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Über dieses Buch

Dieses Buch präsentiert Cultural Studies, beginnend mit der österreichischen Aufbruchsstimmung und begleitet von internationalen Stimmen der Tagungsteilnehmer*innen in Tampere und Birmingham. Es zeigt die vielfältige Forschungswelt der Cultural Studies bis heute und schlägt Brücken in die Zukunft.
Cultural Studies waren ein Versprechen und vielleicht auch eine wissenschaftliche Verheißung. Im wahrsten Wortsinn erschienen sie, als in Finnland die ersten internationalen Tagungen stattfanden, wie ein Nordlicht am Horizont: Revontulet. Die Crossroads-Konferenzen in Tampere (1996, 1998) und Birmingham (2000) waren für Wissenschaftler*innen der Beginn eines interventionistischen Wissenschaftsprojekts, das in Wien seinen Ursprung im Institut für Kulturstudien (IKUS) hatte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung: Cultural Studies at the Crossroads again

Zusammenfassung
Blicken wir kurz in die letzten Jahre des vorigen Jahrtausends zurück: Das Projekt der Cultural Studies war im britischen Raum längst etabliert, wenn auch am Rande der wissenschaftlichen Disziplinen. Und es war mit einzelnen Bastionen auch schon in den USA und in einigen Städten Europas (so auch in Wien) präsent.
Johanna Dorer, Roman Horak, Matthias Marschik

The Birth of the Crossroads in Cultural Studies Conferences: Reflections on the Spirit of the Times

Abstract
It must have been in 1994 when, while attending a seminar, I said to Katarina Eskola in the coffee queue during a break that we should organize an international cultural studies conference in Finland. Eskola, the director of the Centre for Contemporary Cultural Studies at the University of Jyväskylä, was enthusiastic about the idea, and we quickly gathered a group of colleagues to start planning the event.
Pertti Alasuutari

Cultural Studies Revisited: Reflections from Australia

Abstract
The first Crossroads in Cultural Studies conference in Tampere in 1996 was a momentous event for Cultural Studies in Europe. It was a bold intellectual intervention, taking place, perhaps not coincidentally, in a ‘small’, peripheral—at least geographically—part of Europe: Finland.
Ien Ang

„Was, wenn nur der Hund fernsieht?“ Anmerkungen zu aktuellen Tendenzen in der TV-Forschung im Rahmen der Cultural Studies

Zusammenfassung
Desperatly Seeking the Audience von Ien Ang (1991) kann als programmatischer Wegweiser für eine bestimmte Richtung aktueller Fernseh-Forschung der letzten Jahre gelesen werden. Die darin ausgeführte Schwerpunkt-Verlagerung – vom Text (Bildschirm, Programm) hin zum Publikum, zu den ZuseherInnen, von einer quantitativ-statistischen Erfassung des Publikumsverhalten hin zu qualitativen Untersuchungsmethoden – hat – sofern sie ernst genommen wird – weitreichende Konsequenzen.
Marie-Luise Angerer

Birmingham und die Folgen: Erinnerungen, Anekdotisches und einige Fakten zur Etablierung und Institutionalisierung der Kulturwissenschaften/Cultural Studies an der Universität Wien

Zusammenfassung
Dazu angetan, Kulturwissenschaften/Cultural Studies weiter zu entwickeln und zu stärken, fand im Jahr 2000 die Third International Crossroads in Cultural Studies Conference in Birmingham statt.
Anna Babka

von westen nach resten weiterdenken

Zusammenfassung
von westen nach resten weiterdenken
Monika Bernold, Susanne Lummerding

In the Name of Cultural Studies

Abstract
Lately, as I was pondering over the extent to which Cultural Studies had grown in the last two decades as a scholarly field and alternative educational programme, I asked: What are the pedagogic challenges and institutional changes confronting it as an academic formation? In what ways has Cultural Studies contributed to the re-shaping of a community of critical intellectuals and thinkers?
Stephen C. K. Chan

Cultural Studies und die feministische Medienforschung

Zusammenfassung
Tampere Juli 1996: Die Tampere Hall ist nicht nur kalt, sondern sie ist eiskalt. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, wie es eben in einem finnischen Sommer üblich ist. Wir aber kommen gerade aus Wien mit den zu dieser Jahreszeit bereits einsetzenden „Hundstagen“ – wie wir die sommerliche Hitze gepaart mit schwülem Wetter nennen.
Johanna Dorer

