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CSR und Nachhaltigkeit im Sport

Konzeption, Kommunikation, Berichterstattung

  • 2025
  • Buch
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Über dieses Buch

Nachhaltigkeit hat sich in den letzten Jahren zu einem bestimmenden Thema des gesellschaftlichen Diskurses entwickelt. Der organisierte Sport muss sich, wie alle anderen Lebensbereiche, insbesondere den Herausforderungen des Klimawandels stellen, und steht auf Grund seiner exponierten Position auch bei anderen ökologischen Nachhaltigkeitsthemen an den Schnittstellen zu Ökonomie und Sozialem im Fokus.

Ziel dieses Buches ist es, den aktuellen Stand der Diskussion um CSR und Nachhaltigkeit im Sport, deren Entwicklungen und die Notwendigkeit konsequenter und zeitnaher Konzepte darzulegen und zu diskutieren.

Der Aufbau des Buches orientiert sich an den drei Bereichen: Konzeption von Nachhaltigkeitsstrategien, Nachhaltigkeitskommunikation und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Das Buch deckt den Stand der wissenschaftlichen Diskussion ab und bietet wertvolle Praxiseinblicke.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Das Zusammenspiel von Konzeption, Kommunikation und Berichterstattung von Nachhaltigkeit im Sport: Überblick und Ausblick
Zusammenfassung
Das Kapitel beleuchtet die wachsende Relevanz von Nachhaltigkeit im Sport vor dem Hintergrund des Klimawandels und gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Es zeigt, wie Sportorganisationen auf unterschiedlichen Ebenen – von Verbänden über Profi-Clubs bis hin zum Breitensport – Nachhaltigkeitskonzepte entwickeln, kommunizieren und berichten. Dabei werden sowohl Herausforderungen als auch Best-Practice-Beispiele dargestellt. Der Fokus liegt auf der strategischen Integration von Nachhaltigkeit in die Sportpraxis, auf glaubwürdiger Kommunikation sowie der Rolle standardisierter Berichterstattung. Das Kapitel plädiert für einen Schulterschluss zwischen Sportpraxis, Wissenschaft und Nachhaltigkeitsexpertise, um ökologische und soziale Verantwortung wirksam und zukunftsorientiert zu gestalten.
Tim Breitbarth, Jörn Kleinschmidt, Markus Breuer

Wie sehen Konzeptionen von Nachhaltigkeit im Sport aus?

Frontmatter
Green Waves im Breitensport – eine explorative Analyse institutioneller Zwänge und Kommunikationsstrategien
Zusammenfassung
Nachhaltigkeit spielt auch im Breitensport eine zunehmend wichtige Rolle. Während sich Forschung bisher vor allem dem professionellen Sport widmet, fehlen systematische Analysen auf Vereinsebene. Der Beitrag untersucht anhand von fünf Breitensportvereinen in Baden-Württemberg, welche ökologischen Maßnahmen umgesetzt und wie diese kommuniziert werden. Dabei wird auf Grundlage der Institutional Theory analysiert, inwieweit externe Zwänge (coercive, mimetische, normative) diese Prozesse beeinflussen. Ziel ist es, bestehende Forschungslücken zu adressieren und Ansätze für eine wirksame Kommunikationspraxis im Kontext ökologischer Nachhaltigkeit zu entwickeln.
Olivia Wohlfart, Christine Kappes
Sportgroßveranstaltungen als „Transmissionsriemen“ für ökologische Nachhaltigkeit im Aktionsbereich der Kreislaufwirtschaft: das Beispiel der EURO-2024-Volunteers
Zusammenfassung
Wenngleich Sportgroßveranstaltungen aus einer ökologischen Nachhaltigkeitsperspektive mindestens ambivalent zu betrachten sind, soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden, wie die Kreislaufwirtschaft als Lösungsansatz der globalen Abfall- und Ressourcenproblematik im sportorganisatorischen Kontext auf verschiedenen Ebenen implementiert werden kann. Ausgehend von der Humanressource Sportevent-Volunteers und Bildungsinterventionen in Form von Volunteer-Trainings im Kontext der Sportgroßveranstaltung wird ein Transfergedanke angelegt, der darauf abzielt, Praktiken der Kreislaufwirtschaft in weite Bereiche der Gesellschaft zu übertragen. Die Sportevent-Volunteers werden hier in der Schlüsselrolle als doppelte Multiplikator*innen gesehen, die einerseits (kurzfristig) in Richtung der Zuschauenden sensibilisieren, andererseits längerfristig in ihr eigenes (Sport-)Ehrenamt und weitere Alltagsbereiche wirken können. Jenseits quantitativer Indikatoren wie 0,3 kg Abfall pro Zuschauer*in wird der Blick auf die Entwicklung einer Gestaltungskompetenz im Rahmen der non-formalen (Erwachsenen-)Bildung für nachhaltige Entwicklung gelegt. Vor dem Hintergrund der Übertragung von Bildungskonzepten (hier für Volunteers) auf andere Großveranstaltungen werden Transferpotentiale sichtbar, die es künftig bei der Organisation im Vorfeld, bei der Durchführung und bei der Wirkungsüberprüfung/Nachhaltigkeitsberichterstattungen von Sportgroßveranstaltungen zu berücksichtigen gilt.
