Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Martin Achatz untersucht die Krisenbewältigung des Hauses Rothschild im Jahr 1848. Als überall in Europa Revolutionen ausbrachen, stürzten die politischen Verwerfungen und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten die Rothschild-Banken in eine existenzielle Krise. Anhand des Briefwechsels zwischen den 1848 ausschließlich von Familienmitgliedern geführten Rothschild-Niederlassungen rekonstruiert der Autor, wie es den Rothschilds gelang, Krisenbewältigungsstrategien zu entwickeln und die Krise letztlich zu meistern. Seine Darstellung zeigt, dass der steile Aufstieg der Rothschilds aus dem Frankfurter Judenghetto zu den reichsten Männern ihrer Zeit keineswegs so kontinuierlich verlief, wie das bisher angenommen wurde.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Karikaturen, in denen die Rothschilds oder ihnen verwandte Typen vorkommen, sind Legion. Keine von ihnen reizt heute noch zum Lachen. Für die Allgemeinheit sind sie widerwärtige Zeugnisse rassistischer Niedertracht.
Martin Achatz

Kapitel 2. Gegenstand der Untersuchung, Forschungsstand und Methodik

Zusammenfassung
Der Begriff der Krise bezeichnet eigentlich eine Ausnahmesituation – einen ergebnisoffenen Wendepunkt in der Lebenszeit von Individuen und Systemen. Paradoxerweise ist der Ausdruck „Krise“ aber allgegenwärtig. Rund 100.000 Treffer liefert beispielsweise eine Suche im Online-Archiv der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, gleichmäßig verteilt über so gut wie alle Ressorts.
Martin Achatz

Kapitel 3. Die Hauptquelle

Zusammenfassung
Die Quellenlage zu den Revolutionen von 1848/49 kann man, zumindest für den deutschen Sprachraum, nur als gut bezeichnen. Bereits eine oberflächliche Sichtung des Bestandes liefert eine lange Liste edierter Quellenbestände.
Martin Achatz

Erster Teil: Gegenstände der Untersuchung

Frontmatter

Kapitel 4. Das Haus Rothschild

Zusammenfassung
Traditionell verfolgen Arbeiten über die Rothschilds einen familienbiografischen Ansatz. Diese Konvention wurde von den fünf Söhnen Mayer Amschels selbst eingeführt: In der 1827 erschienenen Ausgabe der Brockhaus-Enzyklopädie lancierten sie einen von Friedrich von Gentz verfassten Artikel unter dem Schlagwort „R o t h s c h i l d, das Haus“, den Salomon von Rothschild selbst redigierte. Ganz offiziell wird hier die bereits kursierende Metapher des „Hauses“ Rothschild als Bezeichnung für das Familienunternehmen zum ersten Mal gebilligt.
Martin Achatz

Kapitel 5. 1848

Zusammenfassung
Außerhalb der historischen Forschung gibt es ein begrenztes, aber spürbares öffentliches Interesse an 1848. Es erhielt zuletzt 1998 einen beträchtlichen Schub, befeuert durch die Fülle von Gedenkveranstaltungen und gespeist durch die unerwartet große Zahl an Neuerscheinungen und Wiederauflagen fachlicher wie populärwissenschaftlicher Publikationen im Jubiläumsjahr.
Martin Achatz

Zweiter Teil: Das Haus Rothschild und die Krise des Jahres 1848

Frontmatter

Kapitel 6. Betrachtungsebene „Individuen“

Zusammenfassung
Das Modell der Netzwerkkrise von Hagen Radowski berücksichtigt auf der Ebene der Individuen auch Krisen einzelner Akteure. Für Radowski sind diese individuellen Krisen so etwas wie Binnenkrisen innerhalb der Netzwerkkrise, die in unterschiedlichen Graden zur Verschärfung von Beziehungs- und Unternehmenskrisen und somit zur Verschärfung der Netzwerkkrise insgesamt beitragen. Vermutlich wegen ihrer oft nur mittelbaren Rückwirkung auf die eigentliche Netzwerkkrise, die im Zentrum von Radowskis Arbeit steht, hat der Autor sie ans Ende seiner Überlegungen gerückt und untersucht sie erst an vierter Stelle, nach Netzwerk-, Beziehungs- und Unternehmenskrisen.
Martin Achatz

Kapitel 7. Betrachtungsebene „Unternehmen“

Zusammenfassung
Sicher eine der zentralsten Fragen dieser Arbeit ist sicher die nach dem geschäftlichen Erfolg beziehungsweise Misserfolg der Rothschilds in der Krise von 1848/49. Diese Frage zerfällt in folgende Teilfragen: Lassen sich ihr Vermögen und seine Entwicklung beziffern? Wieviel Geld verloren sie genau und was bedeutete das für sie? Auf welchen Geschäftsfeldern machten sie Verluste? Welche geschäftlichen Operationen erwiesen sich als relativ krisenfest? Gelang es ihnen bereits während der Krise, Vermögen zurückzugewinnen?
Martin Achatz

Kapitel 8. Betrachtungsebene „Beziehungen“

Zusammenfassung
Folgt man Hagen Radowskis Ausführungen zur Netzwerkkrise, dann kommt es in ihrem Verlauf zu Beziehungskrisen zwischen den am Netzwerk beteiligten Partnern und Unternehmen. In erster Linie wird man das Abschmelzen netzwerkeigenen Kapitals in Form von Vertrauen beobachten, Vertrauen, das die geschäftliche Zusammenarbeit einmal konstituiert hatte.
Martin Achatz

Kapitel 9. Betrachtungsebene „Identität“

Zusammenfassung
Der folgende, letzte Teil der Studie untersucht, welche Krisenerscheinungen auf der Ebene der Netzwerkidentität 1848 auftraten und wie sie bewältigt wurden. Er möchte klären, ob eine gemeinsame, dem Netzwerk eigene Identität eventuell dazu beitrug, die Krise des Jahres 1848 zu überstehen, ob die Netzwerkidentität der Rothschilds also ein netzwerkspezifisches Wertäquivalent war, das andere Banken oder Bankennetzwerke nicht hatten. Es versteht sich aber beinahe von selbst, dass es gerade auf der Ebene Identität eine Reihe von Konflikten gegeben haben muss, die die Krise verschärften.
Martin Achatz

Kapitel 10. Ergebnisse der Arbeit

Zusammenfassung
„Diese Krise kann zum Guten führen“ – so hatte Anselm von Rothschild am 19. Oktober 1848 aus dem Penzinger Exil seinem Vater geschrieben. Konnte ihn etwas noch stärker von vielen anderen Mitgliedern seiner Familie abheben als dieser Satz? Während andere einfach nur warteten, dass der Sturm sich legte und im Warten noch das Schlimmste befürchteten, war Anselm optimistisch. Und während andere es als den bestmöglichen Ausgang der Krise ansahen, dass dereinst einmal alles wieder beim Alten sein würde, ging Anselm noch einen entscheidenden Schritt weiter: Er erwartete von der Krise eine Transformation.
Martin Achatz

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise