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Über dieses Buch

Dieses Sachbuch entdeckt das Phänomen der Dankbarkeit aus Sicht der positiven Psychologie – als Kraftquelle für unsere psychische Gesundheit und ein erfülltes Leben! Denn die Emotionsforschung hat in den vergangenen Jahren den Befund hervorgebracht: Nichts tut unserer seelischen Gesundheit so gut wie das nachhaltige Gefühl ehrlicher Dankbarkeit! Das Buch zeigt, was Dankbarkeit ist, woraus sie ihre Kraft schöpft und wie es gelingen kann, sie zu erlernen. Weil der Autor in den Disziplinen Psychologie, Philosophie und Theologie zu Hause und als Trainer und Coach tätig ist, erschließt sich dem Leser das Geheimnis der Dankbarkeit mehrdimensional, tiefgründig, aber auch praxisnah. Entdecken Sie die Kraftquelle dieser wunderbaren Emotion, deren große Bedeutung für die Gesundheit von Gesellschaft und Individuum schon seit Menschengedenken bekannt ist, aber erst durch die Trendwende der positiven Psychologie auch ernsthaftes wissenschaftliches Interesse erhalten hat.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Der Sinn und das Wesen der Dankbarkeit

Zusammenfassung
Dankbarkeit ist unverzichtbar, weil der Einzelne sie braucht, um seelisch gesund zu sein, und weil das gesellschaftliche Klima von ihr abhängt. Sie ist das Kernelement der Wertschätzung. Mangel an gesunder Dankbarkeit führt zu sozialer Kälte. Allerdings gibt es auch eine kranke Dankbarkeit, die sich gut mit unmenschlichen Herrschaftsstrukturen verträgt und sie sogar festigt: Es ist eine Dankbarkeit, die Mächtige von ihren Untergebenen fordern. Sie stand schon immer hoch im Kurs und galt trotzdem in den dominierenden Männerwelten nicht als erstrebenswerte Tugend: Frauen und andere niedrig Gestellte hatten dankbar zu sein. In der Tat: Dankbarkeit ist eine weibliche Tugend, gerade wenn sie echt und gesund ist. Die Dankbarkeit tat sich lange Zeit schwer damit, einen ähnlichen Status im öffentlichen Bewusstsein zu erlangen wie die viel gepriesenen „Männertugenden“. Erst seit wenigen Jahren beschäftigt sich auch die empirische Psychologie ernsthaft mit ihr.
Hans-Arved Willberg

Kapitel 2. Die Wirkungen der Dankbarkeit

Zusammenfassung
Dankbarkeit ist die wesentliche Kraft stabiler Beziehungen, und solche zu erfahren gilt als stärkstes seelisches Grundbedürfnis. Sie ist auch kennzeichnend für erfüllende Spiritualität. Dankbarkeit ist das Gegenteil von profitgierigem Egoismus. Durch sie wächst das soziale Verantwortungsbewusstsein. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Erinnerung an Werte und Güter, die wir von den früheren Generationen empfangen haben. Weiterhin ist Dankbarkeit die Widerstandskraft der Resilienz, die Inspirationskraft der Spiritualität und die Vitalkraft der Gesundheit. Resilienz bewirkt sie, weil sie das Leben bejaht und die Härten des Lebens deshalb als Herausforderungen deutet. Die Spiritualität befruchtet sie, weil dem Dankbaren das Leben sinn- und hoffnungsvoll erscheint. Der Zusammenhang von Dankbarkeit und Spiritualität wird nicht zuletzt durch Untersuchungen der Hirnforschung erhellt. Welche Auswirkungen die Dankbarkeit auf die körperliche Gesundheit hat, belegt vor allem der Befund ihrer Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System.
Hans-Arved Willberg

Kapitel 3. Der Engelskreis der Dankbarkeit

Zusammenfassung
Es gibt keine gesunde Alternative zur Dankbarkeit, auch wenn man es schwer im Leben hat. Sie ist ein starker Zustrom für den „Pool der positiven Emotionen“ in uns. Sie setzt einen Aufschaukelungsprozess in Gang, den man „Engelskreis“ nennen könnte, weil er die Gegenbewegung zu unseren emotionalen Teufelskreisen ist. Die hohe lebensfördernde Bedeutung solcher Prozesse des gegenseitigen Gebens und Nehmens findet sich abgestuft auch in der nichtmenschlichen Natur. Dankbarkeit ist ein Grundprinzip natürlichen Miteinanders. Charakteristisch für die menschliche Dankbarkeit ist aber, sich ein Urteil über das Motiv des Gebenden zu bilden. Sie kann nur dann ihre wahre Kraft entfalten, wenn sie realistisch ist. Die Übung der Dankbarkeit stellt sich darum dem, was nicht dankenswert erscheint, und findet besonders überzeugenden Anlass zum Dank in der Erinnerung der Bewältigung solcher Erfahrungen. Negative Emotionen bilden somit den dunklen Hintergrund der hellen Dankbarkeitserfahrung. Dadurch verliert das Negative seine Dominanz.
Hans-Arved Willberg

