Die öffentliche Wahrnehmung dieser gelebten gesellschaftlichen Verantwortung des Handwerks droht jedoch durch die Fokussierung der aktuellen CSR-Debatte auf die menschenrechtliche Sorgfalt international tätiger Unternehmen zunehmend in den Hintergrund gedrängt zu werden. Zudem befürchtet das Handwerk, dass diese Entwicklung auf internationaler Ebene zu neuen regulatorischen Ansätzen führen und damit am Ende auch die in der Zulieferer- und Wertschöpfungskette tätigen kleinen Handwerksbetriebe treffen könnte.
Jan Dannenbring

Verantwortlich handeln: CSR beim Handelsverbands Deutschland ohn2 (HDE)

Zusammenfassung
Schaut man sich die Vielzahl von Arbeitsgruppen, Aktionsbündnissen, Aktionsplänen, Initiativen und Dialogrunden an, die allein seitens der Bundesregierung initiiert und als politischer Beitrag zur Förderung von Unternehmensverantwortung verstanden werden können, wird eines deutlich: Corporate Social Responsibility ist von zentraler und wachsender Bedeutung in der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft. Die Diskussion um die soziale und ethische Verantwortung von Unternehmen wird mit zunehmender Intensität geführt, die Frage nach den Werten der Wirtschaft immer häufiger gestellt. Nicht nur Unternehmen, auch Wirtschaftsverbände wie der Handelsverband Deutschland e. V. (HDE) sind gefordert, im Sinn ihrer Mitglieder Stellung zu beziehen.
Anne-Kathrin Göbel

Wir tragen Verantwortung: CSR-Strategien des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie

Zusammenfassung
Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Die meisten Leute denken bei Textil an Kleidung und andere Alltagsgegenstände. Doch Textil ist mehr: Es wird in der Umwelt- und Energietechnik verwendet, im Transport- und Verkehrswesen, in der Medizin, in der Luft- und Raumfahrttechnik, im Bauwesen. Unternehmerische Verantwortung ist dabei ein Schlüsselthema für die Branche mit ihren rund 1400 Unternehmen in Deutschland.
Für den Gesamtverband textil+mode bedeutet Corporate Social Responsibility (CSR) gesellschaftliche Verantwortung im Sinn eines nachhaltigen Wirtschaftens. Eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte. Nachhaltigkeit ist dabei nicht nur ein Trend, sondern eine Philosophie für die deutsche Textil- und Modeindustrie, die nach den weltweit höchsten Umwelt- und Sozialstandards arbeitet. Diese gehören zur DNA unserer Unternehmen und sind das Ergebnis hoher gesetzlicher Vorgaben und darüber hinausgehender Selbstverpflichtungen.
Das Geschäft mit Bekleidung ist heute internationaler und globalisierter denn je, auch für mittelständische Unternehmen. Als Dachverband stehen wir unseren Mitgliedern beratend bei der Implementierung von Standards und Rechten zur Seite und unterstützen Schritt für Schritt die Umsetzung von CSR-Strategien. So engagiert sich der Gesamtverband textil+mode im Bündnis für nachhaltige Textilien und ist Mitglied im Steuerungskreis.
Maria Rost

Nachhaltigkeit – Treiber der Arbeit des Verbands der Chemischen Industrie

Zusammenfassung
Anders als bei Unternehmen ist der ökologische oder soziale Fußabdruck von Verbänden deutlich geringer: Verbände stellen keine Produkte her und haben keine weit zurückreichenden Lieferketten für Rohstoffe und Vorprodukte. Politische Verbände scheinen deshalb auf den ersten Blick deutlich weniger Möglichkeiten zu haben, so nachhaltig zu handeln, dass ihr Engagement einen spürbaren Effekt zeigt. Dennoch kann ein Verband seine eigenen Prozesse nachhaltiger gestalten, sei es im Umgang mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, durch die Art und Weise, wie er arbeitet, oder wie er als Wegbereiter und Unterstützer von Nachhaltigkeit für seine Mitglieder agiert. Der Textbeitrag zeigt, wie der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) mit dieser Herausforderung umgeht und Nachhaltigkeit in der Branche sowie in eigenen Abläufen vorantreibt.
Berthold Welling

