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Über dieses Buch

Die Finanzindustrie ist Spiegel der Gesellschaft und ihr Businessmodell befindet sich nicht erst seit der Finanzkrise am Scheideweg. Wenn die Negativspirale aus Klimawandel, rasantem Bevölkerungswachstum, ungehemmter Urbanisierung und zunehmend sozialen Spannungen abgewendet werden soll, sind ganzheitliche Management-Ansätze zwingend. Immer mehr Vorstände und Experten der deutschen Finanzindustrie zeigen - nachhaltiges Investment und nachhaltiges Bankgeschäft ist machbar. Vordenker aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft stellen die integrierte Betrachtung finanzieller, gesellschaftlicher und Umweltleistung in den Mittelpunkt der Geschäftsstrategie und zeigen, dass Integration von Nachhaltigkeit in die Wertschöpfungskette funktioniert. Das klassische Dreieck aus Profit, Risiko und Liquidität wird um eine vierte Komponente ergänzt, die gesellschaftliche Wirkkraft der Geldverwendung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Herausgeberbeitrag

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2011 stellte Berrie Wilkinson, ein Analyst der Beratungsfirma Oliver Wyman einen Bericht vor, in dem es hieß: „Trotz aller Rhetorik über die neue Finanzordnung und aller Verbesserungen, die erzielt wurden, bleiben die alten Risiken bestehen. Aktionäre, Anleihegläubiger und Bankmanagement haben immer noch Anreize, die sie zu extensiver Risikoübernahme treiben“. „The Business of Business is Business“, hat Milton Friedman einst geantwortet, als er gefragt wurde, was die Wirtschaft zur Wohlfahrt einer Gesellschaft beitragen kann (Friedman 1972). Seiner Ansicht nach tragen Unternehmen zur Wohlfahrt der Gesellschaft durch die Produktion von Waren und Dienstleistungen, sowie durch die Schaffung von Arbeitsplätzen viel bei. Aber endliche Ressourcen, Klimawandel, Verlust oder Verringerung der Artenvielfalt, Rückgang der Ökosystemleistungen, Bohren in der Arktis, schlechte Arbeitsbedingungen in vielen Märkten, Verletzungen von Menschenrechten bei unternehmerischen Aktivitäten, sozialen Unruhen bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten, Rohstoffspekulationen und die Frage des Zugangs zu öffentlichen Gütern wie Trinkwasser, Wald, Erholungsgebieten haben die Frage nach der Verantwortung von Unternehmen neu definiert. Die Finanzinstitute sind hier als Intermediär besonders gefordert, insbesondere auch, wenn es um das Kernstück der Theorie von Milton Friedman geht. Die Principle – Agent-Theorie greift zu kurz, sie muss durch einen breiteren umfassenderen Multi Stakeholder-Ansatz mit Fokus auf Schaffung von positive Impacts Schaffung erweitert und ergänzt werden.

Karen Wendt

Wendepunkt und Neubeginn: Heilsame Schmerzen

Während den 15 Jahren meiner Arbeit mit der Nachhaltigkeitsagenda, ursprünglich bis 2006 als Banker und Risikomanager bei der ABN Amro Bank, bis hin zu meinem derzeitigen Engagement bei Inter Alia, der Nationalen Kontaktstelle (NKS) für OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen (OECD-Leitsätze für MNU) in den Niederlanden, hat mir die Erfahrung gezeigt, dass oft ein ernsthafter Weckruf notwendig ist, um eine Sache voranzubringen und uns davon zu überzeugen, dass es nicht länger möglich ist, auf Nachhaltigkeit zu verzichten und so weiterzumachen wie bisher.Diese Weckrufe kommen oft unerwartet. Und es ist schockierend, manchmal tragisch und immer schmerzhaft, wenn wir uns dann rückblickend fragen, warum wir es nicht haben kommen sehen. So ging es mir jedenfalls 2008 nach der Finanzkrise.Die unbequeme Wahrheit ist, dass Schmerzen häufig heilsam sind. Beim diesjährigen Globalen Forum der OECD zu verantwortlichem geschäftlichem Handeln in Paris (Juni 2013) rückte die schreckliche Tragödie des Zusammensturzes des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesh, bei dem mehr als 1000 Arbeitskräfte, vorwiegend Frauen, ums Leben kamen, in den Mittelpunkt und vereinte uns – Regierungen, Unternehmen, Gewerkschaften und andere Gruppen – in dem Wunsch, gemeinsam zu handeln, damit dies niemals mehr irgendwo passieren muss. Derartiges erinnert uns daran, dass es in unserer Gesellschaft fundamentale Schwachstellen gibt und dass wir alle – Regierungen, Fabrikeigentümer, Produktabnehmer, aber auch Finanzinstitute (Investoren, Banken), die nun langsam an den Tisch kommen – die Verantwortung für die Wertschöpfungsketten übernehmen müssen.Die Natur und die Menschen, die innerhalb dieser Wertschöpfungskette arbeiten, haben eine Nachricht an uns gerichtet, die lautet: „Nicht gut ist schlecht.“ Sie wollen damit ausdrücken, dass die Natur für derzeitige und zukünftige Generationen erhalten werden muss, und sie sagen weiterhin: „Nicht genug ist nicht genug“. Darauf sollten wir hören.

Herman Mulder

Die neue Entwicklungszusammenarbeit: Die Bedeutung des privaten Sektors

Die Welt verändert sich schnell, Richtlinien aber verändern sich langsam. In der Vergangenheit konzentrierte sich Entwicklungszusammenarbeit vorwiegend auf den öffentlichen Sektor und auf Armut in Ländern mit geringem Einkommen. Im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte gab es vier wichtige Trends, die Auswirkungen auf die Richtlinien für die Entwicklungszusammenarbeit hatten: Der erste ist die Verlagerung der wirtschaftlichen Aktivität und politischen Macht von West nach Ost und Süd. Dies bewirkt eine Veränderung der Kapitalströme, so dass mehr kommerzielles Kapital in aufstrebende Märkte fließt. Ausländische Direktinvestitionen in das subsaharische Afrika sind in den letzten zehn Jahren um ein Fünffaches gestiegen. Gleichzeitig fließt das Kapital auch wieder zurück. Erstaunlicherweise haben die sich in der Krise befindlichen Europäer sogar an China und Brasilien um finanzielle Unterstützung zu bekommen. So entsteht eine multipolare Welt, in der Gleichberechtigung und Wechselseitigkeit an die Stelle einer Dominanz des Westens im Umgang mit dem Osten und Süden treten. Der zweite Trend ist ein Wechsel in Bezug auf die Verteilung der Armut. Vor zwanzig Jahren lebten mehr als 90 % der Armen in Ländern mit niedrigem Einkommen. Momentan leben dort nur noch weniger als 30 % der Armen. Das liegt nicht daran, dass die Armen in andere Länder ausgewandert sind, sondern daran, dass die Länder, in denen sie leben, reicher geworden sind. Der dritte Trend ist die anhaltende Misswirtschaft bei der Verwendung globaler öffentlicher Güter wie Luft Wasser und Fischbestände. Dies treibt den Klimawandel voran und stellt für die Menschheit die erste hauptsächliche Bedrohung dar. Bei den prognostizierten Wachstumsraten der Bevölkerung und bei ansteigender Mittelklasse in aufstrebenden Märkten werden wir im Jahr 2050 zum Erhalt unseres Lebensstils 2,4 Planeten benötigen. Wir werden unser Produktions- und Konsumverhalten ändern müssen, um uns auf die Ressourcenknappheit einzustellen und einen drastischen Wandel des Klimas zu verhindern.Der vierte Trend ist die steigende Ressourcenknappheit, die mit Preisanstiegen einhergeht und die gleichzeitig Veränderungen in den Regeln und Gesetzen von Unternehmen und Ländern hervorruft, die mehr Kontrolle über die wichtigen Wertschöpfungsketten erlangen wollen. Kontrolle ist für Unternehmen und Länder wichtig, wenn sie nicht außen vor bleiben wollen und wenn sie Produktivität und Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten grundlegend verbessern wollen.