Kapitel 4. Die Hindernisse der Dankbarkeit

Zusammenfassung
Wenn der „Pool der positiven Emotionen“ mit Erlebnissen gefüllt ist, die aus selbstschädigenden Verhaltensweisen hervorgehen, kann ein Glück entstehen, das ohne den Bestandteil der Dankbarkeit bleibt. Dieses Glück ist von Egoismus bestimmt und um den Preis schwerer psychischer und sozialer Schäden erkauft. Es scheint in unserer Konsum- und Erlebnisgesellschaft sehr verbreitet zu sein. Insbesondere die vielen Wege einer Lustbefriedigung, die ohne Anstrengung jederzeit zugänglich ist, führen bei vielen zu der Haltung, einen Anspruch darauf zu haben. Die überzogene und auf das Ganze des Lebens bezogen unrealistische Anspruchshaltung bewirkt bei vielen ein stark narzisstisches Selbstverständnis, das bei Frustration zu einer realitätsfremden Opfermentalität führt, die als kollektive Erscheinung die Demokratie gefährdet. Deren dankenswerte Güter werden für selbstverständlich genommen, stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit unverhältnismäßig kritisch auf die Mängel und wird sehr leicht zu maßloser Unzufriedenheit mit destruktivem Potenzial.
Hans-Arved Willberg

Kapitel 5. Dankbarkeit und Demut

Zusammenfassung
Demut und Dankbarkeit wirken zusammen. Demut wird psychologisch als eine Haltung definiert, die mehr auf die Stärken der andern als auf die eigenen fokussiert ist, dabei aber selbstbewusst zu den eigenen steht. Sie hängt nicht an den Verlusten der Vergangenheit, sondern pflegt die Erinnerung an das, wofür sie im Rückblick dankbar ist. Sie anerkennt die Grenzen des Verstands und hütet sich, letzte Urteile über die Wege des Schicksals zu fällen. Sie erleichtert es somit der Dankbarkeit, die real gegebene Welt mit Leibniz für „die Beste aller möglichen“ zu halten. Demut und Dankbarkeit können auch mit unerfüllten Bedürfnissen zurechtkommen, weil sie einen Unterschied zwischen Angewiesenheit und Abhängigkeit, Wunsch und Anspruch machen. Ein Demütiger bleibt dankbar auch dann, wenn ihm wichtige Wünsche versagt bleiben. Das Zusammenspiel von Demut und Dankbarkeit bestimmt auch den gesunden religiösen Glauben, sofern ihn ein wirklich positives Gottesbild bestimmt. Damit wird es möglich, auch schwerste Enttäuschungen zu bewältigen.
Hans-Arved Willberg

Kapitel 6. Das Training der Dankbarkeit

Zusammenfassung
Dankbarkeit kann man lernen. Es gelingt am besten, den „Pool der positiven Emotionen“ zu füllen, wenn man sich lohnende Ziele setzt und Wege findet, sie auch wirklich zu erreichen. Wenn Ziel und Weg geklärt sind, geht es darum, wie wir die täglichen Etappen meistern. Wir können uns darauf konzentrieren, möglichst viele Aktivitäten in die Planung zu nehmen, die uns und andern Freude machen und zu den Zielen passen. Wir können uns weigern, den Blick durch Entmutigungen fesseln zu lassen, die nicht vermeidbar sind, und stattdessen die Aufmerksamkeit immer wieder bewusst auf das Dankenswerte in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft richten. So entwickeln wir im Lauf der Zeit eine hoffnungsvoll dankbare Lebenseinstellung. Die Ausrichtung auf das Dankenswerte wirkt sich am stärksten auf uns aus, wenn wir uns angewöhnen, unserer Wertschätzung für andere viel Ausdruck zu geben. Das alles lässt sich auch unter das Thema „Achtsamkeit“ fassen. Achtsamkeit zu üben öffnet der Dankbarkeit die Tür.
Hans-Arved Willberg

Kapitel 7. Anstelle einer (üblen) Nachrede: Ein Erfahrungsbericht

Zusammenfassung
Ich bin sehr dankbar für die intensive Beschäftigung mit dem Thema „Dankbarkeit“ durch die Arbeit an diesem Buch und für das, was einige Menschen dazu geforscht und geschrieben haben, besonders Robert Emmons und David Steindl-Rast. Sie haben mich wirklich ermutigt, die Alternativlosigkeit radikaler Dankbarkeit ganz ernst zu nehmen. Ich habe mich dazu entschlossen.
Hans-Arved Willberg

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