Stefan Schröder, Jessica Süßenbach, Steffen Greve, Jason Kraus
Nachhaltigkeit bei Sportgroßveranstaltungen: Konzeption, Ergebnisse und Kommunikation am Beispiel EURO 2024 Host City Berlin
Zusammenfassung
Die UEFA EURO 2024 in Berlin hat sich als übergeordnetes Ziel gesetzt, ihrer ökologischen Verantwortung gerecht zu werden und das Thema Nachhaltigkeit als Grundprinzip für zukünftige (Sport-)Großveranstaltungen zu stärken. Dieser Ansatz galt vor, während und auch nach dem Turnier. In diesem Kapitel wird versucht, sowohl den Prozess als auch die größten Herausforderungen bei einer überaus umfänglichen Umsetzung darzustellen. Dabei wird neben einer punktuellen Detailtiefe insbesondere darauf geachtet, die Dimension der Maßnahmen im Kontext der weltweit drittgrößten Sportveranstaltung einzuordnen, um Empfehlungen für zukünftige Sportveranstaltungen jedweder Größe abzuleiten. Um das Turnier bestmöglich nachhaltig zu gestalten, wurde im Rahmen eines Beteiligungsprozesses zunächst ein umfangreiches Leitbild sowohl als Grundlage für den Nachhaltigkeitsprozess und das Begleitprogramm als auch zur übergeordneten Orientierung für die gesamte Durchführung der UEFA EURO 2024 in Berlin entwickelt. Die Operationalisierung dieses Leitbildes stellt den Kern dieses Beitrags dar. Sie wird die Zielbereiche strukturieren und deren Umsetzung skizzieren. Einzelne Maßnahmen übergeordneter konzeptioneller Herangehensweisen werden beispielhaft entlang der möglichen Relevanz für zukünftige Veranstaltungen hervorgehoben. Dies gilt insbesondere im Kontext der Umsetzung des Nachhaltigkeitsprogramms FUTURE LEAGUE Berlin 2024.
Michael Jopp
Nachhaltigkeitskonzepte und -dokumentation bei kommerziellen Sportanbietern
Zusammenfassung
„Der Sport ist ein wichtiger Motor für eine nachhaltige Entwicklung" – so steht es in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die auch die Sustainable Development Goals enthält. Damit kommt den Sportanbietern, ob kommerziell oder nicht-kommerziell, eine Schlüsselfunktion in zweierlei Hinsicht zu: Sie leisten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit durch und im Sport. Nachhaltigkeit durch den Sport erfolgt über das jeweilige Sportangebot in Form der damit verbundenen sportlichen Aktivierung der Menschen sowie der vermittelten fundamentalen Werte und Ideale im Umgang miteinander und mit dem eigenen Körper, und die Nachhaltigkeit im Sport betrifft die Transformation des Sports selbst hin zu einem nachhaltigen Sport(angebot). Für kommerzielle Sportanbieter ist es hinsichtlich der Gewinnung und Bindung von Kunden und Partnern wichtig, deren Erwartungen und jenen der Umwelt zu entsprechen. Hier zeigt sich Nachhaltigkeit auch abseits der politischen Debatten als ein omnipräsentes Thema, das den gesellschaftlichen Alltag prägt. Derartige Veränderungen in der Gesellschaft und sich wandelnde Bedürfnisse der Sporttreibenden greifen die kommerziellen Sportanbieter aufgrund ihrer starken Markt- und Kundenorientierung gemeinhin schneller auf als nicht-kommerzielle Sportanbieter. Hinzu kommt, dass die Sportinteressierten heutzutage weniger auf eine Selbstorganisation des eigenen Übungsverhaltens und Wettkampfsports im Sportverein (mit Ehrenamtlichkeit) setzen, sondern vielmehr auf eine flexible Konsum- und Kundenposition in der individuellen Sportausübung. Dadurch haben kommerzielle Sportdienstleister als Solidargemeinschaften seit den 1990er-Jahren Auftrieb und Bedeutung im Sport erhalten. Mit der Nachhaltigkeit als Leitthema können die kommerziellen Sportanbieter ihre gesellschaftliche Relevanz verstärkt bekräftigen und dokumentieren. Wie sich die kommerziellen Sportanbieter der Nachhaltigkeit annehmen können und inwieweit sie das bereits tun, wird in diesem Beitrag thematisiert.
Timo Zimmermann
Nachhaltigkeit und Resilienz in der Regional- und Destinationsentwicklung und der Beitrag von Sportevents
Zusammenfassung
Welche besonderen Rahmenbedingungen und Herausforderungen bestimmen die nachhaltige Entwicklung von Regionen und Destinationen? Handelt es sich nicht vielmehr, insbesondere im Kontext der touristischen Destinationsentwicklung, um ein modernes Oxymoron, um einen Widerspruch in sich also? Denn: Mit einem Mehr an Tourismus geht doch automatisch ein Mehr an Umweltverschmutzung und gesellschaftlichen Eingriffen sowie sonstigen Störungen einher? So wie nicht jede Art von Tourismus in jeder Region bzw. Destination per se negativ zu bewerten ist, gilt selbstverständlich auch umgekehrt: Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung ist möglich. Sie ist gleichwohl voraussetzungsvoll und stellt sich nicht automatisch ein; eine bewusste und systematische Analyse und Steuerung sind unabdingbar. Im Lichte aktueller Forschungsarbeiten erscheint das Konzept der Resilienz als ein geeigneter theoretischer Bezugsrahmen für das Verständnis der Bedingungen nachhaltiger Entwicklung wie auch als Grundlage des systematischen Aufbaus geeigneter Rahmenbedingungen. Aufbauend auf einer Ideengeschichte der betreffenden Konzepte und einem umfassenden Überblick über den Forschungsstand wird in diesem Kapitel Resilienz als transformatives Management-Paradigma im Destinationsmanagement für eine nachhaltige regionale Entwicklung vorgestellt, und es wird diskutiert, welchen Beitrag der Sport hierzu leisten kann.