Nanno Kleiterp

Umwelt- und Sozial Standards der EBWE und ihre Marktauswirkungen

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) will den Markt durch die Integration des Nachhaltigkeitsgedankens in ihre Investmentstrategien, institutionellen Wertungslisten, Standards zur Sorgfaltspflicht und in ihre technische Unterstützung sangebot positiv beeinflussen. Hiermit leistet die EBWE einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung für ihre Kunden in den Kernmärkten und sichert die Qualität im Bereich Umwelt- und Sozialpolitik. Alle von der EBWE finanzierten Projekte müssen laut den Umwelt- und Sozialgrundsätzen der Bank strengen Standards entsprechen und unterliegen einer detaillierten Sorgfaltsprüfung und Kontrolle. Auf diese Art bietet die EBWE ihren Managementorganen, Aktionären und Interessengruppen die Gewissheit, dass Projekte der Bank zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen sowie Umwelt- und Sozialrisiken vermieden oder minimiert werden. Die EBWE versucht, die Umwelt und Gesellschaft nicht nur zu schützen und zu fördern, sondern auch ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, indem sie ihre Kunden bei der Risikominderung und Effizienzverbesserung sowie beim nachhaltigen Geschäftswachstum unterstützt. Dieses Kapitel erläutert den praktischen Ansatz, mit dem die Bank ihren Auftrag zur Nachhaltigkeit erfüllt.

Dariusz Prasek

Umwelt und Soziale Risiken – Herausforderungen des Risiko Managements

Nationale und internationale Finanzinstitute – sowie private Investmentbanken, multilaterale Kreditgeber und Exportkreditagenturen – können sich für das eigene Umwelt- und Sozial Risikomanagement zwischen einer Vielzahl von Umwelt- und Sozialstandards und damit verbundene Managementinstrumente entscheiden. Manche dieser Standards sind übergeordnete rahmengebende Strategien und generelle Verpflichtungen, andere hingegen erfordern sowohl die Implementierung spezieller Risikoanalyse Instrumente und eine damit verbundene Dokumentation und Berichterstattung als auch gesonderte Mittel und Kapazitäten in der Bank selbst. Die zentrale Frage, die sich stellt ist: Welches Instrument und welche Strategie passt am besten zu welchem Finanzinstitut und wie können diese effektiv und effizient innerhalb der Organisation umgesetzt werden? Dieses Kapitel beschreibt die typische Herangehensweise von Beraterfirmen, Banken dabei zu unterstützen diese Herausforderungen mit den üblichen Einschränkungen hinsichtlich Zeit, Budget und den organisatorischen Möglichkeiten zu meistern.

Raimund Vogelsberger, Miriam Hachelaf

Equator Principles – Risikomanagement bei Finanzierungen Die EP- ihr Anspruch, ihre Verbreitung, ihre Wirkung

Die Equator Principles (EP), im Deutschen auch als „Äquator-Prinzipien“ bezeichnet, sind zu einem international anerkannten Standard für das Management von Risiken im Umwelt- und Sozialbereich im Rahmen der Finanzierung von Projekten durch Geschäftsbanken geworden. Die Prüfung der Umwelt- und Sozialaspekte eines Projekteswird nach dem englischen Environmental and Social Due Diligence auch kurz als „ESDD“ bezeichnet. Die EP haben sich in den vergangenen 10 Jahren von einen Rahmenwerk für das Management von Risiken durch Umwelt- und Sozialaspekte bei Projektfinanzierungen hin zu einem umfassenden Leitfaden entwickelt. Im Finanzierungsalltag erleichtern sie die Harmonisierung der Umwelt- und Sozial Due Diligence von verschiedenen Beteiligten, die entweder selbst EP Finanzierungsinstitute (EPFIs) sind, oder welche die EP als ESDD Prüfstandard anerkennen.

Achim Brönner, Sabine Lehmann

Wieviel Impact können Investment-Fonds mit Nachhaltigen Anlagestrategien erzeugen? Rückschlüsse für die Entwicklung eines Qualitätssiegels für Nachhaltige Publikumsfonds

Nachhaltige Anlagestrategien in der Geldanlage sind auf dem Vormarsch – immer mehr institutionelle wie private Anleger verfolgen nicht nur finanzielle Ziele wie Rendite, Risiko und Liquidität bei der Geldanlage, sondern auch Ziele, die sich dem (unscharfen) Begriff „Nachhaltigkeit“ zuordnen lassen. So breit gefächert die Interpretationen dieses Begriffs durch Produktanbieter und Anleger dann auch sein mögen, sie lassen sich meist auf den gemeinsamen Nenner bringen, dass die Anlage des Geldes ökonomisch sinnvoll, sozial- und umweltverträglich erfolgen soll. Oder anders gesagt: Nachhaltigen Anlegern geht es um mehr als Rendite – Geldanlage soll in ökologischer und sozialer Hinsicht zumindest Schaden vermeiden, im Idealfall sogar Nutzen stiften bzw. Wirkung im Sinne eines Leitbilds Nachhaltiger Entwicklung erzeugen. Und hier wird es spannend: Während sich die konventionelle Geldanlage ihrer ökologischen und sozialen Effekte gar nicht bewusst ist, geht die Nachhaltige Geldanlage meist allzu selbstverständlich davon aus, dass durch das Verfolgen von Nachhaltigen Anlagestrategien die nachhaltige Wirkung schon automatisch gesichert sei. Beschrieben oder gar gemessen wird äußerst selten – was nicht zuletzt am Anlagegegenstand an sich, dem fungiblen Wertpapier, liegt. Demgegenüber geht man im Impact Investment zwar ex ante und ex post sehr genau einzelnen ökologischen oder sozialen Wirkungen nach, interessiert sich aber nicht für eine breit gefächerte Bewertung der Nachhaltigkeit eines Social Business-Geschäftsmodells.Aus diesem Grund widmet sich dieser Artikel dem Forschungsstand in Sachen ökologische und soziale Wirkung von Nachhaltigen Anlagestrategien. Nachhaltiger Impact ist das Thema, das SRI und Impact Investment verbindet – auch wenn das bislang in Theorie und Praxis noch alles andere als transparent ist. Gerade die Sicht des Kunden fordert dies jedoch – denn die Bereitschaft, seine Gelder nachhaltig anzulegen, hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob der Kunde erkennen kann, welche Nachhaltige Wirkung sein Investment mit sich bringt. Der aufstrebende Impact Investment-Markt macht dies deutlich.Qualitätssiegel wiederum sollen eine Orientierungshilfe geben. Derzeit wird beim Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG) daran gearbeitet, die Idee der Nachhaltigen Wirkung von Anlagestrategien in einem Qualitätssiegel-Konzept für Publikumsfonds umzusetzen, um dem Anleger eine Orientierungshilfe zu geben, inwieweit der jeweilige Fonds Nachhaltiges Wirtschaften fördern will bzw. fördert. Welchen Herausforderungen man auf diesem Weg begegnet und wie mit welchen Ansätzen man ihnen begegnen kann, ist Gegenstand dieses Artikels – die Operationalisierung des Impact-Gedankens und die Kommunikation eines Impact-orientierten Konzepts sind hier zentrale Themen.

Sabine Pex, Michael Finette

Im Prinzip gut – die Principles for Responsible Investment

Mehr als 1200 institutionelle Investoren, Asset Manager und Finanzdienstleister haben sich durch die Anerkennung der Principles for Responsible Investment (PRI) zur Integration von Nachhaltigkeitskriterien in ihre Kapitalanlage verpflichtet. Zusammen verwalten Sie mehr als US-$ 30 Billionen, was einem Anteil von rund 45 % an den weltweiten Kapitalanlagen entspricht. Eine Erfolgsgeschichte also? Der Beitrag gibt einen Überblick über die Ziele und Entwicklung der PRI, stellt die Inhalte der sechs Prinzipien vor und beleuchtet Chancen und Risiken der Unterzeichnung der PRI für Investoren und Asset Manager. Für das Fortschreiben der Erfolgsgeschichte bedarf es nach Ansicht der Autoren einer Doppelstrategie, die neben dem weiteren Ausbau der Unterstützerbasis auch auf die Verbesserung der Qualität der Umsetzung der PRI durch die Unterzeichner setzt. Im Beitrag werden Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der PRI im Hinblick auf „Masse und Klasse“ beleuchtet.

Rolf D. Häßler, Till Hendrik Jung

Der Einfluss öko-sozialer Risiken auf die Bewertung von Assets im Investmentbanking – Forschungsstand und Anknüpfungspunkte für die Praxis

Das Verstehen komplexer Entscheidungsgrundlagen ist die Voraussetzung für valide Zukunftsprognosen, sachgerechtes Entscheiden und antizipatives Handeln. Letztlich geht es um die langfristige Legitimation eines Unternehmens in seinem Umfeld.Die Systemresilienz steht dabei, neben der Renditeerwartung, im Mittelpunkt einer Investitionsentscheidung: Je flexibler eine Anlagestrategie auf künftige Umfeldszenarien zu reagieren vermag, desto geringer das langfristige Risikoniveau. In einer Zeit, in der Unternehmen immer mehr von Informationssammelstellen zu effektiven Informationsfilterstellen werden (müssen), ist es geboten, die externen Einflussgrößen zu kennen, diese richtig einzuschätzen und über die Investitionslaufzeit (Project Life Cycle) zu beobachten. Nur so kann eine Grundlage geschaffen werden für eine optimale, nachhaltige Nutzung der unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten.Dieser Beitrag ist insbesondere der Strukturierung und Analyse komplexer Entscheidungssituationen gewidmet. Ziel ist dabei die systematische Erfassung des als relevant erachteten situativen Umfeldes sowie die Reduktion der anschließenden Entscheidungsanalyse auf die für den Erfolg des Investitionsprojektes wesentlichen Einflussgrößen.

Henry Schäfer

Respekt für Menschenrechte im Investmentbanking: Ein Paradigmenwechsel und seine Folgen.

Unterwegs zu einem neuen Branchenstandard?

Ein oft gehörtes Argument in der Diskussion um die Einhaltung ethischer Standards bei Investitionen ist die auf Profitmaximierung angelegte Strategie der Anleger und damit verbunden die entsprechende Ausgestaltung des Vermögensverwaltungsvertrages (fiduciary agreement).Neue Arbeiten aus der Neuropsychologie und der Neuroökonomie zeigen jedoch, dass das Konzept des rational handelnden homo oeconomicus, der seine Entscheidungen weitgehend am Eigeninteresse ausrichtet, überholt ist. Zwar hatte Adam Smith schon 1759 auf die Bereitschaft des Menschen, über den reinen Eigennutz hinaus mit anderen zusammenzuarbeiten, hingewiesen, aber erst ein Vierteljahrtausend später konnte der wissenschaftliche Beweis für diese Erkenntnis erbracht werden. James Buchanan und Bruno S. Frey zählten in den 1990er Jahren zu den Pionieren, die erkannten, dass erstens nicht nur nutzenorientierte, sondern auch moralische überlegungen wie Fairness oder das Vermeiden von Konflikten Entscheidungen von Marktteilnehmern beeinflussen und sich zweitens diese nicht-wirtschaftlichen Motive empirisch nachweisen lassen. Bereits 1985 hatte Buchanan dieses Ringen zwischen Verwirklichung von Eigeninteressen und Sicherstellung einer funktionierenden Gesellschaft mit dem Ausdruck „geordnete Anarchie“ (ordered anarchy) auf den Punkt gebracht. Neue Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Behavioural Finance identifizieren verschiedene Faktoren, die menschliches Verhalten auf Märkten bestimmen. Im Kontext von Investitionen scheinen vor allem materielle als auch verfahrensbezogene Fairnessüberlegungen relevant. Eine wichtige Rolle spielen dabei sog. interne Hemmschwellen (internal constraints), die auf unterschiedlichen Motiven, darunter auch ethische Prinzipien, beruhen können. Was bleibt, wenn Märkte nicht sich selbst überlassen werden können und staatliche Regulierung nicht alle Formen unerwünschten Verhaltens verhindert? Die einfache Antwort „Was nicht verboten ist, ist erlaubt“ greift zweifellos zu kurz, machen doch Kontroversen, wie sie in jüngster Zeit im Zusammenhang mit Investitionen aufbrachen, deutlich, dass auch legale Verhaltensweisen unerwünscht sein können.Im Unterschied zu den sich über mehr als 30 Jahre hinziehenden vergeblichen Versuchen der UN, ein Regelwerk vorzustellen, das alle konzeptionellen Hürden, die sich beim Einbezug von Staaten und privaten Akteuren bei der Klärung des Regelwerkes zu Menschenrechtsfragen stellen, überwindet, verfolgen die UN-Leitprinzipien einen bescheideneren, ergebnisorientierten Ansatz. Ziel ist die Verbesserung der menschenrechtlichen Situation für die Betroffenen. Wenn sich dieses Ziel mit rechtlich nicht verbindlichen Bestimmungen teilweise besser erreichen lässt, sind die UN-Leitprinzipien dafür offen. Der mit der Ausarbeitung der UN-Leitprinzipien betraute Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs, John Ruggie, nannte dieses Konzept „principled pragmatism“. Was auf den ersten Blick eher harmlos klingt und als letztlich konzeptlos kritisiert wurde, erweist sich bei genauerem Hinschauen als grundlegender Perspektivenwechsel weg von einem rein risikomanagement-orientierten Verständnis der Menschenrechte hin zu einem menschenzentrierten Ansatz.