The Kultursoziologie of Cultural Studies

Abstract
Over the last four decades we saw different phases within the reception of Cultural Studies in the German speaking academia as well as in Germany itself. The reception first started in the late 1970s and took great interest in questions of ideology and youth culture analysis with a focus on forms of resistance and style, that developed in the 1980s (Wuggenig,.Cultural Studies und Kulturwissenschaften.
Udo Göttlich

The Uncertainties of Cultural Studies

Abstract
Ghassan Hage once invited us to treat all intellectual offerings as gifts, and to receive them as such. I like to think of cultural studies as a gift, but a particular and even somewhat peculiar sort of gift. Fifty years ago, I stumbled upon the gift of cultural studies, which has since shaped much of my life. Let me try to describe this gift, although I hope that I am not telling you anything you do not already know.
Lawrence Grossberg

Kultur – das zerredete Geheimnis

Penible Analyse, großspurige Synthese und deren Oszillationen
Zusammenfassung
Die althergebrachte Unterteilung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften unterscheidet oft zumindest drei wesentliche Unterdisziplinen, die sich oft auch in der Struktur universitärer Lehre widerspiegeln: Soziologie, Ökonomie und Politikwissenschaft.
Hardy Hanappi

Ghosts. On Laying to Rest Old Controversies

Abstract
I would probably not have gone to the first Crossroads conference had Pertti Alasuutari not invited Ann Gray and myself to discuss starting a journal. The invitation itself had come by email—this at a time when we had only just started using personal computers that had online access. To receive email could make my day, and Pertti’s mail rates among the best I ever received.
Joke Hermes

The Marketplace in Cultural Studies: Two Moments from the Tampere Conferences

Abstract
I was lucky enough to take part in the two Crossroads in Cultural Studies conferences held at the University of Tampere in 1996 and 1998. Coming from the newly-broken isolation of apartheid South Africa, the conferences promised an invigorating reconnection with progressive academic scholarship and international academic exchange.
John Higgins

Ein frühes Ende vor dem späten Beginn

Zu den Anfängen der Cultural Studies in Österreich. Auch eine Polemik
Zusammenfassung
Lügen wir uns nicht in den Sack, Cultural Studies haben die besten Jahre hinter sich. Was einmal ein Projekt war, dem es um die Artikulationen von Macht und Bedeutung (inklusive Klassenperspektive) ging, ist seit geraumer Zeit über weite Strecken so etwas wie eine aufgepeppte Variante von Medien- und Popkulturforschung geworden, die de-politisierte Miniarbeiten, z. B. über queere Geschlechterdispositive in koreanischen Seifenopern, als wichtige emanzipatorische Beiträge missversteht. Gewiss, das Studium der Praxen und Artefakte populärer Kultur hat, auch in besseren Zeiten, ein bedeutsames Feld der Arbeit der Cultural Studies ausgemacht; bloß wo es einst darum ging, der Dominanz von Hochkultur im Elitendiskurs die Relevanz des Popularen (in seinen vielen Aspekten) entgegenzuhalten, lacht uns heute affirmative Liberalität der Mitte entgegen.
Roman Horak

Cultural Studies: Labyrinth oder Irrgarten jenseits der Robinsonade? Imaginiertes Interview mit einem Außenstehenden

Zusammenfassung
CS-Insiderin: Du hast 1998 an der Crossroads-Konferenz in Tampere über Informationsgesellschaft vorgetragen. Mich würde einerseits interessieren, wie es dazu gekommen ist, was du von der Konferenz mitgenommen hast; andererseits interessiert mich, wie sich dein Verhältnis zu Methoden und Themen der CS (d. h. Cultural Studies) im Berufsleben oder in sonstiger intellektueller Auseinandersetzung seither entwickelt hat.
Norbert Knoll

Cultural Studies Nostalgia?