Die Straße zur Klimaneutralität – Ansatzpunkte der Automobilindustrie zu einem nachhaltigen Verkehrssystem

Zusammenfassung
Der VDA setzt mit seinen Mitgliedern auf vielfältige Lösungswege, die Mobilität noch umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten, und versteht sich als innovativer Treiber der Entwicklung hin zu einer nachhaltigen individuellen Mobilität. Die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie sind überzeugt davon, dass es langfristig keine Alternative zu sauberer und klimaschonender Mobilität gibt. Auf dem Weg zu diesem Ziel sind jedoch nicht nur technologische Innovation, unternehmerisches Engagement und Geschick entscheidend, sondern auch die übergeordneten Rahmenbedingungen – v. a. in Fragen der Regulierung. Dieser Beitrag gibt einen Überblick der gegenwärtigen regulatorischen Handlungsrichtung am Maßstab neuer Erkenntnisse der Nachhaltigkeitsforschung.
Martin Koers, Philipp Ellett

CSR in der Druckindustrie: Greenprinting statt Greenwashing

Zusammenfassung
Nachhaltigkeit bedeutet nach der Agenda 21, Rio 1992, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt zu verbinden und nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum zu nutzen. Diesem Credo folgt die Druckindustrie seit langem. Obwohl 80 % der rund 7700 Betriebe weniger als 20 Personen beschäftigen bzw. einige Sparten der Branche stark vom Medienwandel betroffen sind, bilden die Betriebe bis heute überdurchschnittlich – und oft über den eigenen Bedarf – aus. Und dies sozial verantwortlich: Sämtliche Fragen zur Ausbildung werden einvernehmlich zwischen den Tarifpartnern ausgehandelt – ein Erfolgsmodell und einmalig in der Bundesrepublik. Innovativ und umsetzungsstark im nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zeigt sich die Branche seit 1994 auf der Basis einer Selbstverpflichtung, mit Instrumenten, die stets weiterentwickelt werden und die gesamte Wertschöpfungskette sowie die breite Öffentlichkeit integrieren.
Bettina Knape, Julia Rohmann

Daseinsvorsorge in planetaren Grenzen: Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung kommunaler Unternehmen

Zusammenfassung
Der Textbeitrag verbindet konzeptionelle Überlegungen zum Verhältnis von Daseinsvorsorge und Nachhaltigkeit mit Berichten und Einsichten aus der Praxis. Kommunale Unternehmen finden sich häufig auf einem zugigen Platz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Zentral für die hohen Erwartungen ist das Konzept der Daseinsvorsorge, das eine äußerst breite Interpretation einerseits, konkrete rechtliche Festlegungen andererseits enthält. Es wird eine Aktualisierung des Begriffs vorgeschlagen. Daseinsvorsorge wird durch ein zeitgemäßes Konzept von Nachhaltigkeit angereichert und damit präzisiert. Hierzu werden auch die 17 globalen Ziele sowie Konzepte wie die planetaren Grenzen, die Steady State Economy sowie die Sustainability Zeroline kurz vorgestellt. Im Fortgang wird unternehmerische Nachhaltigkeit für die kommunale Wirtschaft weiter konkretisiert: Das Prinzip der Wesentlichkeit wird methodisch erläutert und für die Branchen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung sowie die Energiewirtschaft beispielhaft vorgestellt. Konkrete Beispiele zur gesellschaftlichen Verantwortung und zum Engagement kommunaler Unternehmen illustrieren die derzeitige Praxis. Drei Empfehlungen an die kommunale Wirtschaft, die aber grundsätzlich auch auf privatwirtschaftliche Unternehmen übertragbar sind, beschließen den Beitrag.
Carsten Wagner, Arved Lüth

Unternehmensverantwortung und der bpa-Arbeitgeberverband: Praxisbericht am Beispiel mitarbeiterorientierte Personalpolitik