Christine Kaufmann

Sex Matters: Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Fondindustrie?

Im Rahmen unserer Forschungsarbeit haben wir untersucht, warum in der US-Investmentfondsindustrie so wenig Frauen arbeiten und halten Vorurteile gegen Frauen für eine mögliche Erklärung. In den vergangenen 20 Jahren lag die Anzahl der Frauen, die in der US-Investmentfondsindustrie als Fondsmanagerinnen tätig waren, bei etwa 10 %. Das ist überraschend niedrig. Hierzu tragen vermutlich auch selbst auferlegte Gründe bei, wie Karriereunterbrechungen und die Bevorzugung anderer Industriezweige, wir haben jedoch herausgefunden, dass Investoren von Frauen geleitete Fonds diskriminieren und weniger in sie investieren. Für Unternehmen ist es dadurch folglich weniger attraktiv, Frauen einzustellen, und für Frauen ist es weniger reizvoll, in der Branche zu arbeiten. Die erhobenen Daten zeigen hinsichtlich der Renditeentwicklung der Fonds keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. Die Unterschiede im Mittelzufluss sind durch rationale statistische Diskriminierung nicht zu erklären. Die Ergebnisse werden in einem Labor-Experiment, wo Akteure zwischen Indexfonds wählen, bestätigt. Um direkt die Vorurteilshypothese zu testen, haben wir einen implizite Assoziationstest (IAT) durchgeführt. Im Experiment investierten Akteure mit höheren Vorurteils - Partituren deutlich weniger in von Frauen verwaltete Fonds. So legen die Ergebnisse nahe, dass soziale Vorurteile Investitionsentscheidungen beeinflussen könnten. Anscheinend besteht die feste Überzeugung, dass Frauen im Finanzmanagement keine ebenso gute Investmentleistung bieten können wie Männer, obwohl es keine Gründe gibt, Frauen im Hinblick auf die Vermögensverwaltung nicht zu vertrauen.

Alexandra Niessen-Ruenzi

Stakeholderdialoge in der Finanzwirtschaft

Seit einigen Jahren haben sich Stakeholderdialoge – Dialoge zwischen Unternehmen und ihren Anspruchsgruppen – etabliert. Ziele sind: die Ansprüche der Stakeholder kennen und verstehen zu lernen, gemeinsame Positionen zu finden, die Nachhaltigkeitsstrategie zu verfeinern, Konflikte zu entschärfen, und gegebenenfalls auch Projekte gemeinsam umzusetzen. Beide Seiten können davon erheblich profitieren. Auch in der Finanzbranche gab und gibt es solche Dialogprozesse. Sie können hier u. a. dazu beitragen, ernsthaft negative Auswirkungen des Kerngeschäfts (etwa durch die Finanzierung umstrittener Firmenkunden oder heikler Großprojekte) zu verringern und infolgedessen Reputationsrisiken zu senken sowie Kostenrisiken zu vermeiden.Einen Stakeholderdialog erfolgreich zu führen ist jedoch nicht einfach und hängt u. a. davon ab, in welcher Art und Form er organisiert ist und abläuft. Unternehmen müssen sich darauf intensiv vorbereiten und ausreichende personelle Ressourcen zur Verfügung stellen. Im Prozess selber gilt es, wichtige Aspekte zu beachten, um schrittweise Ergebnisse zu erreichen, wie z. B. die genaue Klärung von Zielen, die Vereinbarung von Spielregeln oder eine unabhängige Moderation. Schnelle Erfolge sind bei komplexen Materien nicht erwartbar. Doch Unternehmen, die sich ernsthaft auf Stakeholderdialoge einlassen, können vom Know-how ihrer Anspruchsgruppen profitieren und vom Austausch nur gewinnen.

Susanne Bergius, Heike Leitschuh

Corporate Social Responsibility (CSR) und Investment Banking: Der erforderliche Paradigmenwechsel am Beispiel des Asset Managements

Corporate Social Responsibility ist gesellschaftliche oder soziale Verantwortung von Unternehmen. Was bedeutet das wirklich? Dass Unternehmen von ihrem Gewinn einen bestimmten Anteil für wohltätige Zwecke spenden? Dass Unternehmen bei der Ausführung ihrer Geschäfte möglichst wenig CO2 ausstoßen? Nein. Im Kern steht CSR für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit. Die Führungskraft eines Unternehmens ist also verantwortlich gegenüber sich selbst, ihren Kollegen/Mitarbeitern, ihren Kunden, den Eigentümern des Unternehmens und der Allgemeinheit. Es gilt, ein Unternehmen so zu führen, dass alle Beteiligten von der Geschäftstätigkeit profitieren. Alle. Langfristig. Nachhaltig.

Amina Enste-Meineker

Finanzierung von CO2-Emissionen – ein Geschäftsrisiko?

Die Weltgemeinschaft hat sich darauf geeinigt, die Erderwärmung auf einen Anstieg von 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Im Jahr 2015 will man sich auf einen Fahrplan dazu verständigen. Bei allen Unsicherheiten im Detail ist klar, dass die Einhaltung des 2-Grad-Ziels in den kommenden Jahrzehnten eine drastische Eindämmung der CO2-Emissionen voraus setzen würde. Oft wird der erwartete Eingriff von den betroffenen Unternehmen und Finanzdienstleistern als Risiko begriffen, teils die Geschäftschance aus der Finanzierung insbesondere CO2-optimaler Energieumwandlungstechniken in den Vordergrund gestellt. Dabei zeigen bereits heutige CO2-basierte Geschäftsrisiken auf, dass sich mit einer differenzierten Investitions- bzw. Finanzierungsstrategie Wettbewerbsvorteile erzielen lassen. Dieser Beitrag beleuchtet die spezifischen Reputations-, physischen und regulatorischen Risiken, die sich aus der Finanzierung von Emissionen ergeben können.

Nicole Roettmer

Social Banking: Investments mit positivem sozialem Impact

Spätestens seit der Finanzkrise fragen sich viele, wie sozial der Bankensektor ist. Die Auswirkungen dieser Krise haben die Gesellschaften ganzer Staaten an den Rand der Belastbarkeit gebracht und Länder in den finanziellen Ruin gestürzt. Große Teile der Bevölkerungen sehen seither den Einfluss von Banken auf die Gesellschaft eher negativ. Zudem trägt gerade der Investment-Banking Bereich durch spekulative Investitionen in Unternehmen mit deren anschließender Aufteilung und Weiterverkauf einschließlich des Verlustes der Arbeitsplätze zu einer negativen Reputation des Sektors bei.Dieser Beitrag stellt zu Beginn die Visionen, Strategien, Produkte und Dienstleistungen ethischer Banken dar. Darauf folgen einige Daten zur Größe und der finanziellen Performance dieser Banken. Wir wollen das Kapitel abschließen, indem wir darauf eingehen, was konventionelle Banken von der Vorgehensweise ethische Banken lernen können, nachdem wir ein Beispiel ethischen Banking vorgestellt haben.