Sebastian Kaiser, Timo Becker, Martin Fontanari, Anastasia Traskevich
Nachhaltigkeit im Reitsport
Zusammenfassung
Nachhaltigkeit im Reitsport betrifft nicht nur den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, sondern vor allem auch die Wahrung des Tierwohls. Diesbezüglich steht die nachhaltige Ausübung des Reitsports in einem Spannungsfeld zwischen Ideal und Realität. Während das Idealbild des Reitsports ein harmonisches Zusammenspiel von Mensch und Tier im Einklang mit der Natur verspricht, ist die Wirklichkeit oft eine andere. Skandale und Vorwürfe von Tierquälerei, die in den letzten Jahren wiederholt an die Öffentlichkeit gelangt sind, werfen ein besorgniserregendes Licht auf den Zustand des Reitsports. Um die Zukunft des Reitsports zu sichern, müssen die Reiter, Pferdebesitzer, Reitvereine und Reitbetriebe im Sinne des Nachhaltigkeitsverständnisses der Vereinten Nationen den Reitsport so ausüben, dass es auch der nächsten Generation möglich ist, unter ethisch vertretbaren Bedingungen Reitsport zu betreiben. Das ist angesichts eines jährlichen Umsatzes von geschätzten 6,7 Mrd. € in der deutschen Pferdewirtschaft sowohl eine moralische Verpflichtung als auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Ein nachhaltiger Reitsport kann nur existieren, wenn der Erhalt der Natur und das Wohlergehen der Tiere im Mittelpunkt stehen. Andernfalls wird der Sport seine gesellschaftliche Akzeptanz und damit seine Zukunftsfähigkeit verlieren.
Timo Zimmermann, Julia Schatzmann
Über die Entstehung und Erprobung des Klimamanagementsystems Klimafit für (Breiten-) Sportvereine
Zusammenfassung
Viele Breitensportvereine in Deutschland möchten sich für Klimaschutz und Klimaanpassung engagieren, scheitern jedoch oft an (zu) komplexen Berichtssystemen oder begrenzten Ressourcen. Das klimafit-System, entwickelt von KATE Umwelt & Entwicklung e. V. und der Sportvereinigung Feuerbach 1883 e. V., bietet hier einen alltagstauglichen Einstieg: Vereinsmitglieder werden zu Klimapromotor:innen qualifiziert, erstellen eine Klimastrategie, erheben eine Treibhausgasbilanz und setzen gemeinsam passgenaue Maßnahmen um. Der Ansatz vereint die Qualifizierung mit digitalen Lernmodulen, einer Materialsammlung und digitalen Workshops zu einem praxisnahen und wirksamen System, das sich flexibel an die Bedingungen im Vereinsalltag anpasst. So entstehen konkrete Maßnahmen (bspw. energetische Sanierungen, Mobilitätskonzepte oder Wettkämpfe mit res­sour­cen­scho­nender Ausrichtung) und zugleich ein starkes Netzwerk engagierter Akteur:innen, das Klimaschutz im Sport nachhaltig verankert. 
Anne Portscheller
Die Wahrheit liegt endlich auf dem Platz: Kreislaufwirtschaft am Beispiel des weltweit ersten Fußballtrikot aus Cradle-to-Cradle-zertifizierten Materialien
Zusammenfassung
Der FC Internationale Berlin 1980 e. V. ist ein Fußballverein aus Berlin-Schöneberg, der sich neben dem Sport besonders für soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit engagiert. Ursprünglich für seinen Einsatz in der Friedensbewegung bekannt, setzt der Verein heute vor allem auf Antirassismus und ganzheitliche Nachhaltigkeit. Mit über 50 Teams und 1350 Mitgliedern aus mehr als 70 Nationen ist er einer der größten Fußballvereine Berlins. Ein Wendepunkt war das Jahr 2020, als die AG Nachhaltigkeit gegründet wurde. Mit Unterstützung des Zentrums für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) entwickelte der Verein nachhaltige Strategien. Ein bedeutender Erfolg war die TÜV-Rheinland-Zertifizierung, die der FC Internationale als erster nachhaltigkeitszertifizierter Amateurfußballverein Deutschlands im April 2021 erhielt. Neben der Zertifizierung passte der FC Internationale seine Satzung an und verpflichtete sich, Entscheidungen im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN zu treffen. Basierend auf einer Wesentlichkeitsanalyse gibt es klare Maßnahmen für Klimaschutz, Beschaffung und nachhaltige Sportevents. Eine regelmäßige Überprüfung der Zielsetzung erfolgt in der AG Nachhaltigkeit. Der Verein verfolgt konsequent seine Nachhaltigkeitsstrategie und setzt damit neue Maßstäbe im Amateurfußball. Das Kapitel zeichnet den einzigartigen Weg hin zum weltweit ersten Fußballtrikot aus Cradle-to-Cradle-zertifizierten Materialien.
Anton Klischewski, Steffen Otten

Was erfordert Kommunikation von Nachhaltigkeit im Sport?

Frontmatter
Nachhaltigkeit im Profifußball aus der Sicht von Fans
Zusammenfassung
Seit geraumer Zeit nimmt der Stellenwert von Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Wirtschaft zu. Auch im Sport und im Profifußball werden zunehmend Ansprüche an nachhaltige Verhaltensweisen der Akteure (Clubs, Ligaverbände, Fans etc.) gerichtet. Im deutschen Profifußball sind Nachhaltigkeitsanforderungen mittlerweile im Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga verankert. Sie sollen ein entsprechendes Verhalten der Clubs fördern, das u. a. in Nachhaltigkeitsberichten abgebildet wird. Es bleibt zunächst offen, ob bzw. inwieweit (vermeintlich) nachhaltige Verhaltensweisen und nachhaltigkeitsbezogene Kommunikationsaktivitäten von Clubs bei ihren Stakeholdern (Fans, Sponsoren etc.) überhaupt „ankommen“ und wirken. Ohne Rezeption sind weiterführende Konsequenzen – z. B. an Clubs gerichtete Aufforderungen von Fans zu stärkeren Bemühungen um Nachhaltigkeit, wenn Handlungen als unzureichend beurteilt werden – aber kaum zu erwarten. Gleiches gilt für das ausdrückliche Ziel von Liga und Clubs, ihre Strahlkraft einzusetzen, damit die so sensibilisierten Stakeholder ihrerseits ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärfen und entsprechendes Verhalten beherzigen. Vor diesem Hintergrund lautet die explorativ angelegte Leitfrage dieses Beitrags: Welche Einschätzungen haben Fans (als wesentliche Stakeholdergruppe im Profifußball) in Deutschland zur Nachhaltigkeit der Proficlubs, und wie werden Aktivitäten im Kontext der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Proficlubs von Fans wahrgenommen und bewertet? Die weiteren Ausführungen des Kapitels betreffen zunächst Grundsachverhalte der Nachhaltigkeit und einer darauf gerichteten Kommunikation sowie die Anforderungen, die in diesem Kontext vom Gesetzgeber, von der Ligainstanz und von den Fans an Clubs gerichtet werden. Sodann werden die Bewertung ihrer Aktivitäten und die Rolle einer nachhaltigkeitsbezogenen Berichterstattung durch Clubs unter Rückgriff auf Informationen aus FanQ-Online-Erhebungen unter Fußballfans behandelt. Anschließend werden die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst und Schlussfolgerungen abgeleitet.
Axel Faix, Christian Müller
Nachhaltigkeitskommunikation im deutschen Profifußball: zwischen Theorie und Praxis
Zusammenfassung
Die Diskussion über verantwortungsvolle Führung und soziale Verantwortung von Organisationen hat in den letzten zwei Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Sport. Fußballvereine tragen nicht nur zum Klimawandel bei, sondern müssen sich auch an veränderte gesellschaftliche Erwartungen anpassen. Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility sind daher zentrale Themen, insbesondere für die 36 Profivereine der 1. und 2. Bundesliga, die sich zu wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen entwickelt haben.
Die Deutsche Fußball Liga hat Nachhaltigkeit als verpflichtendes Kriterium in ihre Lizenzierungsordnung aufgenommen. Dies fordert von den Vereinen eine stärkere Integration von Umwelt- und Sozialaspekten in ihr Management, die Definition konkreter Ziele und Maßnahmen sowie eine glaubwürdige Kommunikation dieser Strategien. Die große gesellschaftliche Strahlkraft des Fußballs erfordert ein professionelles Nachhaltigkeitsmanagement, das nicht nur Transparenz schafft, sondern auch das langfristige Überleben und die gesellschaftliche Akzeptanz der Vereine sichert.
Dieses Kapitel beleuchtet, vor welchen Herausforderungen Vereine stehen, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und effektiv zu kommunizieren. Dies ist nicht nur eine rechtliche Anforderung, sondern auch ein wichtiger Faktor für ihre öffentliche Wahrnehmung und wirtschaftliche Zukunft. Der Beitrag zeigt, dass Nachhaltigkeitskommunikation damit zunehmend ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsstrategie wird.
Boris Davidovski, Tim Breitbarth
Nachhaltigkeitskommunikation im Vergleich: Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar und Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland
Zusammenfassung
Nachhaltigkeit spielt eine zunehmende Rolle bei der Organisation und öffentlichen Wahrnehmung von Sportgroßveranstaltungen. Dieses Kapitel vergleicht die Nachhaltigkeitskommunikation der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar mit der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland und analysiert, inwieweit die Veranstalter ihre Nachhaltigkeitsversprechen einhalten konnten. Die Untersuchung zeigt, dass Nachhaltigkeit bei beiden Turnieren eine zentrale Rolle in der offiziellen Kommunikation spielte, jedoch mit unterschiedlicher Umsetzung und Glaubwürdigkeit. Während die FIFA die WM 2022 als „klimaneutral“ deklarierte, wurde dies in der öffentlichen Wahrnehmung als „Sportswashing“ kritisiert. Menschenrechtsverletzungen und hohe Umweltbelastungen führten zu deutlichen Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdbild. Im Gegensatz dazu setzte die UEFA für die EM 2024 auf bestehende Infrastruktur, reduzierte Neubauten und förderte klimafreundliche Mobilitätsmaßnahmen. Dennoch gab es auch hier Kritik an der praktischen Umsetzung. Das Kapitel diskutiert die langfristigen Auswirkungen dieser Strategien und stellt Implikationen für zukünftige Mega-Sportevents vor. Dieser analytische Vergleich liefert wertvolle Erkenntnisse für Wissenschaftler, Sportorganisationen und politische Akteure, die sich mit der Genehmigung und Organisation von nachhaltigen Sportgroßveranstaltungen befassen.
Gerd Nufer, André Bühler
Greenwashing: Die dunkle Seite der Nachhaltigkeitskommunikation aufdecken und vermeiden
Zusammenfassung
Der Klimawandel stellt den alpinen Tourismus vor große Herausforderungen: Gletscherrückgang, steigende Temperaturen und veränderte Schneebedingungen beeinflussen die Wintersportgebiete und ihre wirtschaftliche Entwicklung. Vor diesem Hintergrund entwickelte die Weisse Arena Gruppe das Greenstyle Book – eine Dokumentation ihrer Nachhaltigkeitsstrategie für die Destination Flims Laax Falera. Dieses Kapitel beleuchtet die zentralen Inhalte des Greenstyle Book: Es beschreibt Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Förderung von Kreislaufwirtschaft und Biodiversität. Zudem zeigt es, wie durch alternative Tourismusangebote auf die veränderten klimatischen Bedingungen reagiert wird. Neben der Strategieentwicklung thematisiert das Kapitel auch die Herausforderungen bei der Umsetzung nachhaltiger Konzepte in einem stark wettbewerbsorientierten Sektor. Wie lassen sich ökologische Ziele mit wirtschaftlichen Interessen vereinbaren? Welche Grenzen und Potenziale haben bestehende Maßnahmen? Das Kapitel gibt einen Einblick in einen praxisnahen Ansatz zur Nachhaltigkeit im alpinen Tourismus und bietet eine Grundlage für die Diskussion über mögliche Anpassungsstrategien auch in anderen Regionen.