Zusammenfassung
Die Pflegebranche spürt den Fachkräftemangel besonders stark. Die Einrichtungen und Dienste müssen sich im Wettbewerb um qualifiziertes Personal abheben und bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen Rahmenbedingungen schaffen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Anhand von Praxisbeispielen wird aufgezeigt, dass die Umsetzung einer familienfreundlichen Arbeitszeitorganisation in der Pflege trotz der branchenspezifischen Besonderheiten möglich ist und einen deutlichen Mehrwert für das gesamte Unternehmen schaffen kann. Unternehmen der Pflegebranche sollen motiviert werden, diese Angebote gezielt strategisch einzusetzen und im Sinn einer Corporate Social Responsibility-Strategie zu kommunizieren.
Gesa von dem Bussche

Ein Überblick institutioneller Herangehensweisen von CSR in Zivilgesellschaft und Sozialwesen

Frontmatter

Von nachhaltigem Konsum über CSR zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex und Sustainable Finance: Wie der Rat für Nachhaltige Entwicklung nachhaltiges Wirtschaften vorantreibt

Zusammenfassung
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung ist als Beratungsgremium der Bundesregierung in erster Linie dieser verpflichtet. Er unterstützt mit Empfehlungen und Projekten die Bundesregierung dabei, die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung zu erreichen. Den Wirkungsradius erweitert der Nachhaltigkeitsrat mittels Stakeholderdialogen, die jene Akteurs- und Anspruchsgruppen einbeziehen, auf deren Mitwirken es beim Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft unmittelbar ankommt. Der Textbeitrag geht auf einige beispielhafte Themen und Projekte ein, wie den Nachhaltigen Warenkorb und die Dialoge rund um unternehmerische Verantwortung und Sustainable Finance.
Yvonne Zwick, Robert Böhnke

Gewerkschaften und Corporate Social Responsibility

Zusammenfassung
Das Verhältnis der Gewerkschaften zu Corporate Social Responsibility (CSR) ist sehr facettenreich und von einer gewissen Grundskepsis sowie von klaren Anforderungen an einen ganzheitlichen, verbindlichen CSR-Ansatz gekennzeichnet. Die Praxis gewerkschaftlicher CSR-Politik ist darüber hinaus durch eine intensive Bündnisarbeit in Multistakeholderforen geprägt und hat durch die Vereinbarung globaler Rahmenabkommen ein wirksames Instrument zur Sicherstellung sozialer Mindeststandards in globalen Unternehmen entwickelt.
Rainald Thannisch

Cooperative Social Responsibility – der genossenschaftliche Förderauftrag im Licht der Diskussion um Unternehmensverantwortung

Zusammenfassung
Die spezifische Verfassung von Genossenschaften passt nicht in das gängige Schema der Unternehmensformen im Sinn der klassischen Betriebswirtschaftslehre und schon gar nicht in das karitativer Einrichtungen. Dies hat konkrete Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft: Das genossenschaftliche Gründungspotenzial wird nicht ausgeschöpft und auch die Theorie der Corporate Social Responsibility (CSR) ist nur bedingt auf diese Unternehmen anzuwenden. Mit ihrem Beitrag wollen die Autoren dafür werben, der Cooperative Social Responsibility den Raum zu geben, den die Genossenschaften in Deutschland und ihre spezifische Unternehmenskultur verdienen. Um den positiven Wirkungen von Genossenschaften gerecht zu werden, sollten herkömmliche CSR-Konzepte daher ein stärkeres Augenmerk beispielsweise auf die Frage legen, inwieweit Stakeholder als (Mit-)Eigentümer eingebunden werden und welche konkreten Partizipationsmöglichkeiten sie dadurch erhalten. Zudem sollte berücksichtigt werden, wie sich die Aktivitäten eines Unternehmens auf die Distribution von Vermögen auswirken. Relevant ist zudem, welchen Beitrag ein Unternehmen insgesamt zur gesellschaftlichen Zufriedenheit leistet. Ohne Berücksichtigung derartiger Aspekte besteht die Gefahr einer dauerhaft verzerrten gesellschaftlichen Wahrnehmung von Unternehmen, insbesondere derjenigen in genossenschaftlicher Rechtsform.
Asmus Schütt, Stefanie Schulte

Der Beitrag von Stiftungen zur Verbreitung und Verstetigung von Corporate Social Responsibility