Olaf Weber

Nachhaltigkeit als Qualitätsfaktor (der Produktentwicklung) im Asset Management

Die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahren auch in der Kapitalanlage unverkennbar weiter gestiegen.1 Trotzdem bleibt der Terminus Nachhaltigkeit wenig greifbar: Unter Nachhaltige Investments oder Social Responsible Investments (SRI) werden die verschiedensten Ansätze zusammengefasst, die sowohl in der Zusammensetzung der klassischen Säulen von Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – als auch in der Strenge der Auslegung der einzelnen Vorgaben stark variieren. Um den gestiegenen Qualitätsansprüchen der Kunden gerecht zu werden, ist jedoch ein ganzheitlicher Auswahlprozess unverzichtbar. Die Bank Sarasin (heute J. Safra Sarasin) gilt als Pionier im Bereich nachhaltige Investments und bietet ihren Kunden seit über 20 Jahren Zugang zu nachhaltigen Anlagelösungen. Der vorliegende Aufsatz zeigt zunächst die Prozesse der Produktentwicklung im Asset Management auf und gibt dann ein Überblick über Grundlagen, Ziele und Ansätze von nachhaltigen Investments. Es folgt einen Einblick in die Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien im Asset Management. Abschließend wird ein Vergleich von konventionellen und nachhaltigen Anlagelösungen vorgenommen. Das Ergebnis zeigt: Nachhaltige Investments sind konventionellen Anlagen mindestens ebenbürtig – wenn nicht sogar überlegen.

Nils Von Ossenbrink

Was die GLS Bank anders macht

Einleitend werden die geschäftspolitischen Grundlagen der GLS Bank dargestellt: Erste Priorität haben die Menschen mit ihren Bedürfnissen und ihren natürlichen Lebensgrundlagen. Der ökonomische Gewinn entsteht aus den daraus abgeleiteten Angeboten. Gegenüber ihren Kunden steht die GLS Bank für Transparenz in Abgrenzung zu verschachtelten und dadurch unverständlichen Investmentprodukten. Die GLS Bank rechnet dabei mit dem Bewusstsein der Menschen, das deutlich über den homo oeconomicus hinaus geht. GLS-Kunden verbinden mit einer Geldanlage mehr, als sich finanzmathematisch im Dreieck von Rendite, Sicherheit und Liquidität erfassen lässt. Auch dies gilt es in Bankangeboten zu berücksichtigen.In einem zweiten Teil wird die Arbeitsweise der GLS Bank beschrieben, von der Transparenz in der Mittelverwendung bis hin zu Förderkonditionen für besondere Projekte. Daran schließen in einem letzten Teil grundsätzliche Überlegungen zum Finanzsystem an: Mit der zunehmenden Mechanisierung von Entscheidungsprozessen ging eine Destabilisierung sowie ein Vertrauensverlust im Finanzsystem einher. Um dem entgegenzuwirken ist eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen gesellschaftlichen Funktionen von Banken notwendig, insbesondere auf die Finanzierung der Realwirtschaft. Zu fördern sind hierfür eine Vielfalt von dezentralen, mittelständischen Bankinstituten sowie leistungsfähige Verbundstrukturen. Nicht die weitere Vereinheitlichung, sondern eine Diversität wird die neue Grundlage von Stabilität und Vertrauen sein. Wesentlich ist außerdem die Etablierung von neuen Instrumentarien, mit denen bei Investitionsentscheidungen die sozialen und ökologischen Auswirkungen berücksichtigt werden können. Der anhaltende Erfolg der mit der GLS Bank assoziierten wertorientierten Banken zeigt, dass ein entsprechender Kulturwandel bereits weltweit im Gange ist.

Thomas Jorberg

SUDEST – Ein innovativer Ansatz zur Unterstützung nachhaltiger Investment-Entscheidungen

Das Verstehen komplexer Entscheidungsgrundlagen ist die Voraussetzung für valide Zukunftsprognosen, sachgerechtes Entscheiden und antizipatives Handeln. Letztlich geht es um die langfristige Legitimation eines Unternehmens in seinem Umfeld.Die Systemresilienz steht dabei, neben der Renditeerwartung, im Mittelpunkt einer Investitionsentscheidung: Je flexibler eine Anlagestrategie auf künftige Umfeldszenarien zu reagieren vermag, desto geringer das langfristige Risikoniveau. In einer Zeit, in der Unternehmen immer mehr von Informationssammelstellen zu effektiven Informationsfilterstellen werden (müssen), ist es geboten, die externen Einflussgrößen zu kennen, diese richtig einzuschätzen und über die Investitionslaufzeit (Project Life Cycle) zu beobachten. Nur so kann eine Grundlage geschaffen werden für eine optimale, nachhaltige Nutzung der unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten.Dieser Beitrag ist insbesondere der Strukturierung und Analyse komplexer Entscheidungssituationen gewidmet. Ziel ist dabei die systematische Erfassung des als relevant erachteten situativen Umfeldes sowie die Reduktion der anschließenden Entscheidungsanalyse auf die für den Erfolg des Investitionsprojektes wesentlichen Einflussgrößen.

Barnim G. Jeschke

CSR und Banking

Umweltmanagement in Finanzinstituten: Ebenso notwendig wie nützlich

Umweltmanagement ist auch für Finanzinstitute eine wichtige Basis, ihre ökologischen Auswirkungen zu messen und zu steuern. Den größten Hebel, zum Umweltschutz beizutragen, haben Banken und Versicherungen zwar über ihre Produkte, doch bietet auch der betriebliche Umweltschutz insbesondere für die Vermeidung von CO2-Emissionen zahlreiche Ansatzpunkte. Ein systematisches Umweltmanagement ist zugleich das Fundament für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsberichterstattung, die von Unternehmen zunehmend gefordert wird. Eine solche ist bei Finanzinstituten Teil meist vielfältiger Kommunikationsaktivitäten zum gesellschaftlichen Engagement und Beitrag zum Reputationsmanagement.

Sabine Braun

Natural Leadership im Banking

In vielen Bereichen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens stoßen wir an Grenzen. Wir sehen uns großen Herausforderungen gegenübergestellt, bei denen wir mit unseren bisherigen Strategien und Denkweisen nicht weiter kommen. Es bedarf neuer Visionen und innovativer Lösungswege. Besonders deutlich wird uns dies beim Blick auf unser Finanz- und Geldsystem. Die bisherigen Ansätze sind eher Symptom bekämpfend und auf Zeitgewinn ausgerichtet, lösen die ursächlichen Probleme jedoch nicht. Banken reagieren vielmehr, als dass sie agieren und die Krisenzeit als Chance verstehen würden, um neue Wege zu beschreiten und zukunftsgerichtete Akzente zu setzen. Meist wird versucht, an strategien der Vergangenheit festzuhalten und die bisherige Machtposition, auch gegen die gemeinschaftlichen Interessen, zu verteidigen. Die Folge sind u.a. eine zunehmende Erosion der Akzeptanz bei Kunden und Bevölkerung sowie der Identifikation und Motivation der Mitarbeiter innerhalb des Bankenwesens.

