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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Theoretischer Bezugsrahmen der Untersuchung

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit der „öffentlichen Meinung“ über das Strafrecht und die Kriminalität. Damit knüpft sie an die Tradition der sog. Knowledge and Opinion about Law (-KOL)-Forschungen an, versucht aber gleichzeitig in diesem Bereich neue Akzente zu setzen.
Gerlinda Smaus

2. Funktion des Problembewußtseins Kriminalität für die Persönlichkeitsstruktur

Zusammenfassung
Der erste Beitrag zur Überprüfung der obengenannten Hypothesen besteht darin, daß im Rahmen des Nutzungs-Belohnungsansatzes getestet wird, welche von den obengenannten Funktionen des Problembewußtseins auch subjektiv wahrgenommen werden. Hierbei kann nicht, wie es die Aufgabe einer psychologischen Forschung wäre, restlos ausgelotet werden, welche Bedürfnisse bei verschiedenen Persönlichkeitstypen jeweils befriedigt werden, sondern es läßt sich nur die subjektive Seite einer gesellschaftlichen Funktion erfassen. Als Einstieg zu diesem Problem dienen die ersten „Einbrecherfragen“ des benutzten Fragebogens zum Konsum der Berichterstattung im Fernsehen und in der Presse.
Gerlinda Smaus

3. Die status-quo erhaltende Funktion des Strafrechts

Zusammenfassung
Zur Därstellung der beiden zentralen Hypothesen über die Funktion des Strafrechts bei der Erhaltung des status quo als Reproduktion der vertikalen Struktur respektive der in dieser Struktur befindlichen Individuen (vgl. „Prozesse des Statusmanagement“ bei Steinert, 1973, S. 9 ff.) müssen wir weiter ausholen. Auf den ersten Blick haben diese Hypothesen mit der interaktionistischen Theorie wenig gemeinsam. In der Tat haben die von Blumer (1973) formulierten Grundsätze des symbolischen I nteraktionismus den Strukturbegriff, wenn nicht vollkommen ausgeklammert, so doch weitgehend ignoriert (vgl. Matthes, Schütze, 1973, S. 43).
Gerlinda Smaus

4. Die identifikationsstiftende Funktion des Strafrechts

Zusammenfassung
„Alle Klassenherrschaften müssen, weil ihre Reproduktion auf der privilegierten Aneignung des gesellschaftlich produzierten Reichtums beruht, das Problem lösen: das soziale Mehrprodukt ungleich und doch legitim zu verteilen“. So faßt Habermas (1973, S. 132) die von Lenski (1973, S. 70 ff.) analysierte Dynamik von Verteilungssystemen zusammen.
Gerlinda Smaus

5. Problembewußtsein Kriminalität, öffentliche Meinung und Legitimationsprozesse

Zusammenfassung
Bleiben wir noch bei der Technik „Soziale Distanz“ (Tabelle 34). Am Beispiel des relativ neuen unerwünschten Verhaltens „als Radikaler nicht zum öffentlichen Dienst zugelassen“ und beim „Sympathisantentum mit dem Terrorismus“ kann nämlich auch gezeigt werden, daß ganz pragmatische Gründe für den Abbruch von Beziehungen von Bedeutung sind: daß man nämlich vermeiden möchte, daß „die anderen meinen, man selbst nehme es mit dem Gesetz auch nicht so genau“, oder daß „die Polizei Komplizenschaft vermuten könnte“. Schließlich möchte man wegen des Umgangs mit Rechtsbrechern „keine Nachteile in Kauf nehmen“. Besonders bei diesen Delikten wird es deutlich, daß soziale Distanz zu den Abweichenden nicht nur unkausal und irrational entsteht, sondern daß die soziale Kontrolle den Bürgern ein Koalitionsverbot mit Abweichenden auferlegen kann.
Gerlinda Smaus

6. Problembewußtsein Kriminalität und Legitimierung des Strafrechts

Zusammenfassung
Im letzten Abschnitt haben wir darzustellen versucht, wie mit Hilfe eines Kriminalitätsbewußtseins die Konsensbildung der Bevölkerung als eine Legitimationsgrundlage der Herrschaft unterstützt werden kann. Der Legitimitätsglaube muß sich jedoch nicht nur auf die jeweiligen Inhalte des Reglements bzw. auf die Richtigkeit der komplexen Abhängigkeitsverhältnisse erstrecken, sondern muß eigens auch die Handhabung der legalen Gewalt, die ihrerseits den Konsens erzwingen bzw. den Dissens unterdrücken kann, umfassen. Obwohl der Zwangsapparat für jede Form von Herrschaft unentbehrlich ist, kann nun im Bereich der legalen Herrschaft die Zwangsanwendung nur als Durchsetzung von Normkonformität gerechtfertigt werden. Damit fällt den Gruppen und Personen, die vermeintlich oder tatsächlich von der Norm abweichen, die Rolle zu, gerechtfertigte Gewaltausübung auszulösen, damit aber auch Gewaltausübung in dieser Form zu rechtfertigen und — pars pro toto — legale Herrschaft überhaupt zu rechtfertigen. Anders ausgedrückt: nach den Grundsätzen legaler Herrschaft wäre Gewaltausübung illegitim, gäbe es nicht normabweichendes Verhalten (Baratta, Smaus, 1975).
Gerlinda Smaus

7. Schlußbetrachtung: Legitimierung des Strafrechts und Konsensherstellung mittels Zwang

Zusammenfassung
Kommen wir zum Schluß auf unsere Überlegung über die Konsensherstellung mittels Anwendung legaler Gewalt zurück.
Gerlinda Smaus

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