Jörn Kleinschmidt, Tim Breitbarth
Zielgruppenspezifische Klimakommunikation: das Beispiel Deutscher Badminton-Verband e. V
Zusammenfassung
Der Badmintonsport ist weltweit beliebt, jedoch auch mit erheblichen Klimaauswirkungen verbunden. Um diese zu verringern, initiierte KATE Umwelt & Entwicklung e.V. gemeinsam mit dem Deutschen Badminton-Verband e.V. das Projekt „PLAY! – Aufschlag fürs Klima“, mit dem Ziel, die Mitglieder der rund 3000 Badmintonvereine in Deutschland für Klimaschutz zu sensibilisieren und konkretem Handeln zu motivieren. Mittels Informations- und Beteiligungsformaten wie einem Ideenwettbewerb und einer bundesweiten Vereinsbefragung wurden praxisnahe Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Die hohe Beteiligung zeigt: Klimaschutz im Sport kann funktionieren, vor allem dann, wenn die Vereine aktiv eingebunden werden und Veränderung in Verbandsstrukturen auch „bottom-up“ mitgedacht wird.
Anne Portscheller
Nachhaltigkeitskommunikation in der Outdoorbranche
Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird die Nachhaltigkeitskommunikation in der Outdoorindustrie anhand der Unternehmen Patagonia und VAUDE untersucht. Mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes, der qualitative Experteninterviews und quantitative Inhaltsanalysen kombiniert, wird analysiert, wie Nachhaltigkeit effektiv kommuniziert werden kann und welche Herausforderungen, Vorteile und Risiken dabei bestehen. Ein zentrales Ergebnis ist, dass nachhaltiger Konsum oft mit bestehenden Geschäftsmodellen kollidiert, wodurch neue Managementansätze erforderlich sind. Rechtliche Rahmenbedingungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation stärkt das Vertrauen der Kunden, verbessert die Markenreputation und fördert langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Risiken entstehen, wenn die Kommunikation unglaubwürdig erscheint oder nicht ausreichend in die Unternehmensstrategie integriert ist. Die Untersuchung zeigt, dass Patagonia und VAUDE unterschiedliche Kommunikationsstrategien verfolgen. Während Patagonia auf Storytelling, Aktivismus und politische Botschaften setzt, nutzt VAUDE einen stärker werblichen Ansatz mit Fokus auf Marketing. Beide Unternehmen betonen Natur- und Outdoorsportbilder sowie Markenbotschafter in ihrer Kommunikation. Der Beitrag liefert praxisnahe Empfehlungen für Unternehmen, die nachhaltige Kommunikation authentisch und transparent gestalten möchten. Sie unterstreicht die Bedeutung eines dialogorientierten Ansatzes und zeigt, wie Nachhaltigkeit als Teil einer glaubwürdigen Markenidentität verankert werden kann.
Manuel Janz, Torsten Schäfer
Wie die Darstellung von Nachhaltigkeit einer alpinen Sportregion gelingen kann: Das Greenstyle Book
Zusammenfassung
Der Klimawandel stellt den alpinen Tourismus vor große Herausforderungen: Gletscherrückgang, steigende Temperaturen und veränderte Schneebedingungen beeinflussen die Wintersportgebiete und ihre wirtschaftliche Entwicklung. Vor diesem Hintergrund entwickelte die Weisse Arena Gruppe das Greenstyle Book – eine Dokumentation ihrer Nachhaltigkeitsstrategie für die Destination Flims Laax Falera. Dieses Kapitel beleuchtet die zentralen Inhalte des Greenstyle Book: Es beschreibt Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Förderung von Kreislaufwirtschaft und Biodiversität. Zudem zeigt es, wie durch alternative Tourismusangebote auf die veränderten klimatischen Bedingungen reagiert wird. Neben der Strategieentwicklung thematisiert das Kapitel auch die Herausforderungen bei der Umsetzung nachhaltiger Konzepte in einem stark wettbewerbsorientierten Sektor. Wie lassen sich ökologische Ziele mit wirtschaftlichen Interessen vereinbaren? Welche Grenzen und Potenziale haben bestehende Maßnahmen? Das Kapitel gibt einen Einblick in einen praxisnahen Ansatz zur Nachhaltigkeit im alpinen Tourismus und bietet eine Grundlage für die Diskussion über mögliche Anpassungsstrategien in anderen Regionen.
Jörn Kleinschmidt
Der Blick von außen: Sportjournalismus und die Klimakrise
Zusammenfassung
Die Klimakrise erfordert schnelles politisches und gesellschaftliches Handeln und beeinflusst zunehmend auch den Sport. Während Medien international und in Deutschland verstärkt über Klimaaspekte berichten, wurde der Umgang des Sportjournalismus mit dieser Thematik bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Die in diesem Kapitel vorliegende Forschung untersucht, wie überregionale deutsche Sportredaktionen das Thema Klimakrise behandeln. Dabei wird ergründet, wann, wie und warum die Erderhitzung in der Sportberichterstattung aufgegriffen und wie Nachhaltigkeit in der Sportbranche dokumentiert wird. Da es kaum Forschung in diesem Bereich gibt, erfolgt die Untersuchung explorativ anhand achtleitfadengestützter Interviews mit Sportredakteur*innen aus überregionalen Medien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Bewusstsein für Klimathemen in der deutschen Sportberichterstattung generell gestiegen ist. Einige Redaktionen recherchieren bewusst zu Klimathemen, andere setzen stärker auf externe Faktoren wie Mega-Events, Wettkampf-Absagen im Wintersport oder die PR von Vereinen und Verbänden. Es wird sowohl problemorientiert als auch lösungsorientiert berichterstattet. Das journalistische Rollenverständnis variiert stark und beeinflusst offenbar die wahrgenommene Bedeutung des soziopolitischen Kontextes und somit der klimabezogenen Berichterstattung im Sport – diese scheinen in öffentlich-rechtlichen Medien und anderen Leitmedien relevanter zu sein.