Holger-Andreas Elsner

Gemeinwohl und Sozialbilanz als Basis des Wirtschaftens im Bankgeschäft Umsetzung im Treasury

Die Sparda-Bank München eG richtet seit mehreren Jahren ihr gesamtes wirtschaftliches Tun intensiv nach nachhaltigen Kriterien aus. Eine Bank, die Rechenschaft darüber ablegt, wie ihr wirtschaftliches Handeln auf die Welt wirkt, in der sie existiert? Bei der die Erreichung bestimmter ökonomischer Ziele nur Nebenbedingung ist? Bei der „Nachhaltigkeit“ kein Modewort ist, ihr werblicher Effekt nur Nebenzweck ist? Wir tun es. Und veröffentlichen zusätzlich zur Finanzbilanz seit 2011 eine Gemeinwohlbilanz. Wir betrachten nachhaltiges Investieren als wichtiges, wenn nicht gar wichtigstes Instrument zur Risikominimierung. Die Optimierung des Rendite-Risiko-Verhältnisses erfolgt nur im Rahmen des nachhaltig mach- und verantwortbaren.

Clemens Quast

Die Zukunftsfähigkeit von Banken – Eine Bestandsaufnahme und Lösungsvorschläge

Banken sind Mittler zwischen jenen, die sparen und jenen, die investieren. Dadurch sorgen sie für die Funktionsfähigkeit des Wirtschaftskreislaufs. Ihre Bedeutung wurde uns v. a. in der Zeit der Finanz- und Bankenkrise besonders deutlich vor Augen geführt. Wenn dieser wesentliche Teil der Volkswirtschaft nicht ein zentrales Fundament seines Geschäftsmodells beherrscht, nämlich das Risikomanagement, steht die Weltwirtschaft vor dem Zusammenbruch. Hätte eine auf Nachhaltigkeit im Sinn von CSR basierte Unternehmensphilosophie das verhindern können? Unserer Meinung nach ja. Damit kann die Kernaufgabe der Banken, nämlich Risiko zu beurteilen, zu bewerten und ggf. zu übernehmen, im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens gelebt werden. Es greift jedoch zu kurz, wenn in Nachhaltigkeitsberichten Kennzahlen zusammengetragen werden (obwohl dies ein wichtiger Schritt ist). Um einen Prozess des nachhaltigen Denkens und Handelns bei den Mitarbeitern zu induzieren, braucht es a) ein allgemein akzeptiertes Bewertungstool für den Finanzmarkt und b) einen Veränderungsprozess in den Banken selbst.

Brunhilde Schram, Elisabeth Dreer

Extrafinanzielle Leistungen greifbar machen: Ein Handabdruck-Ansatz für Finanzinstitute

Seit 2007 befindet sich die Finanzwirtschaft in einer Vertrauenskrise. Das beeinflusst strategische Überlegungen in der Branche und verändert die unmittelbaren Erfolgsaussichten einzelner Geschäftsfelder und Produkte. In diesem Beitrag argumentieren die Autoren, dass der gegenwärtige Druck sich mit Blick auf die Herausforderungen und den Wandel der kommenden 15 Jahre vergleichsweise gering ausnehmen wird. Mit dem Handabdruck-Konzept schlagen sie einen Ansatz vor, wie Finanzinstitute sich auf eine Zukunft vorbereiten können, die Wertschöpfung neu definiert. Jüngere Initiativen im produzierenden Gewerbe bieten dabei konkrete Anknüpfungspunkte für eine Übertragung des Handabdruck-Ansatzes auf Finanzinstitute. Und auch innerhalb der Finanzbranche bereiten neue Entwicklungen die methodische Grundlage für einen solchen Übertrag. Der Beitrag schließt mit Vorschlägen für Finanzinstitute, die nach unternehmensspezifischen Ansätzen, Branchenlösungen und darüber hinausgehenden Möglichkeiten suchen, ihre Zukunftsfähigkeit zu stärken.

Sebastian Philipps, Henrik Ohlsen, Christina Raab

Die Äquatorprinzipien und die ‘Business and Human Rights’ Debatte

Die dritte Generation der Äquatorprinzipien (EPs) enthält erstmals explizite Verweise auf John Ruggies ‚Protect, Respect and Remedy‘ Framework sowie die UN Guiding Principles on Business and Human Rights. Grund genug, die EPs einer kritischen wirtschaftsethischen Analyse zu unterziehen. Die hier vorgelegte Argumentation schließt an die sogenannte Transnationalisierungs- sowie ‚Business and Human Rights‘ Debatte der vergangenen Jahre an und macht Gebrauch von der Unterscheidung negativer und positiver Pflichten sowie von impact- versus leverage-basierter Verantwortung. Während Ruggies Ansatz einem negativen und impact-basierten Verantwortungskonzept nahesteht, fordert der vorliegende Aufsatz einen positiven und leverage-basierten Ansatz auch und insbesondere für die EPs und die sie implementierenden Finanzinstitute. Die hier vorgestellten Reformmaßnahmen sollen helfen, die bisherigen Schwachstellen der EPs zu beheben und die Grundlage für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der EPs auf dem Weg hin zu einem positiven und leverage-basierten Verantwortungskonzept zu legen.

Manuel Wörsdörfer

Corporate Social Responsibility: Viel Schein – Wenig Sein?