Zusammenfassung
Anfragen zu Buchbeiträgen legt man gern unter Arbeitstiteln ab, bevor – oft erst in der Ausarbeitung – eine angemessenere Überschrift gefunden ist. Manchmal aber erweist sich der erste Benennungs-Impuls als das Denken so strukturierend, dass es gut ist, wenn er im Titel sichtbar bleibt. So ging es mir bei diesem Beitrag.
Christina Lutter

Das Nordlicht und seine Folgen

Reflexionen über Vergangenheit und Aktualität der Cultural Studies
Zusammenfassung
Es ist wohl kein Zufall, dass ich mich daran noch gut erinnere: Am 21. Juni 2000 versammelten sich am Flughafen in Wien-Schwechat vor dem Gate A 17 für den Flug BA 8403 nach Birmingham fast ausschließlich jüngere und junge enthusiastische Wissenschaftler*innen, die zur dritten Crossroads in Cultural Studies-Konferenz flogen. Das 1998 lancierte ministerielle Forschungsprogramm Cultural Studies/Kulturwissenschaften hatte die Aufbruchsstimmung noch weiter befördert und so flog ein etwa zwanzigköpfiges österreichischen Team nach England, zum Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) der University of Birmingham, das 1964 von Richard Hoggart gegründet worden war und in dem Stuart Hall seit 1968 – und bis zur Schließung 2002 – Direktor war. Voller Ideen, aber auch voller Erwartungen wollten wir in das Zentrum der Cultural Studies, die nichts weniger als die wissenschaftliche Einlösung unserer 68er- oder Post-68er-Erwartungen versprachen: Eine engagierte, linke, interventionistische, transdisziplinäre und parteinehmende Forschung zu aktuellen Entwicklungen und mit dem Fokus auf Populärkulturen schien möglich.
Matthias Marschik

Crossroads 1996 und Cultural Studies in Deutschland

Zusammenfassung
Die erste Crossroads in Cultural Studies Konferenz im Juli 1996 in Tampere hat bei mir aus dreierlei Gründen persönlichen Eindruck hinterlassen: 1) Am Vortag der Konferenz fand das Endspiel um die Fußball-Europameisterschaft statt, das wir gemeinsam in einer Halle geguckt haben, als von Public Viewing noch keine Rede war; 2) Am zweiten oder dritten Tag der Konferenz waren wir in einer kleinen Gruppe unterwegs und betraten eine Gaststätte, auf deren Bühne die finnische Doom-Metal-Band Reverend Bizarre spielte und die Gäste unterhielt; 3) Auf der Konferenz traf ich zum ersten Mal John Fiske persönlich. Die ersten beiden Erfahrungen machten einerseits deutlich, dass bei dem Endspiel zwischen Deutschland und Tschechien die meisten Zuschauer auf der Seite der Tschechen waren, und dass die Musik der Doom-Metal-Band scheinbar die Seele der finnischen Trinker spiegelte. Die dritte Erfahrung hingegen sollte auch nach der Konferenz nachwirken.
Lothar Mikos

„KuWI “ oder „CS“? Fragmente aus einer intellektuellen Autobiografie

Zusammenfassung
Als ich seinerzeit – es war wohl im Jahr 1995/1996 – vom damaligen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung damit beauftragt wurde, eine Machbarkeitsstudie über Kulturwissenschaften zu verfassen, organisierte ich zwei Workshops mit je zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Ich habe selten so unterschiedliche Antworten im Hinblick auf Thema und Methodik einer Disziplin oder Transdisziplin bekommen, von der niemand so recht wusste, was sie eigentlich ausmachte. So wurde etwa über Singular und Plural diskutiert und gestritten, also darüber, ob es sich um Kulturwissenschaften oder Kulturwissenschaft, oder aber auch um Kulturenwissenschaft(en).
Wolfgang Müller-Funk

Spektakuläre Schönheit und profane Erotik

Zusammenfassung
Die Schönheit des Körpers, Erotik und Sexualität sind auf das innigste miteinander verbunden. Dieses Beziehungsgeflecht verändert sich allerdings laufend, so wie jedes einzelne Element der Figuration einem steten Wandel unterliegt. Die Geschichte schreitet dabei nicht linear voran, sondern zahlreiche Mikroprozesse verdichten sich in ganz bestimmten Epochen zu einem Transformationspotenzial, das Umbrüche im Schönheits- und Sexualitätsdiskurs bewirkt.
Otto Penz

Cultural Studies in Österreich – Ein (Rück-)Blick aus Kanada

Zusammenfassung
Vor einigen Jahren hatte ich eine zufällige Begegnung mit Michael Ignatieff, der eben seine nicht besonders erfolgreiche Karriere als Vorsitzender der liberalen Partei Kanadas beendet hatte und noch nicht Rektor der Central European University war. Der Anlass war ein Empfang im exklusiven Faculty Club von Harvard, wo Ignatieff Lehraufträge wahrnahm. Nach seiner Keynote kamen die wenigen anwesenden Kanadier*innen ins Gespräch.
Markus Reisenleitner