Klemens Hempel, Thomas Horky

Was muss Berichterstattung zur Nachhaltigkeit im Sport leisten?

Frontmatter
Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Anwendung der CSRD im Sport
Zusammenfassung
Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Sport nehmen zu – nicht nur durch gesellschaftlichen Druck, sondern auch durch regulatorische Vorgaben. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet zahlreiche Unternehmen, darunter auch Sportorganisationen, umfassend über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte zu berichten. Dieses Kapitel erläutert die Hintergründe und Entwicklungen der CSRD, ihre Auswirkungen auf den Sportsektor sowie die Herausforderungen und Chancen, die sich für betroffene Organisationen ergeben. Neben der Einordnung der neuen Berichtspflichten thematisiert das Kapitel die praktische Umsetzung: Welche Strategien müssen Sportvereine und Verbände entwickeln? Darüber hinaus werden erste Umsetzungen im Profisport analysiert und Handlungsempfehlungen für eine strukturierte und effiziente Berichterstattung gegeben. Das Kapitel bietet einen fundierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und dient als praxisnahe Orientierung für Sportorganisationen, die sich mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen müssen.
Alina Lawrenz
ESG-Reporting: Benchmarking der deutschen Fußball-Bundesliga
Zusammenfassung
Die Erreichung der Klimaschutzziele der Vereinten Nationen wie auch der Europäischen Union im Rahmen des European Green Deal bedingen als Teilkomponente eines umfassenden Maßnahmenpakets einen nachhaltigen Umbau der Wirtschaft. Als Instrument der Umsetzung und zur Sicherstellung der Zielerreichung wird durch Einführung der European Sustainable Reporting Standards (ESRS) seitens der Europäischen Kommission Organisationen mit Sitz in der EU sowie bestimmten in die EU-importierenden Lieferanten mit Sitz außerhalb der EU eine Dokumentationspflicht auferlegt, die in einem festgelegten Format einen jährlichen, standardkonformen Bericht über das Nachhaltigkeitsverhalten der Organisation einfordert. Diese Nachhaltigkeitsberichte in Ergänzung der alljährlichen Finanzberichte sollen Interessengruppen ermöglichen, Entscheidungen auch im Hinblick auf das nachhaltige Agieren einer Organisation treffen zu können. Die Geschäftstätigkeit der Fußball-Bundesligaclubs ist sowohl von ihrer Umwelt abhängig als auch Verursacher von umweltbeeinträchtigenden Effekten. Viele Fußball-Bundesligaclubs sind Kapitalgesellschaften und fallen in den kommenden Jahren aufgrund ihrer Bilanzsumme, ihres Umsatzes oder ihrer Mitarbeiteranzahl unter die ESRS-Nachhaltigkeitsberichterstellungspflicht. Die umfangreichen verpflichtenden ESRS-Anforderungen bilden die unterliegende Motivation, eine Benchmarkinganalyse darüber durchzuführen, welcher deutsche Fußball-Bundesligaclub sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Benchmarkingvergleichs in welchem Maturitätsgrad (im Sinne eines „Vorbereitetseins“) hinsichtlich einer ESRS-konformen Nachhaltigkeitsberichterstattung befindet. Der Maturitätsgrad wird durch Extrapolation von Merkmalen bereits in der Vergangenheit erstellter Nachhaltigkeitsberichte bestimmt, da diese eine gute Ausgangsbasis für ESRS-konforme Nachhaltigkeitsberichte bieten und ein Anzeichen für eine auf dieses Thema vorbereitete Organisation sind.
Jochen Kunert
Verantwortungsvolle Lieferketten im Sport: aktuelle Berichterstattung und Best Practices
Zusammenfassung
Die Herstellung von Sportartikeln ist eng mit globalen Lieferketten verknüpft, die sowohl wirtschaftliche Chancen als auch menschenrechtliche und ökologische Herausforderungen mit sich bringen. Dieses Kapitel analysiert die aktuellen Anforderungen an Sportvereine und Sportartikelhersteller im Hinblick auf Nachhaltigkeitsberichterstattung und Lieferkettenmanagement. Nach einer Einführung in die Bedeutung globaler Lieferketten werden bestehende Berichtspflichten, wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), erläutert. Die Auswirkungen auf Sportorganisationen werden diskutiert, insbesondere im Kontext von Transparenzanforderungen und Risikoanalysen. Zudem werden bestehende Ansätze zur Umsetzung nachhaltiger Lieferketten anhand konkreter Praxisbeispiele vorgestellt – darunter die Eigenmarke DIIY des FC St. Pauli und das digitale Rückverfolgungstool Tracycle. Das Kapitel bietet eine fundierte Übersicht über regulatorische Entwicklungen und zeigt, wie Sportorganisationen Nachhaltigkeitsstrategien in der Lieferkette integrieren können. Es richtet sich an Entscheidungstragende im Sport, Forschendeund Interessierte, die sich mit verantwortungsvollem Wirtschaften im Sportsektor befassen.