Zusammenfassung
Die Bertelsmann Stiftung bearbeitet das Thema unternehmerische Verantwortung über eigenständige Projekte im Programmbereich „Unternehmen in der Gesellschaft“. Mit umsetzungsorientierten Ansätzen möchte sie das unternehmerische Engagement aktivieren und Unternehmer und Unternehmerinnen für eine zielstrebige und verantwortungsvolle Mitgestaltung der Gesellschaft motivieren. Das Programm „Unternehmen in der Gesellschaft“ erarbeitet durch angewandte Forschung die konzeptionellen Grundlagen eines verantwortlichen Unternehmertums und entwickelt praktische Ansätze und innovative Formate, um Unternehmen in gesellschaftliche und politische Beteiligungsprozesse einzubinden. Zurzeit adressiert das Programm in seinen Projekten zwei Handlungsfelder der Corporate Social Responsibility (CSR): Mitarbeiter und Gemeinwesen. Die Herangehensweise in diesen Projekten wird im Beitrag näher erläutert. Darüber hinaus wird die Bedeutung von Kooperationen zwischen Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft in den Fokus genommen. Mit der Digitalisierung entstehen neue CSR-Handlungsfelder und andere müssen neu gedacht werden: Datenverwertung und Datenschutz, Algorithmen und künstliche Intelligenz sowie Beschäftigung und Arbeitswelt sind Elemente einer Corporate Digital Responsibility, die in den zukünftigen Projekten eine Rolle spielen wird.
Detlef Hollmann, Jakob Kunzlmann, Birgit Riess

Die Risiken des CSR-Ansatzes für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem

Zusammenfassung
Ein Blick in die Corporate Social Responsibility (CSR)- bzw. Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen suggeriert, dass viele ihre soziale und ökologische Verantwortung der Gesellschaft gegenüber bereits vorbildlich wahrnehmen. Insbesondere größere, aber auch kleine und mittlere Unternehmen messen ihren Treibhausgasausstoß, überprüfen die Arbeitsbedingungen in weit entfernten Produktionsstätten und schütten Spenden an lokale Vereine aus. Dies tun sie über gesetzliche Vorgaben hinaus. Dass Unternehmen CSR-Management betreiben, ist begrüßenswert. Im CSR-Konzept und seiner aktuell praktizierten Umsetzung liegen jedoch Risiken: Denn durch Selbstverpflichtungen der Wirtschaft können allenfalls punktuelle Verbesserungen erzielt werden. Unternehmen definieren selbst, was für sie CSR-relevant ist. Strukturelle Verbesserungen werden durch die Betonung der Freiwilligkeit des CSR-Ansatzes und die Instrumentalisierung dieses Engagements durch große Unternehmensverbände sogar verhindert. So kann die wachsende Bedeutung des CSR-Ansatzes als ein Symptom dafür gesehen werden, dass Gesellschaft und Politik es versäumt haben, klare Regeln für Unternehmen festzulegen. Nur durch verbindliche Regelungen zu umweltbezogenen und menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten wird es Unternehmen in Zukunft möglich sein, tatsächlich nachhaltig zu wirtschaften. Diese verbindlichen Regelungen wären ein wichtiger Baustein zur sozial-ökologischen Transformation unseres Wirtschaftssystems.
Lia Polotzek, Werner Wild, Joachim Spangenberg, Frank Ebinger

Entrepreneurship Education und Nachhaltigkeit

Zusammenfassung
Um der sinkenden Anzahl an Gründungen in Deutschland entgegenzuwirken und bereits Jugendliche im unternehmerischen Denken und Handeln auszubilden, wurde 2015 die Non-Profit-Initiative Startup Teens von sieben jungen Unternehmern und Unternehmerinnen initiiert. Konkret zielt die Initiative darauf ab, einen Mindset-Change bei Jugendlichen zu erzeugen und Unternehmertum als eine mögliche spätere Berufsoption aufzuzeigen, damit es zukünftig wieder mehr junge Gründer und Gründerinnen, Unternehmensnachfolger und -nachfolgerinnen und Intrapreneure gibt. Hierdurch werden sowohl Innovationen hierzulande gefördert und langfristig Arbeitsplätze geschaffen sowie sichergestellt. Demnach leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der ökonomischen Nachhaltigkeitsdimension. Für Jugendliche ist es heutzutage von großer Relevanz, durch ihre Unternehmungen zur Bewältigung globaler Probleme beizutragen. Deshalb adressieren die Geschäftsideen der Teenager meist zumindest eines der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs). Da Startup Teens gezielt die Realisierung dieser Ideen unterstützt, trägt die Initiative zusätzlich signifikant zur Verwirklichung von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit bei. Zusammenfassend leistet die Non-Profit-Organisation Startup Teens demnach einen Beitrag zu allen Dimensionen der Triple Bottom Line und stellt dadurch sicher, dass auch zukünftige Generationen eine lebenswerte Lebensgrundlage vorfinden werden.
Sabrina Lechler

„Warum machen wir das alles eigentlich?“ – Erfahrungen mit werteorientierter Unternehmensführung in Sozialunternehmen als Beitrag zur Kooperationsökonomie

Zusammenfassung
Gemeinnützige Sozialunternehmen können in einer beginnenden Kooperationsökonomie, in der sie zunehmend gezwungen sind, auch ökonomische Ziele zu verfolgen, ihre umfangreichen Erfahrungen mit werte- und sachzielorientierter Unternehmensführung in den Dialog mit privatwirtschaftlich geführten Unternehmen einbringen, die auf der Suche nach authentischer und gesellschaftlich relevanter sozialer Wertschöpfung für ihr Unternehmen sind. Als Beispiele für Erfahrungen mit werteorientierter Unternehmensführung wird von der Umsetzung von Konzepten von Simon Sinek (Golden Circle), Robert Greenleaf (Servant Leadership) und Simon Sagmeister (Business Culture Design) im Führungsalltag von Diakoneo, einem der fünf größten diakonischen Unternehmen in Deutschland, berichtet. Dazu werden die bei Diakoneo in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen mit sinnorientierter Unternehmenspositionierung, einer durch dienende Haltung geprägten Führungskräfteentwicklung und einer bewussten Gestaltung der Unternehmenskultur dargestellt und reflektiert. Die Reflexion der gemachten Erfahrungen macht deutlich, dass Werteorientierung in der Unternehmensführung auch bei gemeinnützigen Unternehmen im Sozial- und Gesundheitswesen kein Selbstläufer (mehr) ist, sondern geplant und gezielt angegangen werden muss.
Mathias Hartmann

Menschenrechtliche Verantwortung – zur Kongruenz von Advocacy und interner Aufstellung bei Brot für die Welt

Zusammenfassung
Der Beitrag behandelt das Streben nach Kongruenz zwischen politischen Forderungen nach menschenrechtlicher Sorgfalt von Unternehmen und der eigenen Praxis von Brot für die Welt. Die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen von 2011 definieren die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen. In seiner politischen Arbeit setzt Brot für die Welt sich für die Umsetzung dieser Prinzipien, konkret für die rechtliche Verankerung des Menschenrechtsschutzes bei Unternehmen und deren Lieferketten, ein. Denn zahlreiche Beispiele belegen, dass eine freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen nicht ausreicht, um grundlegende Rechte von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zu schützen. Gleichzeitig ist Brot für die Welt gemeinsam mit Partnerorganisationen in über 90 Ländern in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv und bestrebt, seinen eigenen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten gegenüber Mitarbeitenden, Partnerorganisationen und Zielgruppen, gerecht zu werden. Vor diesem Hintergrund nimmt der Beitrag eine Bestimmung des Verantwortungsbereichs von Brot für die Welt vor und präsentiert zentrale, ineinandergreifende Komponenten menschenrechtlicher Sorgfalt. Besonderen Fokus richtet der Beitrag auf die Beteiligung von Zielgruppen als Voraussetzung eines effektiven wie inklusiven Beschwerdemechanismus auf lokaler Ebene.
Maren Leifker, Leon Schettler

Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit – Nachhaltigkeit in der Arbeiterwohlfahrt

