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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Objektorientierung ist 1995 bereits ein ausgiebig diskutiertes Thema. In den vergangenen Jahren, in denen wir alle Zeugen der Entwicklungen auf dem Gebiet der Softwareentwicklung waren, ist diese Technologie zu einem integralen Bestandteil der Entwicklungsmethoden in vielen softwareproduzierenden Unternehmen herangereift. An vielen Stellen werden Stimmen laut, die die Objektorientierung mit dem Ende der Software-Krise in Verbindung bringen, der langersehnte Ausgleich der Produktivitätsdiskrepanz zwischen Softwareerstellung und Hardwareproduktion scheint in nächste Nähe gerückt zu sein.
Wolf-Guido Lutz

2. Grundlagen

Zusammenfassung
Ausgangspunkt für die Überlegungen in dieser Arbeit ist die an technischen Konzepten orientierte Auffassung des Begriffs Objektorientierung. Seine Bedeutung unterscheidet sich dabei stark von dem im betriebswirtschaftlichen Kontext etablierten Verständnis, das eine Orientierung am Objekt suggeriert, eine in organisatorischen Gestaltungsüberlegungen zu Rate gezogenen Sichtweise, die eine Priorisierung des Objektprinzips vor dem der Verrichtung empfiehlt. Das Konzept einer objektorientierten Organisationsform beispielsweise bezieht sich in diesem Zusammenhang auf eine divisionalisierte Unternehmensstruktur5, eine Organisationsform, in der semiautonome Geschäftsbereiche etwa in Form mehrerer Profit-Center für jeweils unterschiedliche Produkte oder Gebiete zuständig sind.
Wolf-Guido Lutz

3. Wiederverwendbarkeit im objektorientierten Paradigma

Zusammenfassung
Nach der vorangegangenen Auseinandersetzung mit den technischen und kognitions-theoretischen Grundlagen der Objektorientierung kann nun auf die Frage nach dem konkreten Vorteil dieser Technologie eingegangen werden. Vor allem im Hinblick auf die Zielsetzung dieser Arbeit, die Erarbeitung einer präzisen, sprachunabhängigen Beschreibung des objektorientierten Paradigmas, wird im folgenden versucht, die Betrachtung auf die Essenz des Einsatzpotentials verschiedenster objektorientierter Systeme zu begrenzen. Dieses Potential zeigt sich aber primär nicht auf Anwendungsebene, die etwa durch die Benutzeroberfläche oder die Funktionalität des jeweiligen Programms gegeben ist. Vielmehr liegen die Vorteile der objektorientierten Technologie in einem tieferliegenden, grundsätzlicheren Bereich verborgen — dem Bereich der Softwareerstellung. Hier manifestieren sich die Auswirkungen dieses Ansatzes in wichtigen Faktoren wie der Qualität und Produktivität. Hingegen werden Einsatzpotentiale von objektorientierten Anwendungsprogrammen, Betriebssystemen und Datenbanken im folgenden nicht angesprochen, da der objektorientierte Ansatz sich grundsätzlich nach außen hin nicht in einer veränderten Funktionalität niederschlägt. Der an dieser Stelle eingeschlagene Weg der Betrachtung objektorientierter Technologie befaßt sich daher lediglich mit Fragen der Softwareerstellung und beginnt mit einer Positionierung der Objektorientierung vor dem Hintergrund der Komplexität und Einsatzhäufigkeit von Software.
Wolf-Guido Lutz

4. Der Einsatz des objektorientierten Paradigmas

Zusammenfassung
Das in den vorangegangenen Abschnitten erarbeitete formale Rahmenwerk ist dazu geeignet, alle Systeme, die der Struktur des objektorientierten Paradigmas entsprechen, zu beschreiben. Jedes System, das salopp ausgedrückt hierarchisch in unterscheidbare Elemente zerlegt werden kann, die selbst wiederum in einer bestimmten Form zueinander ähnlich sind, kann mit Hilfe der hier vorgestellten Notation modelliert werden. Die Produktpalette eines Fahrzeugherstellers mit unterschiedlichen Autotypen beispielsweise, eine Bibliothek, das Ergebnis jahrtausendelanger terrestrischer Evolution, aber auch das menschliche Gedächtnis sind Systeme dieser Art. Jeder nur denkbare Ausschnitt der Realität, der durch den menschlichen Geist wahrgenommen werden kann, unterliegt einer Modellierbarkeit in diesem Sinne. Ein ganz spezieller Ausschnitt dieser Realität, auf den einzugehen es sich im Rahmen dieser Arbeit lohnt, ist das Unternehmen.
Wolf-Guido Lutz

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Was haben wir nun erreicht? An dieser Stelle der Arbeit steht uns ein von jeglicher programmiersprachlichen Bindung unabhängiges formales Modell des objektorientierten Paradigmas zur Verfügung, in dem die wesentlichen Aspekte dieser Denkweise verankert sind. Das eingangs gesetzte Ziel der Ausführungen war die Herausarbeitung des konkreten Wesens dieser Weltsicht, eine Aufgabe, der nicht nur in informeller Hinsicht nachgegangen wurde, sondern die auch in Gestalt des formalen Modells einer exakten Präzisierung unterworfen werden konnte. Durch die objektorientierte Brille betrachtet präsentieren sich allgemeine Systeme als strukturierbare und gleichzeitig schematisierbare Gefüge von Handlungsträgern, eine Struktur, die sich in vielen Fällen an menschliche Denkmuster annähert. In Situationen jedoch, in denen algorithmische Aspekte die gedankliche Struktur prägen, erweist sich der objektorientierte Ansatz als kontraintuitiv. Dieser gerade im Bereich der Softwareentwicklung bei Programmierern des klassischen Paradigmas auftretende, migrati-onshemmende Strukturbruch wurde in Abschnitt 2.3 thematisiert und dabei ein Ansatz vorgestellt, der sich die algorithmische Sicht auf Problembereiche bei der Modellierung objektorientierter Systeme zunutze macht.
Wolf-Guido Lutz

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