Ob öffentliche oder private, multilaterale oder nationale Banken: auch 20-30 Jahre nach ihren ersten Bekenntnissen zu Umwelt- und Menschenrechtsschutz sind sie immer wieder in die Finanzierung zerstörerischer Großprojekte oder fragwürdiger Unternehmen verstrickt, die die Umwelt schädigen, das Klima anheizen oder grundlegende (Mitsprache-) Rechte Betroffener missachten.In der Gesamtschau betrachtet sind multilaterale Banken in zentralen Aspekten oft weiter vorangeschritten als die privaten Institute. Sie verfügen über ein Set etablierter Umwelt- und Sozialstandards, veröffentlichen ihre Finanzierungen und haben in den vergangenen Jahrzehnten Beschwerdemechanismen etabliert. Die Implementierung und Weiterentwicklung eines kohärenten, auf ökologische Nachhaltigkeit und Armutsreduktion ausgerichteten Regelwerkes gerät jedoch unter Druck politischer Akteure, die daran kein Interesse haben. Aufweichungen von Standards oder der Versuch, durch immer neue Finanzierungsinstrumente das Regelwerk ganz zu unterlaufen sind die Folge. Da die multilateralen Banken weiter als wichtiger Referenzpunkt für private Finanzinstitute fungieren, bedeutet jede Abschwächung und jedes systematische Unterlaufen ihrer Standards, dass international weiter problematische Finanzierungen getätigt werden.Die Bilanz deutscher Großbanken in Sachen ökologische und soziale Nachhaltigkeit sieht im Vergleich zu den multilateralen Banken deutlich bescheidener aus: zwar haben die Großbanken inzwischen fast flächendeckend Nachhaltigkeitsabteilungen eingerichtet, schreiben Nachhaltigkeitsberichte und greifen auf Datenbanken zurück, die über die ökologische und soziale Performance von Kunden informieren. Einige Banken haben sich sogar für einzelne sensitive Bereiche wie z.B. Atom, Rüstung, Rohstoffe oder Bergbau sogenannte Sektorrichtlinien gegeben. Qualitativ sind diese allerdings sehr unterschiedlich. Positiv hervorzuheben sind am ehesten einzelne Ausschlusskriterien von Commerzbank und Bayerischer Landesbank zum Uranbergbau oder dem Neubau von Atomkraftwerken sowie der fast flächendeckende Ausstieg deutscher Finanzinstitute aus der Finanzierung von Streumunitionsherstellern.Von einem umfassenden Bekenntnis zu einem ökologisch und sozial nachhaltigen Geschäftsmodell sind die großen deutschen Privatbanken und die Landesbanken noch weit entfernt. Kursorische Praxischecks, die urgewald zu den Themen Atom, Kohle und Rüstung durchgeführt hat, belegen dies anschaulich. Statt vorausschauend einen minimalen ökologischen und ethischen Handlungskodex zu etablieren, der verbindliche Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards für das gesamte Geschäft enthält sowie kontroverse Kunden ausschließt, richtet sich das Risikomanagement vielfach auf die Begrenzung drohender Imageschäden. So behält der von urgewald in einer Studie aus 2009 propagierte Slogan „Neue Banken braucht das Land!“ weiterhin Gültigkeit.

Barbara Happe, Regine Richter

Der Nutzen von Umwelt- und Sozialrisikomanagement bei Investmentbanken

Während sich die Debatte um „nachhaltige Finanzmärkte“ hauptsächlich um das Thema nachhaltige Anlagen dreht, wird dem Kerngeschäft von Banken und insbesondere ihren Beziehungen zu Geschäftskunden verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Kunden können mit umstrittenen Geschäftspraktiken, Branchen, Projekten oder Ländern, die einen negativen Einfluss auf die Umwelt oder die Gesellschaft haben, in Verbindung gebracht werden. In diesem Artikel sind Umwelt- und Sozialrisiken jene Risiken, denen sich Investmentbanken ausgesetzt sehen, wenn sie umstrittenen Unternehmen Finanzdienstleistungen bereitstellen. Dieser Artikel beleuchtet fünf Faktoren, die den Druck auf Banken erhöhen, sich systematisch mit Umwelt- und Sozialrisiken zu befassen. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Umwelt- und Sozialrisiken schon heute ein nicht zu unterschätzendes Schadenspotenzial bergen. Investmentbanken setzen sich einem Risiko aus, wenn sie dieses unterschätzen.

Olivier Jaeggi, Nina Kruschwitz, Raul Manjarin

Gerüstet für die Zukunft? Umwelt als Kernthema für die Banken

Banken entwickeln grüne Anlagen, aber nur als Nischenangebot. Sie erfassen Umwelt und Sozialrisiken, aber nur als Gefahren für die eigene Reputation. Angesichts der globalen Umweltherausforderungen reichen die herkömmlichen CSR-Anstrengungen der Banken jedoch bei Weitem nicht aus. Im Eigeninteresse der Banken und ihrer Kunden ist einen Paradigmenwechsel notwendig. Nur wenn es den Banken gelingt, die Herausforderungen in Umweltschutz und Gesellschaft in die Entscheidungsprozesse der Kernaktivitäten zu integrieren, sind sie auf die kommenden Veränderungen vorbereitet und können Risiken und Opportunitäten realistisch einschätzen

Katharina Serafimova, Thomas Vellacott

Interview zu Frauen in Führungspositionen im Finanzsektor

FidAR ist die allseits bekannte und geachtete Organisation, „Frauen in die Aufsichtsräte“ und Sie sind die (Mit) Gründerin und langjährige Präsidentin. Die Stärke Ihres Vereins besteht auch darin, dass unter den Mitgliedern viele Führungsfrauen sind. Sie alle haben keine Quote gebraucht, um nach oben durchzumarschieren. Warum verlangen ausgerechnet Frauen im Zenit ihrer Macht nach gesetzlicher Rückendeckung? Weil ihre Geschichten eine Summe von Erfahrungen auffädelt, die allesamt zeigen wie hart der Weg nach oben für Frauen ist, wie alleine sie häufig dabei sind und wie wenig Frauen deshalb in den Führungsebenen ankommen. Die berühmte „Token-Frau“ zu sein, mag für einige Frauen eine komfortable Situation bedeuten, der sie sich häufig gar nicht bewusst sind; für die meisten ist es jedoch eine sehr anstrengende und keineswegs zufriedenstellende Situation. Nur eine ausgewogenere Gemengelage zwischen Frauen und Männern in den Führungszirkeln kann für nachhaltige Führungsstärke sorgen und damit für die nachhaltigere Verfolgung der Unternehmensziele.

Monika Schulz-Strelow

Nachhaltigkeitsratings: Eine kurze Bestandsaufnahme

Nachhaltigkeitsratings haben den Anspruch, die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen, Ländern oder auch von Produkten zu erheben und zu bewerten, wobei sich der vorliegende Beitrag primär auf nicht-finanzielle Unternehmensratings bezieht. Die Anbieter von nachhaltigkeitsorientierten Ratings konzentrieren sich auf die Analyse einer Vielzahl von Kriterien, die ökologische und soziale Maßnahmen sowie die Governance eines Unternehmens berücksichtigen. Gleichzeitig fungieren sie dabei als Informationsintermediäre, die das Angebot nachhaltiger Finanzdienstleistungen für potenzielle Investoren in nachvollziehbarer Form darstellen. Die jeweiligen Nachhaltigkeitsratings kommen durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsperformance von Unternehmen, was ihnen mitunter den Vorwurf mangelnder Nachvollziehbarkeit einbringt. Zustande kommen die unterschiedlichen Bewertungen meist durch unterschiedliche Ansätze und Herangehensweisen der jeweiligen Ratingagenturen. Kritik vonseiten der Unternehmen führt die Relevanz der Fragestellungen für das jeweilige Unternehmen und seine Nachhaltigkeitsbemühungen an. Qualität, Professionalität sowie Transparenz sind eine Voraussetzung, um bei relevanten Stakeholdern die Akzeptanz von Nachhaltigkeitsbewertungen sicherzustellen. Das Wachstum von Nachhaltigkeitsratings war in den letzten Jahren beeindruckend, dennoch ist der Anteil im Vergleich zum Gesamtmarkt von Ratings nach wie vor klein. Agenturen für Nachhaltigkeitsratings befassen sich zurzeit schwerpunktmäßig mit Anlageprodukten sowie großen Unternehmen. Eine Erweiterung des Betätigungsfeldes würde sich damit verstärkt mit der nachhaltigkeitsorientierten Auseinandersetzung im Kreditgeschäft sowie bei Klein- und Mittelunternehmen anbieten.

