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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung — Moral und Wirtschaft

Zusammenfassung
Angesichts der sich dynamisch entwickelnden Lebenswirklichkeit und der damit einher gehenden Notwendigkeit einzelner Menschen und ganzer Gesellschaften, sich in komplexen und zunehmend globalen Wirkungszusammenhängen zu orientieren, steht die Ethik vor der Herausforderung, Handlungsleitung für die immer zahlreicheren Entscheidungssituationen zu bieten, in denen wir uns unserer moralischen Intuition nicht gewiss sind. In der Entwicklung adäquater Kriterien sollte der moralphilosophische Anspruch darin bestehen, an bestehenden gesellschaftlichen Konsens anzuknüpfen und kontextsensitive Betrachtungsweisen mit der Reflexion grundsätzlicher ethischer Paradigmen zu vereinen, um den Menschen als Adressaten der Moral nicht zu verlieren. Indem die lebensweltliche Faktizität der Moral ernst genommen und als eine Grundlage der Generierung kohärenter moralischer Überzeugungssysteme anerkannt wird, bejaht die Ethik dieses Projekt und vermeidet eine weitere Entfernung vom ethischen Alltagsdenken, religiösen und ästhetischen Traditionen1, die als Impulse für menschliches Handeln letztlich unerlässlich sind.
Stefan Otremba

2. Das klassische Menschenbild — Analyse und Aufklärung

Zusammenfassung
Adam Smith4 gilt als „principal originator and founder of economic theory as a systematic study“5. Sein wirtschaftswissenschaftliches Hauptwerk An Inquiry Into the Nature and Causes of the Wealth of Nations6 von 1776, im Folgenden kurz Wealth of Nations genannt, markiert als das vielleicht bedeutendste und folgenreichste nationalökonomische Werk überhaupt den Beginn eines ganz neuen wissenschaftlichen Erkenntnisgebietes: der Volkswirtschaftslehre.7 Gleichwohl blieb Smiths Wirken nicht auf die Wirtschaftstheorie beschränkt. Von ihm selbst weit höher gewürdigt als Wealth of Nations ist das im Jahr 1759 veröffentlichte Werk The Theory of Moral Sentiments8, in welchem Smith historische Positionen der Ethik reflektiert und eine eigene deskriptiv-ethische Theorie9 entwickelt. Im Ganzen ist Smiths Werk daher als „Trias von Ethik, Ökonomik und Politik“10 zu verstehen, in welcher der Ökonomik keineswegs das Primat zukommt.
Stefan Otremba

3. Die Ethik der Wirtschaft — eine Kritik

Zusammenfassung
Die bisherigen Erläuterungen haben den deskriptiven Charakter der Grundlagen klassischer Wirtschaftstheorie deutlich werden lassen, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass zwar Annahmen skizziert und Kausalitäten dargelegt werden, jedoch auf die Formulierung von expliziten Sollensforderungen verzichtet wird. Karl Homann baut auf diesen Grundlagen nun auf, indem er den Anspruch artikuliert, basierend auf den Erkenntnissen über die Funktionsbedingungen der Wirtschaft eine Wirtschaftsethik zu etablieren, welche sich in normativer Weise anschickt, moralische Vorstellungen von Wirtschaft und Gesellschaft mitzugestalten.43 Die wirtschaftsethische Theorie von Karl Homann kann insofern als normative Weiterentwicklung der Smith’schen Wirtschaftstheorie interpretiert werden. Da diese Tatsache sie zu einem aus moralphilosophischer Perspektive adäquaten Untersuchungsgegenstand macht, soll im Folgenden die Homann’sche Wirtschaftsethik skizziert und diese in einem zweiten Schritt kritisch betrachtet werden.
Stefan Otremba

4. Moral im Alltag — die Herausforderung des Einzelnen

Zusammenfassung
Müssen wir uns — der obigen Argumentation folgend — also von sämtlichen Regelsystemen, deren Ziel die Etablierung von Normen für das Zusammenleben von Individuen ist, verabschieden, da diese stets notwendigerweise mit der Einschränkung der Freiheit des Einzelnen einhergehen? Nein, die in Kapitel 3 aufgeführten Argumente implizieren mitnichten die Illegitimität einer jeden Begrenzung der menschlichen Selbstbestimmung. Vielmehr gibt es eine überwältigende Anzahl an Argumenten, welche die Existenz von Gesetzen zum Schutz des Einzelnen vor der Willkür des Anderen — aber auch vor der Willkür des Staates — gut zu rechtfertigen vermögen. Wo immer es um lebenswichtige Unterlassungsvorschriften — „das Verbot der Tötung, der Körperverletzung, des Diebstahls, des Betruges etc.“58 — geht, stimmt ein diese Unterlassungen zementierendes Regelsystem mit den Überzeugungen und Interessen letztlich aller Menschen überein und steht also außer Frage. Zumindest diese zentralen Regeln „müssen daher durch die institutionellen Mechanismen des Strafrechts abgesichert werden“59.
Stefan Otremba

5. Schlussbetrachtungen — ein Appell an die individuelle Integrität

Zusammenfassung
„Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“77 Wer aber will, dass die Welt nicht so bleibt, wie sie ist, und dennoch nichts dagegen unternimmt, dass diese so bleibt, der weiß nicht, was er will. Was in Fortführung des Bonmots von Erich Fried pointiert wirken mag, ist im Kern die Aussage des vorliegenden Werkes — wenn auch verkürzt formuliert. Es geht darum, ein individuelles kohärentes System moralischer Überzeugungen zu entwickeln und in Übereinstimmung mit diesem zu handeln — eine Forderung, welche keinen theoretischen und den Menschen überfordernden Anspruch beinhalten dürfte, sondern an das menschliche Potential zur Integrität appelliert.
Stefan Otremba

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