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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

1. Einleitung

Zusammenfassung
Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen ist die aktuelle Beobachtung, dass unsere wissenschaftlichen Grundlagen, mit denen wir bisher Prozesse der räumlichen Entwicklung beschrieben, erklärt und beurteilt haben, ins Wanken geraten sind. Es sind neue Phänomene aufgetaucht, die sich der Zuordnung in das vertraute System fachwissenschaftlicher Deutungen entziehen, schwer zu fassen sind. In die Arbeit mit eingespielten Begriffen und Lösungsmustern hat sich daher ein Unbehagen eingenistet. Den meisten Fachleuten ist bewusst, dass sich die bisher vorausgesetzten Probleme längst verwandelt haben. Die “normale” raumbezogene Wissenschaft sieht sich vor neue Fragen gestellt.
Karl-Dieter Keim

Charakteristika des Fensters zum Raum

2. Kurze Geschichte des besiedelten Raumes

Zusammenfassung
Seit den Anfängen der Zivilisation haben Menschen geeignete Landschaften besiedelt, das natürliche Vermögen von Boden, Wasser, Luft für ihre wirtschaftlichen Zwecke genutzt, die besiedelten oder eroberten Territorien durch Macht zu kontrollieren versucht. So war die Bedeutung des Raumes von Beginn an mit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verwoben.
Karl-Dieter Keim

3. Forschungsfeld, Interdisziplinarität und Anwendungskontext: Beiträge der Wissenschaftsforschung

Zusammenfassung
Die Wissenschaften befinden sich insgesamt in einer tief greifenden Umstrukturierung ihrer eigenen Bedingungen, unter denen sie wissenschaftliches Wissen generieren. Damit steht auch jene lapidare Einsicht der wissenschaftlichen Arbeitsweise zur Disposition: dass nämlich die Wissenschaften vor allem die Fragen beantworten können, die sie sich selbst ausgedacht haben; und das geschieht jeweils gesondert in den einzelnen Disziplinen. In ihnen konnte sich vielfach ein in sich geschlossenes Theoriesystem herausbilden, wie es zum Beispiel bis heute für die Disziplin der Wirtschaftswissenschaften kennzeichnend ist. Es blieb lange unbemerkt oder wurde dogmatisch geleugnet, dass sich die zu lösenden Probleme nicht an die Einteilung der Disziplinen und nicht an die Logik der Theoriebildung halten.
Karl-Dieter Keim

4. Das Besondere der “Raumwissenschaften”

Zusammenfassung
Das spezifische “Fenster” zum Raum, in seiner Vielgestalt und paradigmatischen Veränderbarkeit, soll hier noch etwas näher charakterisiert werden. Es handelt sich zum Teil um Folgerungen, die sich aus den beiden vorangegangenen Kapiteln gewinnen lassen, zum Teil geht es um zusätzliche Argumentationsstränge.
Karl-Dieter Keim

Blickfänge aktueller Themen sozialräumlicher Transformation

5. Spacing: Institutionelle Ressourcen der Regionalisierung

Zusammenfassung
Mit dem leitenden Begriff des “Spacing” sollen alle Bestrebungen bezeichnet werden, die raumrelevante Akteure für eine inszenierte Raumbildung ergreifen. Sie verfolgen damit die Absicht, eine funktional unzureichende räumliche Organisation zu verbessern oder sie nach eigenen Interessengesichtspunkten umzuändern.
Karl-Dieter Keim

6. Place-making: Ortsbildungen und ihre Kodierung

Zusammenfassung
In Zeiten der Globalisierung, des Internet und einer kaum begrenzten Mobilität geraten Orte und Plätze fast zwangsläufig ins Abseits. Die räumlichen Dimensionen unserer Berufs- wie unserer Lebenswelten haben sich drastisch erweitert. Viele Menschen scheinen eine solche, durch moderne Technik ermöglichte “Emanzipation vom Raum” bereitwillig, manchmal geradezu gierig aufzunehmen, organisieren ihre Lebensführung mehr und mehr losgelöst von örtlichen Bindungen und Abhängigkeiten — ein Schritt zu mehr Freiheit, zu ungeahnter Horizonterweiterung. Das Lokale verschwindet, wenn nicht real, so doch nach seiner Relevanz und so auch in der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Karl-Dieter Keim

7. Governance: Steuerung und Planung bei raumbildenden Prozessen

Zusammenfassung
Die Bildung von Governance-Konzepten resultiert aus den Neubestimmungen der raumwissenschaftlichen Themen, aus der Dynamisierung der Raum-Konzepte und dem Bezug auf eine veränderte Steuerungs- und Planungspolitik, die auf Steuerungsschwächen innerhalb der herkömmlichen Institutionensysteme neue Antworten sucht. Auf diese Weise kommt es im Feld der Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft zu einer Neugestaltung der Steuerungsformen. Neben die Formen staatlicher Regulierung (“government”) treten Aushandlungsprozesse mit vielfältigen gesellschaftlichen Akteursgruppen; diese bilden, gemeinsam mit den staatlichen bzw. kommunalen Vertretern, eigenständige Handlungseinheiten (Arrangements). Die Aushandlungsprozesse bedürfen der geeigneten Strukturierung und ergebnisorientierten Lenkung (“guidance”). Es sind die daraus entstehenden Handlungs- und Steuerungsmodi, die mit dem Konzept “governance” bezeichnet werden.
Karl-Dieter Keim

Ausgewählte Aspekte der Governance-Konzepte

8. Steuerungstheoretische Grundlagen für Regionale Entwicklungskonzepte

Zusammenfassung
In diesem Beitrag möchte ich zeigen, wie unter einer Governance-Perspektive mit steuerungstheoretischen Konzepten gearbeitet werden kann. Der Anwendungsfall bezieht sich auf Regionale Entwicklungskonzepte (REK): Sie werden im Kontext einer offenen, handlungsorientierten regionalen Kooperation als ein geeignetes Instrument gesehen, planerische Rahmenaussagen in konkret bestimmten Handlungsräumen umzusetzen bzw. diese durch die Generierung eigenständiger Produkte zu ergänzen. Im Vordergrund soll die Frage nach Steuerungswirkungen von REK stehen.
Karl-Dieter Keim

9. Regionales (Ver)Handeln als Nicht-Koordination oder Zukunftsgestaltung

Zusammenfassung
Das hier behandelte Beispiel regionaler Kooperation folgt einem Governance-Konzept, das von der Koordination zwischen Akteuren ausgeht, die autonom, jedoch interdependent sind: Es geht um zwei Gebietskörperschaften, einen Stadtstaat und einen Flächenstaat, Berlin und Brandenburg, an deren Handeln bzw. Nicht-Handeln studiert werden kann, welcher Voraussetzungen eine gelingende Kooperation bedarf. Sie sind aber nicht die einzigen Akteure auf diesem schwierigen Terrain; das Wahlvolk wirkt mit, ergänzt um die Einflüsse der Wirtschaftsverbände und Medien. Kennzeichend ist allerdings ein spürbares Übergewicht der formal verfassten Akteursgruppen; eine zivilgesellschaftliche Mitgestaltung ist kaum zu erkennen.
Karl-Dieter Keim

10. Elemente einer veränderten Planungskultur

Zusammenfassung
Die Art und Weise, wie in den westeuropäischen Ländern räumliche Planung betrieben wird, hat sich im vergangenen Jahrzehnt deutlich gewandelt. Veränderte Planungskulturen haben sich ausgeprägt, neue Elemente treten ergänzend zu den formalen Planungsbestandteilen hinzu oder geben diesen eine andere Richtung. Ich verstehe hierbei unter “Planungskultur” das Insgesamt aus grundlegenden Planungsauffassungen, Leitideen, Normen und Regeln sowie die jeweils situativ aktualisierten Planungsstile und -verfahren mit den in ihnen enthaltenen Informationen und Konfliktformen.
Karl-Dieter Keim

11. Aktor-Netzwerk-Theorie und Quartiersmanagement

Zusammenfassung
Das städtische Leben umfasst immer auch die verschiedenartigsten Formen ungleicher sozialer Lebenslagen. Sei es, dass die Menschen in der Stadt auf Grund ihrer Herkunft, ihrer Bildung oder ihres Berufs in unterschiedlich situierte Verhältnisse gelangen, sei es, dass sie durch Ausschließungstendenzen auf den Arbeits- und Wohnungsmärkten in benachteiligte Situationen geraten — die Städte beherbergen stets divergente Teilgruppen von Bewohnerinnen und Bewohnern, die ihre Lebensführung nach den eigenen Bedingungen und Möglichkeiten (wie sie sie wahrnehmen und definieren) ausrichten. Die Städte bieten dabei — im Sinne des Konzepts der “local governance” — räumliche Kontexte für soziale Interaktionen an und stellen auf unterschiedlichste Weise Ressourcen bereit, um die gewählte Lebensführung organisieren zu können.
Karl-Dieter Keim

Vierter Abschnitt

12. Das Fenster zum Raum: Folgerungen

Zusammenfassung
Die Blicke durchs Raum-Fenster haben den vielfältigen Aspekten räumlicher Entwicklung eine differenzierte Aufmerksamkeit geschenkt. Trotz ihrer sozialräumlichen Transformation und ihrer Dynamisierung hat diese Abhandlung den Raumbildungen und Raumaneignungen permanente Relevanzstrukturen beigemessen. Sie variieren dabei nach eingenommenem Standort, nach Perspektiven, nach der Art der Lokalisierung bzw. Verflüssigung einzelner Raumelemente und konstituieren so eine für uns heute meist ungewohnte Art des “räumlichen Denkens” (Reichert). Dieses Denken ist kontextgebunden und lebenspraktisch. Es ist nicht auf eine Rematerialisierung reduzierbar, sondern an Raumzusammenhängen interessiert, die sich als etwas bezeichnen lassen, was es so gar nicht gibt: eine kontextuierende soziale Physik mit hoher Kontingenz. Die Nähe der Kommunikationen zum Raum führt dazu, dass -je nach Kontext — unterschiedliche Wege beschritten werden, um einen Ort, um räumliche Dynamiken zu erkennen und raumgebundene Probleme zu lösen. Deshalb enthält räumliches Denken viele Kontingenzen, die Betrachterin, der Akteur sind in den Prozess der Raumerschließung eingebunden.
Karl-Dieter Keim

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