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Über dieses Buch

Dieses Buch zeigt auf, wie der Wertbeitrag von Compliance mit Hilfe des Compliance-Index-Modells messbar, quantifizierbar und damit vergleichbar gemacht werden kann. Es behandelt die Art und den Zweck des Modells und erklärt die zugrundeliegende Theorie, die Umfragemethode, die zur Erhebung der Daten angewandt wurde, und den zur Schätzung der Modellparameter angewandten quantitativen Ansatz. Außerdem stellt es den Compliance-Index vor, der eine allgemeine und kosteneffiziente Einschätzung über die Wirksamkeit formaler Compliance-Programme im Zeitablauf erlaubt. Zudem behandelt es den Aufbau konkreter, umsetzbarer Handlungsportfolios zur Verbesserung der Wirksamkeit formaler Compliance-Programme durch die Anwendung fortgeschrittener Methoden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

In neueren Diskussionen taucht die Frage ethischen Verhaltens im Bankwesen als ein Thema auf, das für die Lösung zweier Aufgaben von zentraler Bedeutung ist: die Wiederherstellung des Vertrauens der Öffentlichkeit in das Bankwesen und die Stärkung der Finanzstabilität (z.B. Thakor, 2016). Angesichts der Tatsache, dass die größten Finanzinstitutionen seit der Finanzkrise mit mehr als 300 Milliarden USD an Bußgeldern belegt wurden, erhärtet sich der Verdacht, dass unethisches Verhalten im Bankwesen (z.B. der Libor-Skandal) nicht nur auf einzelne schwarze Schafe, wie z.B. in rechtlichen Grauzonen agierende Trader, zurückzuführen ist, sondern vielmehr Schwächen im System widerspiegelt. In den Worten von William C. Dudley, dem Präsidenten der New Yorker Federal Reserve Bank: „Es gibt Belege für ein tiefgreifendes ethisches Versagen in vielen großen Finanzinstitutionen.

Sebastian Rick

Kapitel 2. Theorie und Sachlogik als Ausgangspunkt

Compliance gilt als kritische Managementfunktion, die in Organisationen umfangreiche Ressourcen an sich bindet (z.B. AMR Research, 2006; Cusick, 2004; English/Hammond, 2016). In globalisierten Volkswirtschaften, in denen Unternehmen in mehreren Rechtssystemen tätig sind und mit sich wandelnden rechtlichen Rahmenbedingungen konfrontiert werden, erhöht sich die mit ihr verbundene Komplexität (Anderson/Johnson, 2005; Hanson/White, 2004; Martin/Cullen, 2006). Die Definition von Compliance stellt eine Herausforderung dar, da man sie mit einer Reihe von disziplinspezifischen Brillen (z.B. Recht und Regulierung, Organisationspsychologie, Politikwissenschaft, Risikomanagement) betrachten kann und das auf mehreren Ebenen (z.B. Branche, Organisation, Team und Mitarbeiter) (Anderson/Johnson, 2005; Martin/Cullen, 2006).

Sebastian Rick

Kapitel 3. Das Compliance-Index-Modell und Methodologie

Das Konzept, das hinter dem Compliance-Index-Modell steht, nämlich ein Gesamtmaß der Legitimitätswahrnehmungen der Mitarbeiter hinsichtlich des Compliance-Programms, also der internen Compliance-Programmlegitimität (ICPL), das einheitlich und vergleichbar ist, erfordert eine Methodik mit zwei wesentlichen Grundeigenschaften: Erstens muss die Methodik der Tatsache Rechnung tragen, dass die ICPL und die anderen im Modell verwendeten Konstrukte unterschiedliche Typen von Mitarbeiterwahrnehmungen darstellen, die nicht direkt gemessen werden können. Daher greift das Modell auf einen multiplen Indikatoransatz zurück, um die ICPL als latente Variable zu messen. Das Ergebnis ist ein Compliance-Index (vgl. Abschnitt 3.4), der allgemein genug ist, um unternehmens-, branchen- und sektorübergreifend vergleichbar zu sein.

Sebastian Rick

Kapitel 4. Das Compliance-Index-Modell im Praxistest

Zur Untersuchung der Praxistauglichkeit des Compliance-Index-Modells wurde das Modell im Juni 2017 bei einem Finanzdienstleister pilotiert. So sollte überprüft werden, ob damit auch unter praxisnahen Bedingungen reliable und valide Ergebnisse erzielt werden können. Diese zweite empirische Studie wurde nach eigenen Vorgaben durch den Finanzdienstleister intern selbst organisiert und mit Hilfe des Fragebogens durchgeführt, der im Rahmen der ersten empirischen Studie entwickelt wurde. Die Ansprache der Mitarbeiter erfolgte unmittelbar durch ein Mitglied der Geschäftsführung des Finanzdienstleisters, wobei den Mitarbeitern die Teilnahme an der Befragung freigestellt wurde.

Sebastian Rick

Kapitel 5. Diskussion und Fazit

Mit Hilfe dieser Arbeit sollte herausgefunden werden, inwieweit Legitimität die Wirksamkeit formaler Compliance-Programme beeinflusst. Hierfür wurden die Mitarbeiterwahrnehmungen hinsichtlich formaler Compliance-Programme mit Hilfe des Compliance-Index-Modells in zwei unabhängig voneinander durchgeführten empirischen Studien untersucht. Die erste Studie wurde im Zeitraum Juni 2016 bis August 2016 unter mehreren Banken und anderen Finanzdienstleistern durchgeführt. Primäres Ziel dieser ersten Studie war die Entwicklung des Messinstruments und Modells.

Sebastian Rick

Backmatter

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