Lara Schröder
Nachhaltigkeitslizenzierung und interne Kommunikation in Profisportligen: eine Fallstudie der easyCredit Basketball Bundesliga
Zusammenfassung
Das Kapitel beleuchtet die Entstehung und Implementierung der ersten Nachhaltigkeitsstrategie der easyCredit Basketball Bundes-liga (BBL). Besonderes Augenmerk wird auf den internen Kommunikationsprozess gelegt, der für die Sportorganisation mit ihren 18 Erstligaclubs von zentraler Bedeutung ist. Die Integration interner Akteure gilt als zentral für deren Engagement in einer nachhaltigen Transformation, wobei in der Regel der Schwerpunkt auf den Mitarbeitenden liegt. Die interne Kommunikation bezieht sich hier jedoch weniger auf einen Prozess innerhalb der easyCredit BBL-Organisation zwischen Abteilungen oder Mitarbeitenden, sondern vielmehr auf den Prozess, alle 18 Vereine zusammenzubringen. Die BBL wird aktiv von den 18 Clubs gesteuert, die daher eher als interne denn externe Akteure zu betrachten sind. Zunächst werden die Strukturen und Prozesse der easyCredit BBL dargestellt. Auf dieser Grundlage illustriert die Fallstudie den schrittweisen Verlauf der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, die Herausforderungen und Lösungen, um alle Clubs mitzunehmen. Abschließend wird der nun implementierte Lizenzierungsprozess präsentiert, mit zentralen Schlussfolgerungen für die interne Kommunikation bzw. die Kommunikation mit den wesentlichen Stakeholdern der Organisation. Die Fallstudie stützt sich dabei auf Informationen, die seitens der BBL veröffentlicht wurden, auf Gespräche des Autors mit den Verantwortlichen und die eigene Rolle des Autors, der als externer Nachhaltigkeitsberater und -Auditor für die BBL tätig ist.
Hanno Martens
Nachhaltigkeitsmanagement und -dokumentation am Beispiel eines deutschen, olympischen Spitzensportverbandes: Snowboard Germany e. V
Zusammenfassung
Der Stakeholder-Ansatz spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der nachhaltigen Sportpolitik. Snowboard Germany (SNBGER), gegründet 2002, ist ein olympischer Spitzensportverband mit derzeit 16 Mitgliedsverbänden und über 36.000 Mitgliedern. Er wird durch die Bundesregierung, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die Bundeswehr, die Bundespolizei sowie private Sponsoren gefördert bzw. unterstützt. Das Kapitel verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Verbandsstrategie ist. Zusammen mit dem Deutschen Skiverband (DSV) und anderen Partnern wurde das „Projekt-Team Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen. Zudem engagiert sich SNBGER mit der Initiative „Dein Winter Dein Sport“ und dem internationalen „Sports for Climate Action Framework“ der UN, das jährliche Berichterstattung erfordert. Die Programmatik „SCHNEE VON MORGEN“ steht für nachhaltige Maßnahmen. Sportlich ist der Verband in den Disziplinen Race, Snowboardcross sowie Slopestyle, Big Air und Halfpipe aktiv. Er veranstaltet regelmäßig Para-Snowboard-Weltcups und richtete 2024 den ersten internationalen inklusiven Teamwettbewerb aus. Erfolgreiche Athlet*innen wie Ramona Hofmeister und Martin Nörl haben Weltcup- und Weltmeistertitel errungen. Auch im Freestyle gab es mit Leon Vockenspergers Weltcupsieg 2021/22 bedeutende Erfolge. Insgesamt zeigt SNBGER eine starke sportliche und nachhaltige Ausrichtung.
Michael Hölz, Constanze Wagner
Reporting 2.0: Wie der VfL Bochum 1848 an der Berichterstattung von morgen arbeitet
Zusammenfassung
Der Fußball verfügt über eine besondere und oft zitierte Strahlkraft. Diese ermöglicht es ihm, auch komplexere Themen zu transportieren und verschiedene Gruppen von Menschen zu erreichen. Dabei besteht die Herausforderung in der Kommunikation insbesondere darin, diese Ansprache zielgruppenspezifisch, transparent und authentisch zu gestalten. Jede Anspruchsgruppe hat besondere Anforderungen an einen Club. Hinzu kommen die regulatorischen Entwicklungen, die sich beispielsweise durch die CSRD oder die EU-Taxonomie ergeben. In Deutschland spielen auch die Nachhaltigkeitskriterien im Rahmen der DFL-Lizenzierung eine wichtige Rolle. Das vorliegende Kapitel greift genau diese Herausforderungen auf und zeigt, warum der VfL Bochum 1848 die Entwicklungen beim Reporting als große Chance begreift. Es geht dabei insbesondere darauf ein, wie sich die Berichterstattung beim VfL in den vergangenen Jahren entwickelt hat, wo der Verein derzeit steht und wie sein Zielbild im Zusammenhang mit der Vision einer „nachhaltigen Gesamtstrategie“ aussieht. Dabei ordnet es ein, wie sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Club in Zukunft entwickeln wird und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielt, und stellt Ansätze zur zielgruppenspezifischen Ansprache und Kommunikationsformate vor. Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengefasst und durch einen Ausblick ergänzt.