Heidrun Kopp

Möglichkeit einer Finanzierung des Klimawandels durch Anleihen

Im Jahr 2013 wurde eine Nische entdeckt: Der Markt für „grüne Anleihen“ sorgte als neue Anlageklasse sowohl unter Mainstream- als auch unter sog. SRI-Investoren (sozial verantwortlichen Investoren) für Gesprächsstoff. Mehr als US$ 10 Mrd. wurden im Jahr 2013 auf diesem Markt emittiert – mehr als dreimal so viel wie in einem der vorhergehenden Jahre. Die Entwicklung dieser thematischen Anlageklasse kann Reibungsverluste und Transaktionskosten für Investoren, die nach einem Mittel suchen, gegen den Klimawandel vorzugehen, geringfügig, aber dennoch wirkungsvoll, verringern und hilft, die Kapitalkosten zu reduzieren und den Kapitalfluss zu beschleunigen. Dieses Kapitel beschreibt, wie das Wachstum dieser neuen Anlageklasse maßgeblich dazu beitragen kann, den riesigen Finanzbedarf, der mit dem raschen Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaschonenden Wirtschaft einhergeht, durch entsprechende Kapitalflüsse zu decken und zeigt wesentliche Schritte auf, wie dieses Marktsegment entsprechend ausgebaut werden kann

Sean Kidney, Bridget Boulle

Visionärer Dreiklang nachhaltiger Entwicklung

Übereinstimmung und Differenz seiner Dimensionen in der Praxis

Nachhaltigkeit hat sich als globales Leitbild in nahezu allen gesellschaftlichen Teilbereichen etabliert. Je selbstverständlicher und schneller den Akteuren in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft der Begriff von der Hand geht, desto weniger werden seine inhaltlichen Konturen diskutiert. Im Finanzwesen werden inzwischen zahlreiche Produkte und Dienstleistungen mit dem Label „Nachhaltig“ etikettiert. Rating, Engagement und Impact sind nur drei Schlagworte, die sich des Nachhaltigkeitsparadigmas bemächtigt haben. Doch wie ist es um die Nachhaltigkeit solcher Angebote bestellt? Welche Idee von Nachhaltigkeit liegt ihnen zugrunde? Und nicht zuletzt: Welchen Beitrag leisten sie zur Lösung der nicht mehr übersehbaren Nachhaltigkeitsprobleme? Unreflektiert wird Nachhaltigkeit zu einer Zauberfomel, mit der sich alles ummanteln lässt, was mehr oder minder gut gemeint ist. Inhaltsleere Rhetorik greift um sich und wird zur Selbsttäuschung angesichts der Herausforderungen, denen sich die soziale und ökologische Frage im Kontext einer globalisierten Wirtschaft zu stellen hat. Soll Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip wirksam werden, wird man sich ihrer inhaltlichen Konturen vergewissern müssen. Ausgangspunkt bildet dabei der global anerkannte Dreiklang nachhaltiger Entwicklung, der Umwelt, Wirtschaft und Soziales integral in den Blick nimmt. Wie das Finanzwesen diesem Dreiklang als normatives Leitbild Glaubwürdigkeit verleihen will, ist eine Debatte, die fortwährend zu führen ist. Aufklärung, Transparenz und ein differenzierter Blick sind hierfür unverzichtbare Grundvoraussetzungen.

Helge Wulsdorf

Mission Investing in Deutschland – Interview mit dem Vorstand der Eberhard von Kuenheim Stiftung

Wie kann eine Stiftung über ihre Arbeit hinaus ihre Wirkung vervielfachen? Stiftungen unterstützen gemeinnützige Zwecke – das ist ihre Kernaufgabe. Bei der Vermögensverwaltung sind Kapitalerhalt, Sicherheit und regelmäßige Ausschüttungen essenziell. Denn die Erträge des Stiftungskapitals finanzieren die Stiftungsarbeit und dienen dazu, den Stiftungszweck zu erfüllen. Doch es ist noch mehr Wirkung möglich: Stiftungen haben mit ihrem Vermögen ein starkes Instrument, wenn sie es im Einklang mit ihrem Satzungszweck investieren. Durch sogenannte Impact Investing – satzungszweckkonforme Geldanlagen – erzielen sie eine finanzielle Rendite und gesellschaftlichen Nutzen zugleich. Mit dem Projekt Sinnvestition möchte die Eberhard von Kuenheim Stiftung in Zusammenarbeit mit der BMW Stiftung Herbert Quandt die Rahmenbedingungen schaffen, um die Vermögensanlagen von Stiftungen mit deren Förder- und Satzungszwecken in Einklang zu bringen. Somit wird nicht nur mit den Erträgen Wirkung erzielt, sondern auch mit der Anlage selbst. Das notwendige Zusammenspiel von Rendite, Liquidität und Sicherheit wird durch satzungszweckkonforme Geldanlagen um eine neue, starke Dimension erweitert: die Wirkung. Doch wie lässt sich diese Wirkung ermitteln und verbessern? Unter dem Dach des Bundesverbands Deutscher Stiftungen und der Federführung der Eberhard von Kuenheim Stiftung wurde 2013 der Expertenkreis Impact Investing gegründet. Dieser klärt die Rahmenbedingungen für Investitionen in Unternehmen und Organisationen mit ausgewiesener sozialer Wirkung. 2014 hat der Expertenkreis gemeinsam mit dem Risikokapitalgeber BonVenture einen Pilotfonds Bildung mit dem Fokus auf des Bildungsbereich aufgesetzt. Sieben Investoren haben in den Pilotfonds investiert.

Carl-August Graf von Kospoth

Nachwort

Das Bankensystem ist ein Spiegel der Gesellschaft- es repräsentiert die Gesellschaft. Der Wandel, der momentan im Bankensystem stattfindet, korrespondiert mit dem Wandel der Gesellschaft. Diese wandelt sich von einem sehr maskulin geprägten Prinzip zu einem neuen Paradigma, das stärker die femininen Aspekte miteinbezieht. Die Basis des Investment Bankings war nur der Profit. Aber der Profit ist die Spitze und nicht die Basis des Wirtschaftens. Die Spitze hat keinen Halt, wenn das Fundament fehlt, wenn man sich nur auf die Profitmarge fokussiert. Jedes Geschäft braucht ein Fundament, Kunden, viele Grashalme, Ideen, Unterstützer. Es geht um die neuen Ideen, Konzepte Kunden, um die Grass-roots. Man muss die Gemeinden und Gemeinschaft um das Geschäft herum bilden, die Umwelt, den gesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen Nutzen zusammenbringen und dann hat man den Gewinn an der Spitze . Aber heute fehlt die Balance. Investment-Banking kümmert sich nicht um die Menschen und die Umwelt, die durch Finanzierungen betroffen sind. Die Menschen und die Umwelt sind aber die wichtigsten Grundlagen für langfristig erfolgreiches Wirtschaften.

Damien Wynne
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