Zusammenfassung
Im Jahr 2019 feierte die AWO ihr 100-jähriges Jubiläum. Sie kann dabei auf eine bewegte Verbandsgeschichte zurückblicken, in der sie wesentliche gesellschaftliche Themen und Entwicklungen begleitet und beeinflusst hat. Gleichzeitig hat sich der Verband gewandelt und ist zu einem Träger von vielen tausenden Einrichtungen und Diensten Sozialer Arbeit geworden. Vor diesem Hintergrund muss sich die Arbeiterwohlfahrt neuen Verantwortungsbereichen bewusst werden und den damit verbundenen Herausforderungen stellen. Auf den folgenden Seiten soll darauf eingegangen werden, welche Rolle hierbei die Begriffe der Corporate Social Responsibility oder auch des nachhaltigen Handelns spielen.
Steffen Lembke

Nachhaltigkeit: Gelebte Praxis in der Deutschen Rentenversicherung

Zusammenfassung
Im Jahr 2015 verabschiedete die Weltgemeinschaft mit der Agenda 2030 einen Fahrplan für eine nachhaltige, globale Entwicklung. Der Textbeitrag skizziert, welchen Beitrag die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) als größter Träger der Deutschen Rentenversicherung zur Erreichung dieser Agenda in den Bereichen Soziales, Ökonomie und Ökologie leistet. Dabei werden Maßnahmen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen wie Personal, Bau und Beschaffung vorgestellt, die verdeutlichen wie das Leitprinzip der Nachhaltigkeit konkret im Verwaltungshandeln der DRV Bund mit Leben gefüllt wird. Die DRV Bund trägt zur Erreichung von mindestens 8 der 17 Entwicklungsziele der Agenda 2030 bei. Hervorzuheben sind neben dem Kerngeschäft der sozialen Sicherung die Aktivitäten im Bereich Inklusion, Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Strukturschwache Regionen stärkt die DRV Bund mit ihren Standorten in Gera, Stralsund und Brandenburg sowie mit 22 regionalen Kliniken (insgesamt 7000 Beschäftigte). Eine neue Facette nachhaltigen Handelns stellt das Thema Klimaschutz dar. Der Textbeitrag identifiziert Unternehmensbereiche mit den größten CO2-Emissionen sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen. Chancen und Risiken bietet die zunehmende Digitalisierung. Sie senkt Papierverbrauch, bietet Potenziale für eine Flexibilisierung von Arbeitsort und -zeit und Chancen für eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie, geringere Arbeitswege und CO2-Emissionen.
Stephan Fasshauer, Christoph Freudenberg

Corporate Social Responsibility in der Caritas: Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Zusammenfassung
Die aktive Förderung des ehrenamtlichen Engagements ist ein wesentliches Element des solidaritätsstiftenden Ansatzes und gehört zum Selbstverständnis der Caritas. Mit der Gründung des bundesweiten CSR-Kompetenzzentrums will der Deutsche Caritasverband das Potenzial von Kooperationen zwischen ihren Mitgliedsorganisationen und Unternehmen, die sich im sozialen Bereich engagieren, stärker ausschöpfen. Die Erkenntnisse und Entwicklungen in den vergangenen Jahren machen deutlich, dass die Themen unternehmerische Nachhaltigkeit und der Ansatz der Corporate Social Responsibility (CSR) über reine Fundraisingmaßnahmen hinausgehen und die Caritas vor die Herausforderung stellen, sich mit einem grundsätzlichen Verständnis von CSR auseinanderzusetzen und das eigene unternehmerische Handeln in den Blick zu nehmen.
Claudia Neuz, Carina Uhlen

Verantwortung & Institutionen in der Welt von morgen

CSR und CRR in Forschungszentren – das Beispiel des Zentrums für Regionalforschung (ZfR) an der Universität Würzburg als Akteur der Regionalentwicklung

Zusammenfassung
Corporate Social Responsibility (CSR) kann als strategisches Ziel der Arbeit von Institutionen im Sinn einer Corporate Regional Responsibility (CRR) auch raumwirksame Kräfte entfalten. Konkret veranschaulicht dies der Beitrag am Beispiel des Zentrums für Regionalforschung (ZfR) an der Universität Würzburg. Das Forschungszentrum widmet sich der Grundlagen- sowie der angewandten Forschung mit regionalem Bezug zum bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken. Dabei verfolgt das ZfR einen auf Kooperation ausgerichteten Ansatz, bei dem sowohl innerhalb der Universität Würzburg Vertreter unterschiedlicher Fachrichtungen als auch außeruniversitäre Partner aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung involviert werden. Der Beitrag zeigt anhand des Statuts des ZfR sowie an exemplarisch gewählten Projekten aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Gemeinwesen die strategische Ausrichtung des Forschungszentrums auf das CSR-Konzept. Diese Strategie kann aufgrund des partizipativen Ansatzes sowie aufgrund der Fokussierung auf nachhaltige Regionalentwicklung der kollektiven CRR zugeordnet werden.
Christian Seynstahl