Matthias Mühlen, Dominik Meier
Nachhaltigkeitsstrategien und -berichte europäischer Top-5-Fußballligen: eine Inhaltsanalyse
Zusammenfassung
Nachhaltigkeit spielt eine immer wichtigere Rolle im Profifußball, wobei nicht nur die Umsetzung ökologischer und sozialer Maßnahmen entscheidend ist, sondern auch deren transparente Kommunikation und Dokumentation. Ohne klare Berichtsstrukturen besteht die Gefahr von „Greenwashing“ und fehlender Glaubwürdigkeit. Fans, Sponsoren und die Öffentlichkeit fordern zunehmend Transparenz, sodass Reporting und Kommunikation zentrale Faktoren für die Akzeptanz nachhaltiger Maßnahmen sind. Nationale und internationale Fußballverbände sowie -ligen tragen eine besondere Verantwortung, einheitliche Standards für die Berichterstattung zu entwickeln. Bisher fehlen jedoch verbindliche Vorgaben und messbare Key Performance Indicators (KPIs), um Fortschritte vergleichbar darzustellen. Während viele Organisationen ihre Nachhaltigkeitsinitiativen bewerben, mangelt es an standardisierten, objektiven Berichten. Die European Club Association hat jüngst eine Strategie verabschiedet, die größere Clubs zur Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten verpflichtet – ein erster Schritt zu mehr Transparenz. Das Kapitel analysiert die bestehenden Nachhaltigkeitsstrategien europäischer Ligen und Verbände mit besonderem Fokus auf Kommunikation und Reporting. Es zeigt den StandSchwächen aktueller Berichterstattungen auf und diskutiert, wie einheitliche Formate und verbindliche KPIs die Nachhaltigkeit im Profifußball stärken können, um langfristig eine glaubwürdige und verantwortungsvolle Branche zu schaffen.
Christoph Buck, David M. Herold, Moritz Rindermann
Ökologische Nachhaltigkeit im Stadion und Spieltagsbetrieb: eine Systematik zur Integration internationaler Nachhaltigkeitskonzepte
Zusammenfassung
Der nationale und internationale Profifußball durchlebt seit Jahren eine progressive wirtschaftliche Entwicklung. Damit gehen jedoch auch eine erhöhte gesellschaftliche Verantwortung und ökologische Verpflichtung einher. Beachtet man etwa, dass allein in der deutschen Bundesliga pro Spieltag rund 7750 Tonnen Kohlenstoffdioxid produziert werden, werden die Tragweite und die Bedeutung des Profifußballs im ökologischen Bereich deutlich. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, orientiert sich der nationale und internationale Profifußball an bestehenden Nachhaltigkeitskonzepten und Ansätzen aus Politik und Wirtschaft, wie etwa den Zielen der Vereinten Nationen. Nationale und internationale Ziele und Strategien finden sich in unterschiedlichem Maße entweder in eigens formulierten Konzepten der Fußballverbände und Vereine oder projektbezogen im Kontext der Ausrichtung großer Fußballsportveranstaltungen wieder. Dabei werden auch Ansätze aus Wirtschaft und Politik vermehrt adaptiert, z. B. durch die Formulierung eigener Nachhaltigkeitsberichte oder die Zertifizierung der eigenen Aktivitäten oder Stadien durch objektive und seriöse Bewertungssysteme und Nachhaltigkeitsstandards. Die Vielzahl der unterschiedlichen Zertifikate und der zugrunde liegenden Bewertungskriterien kann zu einer Verzerrung des tatsächlichen ökologischen Wertes nachhaltiger Aktivitäten führen, woraus sich das Interesse an einer objektiven und transparenten Systematisierung in ein allgemeingültiges Konzept zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit im Profifußball ableiten lässt. Um einen Zugang zur ökologischen Nachhaltigkeit zu erlangen, identifiziert der vorliegende Beitrag zunächst notwendige allgemeine und spezifische Nachhaltigkeitsziele aus der Politik, der Gesellschaft und dem Fußball, die als Grundlage für eine systematische Betrachtung der ökologischen Nachhaltigkeit im Stadion und im Spieltagsbetrieb dienen.
Yannik Bültena, Tim Breitbarth, Markus Breuer
E-Mobilität auf Sportstätten: Zertifizierungen als Unterstützung auf dem Weg zu mehr E-Mobilität im Amateursport?
Zusammenfassung
Große deutsche Sportverbände integrieren auf ihren Webseiten Informationen zu Klimaschutz und Umweltmaßnahmen. Neben der Dokumentation eigener Initiativen bieten sie Sportvereinen Strategien zur Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen. Dies zeigt, dass die Klimaschutzdebatte den Sport zunehmend beeinflusst und eine Chance darstellt, dessen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) definiert die Handlungsfelder „Sportstätten“, „Mobilität“ und „Veranstaltungen“ als zentrale Bereiche für Klimaschutzmaßnahmen. Insbesondere die Mobilität verursacht jährlich etwa 9 Mio. t CO₂, da der Sport auf Fahrten zum Training, zu Wettkämpfen und Veranstaltungen angewiesen ist. Elektrofahrzeuge bieten eine nachhaltige Alternative, doch fehlen häufig Ladestationen. Studien zeigen, dass die Kombination von Solarenergie und E-Ladestationen ökologisch und ökonomisch vorteilhaft wäre. Eine Fallstudie zu bayerischen Skigebieten verdeutlicht den generellen Mangel an Ladeinfrastruktur im Sportbereich. Da Skisport bereits stark in der Klimakritik steht, könnte eine bessere Ladeinfrastruktur die Umweltbilanz verbessern. Zertifizierungsprozesse durch Sportverbände oder Kommunen könnten Anreize schaffen, Sportstätten zur Integration von Ladeinfrastruktur zu verpflichten. Der Beitrag untersucht den Forschungsstand, bestehende Zertifizierungen und mögliche Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität im Sport.
Katharina Schöttl, Florian Kainz, Christian Werner, Valentina Metz
Titel
CSR und Nachhaltigkeit im Sport
Herausgegeben von
Tim Breitbarth
Markus Breuer
Jörn Kleinschmidt
Copyright-Jahr
2025
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-71337-2
Print ISBN
978-3-662-71336-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-71337-2

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