Die Politik des Kulturellen. Auf den historischen Spuren der britischen Cultural Studies

Zusammenfassung
In meinem Studium der Politikwissenschaft hatte ich mich immer wieder mit der Geschichte der Arbeiterbewegung, mit Ideologiekritik und kultureller Hegemonie, mit Kulturpolitik und auch mit dem Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Politik beschäftigt. Cultural Studies waren für mich aber nicht viel mehr als ein Schlagwort gewesen. Nachdem ich meine Dissertation Ende der 1990er Jahre gerade erst publiziert hatte und einige Jahre in Erwachsenenbildung und Wissenschaftsvermittlung tätig gewesen war, bewarb ich mich mit einem Projekt zur austromarxistischen Kulturtheorie erfolgreich um ein Research Fellowship am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK).
Günther Sandner

Cultural Studies in Graz: Versuch einer Bestandsaufnahme

Zusammenfassung
Die Einladung, einen Text über „Cultural Studies“ zu verfassen, führte mich zur Frage, warum die Cultural Studies meiner Meinung nach – abgesehen von individuellen Zugängen – im Bereich der Grazer Geschichtswissenschaften keine wesentliche Bedeutung erlangen konnten. Dabei bin ich mir für die bis in die 1980er Jahre reichende Phase ziemlich sicher, dass dies darauf zurückzuführen war, dass sowohl der als politisch links geltende Ansatz als auch die von den Cultural Studies forcierten Themen zumindest in der vorwiegend konservativen scientific community des Instituts für Geschichte der Universität Graz auf entschiedene Ablehnung stießen. Für die Zeit danach, in welcher am Institut für Geschichte nicht zuletzt durch neue Konstellationen im Personalbereich ein Modernisierungsschub erfolgte, gehe ich einerseits davon aus, dass es im Wesentlichen daran lag, dass durch die 1994 erfolgte Etablierung des Spezialforschungsbereichs Moderne und die damit verbundene Konzentration auf die Kulturwissenschaften zumindest die personellen Kapazitäten für eine breite „Institutionalisierung“ der Cultural Studies nicht mehr gegeben waren, sie andererseits aber vor allem im Rahmen der Theoriediskussionen im SFB eine Rolle gespielt haben, was – ebenso wie das Engagement der wenigen Wissenschaftler*innen, die schon früh damit arbeiteten – dazu beigetragen hat, dass sie letztendlich zu einem fixen Bestandteil von theoriezentrierter Lehre geworden sind.
Karin M. Schmidlechner

Ein gutes Pflaster für Forschungen, die mich interessierten

Ein Gespräch mit Anna Schober
Zusammenfassung
In einem Gespräch mit den Herausgeber*innen erzählt Anna Schober über ihre Erinnerungen an die Crossroads Konferenz in Birmingham sowie über ihre Beschäftigung und Verbundenheit mit den Cultural Studies im weiteren Verlauf ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit. Das Gespräch fand am 15. April 2020 statt.
Anna Schober

Das Konsumieren der Anderen. Schaustellungen kolonisierter Menschen in Wien

Zusammenfassung
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts werden Schaustellungen kolonisierter Menschen von einzelnen Unternehmern, allen voran dem Hamburger Tierhändler und Zoogründer Carl Hagenbeck im großen Maßstab aufgezogen und avancieren rasch zu massenhaft besuchten Attraktionen in den europäischen Großstädten.
Werner Michael Schwarz

Nordlicht in Birmingham: Transcultural, translingual, transdisciplinary

Zusammenfassung
Revontulet (finnisch: Nordlicht) heißt der Titel dieses Bandes in Anspielung auf den ersten Cultural Studies-Kongress in Tampere. In ihrer Einladung für diesen Band schreiben die Herausgeber*innen „Cultural Studies waren ein Versprechen, vielleicht sogar eine wissenschaftliche Verheißung. Im wahrsten Wortsinn erschienen sie, als in Finnland die ersten internationalen Tagungen stattfanden, wie ein Nordlicht am Horizont.“
Ulrike Spring, Johan Schimanski

Crossroads and the Representation of Africa in Globalized Cultural Studies

Abstract
In this brief essay, I utilize an autobiographical account of African cultural studies to address the problematic of the “internationalization” of cultural studies, or more specifically, I explore geographical and sociocultural representation in global cultural studies, with a special emphasis on the articulation and positioning of African cultural studies against the backdrop of the Crossroads of Cultural Studies biennial conference.
Handel Kashope Wright
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