Mit dem Fakultätsschiff auf hoher See: Wie mit werteorientiertem Fakultätsmanagement die Zukunft verantwortlich gestaltet wird

Zusammenfassung
Der Beitrag zeigt exemplarisch am Vorgehen der Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) auf, wie Verantwortungsförderung im Kerngeschäft von Fakultäten verankert werden kann. Fakultäten haben Teil an der gesellschaftspolitischen Zukunftsgestaltung durch Lehre und Forschung, die eingebettet in einem für alle Fakultäten vergleichbaren normativen Rahmen stattfindet. Aufbauend auf dem normativen Rahmen und einer fakultätsspezifischen Wertehaltung wird die aktive Umsetzung und Förderung von Verantwortung im Kerngeschäft anhand von konkreten Beispielen erläutert. Durch die Implementierung von Corporate Social Responsibility (CSR) in der Hochschule werden zukünftige Generationen für den Stellenwert von CSR sensibilisiert und erhalten Rüstzeug für die Konkretisierung im späteren Leben.
Harald J. Bolsinger

Next CSR: Mehr Politik wagen!

Zusammenfassung
Nachdem in den letzten Jahren eine Reihe an Konzepten und Managementsystemen zur Messung, Steuerung und Verbesserung von Corporate Social Responsibility (CSR) etabliert wurde, wird die reine Erfüllung dieser Standards in Zukunft aus Sicht von Dr. Daniel Dettling nicht mehr ausreichen. Der Gründer der Denkfabrik Institut für Zukunftspolitik und Leiter des Berliner Büros des Zukunftsinstituts, gegründet von Matthias Horx, beschreibt in seinem Beitrag eine nächste Stufe von CSR. Seiner Einschätzung nach entwickelt sich CSR weiter um die Dimensionen Sinn, Bildung und Partiziation. Verantwortliches und verantwortungsvolles Handeln wird immanent bereits bei der Ausübung und Gestaltung unternehmerischen Handelns; nicht zuletzt Führungskräfte müssen selbst zu Vorbildern werden und CSR vorleben. Nur wenn CSR in der DNA eines Unternehmens implementiert ist, ergeben sich positive Mehrwerte.
Daniel Dettling

CSR & Institutionen – Eine Zusammenfassung

Zusammenfassung
Corporate Social Responsibility (CSR) ist angekommen in der institutionellen Landschaft, dies zeigen die zahlreichen Autorenbeiträge des Buchs CSR & Institutionen in gelungener Art und Weise. Egal ob in den Bereichen Wirtschaft, Zivilgesellschaft oder Sozialwesen, die Thematik der Wahrnehmung unternehmerischer Verantwortung ist sowohl im Rahmen des Wirkens und der Zusammenarbeit mit den relevanten Stakeholdern etabliert (Außenwirkung), als auch innerhalb der jeweiligen Institutionen selbst (Innenwirkung). Der vorliegende Textbeitrag greift die Inhalte der vorhergehenden Textbeiträge des Buchs auf, versucht eine Zusammenfassung dahingehend, die Gemeinsamkeiten der Herangehensweise der betrachteten Institutionen in Sachen CSR aufzuzeigen und zu clustern. Anhand der Ausführungen der Institutionen werden mit Blick auf die Außenwirkung fünf Bereiche definiert, die nach Einschätzung von Genders zu den Hauptschnittstellen gehören, mittels derer Institutionen CSR verankern können. Der Beitrag geht auf die Frage der Innenwirkung ein, ferner werden die oftmals ambivalente Themen Verbindlichkeit und Regulatorik auf Grundlage der vorliegenden Beiträge aufgearbeitet.
Sascha Genders
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